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Dia? abgesetzt.

Genf, 22. Dft Die schweizerische Presse bringt eine Mel­dung. die besagt, daß General Diaz nicht mehr Oberbefehls­haber des italienischen Hoeres sei. Me schon früher gemeldet wurlde, bestanden seit längerer Zeit Meinungsverschiedenheiten zwischen Diaz urrd Foch, der vergeblich einen Angriff an der italienischen Front verlangt hatte. Die Verbündeten scheinen daraufhin die Entlassung von Diaz und seine Ersetzung durch den Herzog von Aosta verlangt zu haben.

Nikolai NilrolafeWltzch lebt.

Moskau. 18. Okt. (WB.) Der totgesagte frühere Ober­befehlshaber Nikolai Nikolajewitsch befindet sich wohlbehalten in Kiew.

iHe finnische Konigskrone.

HelsingforZ, 22. Okt.Susmen Socialdemokraoti" will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß bei der finnländischen Regierung ein Telegramm aus Deutschland eingetroffen sei. dem zufolge Prinz Friedrich Karl erklärte, daß er vor Ablauf von »wer Monaten keine endgültige Antwort betr. Ucbernahme der finnischen Krone geben könne, da er kein Friedenshindernis sein wolle.

Dentscker Delchsta?.

Tagesordnung' Erste Beratung der Gesetzentwürfe zur Ab­änderung der Reichsverfassung. Mit der Beratung über beide Entwürfe wird die allgemeine Erörterung der politischen Lage verbunden.

Reichskanzler Prinz Mar von Kaden:

Meine Herren? Seitdem ich zum ersten Male zu Ihnen sprach, sind in Verfolgung d-r FriedenHaktion, die die Regie­rung mit ihrem Amtsantritt eingeleitet hat. weitere Schritte von beiden Seiten getan worden. Das ganze deutsche Volk war­tet darauf, zu hören, welche Aussichten die Negierung für das Gelingen des Friedenswerkes zu sehen glaubt. Sie werden verstehen, daß ich mich hierüber nur mit der größten Zurückhal- tung äußern kann. Das deutsche Volk ist vom Präsidenten Wil­sen angeredet worden. Diese Tatsache gibt den Aeußerungen der Vertreter aller Parteien erhöhtes Gewicht. Die erste Anwort des Presidenten auf den Friedensschritt der deutschen Regierung hat in allen Ländern den Kampf der Meinungen über die Frage: ..REsfriede oder Gewaltfcieden" auf den Höhepunkt geführt. Es handelt sich um den Gesinnungsstreit. der in jedem einzel­nen Land öffentlich ausgefochten wird. Auf der einen Seite er­beben diejenigen lauter denn je ihre Stimme, die sich einbilden, der Augenblick sei nahe, in dem sie alle die angesammelten Lei­denschaften des Hasses und der Rachsucht auf dem Boden unserer deutschen Heimat befriedigen können. Ans der anderen sind sich die aufrichtigen Anhänger des Völkerbundes vollständig klar darüber, daß der Grundgedanke des nenen Glaubens heute seine entscheidende Probe besteht. Wer sich -ehrlich auf den Boden des Rechtsfriedens gestellt hat, der hat zugleich die Pflicht übernom­men. sich nicht kampflos einem Gewaltfrieden zu beugen (Bravo?) ^

Aber, meine Herren, auch die zweite Möglichkeit müssen wir heute schon ins Auge fassen. Das deutsche Volk darf nicht blind' an den Verhandlungstisch geführt werden. Es ist ein Ent­schluß von gewaltiger Tragweite: Für unsere Machtstellung soll nicht mehr gelten, was wir selbst für recht halten, sondern' was m freier Aussprache mit unseren Gegnern als Recht erkannt wird. Eine schwere Überwindung für ein stolzes und siegae- wohntes Volk! denn die Rechtsfrage macht nicht Halt vor un- seren Landesgrenzeu, die wir der Gewalt niemals freiwillig os,nen wurden. Die Sätze, die wir als für uns maßgebend an­genommen baben, berühren auch Probleme innerhalb des Reichs- Kcinpulttt bes ganzen Manschen Programm- J* 1 ® """bo n b - Er kann nt« Man-!-« kommen, wenn Nl« sämtliche Völker sich zur nrttionnlen SelbsM-rwinvunq

