Ausgabe 
4.11.1918
 
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Harle Waffenstttlstaudsbedingnugkn für Gefterreich-Insarn und der Türke?. Abdankung Kaiser Karls?

jj Der deutsche Generalftab | .. = m e l det: =====1

W. T» A. Gvstzes Zastpiquarlrer, dcrr

Amtikch.

Westlicher Kricgsschanpsatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Au der Lys-FronL ist die Lage unverändert. Bei den letz- fcn:;'pscn zeichneten sich hier das ba?)erische Infantcric-Re- giment Nr. 11 und das Referve-Inf.-Negt. Nr. 12 besonders aus. Südlich von Deinze haben wir uns weiteren feindlichen Angrftstn durch Ausweichen hinter die Schelde entzogen. Die Bewegungen wurden wahrend der Nacht, vom Gegner unbe- mcxtt, dnrchgeführt. Nach starkem Feuer gegen die geräumten Linien folgte der Feind und stand am Abend östlich von Deinze und westlich der Schelde in Gesechtssühlung mit unseren Bor rosten Starke Angriffe der Engländer südlich von Balencicn nes. Bei Aulnov drang der Feind in unsere Linien ein und stieß bis an den Südrand von Valenciennes, auf Saultain und über Preleau hinaus vor. Der von eigenen Panzerwagen und von Batterien des Feldartillerie Regiments Nr. 71 beson­ders wirksam unterstützte Gegenangriff badischer Regimenter im Verein mit örtlichen Kampftruppen brachte uns wieder in den Besitz der Höhen südwestlich von Saultain und des Ortes Pre- scau Versuche des Feindes, am Nachmittage in umfassendem Ansturm von Westen über die Schelde und von Süden her Va- '^nciennes.zu nehmen, scheiterten. In der Nacht haben wir die Stadt ungestört vom Gegner geräumt.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und E a l l w i tz.

Gewaltige Drtillerieschlacht leitete Angriffe ein, die der Franzose und Amerikaner zur Oesfnung der Aisnefront und zwischen den Argonnen und der Maas führte. Auf den Höhen westlich der Aisne zwischen La Selpe und Herpy sind die An- griffe des Feindes gescheitert. Unsere Truppen haben hier wiederum in schwerem Kampf einen rollen Erfolg über die Franzosen errungen. Oestlich von La Selve konnte der Gegner in dem wirksamen Feuer bayrischer Truppen nirgends unsere Linien erreichen. Auch brandenburgische Regimenter bei und westlich von Klein-Quentin schlugen den Feind vor ihren Li­nien ab. Bei Vanogne trug das Res.-Inf.-Regt. Nr. 33 die Hauptlast des Kampfes. In hartem Kämpf warf es auch gestern wieder den Feind zurück. Oestlich von Neconorance schlugen pommersche, posensche und schlesische Regimenter den Feind vor ihren Linien ab. Auf den Höhen nordwestlich von Chateau Percien haben die bewährten Regimenter der 17. In­fanterie- und 60. Reserve-Division auch gestern ihre Stellungen gegen schwere Angriffe behauptet. Tatkräftiges Handeln des Oberleutnants v. Delow vom Grenadier-Regiment Rr. 89 war für den Ausgang der Kämpse'von entscheidendem Einfluß. Die Höhe südwestlich von Fergeur wechselte mehrfach den Besitzer. Nach erfolgreichen Gegenangriffen blieb sie in unserer Hand. Beiderseits von Rethel stieß der Feind bei Nanteuil und Ambly vorübergehend auf das Nordufer der Aisne vor. Gegenstöße warfen ihn auf das südliche Flußufer zurück.

Mit starken Kräften griff der Franzose in breiter Front beiderseits von Bouziers sowie zwischen der Aisne und nördlich oon Crandpro an. Bei Rilly nahmen, wir unsere Vorposten auf das Nordufer der Aisne zurück. Bei Voneq stieß der Feind über die Aisne auf die Höher? auf dem östlichen Flußufer vor. Versuche des Gegners, den Durchbruch auf Le CheZne zw er­zwingen, scheiterten. Wir brachten ihn bei Neuville et Day und Terron an der Aisne zum Stehen.

