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Herzenskiimpfe.

Roman von Helene Scbvlky. geb. von Gersdorff.

(Oop^riLbt 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.)

21) Nachdruck verboten

Aber nun vor allen Dingen tiefes Schweigen, gnädiges Fräulein!" warnte er zum Schluß.Niemand, kein lebendes Wesen. auch Ihre Fräulein Schwester nicht, darf eine Ahnung von unserem harmlosen Zusammensein haben."

Natürlich, das weiß ich wohl!" sagte sie eifrig.Die ver­stehen jo alle keinen Spaß! Wenn's jemand erführe, wäre alles verdorben. Ja, eigentlich", setzte sie nachdenklich hinzu, wär's gar kein so großer Spaß, wenn es nicht so heimlich sein müßte."

Das war nicht besonders schmeichelhaft-für den Herrn Mar­quis, der cs natürlich vorgezogen halte, wenn nicht die Heim­lichtuerei, sondern er selbst die Anziehungskraft gewesen wäre.

Aber jetzt muß ich schnell nach Hause, wo man mich sicher schon längst erwartet", sagte sie, ihm eilig d-e Hand zum Ab­schied gebend.O, ich freue mich rissig aui morgen! Welch ein Jux! So sagten wir nämlich immer in der Schule, wenn wir einen lustigen Streich machten. Also, adieu, auf Wieder­sehen morgen!"

Sie nickte ihm noch flüchtig z-u und cilfc schnellfüßig davon.

Er folgte ihr diesmal nicht, sondern blickte der leichten, graziösen Gestalt nur mit einem triumphierenden Lächeln nach, so lange sie zu sehen war.

11. Kapitel.

Hilde war in diesen Wochen im tiefsten Herzen glücklich, .wunschlos glücklich. O, wenn es doch immer fa bleiben kannte! Täglich mit dem geliebten Manne zusammen sein, mit ihm 'ihre Gedanken über alles, was sie interessierte, austauschen. ihm von ihrem vergangenen Leben berichten, von dem seinen ihn erzählen hören, wie schön war das! Sie kannte und liebte schon seine edle, unglückliche Mutter, seine beiden guten, hübschen und talentvollen Schwestern, von denen er nicht müde wurde, kleine und größere schöne Eharak'erzüge zu beschreiben. Auch von seinem Vater sprach er, aber nicht viel und immer

noch schonend. Damit sie dke Situation m seinem Elter,ihausr verstehen konnte, die soviel Einfluß auf sein eigenes Leben hatte, mußte er bis zu einem geurisien Grade dieEigentüm­lichkeiten" seines Vaters berühren. Er verholte ihr auch nicht die gänzliche Vermögenslosigkeit seiner Familie. Er selbst, sein Denken und Fühlen, seine Verhältnisie, alles lag wie ein offe­nes Buch vor ihr. Da war nichts Unklares, nichts Verstecktes; trystallhell, wahr und ehrlich der ganze Mensch. Und so froh und so gut! Wenn sie etwas trüber oder gedrückter Stimmung war, und er trat hinzu mit seinem sonnigen warmen Lächeln, so waren die trüben Wolken bald verscheucht. Und das ging ihr nicht allein so. Auch die andern. Onkel, Tante, Vetter Hans, Freund Naumdorff, kurz alle, die näher mit ihm ver­kehrten, wurden von seinem sonnigen Wesen mit durchsonnt.

Tief in Hildes Herzen saß wohl die bange Furcht vor dem Ende dieser einzig schönen, wundervollen Tage. Denn einmal mußte es aufhören. So konnten nicht immer so weiterleben. Und was dann? Wie würde sie die Tage, die Wochen, die Jahre ihres übriger, Lebens ohne ihn zubringen? Jetzt er­wachte sie morgens mit dem frohen Gefühl von etwas Wunder­schönem, das ihr bevorstand: wenn sie sich dann besann, so stand der NameNeinhold" vor ihrer Seele. Ach. wir herrlich war's. aufzuwachen und zu wissen, sie würde heute mit ihm zusammen sein? Dann kamen die schönen Stunden, wo sie beieinander waren, und wenn sie sich neck-ts zur Ruhe legte, so war es mit innigem Denken an ihn, sowie mit warmem Dank an Gott, daß er ihr all dies Glück vergönnte.

