Kummer 235 Einzelpreis ^ LL Montag, den V. Oktober 1918 _ 11 . Jahrgang.
Die ..Neue Laues,eituug" ericheint ,eoen Werttag. Repeimäßrge Beilagen „Der Sauer aus Hessen". ..Die Sptnnssube". Se,ugapreis: Bei den Postanitalten oiecrclfäljrlid) tüil 2.70» hinzu tritt noch das Bestellgeld: >-ei ven ^'"-nren monatlich 1.00 Ml. einschliehltch Trägerlohn. Anzeigen: (örund^eile 2b Big., totale 20 Big., Anzeigen von auswans Meroen durch Bo.tnachnahnrH erhoben. Erfiilttmasori Frieddero. DchrMleitnny und Verlag vriedberq shesseni. ^anauerltrahe 12. ^ern'precher 48. Bojtjyeck-Lonto Nr. 48-'»9, Amt Frantsurt a. M.
Jrirdritäangrltef re
Die Bedingungen MiUon's angenommen. — ForLzehnng der klntigen Kämpfe im Westen. Die feindlichen Angriffe im Wesentlichen abgemieien. — 23000 Tonnen versenkt.
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Der deutsche Generalstezk
fc== meldet: ==!i
W» T. F. töraffre H^trpLqrrrrrLisr, der« 5. Gktostev Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In Flandern wurden erneute Angriffe des Feindes gegen Hooglede und Noeselare abgewiesen. Gegen unsere neuen Linien östlich Armentieres ist der Feind über Bois Grenier—Fournes—Wingles und über die Bahn dicht östlich von Lens gefolgt. Vor Cambrai zeitweilig auflebende Artillerietätigkeit.
Heeresgruppe Boehn.
Der Engländer fetzte beiderseits von Le Catelet feine starken Angriffe fort. Er nahm Le Catelet. Die Höhen nördlich und östlich der Stadt wurden gehalten. Der in Beaurevoir eindringende Feind wurde im Gegenstoß wieder geworfem Nördlich von St. Quentin griffen die Franzosen zwischen Sequehart und Morcourt an. In Ledeins und Morcourt faßten sie Fuß. Ledeins nahmen wir wieder. An -er übrigen Front und südlich von St. Quentin scheiterten die feindlichen Angriffe vor unseren Linien.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und G a l l w i tz.
Franzosen und Italiener griffen erneut in Teilvorstößen und in einheitlich geführtem Angriff unsere Stellungen auf de mRücken und an den Hängen des Chemin des Dames zwischen Ailette und Aisne an. Schleswig-Holsteinische und württembergische Regimenter brachten die Angriffe zum Scheitern. An der Aisne- und Kanalfront sehr rege Er- kundungstätigkeit. Qestlich von Reims haben wir in vorletzter. Nacht unsere vorderen Stellungen zwischen Prunay und St. Marie ä Py vom Feinde unbemerkt geräumt und rückwärtige Linien bezogen. Der Feind ist gestern über Prunay—Dontrien—St. Souplet gefolgt.
Auf dem Schiachtfelde in der Champagne nahmen wir im Gegenangriff die noch im Besitz des Feindes verbliebenen Teile des Höhenzuges nordwestlich von Somme-Py wieder. Nach stärkster Feuervorbereitung griff der Feind beiderseits der von Somme-Py nach Norden führenden Straße in breiter Front an. Unter schweren Verlusten für den Feind sind seine Angriffe gescheitert. Brandenburger und Schles- wig-Holsteiner, Gardefüsiliere, pommersche, badische und rheinische Regimenter zeichneten sich bei der Abwehr des Feindes besonders aus.
Beiderseits der Aisne Artilleriekanipf ohne Jnfanterie- tätigkeit.