h U lw e £ < ®' e SjMlir,cnm fl ^ RechtKgemeinschaft »erlangt das Aufheben eines Teils der unbedingten Selbständigkeit, bie ^«r »«* 3eMj«t der Etaatsoberhoheit ronr, von uns wie von anderen s«dr richtig., Für unsere ganze Zukunft wird es von entscherdeuder Dedentung sein, in welchem Geist wir dieser notwendigen Entwicklung folgen, Verhnn.deln wir innerlich auf der Basis des nationalen Egoismus, dann, meine Herren ist es für uns kelne Wiederaufrichtung und Erneuerung. (Sehr rich- tlg!> Aber wenn wir eingeschen haben, daß der Sinn dieses furchtbaren Krieges vor allem der Sieg der Nechtsidee ist und wenn wir diese Idee nicht widerstreben, uns dieser Idee unter- wersen Nicht Mit innerlichem Borbchalt, sondern mit aller Frei- .! t ^! 1 ' ° . mb ' n KU iKtli " ein Heilmittel für die Wunden (Seh^chttg!) die Kräfte der Zukunft.

Der Reichskanzler wandte sich sodorm den inneren Fragen zu und verkündete ein« entschiedene Abkehr vom alten System Die Ewftibrnng des allgemeinen geheimen un-d direkten Wahl- r^ts ,n Preuhen sei gesichert. Dem Reichstag lägen zwei Ee-

riZrTiZ* V °l' r »"!!' *** Cim Wt ""rh-ndenen Schranken

^ b ^> Reichstagsahgeordneien für dir Zukunft

di- Moglichke.ten geben würde, flch an der Leitung der Reichs-

f°h« zugleich ein R-flort zu übernehmen. NE System ° m ° n t ° r i f ch ° Weg begangen. Daz

R . G ° ? um °"d-r- Regierungsweise in

77 cimrt l a " l" m Zum Statthalter sei

r L »nannt und in die Landesregierung sollten fiih- rende Männer aus der zweiten Kammer eintreten. Der zweite

als di« berufen« Volk^er- ^ bi? L-bensftagen

1 TT«, v 1" f° aen EOn Krieg n-d Frieden ein

,-i.as Mitbestimm,'mrsrecht habe. lDrevak, Tjmin läge ein-

Gewähr für die friedliche Weltentwicklung des Reiches und fei­ner Beziehungen zu den anderen Staaten. Die Bürgschaft könnte verstärkt werden, wenn auch die Bündnisverträge der neuen Bestimmung unterworfen würden. Auch zu einer solchen Erweiterung der Volksrechte werde die Reichsregierung gern die Hand bieten, wenn der Völkerbund praktischeGestalt gewönne.

Der Reichskanzler verbreitete sich dann über die staatsbür­gerliche Freiheit unid hob hervor, daß der Neuordnung alle ver­fassungsmäßigen Instanzen zugeftimmt hätten, dieVolksregie- rung fei feit in den Neichsgesetzen vernnkert". Das Ziel sei die politische Mündigkeit des deutschen Volkes. Das deutsche Volk säße seit langem im Sattel, nun solle es reiten! Er schloß mit den Worten:

Aber um uiffere Eigenart ruhig zu entwickeln, müssen wir unser Hausrecht wahren können. An unteren Toren steht der Feind. Unser erster und letzter Gedanke gehört den Tapferen, die sich gegen die Uebermacht verteidigen und die wir gegen un­gerechte Anklagen verteidigen müssen. (Beifall!) Meine Her­ren! Man soll nickst glauben, daß man unser Heer beleidigen kann, ohne unser Volk an der Ehre zu tteffeu. (Bravo!) Schlimme Einzeltaten und Maßnahmen hat es in jeder Armee gegeben. Aber der Grundwille des Volksheeres lebnt sie ab. Als die Worte gesprochen wurden, daß der Geist des Roten Kreu­zes gerade so gut zu einem rechten Heere gehöre, wie der Offen­sivgeist, kam eine überwältigende Zustimmung gerade aus Krei­sen der Armee, und es kam die Bestätigung von christlichen Sol­daten aus Feindesland, die gegen Deutsche gekämpft haben.