Jeden Tag fühlte sie sich reicher werden, innerlich, durch ihn an guten Gedanken und an Lebensfreude. Sie war auch noch nie so schön gewesen. Auf ihren Wangen lag eine fe ne gesunde Röte, in ibrcu Augen ein sanfter, freudiger Glanz, um ihren Mund ein weiches Lächeln, was sie geradezu hinreißend schön machte.

Sie sah wohl, daß sie ihm auch viel war. nn«d das beglückte sie sehr und manchmal regte sich die leise Hoffnung, daß sie ihm noch mehr, daß sie ihm alles werden könnte. Aber da er nie- ! mals eine gemeinschaftliche Zukunft erwähnte, noch viel we­niger jemals ein Wort von Liebe sprach, so muß e sie sich wohl

davon überzeugen, daß er an nichts, als an eine wahre FreunKe lschaft dachte. Ach. wieder zurück müssen in das alte, öde, lieb^ löse, freudelose Leben bei ihrem Vater, es war ein fürchter­licher Gedanke. Ob er, Reinhold, der nun alles wußte, wi« unglücklich, wie unbefriedigt sie daheim war, ob er nie darag dachte, wie leicht er sie aus diesem Elend erlösen könnte? Ob der Gedanke, immer mit ihr vereinigt zu sein, für ihn gar nichts AngenehMeZ hatte, da sie einander doch so gut kannten und ver­standen?

Manchmal, wenn diese schweren Gedanken sie überfielen, wurde sie auch an seiner Seite plötzlich ernst und schweigsam, .der frohe Glanz ihrer Augen erlosch und er sah. daß sie litt. Das schnitt ihm in's Herz. Er versuchte dann gewöhnlich, sie durch leichtes Geplauder oder auch einen in'eressanten Gesprächsstoff zu zerstreuen und zu erheitern, was ihm auch meistens gelang.

Eines morgens, Reinhold war dienstfrei. ritten sie. gefolgt von einem Reitknecht, in froher, glücklicher Stimmung durch teti Wald. Am Fuße eines steilen Berges, dessen ruinen- gekrönte Spitze Hilde gern sehen wollte, saßen sie von ihren Pferden ab. die sie dem Diener zur Bewachung überließen, und gingen zu Fuß den engen Waldpfod hinauf Wieder war es über Hilde gekommen, dies bange Abfckcksdsgefühl. besten sie stch zuweilen, trotz aller Aufbietung von Energie, nicht erwehren konnte. Eie erwartete eigentlich täglich den Rückberufunasbe- fehl ihres Vaters, dem sie dann unweigerlich sofort folgen mußte.

War er dann zu Ende, ihr schöner Lebenstraum? Gab es dann nichts mehr, als eine ungeheure Leere? Sie war doch noch sehr jung, erst 22 Jahre alt. Wie sollte sie die vielen Jahre zubringen, die voraussichtlich noch vor ihr lagen? Denn daß sie niemals einem anderen angehören konnte als Reinhold, dieser Entschluß befestigte sich täglich mehr in ihr.

Als Neinhold ihre plötzlich wieider verdüsterte Stimmung bemerkte, bemühte er sich, sie derselben zu entreißen, indem er verschiedene Gesprächsthemen anregte, auf die sie sonst stets leb­haft einzugehen pflegte. DisZural vergebens. Sie wurde im­mer einsilbiger und als er sie genauer ansah, bemerkte er, daß Tränen in ihren Augen schimmerten.

ftcitlefcuna folnt.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz­spenden beim Hinscheiden meines innnigstgeliebten Mannes, unseres Ireubesorgten Vaters sagen wir unseren

.

herzlichsten Dank.

Hofgttt Utphe, den 22. Oktober 1918.