Zwischen den Argonnen und der Maas hat der Ame- rikaner gestrn erfolglos angegriffen. In den Argonnen und am Ostende des Waldes schlug württembergische Landwehr seinen mehrfachen Ansturm ab. Qestlich der Aire stieß er bis in Höhe von Exermont vor. Der Qrt selbst, der vorübergehend verloren war, wurde wieder genonnnen. Beiderseits von Gesnes wiesen badische, elsaß-lothringische und westfälische Regimenter jeden Ansturm von ihren Stellungen ab. Besonders schwer waren die amerikanischen Angriffe, die sich beiderseits der Straße Montfaucon—Bauihe- dille gegen das Woldgelände südlich von Cnnel richteten Wo der Feind vorübergehend in unsere Linien eindrang, warf . ihn sofortiger Gegenstoß wieder zurück. Das Infanterieregiment 4b8 zeichnete sich hierbei besonders aus. Auf dem äußersten linken Flügel des Angriffsseldes haben bayerische Reserve-Regimenter ihre Stellungen voll behauptet. Der Kräfte-Einsatz des Amerikaners bei seinen ge° strigen Angriffen an Panzerwagen, Infanterie und Artillerie war außerordentlich stark, seine blutigen Verluste waren
außergewöhnlich hoch.
Bei Abwehr feindlicher Panzerwagen zeichneten sich besonders aus:
in Flandern Leutnant Becker vom Feldartillerie- Regiment 16, die 3. Batterie vom säckf. Fußartillene-Regi- ment 19 unter Leutnant Postrenecky, Vizefeldwebel Witt der 2. Batterie vom Fußartillerie-Vataillon 127, Oberleutnant v. Glas und Leutnant Encker der 9. Batterie Bauer. ^eldarLillerie-Neaiment 8:
in der Champagne und an der Maas Leutnants Niklafser und Stehlin vom 4. Garde-Feldartillerie°Regi° ment, Leutnant Schäfer vom Feldartillerie-Negiment 4, Unteroffizier Rackowski von der Minenwerser-Kompagnie 173, Leutnant Grothe von: Feldartillerie-Regiment 229.
Wir schossen in den beiden letzten Tagen 65 feindliche Flugzeuge ab. Leutnant Bäumer errang seinen 40. und 41. Luftsieg.
Ter Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin, 5. Okt., abends. (WTB. Amtlich.) Nördlich von St. Quentin und in der Champagne wurden sämtliche feindlichen Angriffe abgewiesen. Ebenso ist zwisä)en den Argonnen und der Maas der mit starken Kräften fortgesetzte Ansturm der Amerikaner gescheitert.
(e <T a t allem
Beweist der Liebe Arafr.
Du liebst Dein Land V Handle. 23 r i n et’ i b m Dein Geld!
Darum reich n e!
9t. S. Trotzes HarrptqrmrUer. den 6. Oktober Amtlich.
Westlichcr Kriegsschauplatz. . v
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In Flandern und vor Cambrai ruhiger Tag. Rege Er- kundnngstütigkeit an vielen Stellen der Front.
Heeresgruppe Boehn.
Wir gaben in vorletzter Nacht den zwischen Crevecoeur und Beaurevoir au dem Kanal in Linie Vanteux—Le Catelet vorspringendn Stellnngsbogen auf und nahmen die dort stehenden Truppen in rückloärtige Linien zurück. Engländer und Franzosen fetzten ihre Angriffe zwischen Le Catelet und nördlich St. Quentin fort. Beaurevoir und Montbrehain blieben in ihrer Hand. An der übrigen Front sind ihre Angriffe vor unseren Linien gescheitert. In den Kümpfen bei Beaurevoir zeichnete sich das Reserve-Jn- fanterie-Regiment 56 unter seinem Kommandeur Major v. Lobbecke besonders aus.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Erneute Angriffe der Franzosen und Italiener am Chemin des Dames wurden abgewiesen. In Fortsetzung der am 3. Oktober begonnenen Bewegungen östlich von Reims und beiderseits der Suippes haben wir in vorletzter Nacht anch unsere Stellungen am Brimont und Verru geräumt und rückwärtige Linien bezogen. Ter Feind folgte im Laufe des Tages. Wir standen am Abend mit ihm an der Suippes beiderseits der Straße Reims—Neuschatel bei Lavannes— Cpoye—Pont Faverger und an der Arnes in Gefechtsberührung.
Ztuischen der von Somme-Py nach Norden führenden Straße und östlich von Liry griffen Franzosen und Amerikaner erneut mit starken Kräften an. Wir haben nach schwerem Kampfe unsere Stellungen restlos behauptet. Das westfälische Infanterie-Regiment 56 und das westpreußische Infanterie-Regiment 149 zeichneten sich hierbei besonders aus. Die 199. Infanterie-Division schlug den in 15 Wellen tief gegen die Liry-Höhe anstürmenden Feind mehrfach zuruck Leutnant Narkock mit Kompagnien des Infanterie-Regiments 357 hat an der Abtvehr des Feindes besonderen Anteil. Der Feind erlitt hier schwerste Verluste. Teilangriffe des Gegners am Westrande der Argonnen scheiterten.
