Ausgabe 
16.10.1918
 
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Nummer 343 Wjchreig £ Miltmoch. den 16. Oktober 1918

11. Jahrgang

ene TagesieiLnZi'

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Dtp ..Nene Gnoesreilung" erichetnt ,eden Wertta'. Regelmäßige Beilagen ..Oer Kauer aus Hellen",Die Hpinnllnüe". De,ngsprers: Bei den Postanstalten ocerleliahNich .RI 2.711 hinzu tritt noch das Bestellgeld: hct den An enter, monatlich 1.00 Mk. einschließlich Tragerlodn. Anrerqen: Grund:erle 2d Psg.. totale 20 Ptq.. Anzeigen von auswärts oerden durch Po.'tnachnahm^ erhoben. Erfüllunasort Friedberg. Hchriftleitunn nnd Derta», rrtedbera speisen», 'anauertratze 12. Ferwvcecher 43. Co tj he** So tto «Ir. 48'>9. l n' Frankfurt a. M.

Die amerikanische Antwort.

Urne Demütigungen. Feindliche Erfolge in Flandern, neue KorstSße. Urrfaflnngsändernng.

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Der deutsche Generalstav

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W. S. Kvotze» HauptqnarLier. de» IT. Oktober Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht

In Flandern Hai der Feind seine Angriffe auf breiter Front zwilchen Zaires und der fctiG wied-cr ausgenommen. Es gelang ihm, über unsere vordere Stellung hinaus vorzudrinaen. Gegen Mittag kam der Kampf in der Linie Kortemark. östlich von Rocselare, das nach hartem Kampfe in Feindeshand siel, südwestlich von Iscgem und nordöstlich von Menen zum Stehen Menen und Wervik wurden gegen starke Angriffe behauptet. Ilebergangsversuche des Feindes über die Lys bei Komen wur­den vereitelt. Cd erneuten Angriffen am Nachmittage gingen Handzame und Kortemark verloren. Starke mit Panzerwagen geführte Angriffe beiderseits von Gittz scheiterten. Zwischen Isegem und Menen konnte der Feind am Nachmittage nur noch wenig Boden gewinnen.

Erfolgreiche Borfeldkämpse westlich von Lille und am Haute Deule-Kanal.

Am Selle^Abschnitt nördlich von Hausty und St. Couplet scheiterten Tdlangriffe des Eigners.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

In dichtem Morgennebel brach der Feind östlich von St. Quentin über die Qise vor und faßte vorübergehend auf den Höhen südlich von Macquigny und nördlich von Origny Fuß. Umfassend angesetzter Gegenangriff warf ihn von den Höhen aus die Oise wieder zurück. Heftige Teilkämpse vor der neuen Front nördlich von Laon, westlich der Aisne und im Aisne-Bo- gen, südwestlich von Erandpre.

Heere s-gruppe Gollwitz

Zwischen der Dire und der Maas griff der Amerikaner mit starke^ Kräften an. Schwerpunkt de: Kämpfe lag östlich der Alre und beiderseits der von Eharpentry auf Bantheville füh­renden Straße. Die teilweise bis zu viermal wiederholten An­griffe sind bis auf örtlichen Geländegewlnn beiderseits von Ro- magne gescheitert.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Aus den Höhen nordwestlich und nördlich von Nisch fanden kleinere Kämpfe statt.

Der erste Eeneralguartiermeister: Ludendorff.

Abeudbericht.

Berlin. 1b. Okt., abends- (WB. Amtlich.) An der Kampf­front in Flandern setzte der Feind seine Angriffe fort. Er konnte einige Geländevorleile in beschränktem Umfange erringen. West­lich der McKis entschieden sich Teilkämpfe zu unseren Gunsten.

Der österreichische Generalstab e;==s=====: meldet: ====:;

Wien, 15. Okt. (WB.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz: Die Eefechtstätigkeil war

Euch gestern ziemlich rege.