Meine Herren! Unsere Soldaten hoben es heute furchtbar schwer. Sie kämpfen mit Sorge» um die Heimat, sie kämp'en mit dem Gedanken an den Frieden und halten stand. Wir danken ihnen, wir verttauen ihnen, wir rufen ihnen zu: Die Heimat läßt Euch nicht im Stich? (Bravo.) Was Ihr braucht, und was sie hergeben kann an Menschen, an Mitteln und an Mut, das soll Euch werden. (Lebhafter Beifall!)

Es folgten die Erklärungen der Parteien. Als erster er­klärte der Abg. Herold namens des Zentrums die Zustim- mung zu dem gehörten Programm. Wolle man uns vergewal- , tigen. dann würde das ganze Volk zur Verteidigung aufstehen.

; Ein Volk mit diesen Leistungen lasse sich nicht vernichten. Zur j r nationalen Verteidigung werde der letzte Mann aufgerufen wcr- j den, und wir zweifeln nickst daran, daß jeder Mitwirken werde zur Rettung des Vaterlandes. Der Erfolg werde nicht (tu§* bleiben. (Lebhafter Beifall!)

E b e r t (Soz.) bemerkte, daß es keineherrlichen Zei­ten seien, denen man entgegengsft'hrt wo,de. Er entwickelte das sozialdemokratische Programm Der 5. Oktober sei der Geburts­tag der deutschen Demokratie, aber noch bleibe vieles zu tun. man hätte auf den U-Vootkrieg ganz Verzicht leisten sollen. Er pries die Segnungen des Völkerbundes und bekannte sich auch heute zur Politik der Landesverteidigung. Wolle man uns knechten, so rufen wir den Feinden zu: Nehmt euch

in acht! Darauf sprach der Abg Naumann (Freist). Der felgende Redner Abg. Stresemann (natl.) feierte die Ta­ten des deutschen Heeres, wir hätten an den deutschen Sieg ge­glaubt, aber unsere Kriegsziele seien unerreichbar. Das Her- vortteten der Krone habe dazu Leigetragen, daß man im Ausland eine falsche Auffassung über unsere Verfassungsver- hälttnsse bekommen habe. Er bekannte sich zum parlamentarischen System und begrüßte, daß die Sozialdemokraten in die Regie­rung einyetreten seien. Graf Westarp erklärte für die Kon­servativen. daß sie in der innerpolitischen Entwicklung keinen Fortschritt erblicken könnten. Die aller-schwersten Bedenken hege er, wenn an den Grundlagen des Heeres gerüttelt werde. Die Konservativen lehnten jede Deranttvortung ab und seien jetzt Oppositionspartei. Graf Westarp schloß' Die Antwor­ten des Präsidenten Wilson lassen doch Zweifel offen, ob wir uns auf dem richtigen Wege befunden haben. Auch wir wün­schen den Frieden. Das Deutsche Reich ist nicht bezwungen und nicht gezwungen zur völligen Kapitulation. Es ist nicht ge­zwungen. Bedingungen anzunehmen, die mit den Grundsätzen des Eerechtigkeitsfriedens unvereinbar sind. Wir halten fest an der Unverfehrbarkeit des Reichsgebietes auch im Osten und mit g.a,rz besonderer Entschiedenheit lehnen wir die unerhörten An­sprüche ab. die von polnischer Seite erhoben werden. Kein Schritt deutschen Bodens auch im Osten soll abgetreten werden.

Mittwoch: Weiter-Veratuug".