Heeresgruppe Gallwitz.
Zwischen den Argonnen und der Maas setzte der Amerikaner seine starken Angriffe fort. Qestlich von Exermont gelang es ihm bis auf die Waldhöhe etwa 1 Kilometer nördlich des Ortes vorzustoßen. Hier sind seine in den Nachmit- tagsstnnden erneut vorbrechenden Angriffe gescheitert. Beiderseits der von Charpentry auf Romagne führenden Straße brachen die Angriffe wiederum tim- den Linien eisaß
lothringischer rmd westfälischer Regimenter völlig zusammen. Weiter östlich drang der Feind in den Pays°Wald ein. Im übrigen wurde er abgewiesen.
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Wir schossen gestern 37 feindliche Flugzeuge rmd zwei Fesselballone ab. Außerdem wurden von einem feindlichen im Angriffsflug auf die Pfalz befindlichen Geschwader fünf Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unsere bisher im Nahmen des bulgarischen Heere? kämpfenden Truppen wurden herausgelöst und sind im Rückmarsch in ihre Versammlungsräume. Sie haben den an sie gestellten hohen Anforderungen voll entsprochen und Hervorragendes geleistet.
Asiatischer Kriegsschauplatz.
Die in Palästina an der Seite unserer treuen türkischer' Bundesgenossen kämpfenden deutschen Bataillone mußten im Verein mit den schwachen türkischen Kräften erdrückender feindlicher Uebermacht weichen und sind im Rückmarsch über Daniaskus in nördlicher Richtung.
Der erste Generalqsartiermeister: Ludendorff.
Ai-endbcricht.
Berlin, 6. Ott., abends- (WB. Amtlich.) Wettkämpfe nördlich von St. Quentin und in der Champagne. Zwischen den Argonnen und der Maas worden heftige Angriffe der Amerikaner abgewiesen.
Wien, 5. Okt. Amtlich wird verlautbart:
Italienischer Kriegsschauplatz: An der venetianischen
Gebirgsfront lebten die Kämpfe .beträchtlich auf. Südlich von Asiago und auf dein Monte Pencina drangen feindliche Abteilungen in unsere vordersten Linien ein. Sie wurden im Gegenstoß geworfen. Nordöstlich des Monte Pertica entrissen wir den Italienern zur Verbesserung unserer dortigen Kampftage die Pez-Stellung. Teile des bosnisch-herze'go- winifchen Infanterie-Regiments 5 nahmen die italienischen Verteidigungsanlagen in erbitterten Nahkämpfen und schlugen in den eroberten Gräben drei starke Gegenangriffe zurück. Nebst schweren blutigen Opfern büßte der Feind sechs Offiziere und 170 Mann als Gefangene ein. Es wurden 18 Maschinengewehre und zahlreiches Kriegsgerät erbeutet. Zu gleicher Zeit holten unsere Patrouillen aus den feindlichen Stellungen auf dem Col bei Orso Geangene heraus.
Albanischer Kriegsschauplatz: In Albanien keine grö
ßeren Kampfhandlungen. Bei Vranje stießen serbische Abteilungen cpuf unsere Vorhuten. ,
Trr Chef des GrueralstabeS.
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Wien, 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich), Amtlich wird der-, lautbart:
Italienischer Kriegsschauplatz: Keine größeren Kampfe Handlungen. Bei Neumarkt in Südtirol wurden bei italienischen Fliegerangriffen auf ein Kriegsgefangenenlager zahlreiche italienische Kriegsgefangene getötet uud verwundet.
Balkan-Kriegsschauplatz: Südlich des Skumbiflussetz
Nachhutkämpfe. An der serbischen Front wurden unsere Vor* truppen von Vranje zurückgenoinmen.
Trr Chrs deS Generalstabcs.
23000 Tonne« versenkt.
Berlin, 4. Ott. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um CnA. land versenkten unsere U-Boote 23 000 Vrt., darunter 2 Tankdampfer.
. Der Chef deS Admiralstabc- der Marine.
Die Schlacht im Westen.
Berlin, 6. Ott. (WV.) Die Stadt Cambrai liegt unke? dauerndem schweren englischen Feuer und brecnt-