Die trauernden Hinterbliebenen

SDiatvjüöe Iacobi und Kinder.

Belr.: Zuweisung von Vren» stoffen.

Seünnnlmachnnk

Bezugnehmend auf meine Be- kannimachnng vom 3<>. Eepkemder ds. Is. sind berechtigt Brennstoffe oegen Vorzeigung der Kohlen­ausweiskarle vi bene en:

Bezirk Bll Nr. 161 bis 230 \< 3 Zenlner Eßnuß ohlen, bei Firma Fried riib Wirth, Kohlerbandlung. Fav'rbach. Ich mache hieimik nochmals dar­auf auinensam. daß die Brenn­stackmengen innerha b 3 Tage» bet den> dlecn abgeholt ot>e* obgp u'en sein müssen. Nach die« em Termin nicht abgeholle Brenn­stoffmengen ver allen zu Gunsten anderer Haushaltungen. Fnedberg.den 19.Oklober 1918. Der Bürgermeister. __ I. D.: Dam m.

.helslillie üjiiiMwtg

zur Jahresversammlung de- Oberliessifcher» Vereins für Basler Mission. Donnerstag, den 24. Oktober, nachmittags 2 1 U Ufjr, in der Burgk, rche.

Jahresbericht und Rechnungs­ablage.

Zukunftsfragen der Basler Mi sion": Miss.-Iickpellor Oelili- Va el. ..Kriegserlebnisse au» meiner Gefangenschaft": Missionar Bellon-Goldküste. Aus prache. Abends b l / 4 Uhr: Eemeindefeier. Mitwirkung des kirchenge ang- vereins. Ansprachen von Miss.» In peitor Oettli und Missionar Betton.

__ Der Vorstand.

SsSilfüfflrlniMif"

Lear Lazksleltuug Jrn-dkrei n. Nerl.l-S.

Plöt sich und unerwartet erhielten wir die schmerz­liche Nachsicht. daß un»er inni^stgeliebier Sohn, Bruder, Schwager und Kusin

GtsttÜtt

Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hess. Tapferkeitsmedaille

nach L^iährioer treuer Pflichterfüllung am 24. September durch einen EranatipUlter sein junges Leben lassen mußte.

Gettenau, Friedberg, den 15. Oktober 1918.

Die traikrn^kn ginirrbürbcncn: Familie Emil Weiland Familie Hans Niederhauser.

c>rachtituckqütkr werden" am 23., 24. und 25. Oktober O von Stationen des Direktioiwbezirks Frankfurt (M.) iur Beförderung nicht angenommen.

Frankfurt (M.), den 2 t. Oktober 1918.

_ Königliche Eifenbahndirektion.

Aeknnnmml«jni,g. Mehlausgnbe

für die vierte flei'chlose Woche am M.ltwoch, den 23., Donners­tag, den 24.. Freitan. den 25. Oktober bei Adam Rausch und L. Stcrn.

Auf jeden iesschkaitenabschnitt mit dem Aufdruck21.--27. Ok­tober fl ei chlos" weroen 125 Gramm Weizenbroimehl verabfolgt. Der Preis des Melckes stellt sich wie folgt:

125 Gramm losten 8 Pfennig

2 0 n » 15

375 ; 23 ;

lck/' 30 usw.

Die Reichsfleischkarte ist bei der Ausgabe vorzuzeigen. Cie darf nur von den obengenannten Mehloerlaufsstellea abgrtrennt

werden.

Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden nach § 80 Ziffer 12 der Reichsgetrelveordnung bestraft.

Friedverg, den 21. Oktober 1918.

Der Bürgermeister.

I. V.: Damm.

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und

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Friedberg u Telefon 304.

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Donnerstag, den 24 und Freitag, den 25. ds. Mts. nachmittags von 1 Uhr ab. versteigere ich zu Vad-Nan heim, Ernst-Ludwig-Ring 21, für Rechnung den es en geht gegen Barzahlung:

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Versteigerung bestimmt.

Bad-Nauheim, den 19. Oktober 1918.

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Steinfurth bei Bad-Nauheim.

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