Die beiderseits von Bouziers teilweise sechsmal wieder­holten Anstürme des Gegners scheiterten meist schon vor unse­ren Linien. Oestlich von Vaudy wurde der Feind im Gegenstoß wieder zurückgeworfen. In Falaise an der Aisne faßte er Fuß. ../wischen der Aisne und Ecandprb wiesen wir die feindlichen .Angriffe vor unseren Linien ab. Der Franzose hat somit auch aus dieser Angriffsfront trotz starken Krästeeinfatzes nur bei Vcncq und Falaise unbedeutenden Geländegewinn erzielen kön­nen. Auf der zehn Kilometer breiten Angrisfrfront zwischen Terron und Falaise waren am Abend unsere Linien wieder *oU in unserer Hand. An der erfolgreichen Abwehr des Fein teZ haben Württembergs?: und Bayern, Regimenter der Garde, aus Hannover und Westfalen, thüringische und lothringische Regimenter sowie Maschinengewehr-Scharfschützen-Abteilungen gleichen Anteil. Das Inf.-Regt. Nr. 127 unter Oberstleutnant Schwab zeichnete sich besonders aus. Auch die feit Wochen an­gespannt tätigen Kraftfahrer-Truppen trugen durch rechtzeitiges

Herankühren der Reserven zu dem erfolgreichen Ausgang der gestrigen Schlacht bei.

Zwischen der Aire und der Maas gelang es den in schmalen Angriffsstreisen angesetzten amerikanischen Divisionen, in unsere Stellungen zwischen Champigneulle und Aincrevitte einzudrin­gen und beiderseits von Bayoville über unsere Artillerielinien hinaus Boden zu gewinnen. Versuche des Gegners, von Bayon- rille aus unsere Front in Richtung auf Thenorgue und auf Sle- nay aufzurollen, wurden vereitelt. Mit Einbruch der Dunkel­heit kam der Kampf in der Linie ChampigneulleSivry öst­lich von Buzanoy / südwestlich von Billers drvaut Dun nordöst'/ch Aincreville zum Stehen.

Der E?ste E:nerakquarti'er,neist:r: 6 roe ?. er.

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| Der österreichische Generalstab J meldet:

Wien, 2. Nov. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Gebirgsfront worden unsere Truppen in planmäßiger Durchführung der Naumungsmaßnahmen die zu Beginn dos italienischen Krieges gehabten Stellungen be« ziehen.

In der venetianischen Ebene ist die Nückbewegung über den Tagliamonto im Gange.

Die Räumung des gefaulten serbischen Gebietes steht unmittelbar bevon

ke Kriegsanleihe sieht au der Spitze aller mündel- sicheren Papiere.

Denn für die Kriegsanleihe hastet öas Reüh mit ollem, was cs au Werten einschließt, haftet das deutsche Volk mit feinen» ganzen Vermögen, seiner ganzen ArbeiiS- und Steuerlast.

Darum zeichnet die Kriegsanleihe!

Aöerrddericht.

Berlin, 2. Nov., abends. (WB. Amtlich.^

Erneute Angriffe der Engländer südlich von Valen- cienneS, der Amerikaner westlich der Maas brachten dem Feinde nur örtlichen Geländegewinn.

An den übrigen Kampssconten ruhiger Tag.

W. S. HerrrpLqirarUrr, -esr

3. Uovemdev Amtlich.

Weüsichcr KriegSschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprechi.

In Flandern nahmen wir die an der Lys stehenden Trup­pen im Anschluß an unsere neue Front an der Schelde auf Cent zurück. Gestern bestand hier Eefechtfühlung mit dem Gegner. Nordöstlich von Oudenaarde und bei Tournay wurden Teilan­griffe des Feindes abgewiesen. Bei und südlich von Balencien- nes setzte der Engländer seine heftigen Angriffe fort. In Vor­miltagskämpfen drückte er uns auf Soutain und fetzte sich wie­der in Preseau fest, Villerspol wurde gegen mehrfache Angriffe gehalten. Erneute am Nachmittag östlich von Valenciennes ge­führte Angriffe scheiterten. Das Infanterie-Regiment Rr. 24 unter den Hauptleuten von-Vrandys und Haupt und Batterien des Feldartillerie-Rcg'unents Nr. 44 zeichneten sich besonders aus. Westlich von Landrecies wiesen wir Teilangriffe des Geg­ners ab. Wo der Feind eindrang, warfen ihn Radfahrertrup­pen wieder hinaus.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und G a N w i tz.

Westlich von Cuise blieb ein Teilangrisf der Gegner ohne Eifolg.

Der Franzose hat nach den schweren Verlusten, die er ln der Schlacht am 1. November an den Aisne-Fronten erlitt, gestern seine Großangriffe nicht mehr fortgesetzt. Er beschränkte sich auf Teilangrisfe östlich von Danogne, bei Neuville et Day und Terron, die wir teils im Gegenstoß abiviefen.

Der Einbruch der Amerikaner westlich der Maas veranlaßte uns, die Front zwischen der Aisne und Champigneulle zurück- zunehmen. In Linie Quatre ChampsBuzaney entwickelten sich gestern Borfeldkämpfe. Westlich der Maos setzte der Ameri­kaner seine Angriffe fort- Sie haben bei Tailly und über Vil- lers devant Dun etwas Boden gewonnen. Im übrigen wurden sie abgewiesen.