Balkankriegsschauplatz: Das von uns geräumte Durazzo

ist von den Italienern besetzt worden. Die Bewegungen in Al­banien und Serbien gehen ohne nennenswerte Eesechtsberührung mit dem Gegner vor sich.

Der Chef des Genernlsiabc».

Wilsons Antwort an das deutsche Dolk.

Washington, 14. Okt. (WB.) Reuter. Der Staats­sekretär hat heute nachmittag dem interimistischen Geschäfts­träger der Schweiz und dem Vertreter der deutschen Belange in den Vereinigten Staaten folgende Note bekanntgegeben:

Staatsdepartement, 14. 10. Mein Herr! In Beantwor­tung der Mitteilung der deutschen Regierung vom 12. Oktober, die Sie mir heute übergeben haben, habe ich die Ehre, Sie um die Uebermittlung folgender Antwort zu ersuchen:

Die uneingeschränkte Annahme der von dem Präsidenten der Vereinigten Staaten in seiner Botschaft an den Kongreß der

Vereinigten Staaten vom 8. Januar 1918 und in seinen folgen­den Botschaften niedergelegten Ded ngnngen du-ch die jetzige deutsche Negierung und eine große Mehrheit des deutschen Reichstages berechtigte den Präsidenten eine offene und unmit­telbare Erklärung seines Entschlusses hinsichtlich d r Mittei­lungen der deutschen Negierung vom 5. und 12. Oktober 1913 abzugeben.

Es muß Klarheit darüber bestehen, daß die Durchführung der Räumung und die Bedingungen eines Waffenstillstandes Angelegenheiten sind, die dem Urteil und dem Rate der mili­tärischen Berater der Negierung der V reinigten Staaten und der Verbündeten überlassen werden müssen, und der Präsident fühlt sich verpflichtet, zu erklären, daß keine Regelung von der Negierung der Vereinigten Staaten angenommen werden kann, die nicht völlig befriedigende Sicherheiten und Bürgschaften für die Fortdauer der gegenwärtigen militärischen U Überlegenheit der Heere der Vereinigten Staaten und der Verbündeten an der. Front schafft. Er hat das Vertrauen, das» -r als sicher an- nehmen kann, daß dies auch das Urteil uni A* Entscheidung der verbündeten Regierungen sein wird.

Der Präsident hält es für seine Pflicht, hinzuzufügen, daß weder die Regierung der Vereinigten Staaten noch er besten ganz sicher ist, daß die Regierungen, mit denen die Vereinigten Staaten als Kriegführende verbündet find, einwilligen werden, einen Maffenstillstand in Erwägung zu ziehen, solange die Streitkräste Deutschlands fortfahren, die ungesetzlichen und un. menschlichen Handlungen ausznüben. bei denen sie noch behar­ren. Zur gleichen Zeit, wo die deutsche Regierung an die Ne­gierung der Bereinigten Staaten mit Friedensvorschlägen her­antritt. sind ihre U-Boote damit beschäftigt, auf der See Pcrso- ncnschisfe zu versenken und nicht nur die Schiffe, sondern auch die Boote, in denen ihre Fahraäste und Besatzungen versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Die deutschen Heere schlagen bei ihrem jetzigen erzwungenen Ruckzuge ans Flandern und Frank­reich einen Weg mutwilliger Zerstörung ein. der immer als un­mittelbare Verletzung der Regeln und Gebräuche der z'vilisier- tcn Kriegführung betrachtet wurde. Die Städte und Dörfer, wenn sie nicht zerstört sind, sind alles dessen, was sie enthalten, oft sogar ihrer Einwohner beraubt. Es kann nicht erwartet werden, daß die gegen Deutschland verbündeten Völker einem Wafsenstillstande zustimmen werden, solange die unmenschlichen Handlungen. Plünderung und Verwüstung fortgesetzt werden, auf die sie mit Recht mit Schrecken und empörtem Herzen Hin­blicken. Es ist auch notwendig, damit keine Möglichkeit eines Mitzverständnisics entstehen kann, daß der Präsident mit großem Nachdruck (very solennly) d e Aufmerksamkeit der Regierung Deutschlands auf die Fassung und die klare Absicht f (to the language and plain intend) einer der Fricdensbcdingunge« lenken, welche die deutsche Regierung jetzt angenommen hat. Sie ist enthalten in der Botschaft des Präsidenten, die er am 4. Iulj dieses Jahres in Mount Vernon gehalten hat und lautet wie folgt:

Die Vernichtung jeder willkürlichen Macht überall, die für sich geheim und nach eigenen Plänen den Frieden der Wett stören kann oder, wenn sie jetzt nicht vernich'et werden kann, mindestens ihre Hcrabminderung zu tatsächlichem Unvermögen und (folgt eine Telegrammverstümmelung).

Die Macht, die bisher das deutsche Volk beherrscht (oontrol- ted) hat. ist von der Art. wie sie hier beschrieben wird. Das deutsche Volk hat die Wahl, dies zu ändern. Die eben erwähn­ten Worte des Präsidenten bilden natürlich eine Bedingung, die vor dem Frieden erfüllt werden muß. wenn der Friede durch das Vorgehen (dy Ille action) des deutschen Volkes selbst kom­men sott. Der Präsident hält sich für verpflichtet zu erklären, daß die ganze Durchführung des Friedens seiner Ansicht nach von der Bestimmtheit und der befriedigenden Art der Bürgschaf­ten abhängen wird, die in dieser grundlegenden Frage gegeben werden können. Es ist unumgänglich, daß die gegen Deutsch­land verbündeten Regierungen unzweideutig wissen, mit wem sie verhandeln.

Der Präsident wird eine besondere Antwort an die kaiser, liche und königliche Regierung von Oesterreich-Ungarn abscnden.

Empfangen Sie, mein Herr, die erneute Versicherung mei­ner Hochschätzung

Robert L a n s i n g.

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Die Deutschen sind doch unverbesserlich. Eigentlich hätten sie doch Wilson und seine Politik kenn-en ntüsien, aber weit gefehlt' in den letzten Tagen konnte man sehr häufig die Meinung hören, daß Wilson der wahre Menschheitserretter sei und daß man Un­recht getan habe, ihm zu mißtrauen. Ob diese Leute nach dem Vorstehenden noch desselben Glaubens sind?

Wilsons Antwort erfolgte dieses Mal rasch. Wie sie aus­

gefallen ist. dafür möge das Urteil derFrankfurter Zeitinip". die doch der neuen Regierung sehr nahe steht bezeichnend sein, sie sagt, daß sie ein Fortschritt zum Frieden sei werde man nicht behaupten können, es spreche aus ihr ein schrofferer Ge als aus der ersten Note.

Beim Lesen der Wilsonschen Antwortnote hat man nnwill- kürlich das Gefühl, als ob unsere Feinde glauben mit uns machen zu können, was sie wollten. Der Appetit kommt mit dem Essen. Nachdem die deutsche Note die amerikanischen Forde­rungen restlos angenommen hatte,'te man glauben foflm, der Waffenstillstand stände bevor, der Weg zum Frieden läge nun offen und Wilson, der Feind des Menjchenwordens würde ihn beschreiten. Aber'mit Nichten? Neue Forderungen werden gestellt, auf die offenbar unsere englischen und franzö­sischen Feinde ein bestimmenden Einfluß geübt hoben