Es wird sodann cmseirvanidergesetzr:

Die Regierung liegt in der Hand eines Reichskanzlers, dessen Stellung innerlich noch mehr als äußerlich schon nach we­nigen Tagen aufs schwerste erschüttert ist: sie liegt bei Männern, deren politische Vergangenheit es ganz unverkennbar macht, daß sie der schweren Aufgabe, vor die sie gestellt sind, in keiner %k\\e gewachsen und den feindlichen Staatsmännern nicht im i. ;;t* deften ebenbürtig sind. Diese Regierung hat nach dem Antritt ihres Amtes sofott gezeigt, daß ihre Handlungen von III "o- nen, von Trugbildern und Hirngespinsten eingegeben sind ...'d daß sie dem Land, statt es tmrch die Kraft der Wahrheit an': -- rütteln, durch betörende Redensarten und gaukelnde Versprüh­ungen vollends den letzten Halt nimmt. Diese Regierung hat damit begonnen, die militärische Lage, statt sie zu festigen, durch ihre Angebote an den Feind noch mehr zu erschweren und den Geist der Truppen durch die Lockungen eines naben Waffenstill­standes und Friedens noch mehr zu erweichen und zu erschlas'rn. Sie hat dem ganzen Volke eine Stimmung eingaflößt, die j.d'n Widerstand bricht: den Ee-dankenlosen eine volle Friede-nsnoff- nung, den politisch Mißleiteten den Zorn über die angeblich leichtfertig ausgeschlagcneu Friedensmöglichkeiten vom Jahre 1916/17, den klar Sehenden nmb Entschlossenen die Verzweiflung völliger Machtlosigkeit. Sie hat unser Ansehen, unsere Würde, unsere Ehre vor den Feinden wie vor den Neutralen in heil­loser Weise bloßgestellt, so daß Verachtung uns auferlegen wird, was der Haß uns vielleicht noch erspart hätte."

Soweit sind wir vollständig einverstanden. Wir brauchen nicht erst zu versichern, daß wir unmöglich zu einer Neuerung Vertrauen haben können, die des Vaterlandes Not benutzt hat. um sich in die Höhe zu schwingen und die zu diesem Zwecke gleich­wie ein Erpresser gehandelt hat. Trotzdem können wir ni-bt weiter gehen und wir können nicht ohne weiteres zustimmen,

wenn dann gewissermaßen aufgefordert wird, sich in den ent­schiedensten Gegensatz zu der jetzigen Negierung zu stellen, denn:Sich binter diese Negierung stellen heißt das Vater­

land in dem Wahn, es mif diese Weise ret'en zu können, ver. kmrfen und verraten. Kommt nicht aus dem Volke heraus eine Erhebung, die diese Regierung we- schwemmt, so sind wir so wie so verloren, verloren, wie noch nie ein Volk gleich kläglich unter* geg-anaen ist."

Wir halten diesen Rat für büdenMch. Als Hektar, der Füh. r«cr der Troer, mieten in der Feld-schl-acht. im Kampfe um fein Vaterland, von seinem Schwager auf den unheilverkündenden Flug der Vögel aufmerksam gemacht wurde, da rief er unmutig aus: Laßt sie rechts hinfliegsn oder link?, ein Wahr­

zeichen nur gilt das Vaterland zu erretten!" Mr sind heute in derselben Lage. Führen kann uns eine solche Regierung, zu der wir das unbegrenzteste Mißtrauen haben, sicherlich nicht! Aber wir sollen ihr auch keine Schwierigkeiten machen. Die Parteien der Mehrheit mögen jetzt einmal zeigen, was sie können und ob sie die Verfprechungen in die Tat umzusetzen vermögen, mit de­nen sie nicht sparfam um sich geworfen haben. Dazu brauchen w i r nicht mitzuhelfen, wir brauchen uns aber auch nicht da­gegen zu stenmen.

Die Rechnungen, die zu Hmffe ausgelaufen sind, wollen wir nach dem Kriege, nicht jetzt begleichen, denn wir hoben dringenderes zu tun. ErstdesVaterlandesRettung. dann danach ftagen. wer es in Rot gebracht hat. Heute aitt nur noch eins, ist nur eines not: Die innere Front auftechtzu- erhalten, keine Zersplitterung zu dulden keinen Bruderkrieg und nicht in wenigen Tagen feig das sinnlos zu vergeuden, was vier Jahre voll unerhörter, wertvollster Opfer mühsam geschafft haben.

Prinat die DeWkraiie den tzneden?

Weitere Eruemnruge«z.

Berlin, 20. Okt. Die Berufung von Abgeordneten in die Reichsregierung ist immer noch nicht abgeschlossen. Schon für nächsten Tage werden die Ernennungen weiterer ReichstagZab- geordneter für wichtige Reichsämter fortgeführt werden.

Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, soll die Nach­richt. daß sämtliche der Mehrheit angehörige Reichstagsab­geordnete Staatssekoetäre werden oder zum mindesten ein sicheres Neichsamt erhalten sollen, vorerst unzutreffend sein.

Uruer KriegsKredit.

Berlin, 22. Okt. Dem Reichstag wird Mitte November eine neue Kriegskreditvorlage in Höhe von wieder 17, Milliarden Mark zugchen.

Wir ftfürn uns hinttt die ilrjifniti«!

Professor H. Saug in Stuttgart veröffentlicht einen Aussatz, in dem er folgendes ausführt:

Von allen Seiten bekommt man jetzt zu hören, daßGe­schlossenheit" nunmehr bitter notwendig und das allein mögliche fei, daß Tadel dochan den harten Tatsachen nicht das Geringste ändern könne, daß man der Regierungdie ungeheure Last der Verantwortung trage» Helsen" müsse, kurz, daß sich jetzt alles Jjhrta: die Reaieruna zu stellen" habe."

Die Demokratie ist der Friede. Diesen lapidaren Satz schreibt in Nr. 439 vom 14. Oktober derBerner Bund", in ge­wisser Anlehnung an seine Aussätze vom August, die die Frage erörternWie soll es enden?" Schon damals meinte er. die Rettung aus dem Kriege sei die Demokratisierung der Völker. Wir haben damals demBund" seine Harmlosigkeit nachgewic- sen. Heute singt er dasselbe Lied, wobei er ergänzend bemerkt, die Völker müßten künftighin das Recht der Entscheidung über Krieg und Frieden in Anspruch nehmen und ein einzelner dürfe nicht mehr sagen können:mein Heer" undmeine Kriegs­

ziele". Also, nun haben wir ia die Demokratie, die vielge. rühmte, fliedenbringende. Wird sie uns den Frieden geben?

Der erste Schritt der deutschen Demokratie war das Unter­werfungsangebot vom 5. Oktober. Unter Verleugnung aller früheren Meinungsäußerungen spendete die demokratische Presse Deutschlands Wilson Weihrauch und verherrlichte ihn als den großen Träger großer Gedanken. Die Anbetung des amerika- nisck>en Diktators dauerte über eine Woche. Es kam die dreiste Antwort Wilsons, in der er die Räumung der besetzten Gebiete verlangte, sowie eine Erklärung, ob die Demokratisierung bei uns auch durchgeführt sei. Rach wie vor erstarb unsere Demo­kratie in Ehrfurcht vor deminternationalen Kaiser", wie Nau­mann Herrn Wilson mit Vorliebe nennt. Noch immer schwelgte die Demokratie in Hochstimmung. Auf unsere winselnde Ant, wortnote kam prompt die Rückantwort, strotzend von unerhörter Beleidigung der deutschen Armee mit der Forderung, die Hohen- zollern gefälligst absetzen zu wollen. Herr Gothein hat diesa Forderung in liebenswürdigster Form kürzlich unterstriche«! Aber die anderen Forderungen Wilsons ubersttegen doch das ge­wöhnliche Maß und machten weite Kreise auch der demokra- tischen Leser stutzig. Denn die gewünschte Deinokratisierung war doch auf Anhieb durchgesührt, Wilson aber blieb harthörig. Wir ftagen nun denBerner Bund":Bringt also die Demokratie dem Volke den Frieden? Oder bringt sie dem deutschen Volke nicht vielmehr die Selbstverstümmelung, die Selbftvernichtung?" Im Übrigen hat die Demokratie noch nie den Frieden gebracht. Wäre der Artikelschreiber des Schweizer Blattes geschichtlich besser unterrichtet, so wüßte er. daß nichts krieaslüsterner ist als gerade die Demokratie. Der Marquis of Salisbury hat ein mal das wahre Mort geprägt:Ein Durst nach Herrschaft unL eine .... Willigkeit zu Angriffskriegen hat stets die Demo, lratie Mkennzeickmet." Saltsburp konnte sich auf die aeschicht