Heftige Vorfeldkämpfe westlich der Mosel.

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Leutnant Duellier errang seinen 35. Luftsieg.

Der Erste Ceneralquartiermeister: Gröner.

Alrendberlcht.

Berlin, 3. Nov.. abends. (WTB. AiutliH.)' Vorseld- kampfe vor unseren Linien zwischen Aisne und Maas. An den übrigen Fronten keine größeren Kampfhandlungen. ^

Trr Chef des GencralstabeS.

»

Wien, 3 Nov. Amtlich wird verlautbart: Auf dem italienischen Kriegsschauplatz haben unsere Truppen aufgrund des abgeschlossenen Waffenstillstandes die Feindseligkeiten eingestellt.

Die Verlautbarung der Waffenstillstandsbedingungen erfolgt gesondert.

Ter Chef dcS Eerikralsiabe-.

Et lttdttiglmslojt lledergü!;e kt (iiiifw.

Die Türkei hat sich, wie nach den Bestimmungen des Waf- senstillstandsvertrags zu entnehmen ist, auf Gnade und Un­gnade ihren Feinden ergeben. Damit ist der mehr als hundert- jährige Karnpf um das Schicksal der Türkei entschiede?!. Schor ?nanches Mal hat es geschienen, als wenn das letzte Stündleiu des morschen Staates geschlagen hätte, immer aber konnte ein« gewisse militärische Tüchtigkeit, die den türkischen Soldaten auszetchnete, den Staat noch für kurze Zeit reiten. Da macht? der Weltkrieg, in dem nicht mehr die soldatische Kraft, sondern die Maschien die Entscheidung brachten, auch diesein Staaten- gebilde ein vorläufiges Ende. Nachdem der Kampf um die Dardanellen mit einem Rückzug der Entente geendet hat. be­gann das Verhängnis mit der Einnahme von Bagdad, die Kämpfe in Palästina endeten mit dem Verluste dieses Landes und als mit dem Abfall Bulgariens die Türkei gewissermaßen abgeschnitten war, erfolgte das Ende. Der erste Napoleon hat einmal gesagt, man solle sich nicht mit einem Leichnam verbin­den, unsere Reichsregierung hat es entgegen dem Vismarckschen Wort, daß uns der ganze Balkan nicht die Knochen eines pom- merschen Grenadiers wert sei. getan und jetzt haben mir die Bescherung. Verschwunden ist der Traun? von Hamburg bis zum persischen Golf und unsere Zukunft liegt auch hier, wie- leider bei so vielen anderen im Wasser.

Unter den Waffenstillstaudsbedingungen feien folgende her­vorgehoben :

Oesfnung der Dardanellen und des Bosporus und freier Zugang zum Schwarzen Meer. Besetzung der Forts in den Dar­danellen und im Bosvorutz durch verbündete Truppen.

Alle alliierten Kriegsgefangenen und Internierten sind be­dingungslos den Alliierten zu übergeben.

Sofortige Demobilisierung der türkischen Armee.

Auslieferung aller Kriegsschifte.

Die Alliecten erhalten das Recht, alle strategischen Punk.e zu besetzen.

Allen alliierten Schissen stehen sämtliche Häfen und Anker­plätze, die augenblicklich in türkischen Händen sind, zur freien Verfügung. Feindlichen Schiffen ist ein derartiger Gebrauch zu

verweigern.

Die Alliierten besetzen im Taurus die Tunnelanlagen.

Die unverzügliche Zurückziehung der türkischen Truppen aus Rordwest-Pcrsien. Die Räumung eines Teils des Kauka­sus durch die türkischen Truppen ist bereits befohlen worden.

Der Türkei wird verboten, irgendwelches Marine-, Mili- rät- und Handelsmaterial zu zerstören.

Alle Bahnen find unter die Kontrolle alliierter Offiziere zu stellen. Diese Bestimmung schließt die Besetzung von Datum durch die Alliierten in sich. Die Türkei wird keinen Einspruch gegen die Besetzung von Baku durch die Alliierten erheben.

Auslieferung aller Garnisonen im Hedscha«, Asiyrien, Pe; men, Syrien und Mesopotamien an den nächsten verbündeten Kommandanten.

Auslieferung aller türkischen Offiziere in Tripolis imb der Eyrenaika an die nächsten italienischen Garnisonen.

Alle Häfen in Tripolis und der Eyrenaika müssen der näch- sten verbündeten Garnison ausgeliefert werden.

Alle deutschen und österreichische« Marine-, Militär- und Ziviloerlone« müsse« innerLaL ei n «?, Mona 1s aus.de« tür-