Drei Dinge sind es im wesentlichen, die verlangt werden Erst soll auch nach der Räumung der Nfetzlen Gebiete di' gegenwärtige militärische Ueberlegenheil der Entente ge­sichert bleiben, mit anderen Morten, wir sollen unsere wichtig» sten Erenzsicherungen dem Feinde preisgeben, damit er nachher vollends mit uns Schindluder tidbeit kann. Dann macht fick Wilson die alten Vorwürfe der barbarischen Kiieosfiibrunp zi eigen Man sieht, dem besiegten Fe nde gegenüber nersaat mn\ sich nicht den Hohn. Die Verwüstung der feindl cb -n Gebiet« und die Versenkung von Pastagierdani^fern durch die U-Booll seien kein Mittel, die zur Zeit der Friedensverbandlungen an Platze feien. Sogar der Vorwud wird erhoben, daß wir ans wehrlose Rettungsboote geschossen hätten, als wenn es niemal» ein Va.ralong gegeben hätte' Die Derwü'tuna der feindlichen Gebiete bringt der Krieg mit sich und wird von den Amerika; nern selbst und ihren Verbündeten redlich besorgt. Greift dieses Weh Willon zu sehr am Herzen, dann möge er in die dargebo- iene Hand schlagen. Aber da ist's gefehlt.

Zum dritten bebt der amerikanische Präsident fkrror. daü er wiederholt die Vernichtung jeder willkürlichen Macht verbürgt habe. Diese Macht liege vor und das deutsche Volk bob^ die Wahl es zu ändern. Daß soll wohl beißen, daß man mit dem wiederholt die Vernichtung jeder willkürlichen Macht verlang werde.

Man siebt, keine Demütigung bleibt uns erspart, wir wis sen nicht, wie weit die Dinge gediehen sind und ob ein Zurück noch möglich ist. Wenn wir heute das Lied singen: O Deutsch lawd hoch in Ehren, so haben wir alle Veranlassung .den Vers' Gott schütze unser teueres, geliebtes Vaterland! besonders zr. betonen.

der flwmlsnitilflmi lllklle.

Bafel, 14. Okt. Der Washingtoner Korrespondent ber Times" zitiert in einem Bericht aus Washington unterm 10 Oktober einen Artikel, in dem derPhiladelphia Public Led ger" an Wilions Politik Kritik übt und seiner Enttäuschung da- rüber, daß Wilson dem Prinzen Max geantwortet hat, Ausdruck gibt. Der Korrespondent meint weiter, dieTribüne" und der Herald" von Now Pork sowie offenbar einige andere haupt­sächlich republikanische Organe im ganzen Land, wie z. V. der . Indianapolis Star" und dieRocky Mountains News" von Denver nehmen ungefähr dieselbe Haltung ein. indem sie sich ihre Meinung durch Interviews vorschreiben lasten, die die Se­natoren Lodge und Mc. Eumber. der Abgeordnete Fesh und ein oder zwei andere Republikaner erteilt haben. Der Sinn dieser Interviews ist. daß der Präsident Deutschland nicht eine Gelegenheit hätte geben sollen, zu diesem Zeitpunkt eine Er­örterung zu eröffnen. So weit wie man heute die Lage benr- teilen kann, befinden sich die Kritiker gänzlich in der Minder­heit, sowohl hier wie im Land. Durchschnittskongreßleute, be> sonders natürlich die Demokraten, scheinen zufriedengestellt. und nicht allein Zeitungen wie dieNew Bork Times", dieNew Pork World", die demokratisch sind, sondern auch stark republika­nische Organe, wieNew Port Sun", dieChicago Tribüne", der SpringfielderRepublicane" und derDesmoins Register" zu schweigen von den führenden demokratischen Organen de? Südens halten die Antwort des Präsidenten für zufriedet» stellend. (Franks. Ztg")

Kerlchche Hoffnungen.

Basel, 14. Okt. Nach einem Londoner Reuterbericht erklärte der frühere Ministerpräsident Paschitsch einem Ver­treter der Reuteragentur, er halte einen sehr nahen Frieden nicht für lvahrscheinlich. Immerhin sei es möglich, daß er vor Weihnachten geschloffen werde. Es sei ganz sicher, daß Deutschland früher oder lväter die Bedinaunaen fciitei