HerzerrskamM
No man von Helene Schütky, geb. von GersLorftz (Cop^riUtt 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) 1
5) Nachdruck verboten
llrb mußten alle süßlichen einschmeichelnden Menschen notwendig falsche, schlechte Charaktere sein? Nin, er durfte nicht ungerecht nicht aus Egoismus, womöglich selbst intrigant und heimtückisch r den, was ihm doch an und für sich so ferne wie möglich lag. Nein, er wollte sein Ehrenschild rein halten, auch in der Tiefe seines Herzens, auf dem verborgensten Grunde seiner Seele wollte er nichts Häßliches dulden. „Tue recht, es komme, was da wolle!" Dieser Wahlspruch seines Geschlechts hatte ihm schon als Knaben tiefen Eindruck gemacht und er hatte ihn mit vollem Bewußtsein auch zur Richtschnur seines eigenen Lebens erwählt. So kam er bei allem Grübeln und Zweifeln immer wieder darauf zurück, daß ihm nichts anderes übrig bliebe, als den Dingen ihren Lauf zu kaffen.
Wie es oft geschah, wurde er auch jetzt wieder zu einer geheimen Beratung in das königliche Schloß befohlen, wo er zunächst von der Palastdame Ihrer Majestät, Gräfin Pleffen, empfangen wurde.
Dieses mit einem kleinen Höcker behaftete alte Fraulein hatte ei-nen scharfen Verstand, eine noch schärfere Zunge und ein goldenes Herz. Cie liebte den schönen jungen Artillerieleutnant wahrhaft mütterlich und es war wohl ihrem Einfluß zuzuschreibcn. daß die Königin ihn bei jeder Gelegenheit bevorzugte. ihn zu ihren intimen Abenden heranzog und ihn bei allen Hoffestlichkeiten als Vortänzer und Arrangeur in den Vorder
gvund stellte. Anfangs hatten' die Herren des Garderegiments, das hier in K. garnisonierte, und dessen Chef Ihre Majestät selbst war, zu dieser Begünstigung eines „Knallprotzenkamera- den" etwas scheel gesehen, aber die allgemeine persönliche Beliebtheit, dazu der alte vornehme Name Reinholds hatten diese neidischen Bedenken bald überwunden.
„Kommen Sie, Germshoff, wir wollen wieder mal großen Rat halten", sagte Gräfin Pleffen. nachdem ihr Reinhold in ihrem hohen, altmodisch, doch sehr behaglich eingerichteten Empfangszimmer die Hand geküßt hatte, „Majestät will ein Gartenfest mit Tanz veranstalten, wozu außer den Spitzen der Militär- und Zivilbehörden mit ihren Frauen und Töchtern auch die hervorragenden Gelehrten-, Künstler- und Vürgerfamilien eingeladen werden sollen. Sie müssen mir sagen, wer dieser Ehre würdig fit. Sie kennen ja die Leute hier so ziemlich, und man kann sich auf Sie verlassen."
»»Ach, gnädigste Gräfin, das ist allemal ein etwas heikler Auftrag", erwiderte Reinhold seufzend. „Wo dos rein Offizielle aufhört und das Menschliche anfängt, fit die Grenze so schwer zu ziehen."
„Ja, fteilich erfordert die Sache viel Takt und Klugheit, dazu auch Gutmütigkeit, aber nicht allzuviel", lächelte die Gräfin. „Darum wählen wir ja gerade Sie dazu, unfern Chevalier sans peur et sans reproch
„Gnädigste Gräfin überschätzen wahrhaftig meine Fähigkeiten, aber ich werde selbstverständlich mein Möglichstes tun, um das Vertrauen meiner hohen Gönnerinnen zu rechtfertigen."
„Und sorgen Sie auch dafür, daß die Nichte des Kommerzienrats Antelmann auf jeden Fall erscheint. Sie soll ja etwas ganz Besonderes, eine wirkliche Schönheit fein. Ihre Majestät
im
Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung.
tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die schmerzliche —^ Nachricht, daß unser einziger hoffnungsvoller Sohn, Bruder,
Schwager und Enkel
Albert Richter
„ c t . Grenadier in einem Garde-Grenadier-Negiment.
Snljaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl. und der Hess. Tapferkeitsmedaille am 17. September den Heldentod gestorben ist.
Reichelsheim» den 30. September 1918.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Richter und Frau geb. Rohl Adam Dich! und Frau geb. Richter Walther Dicht Marie Nohl Wwe. und alle Verwandten.
/$&& Ziehung 17. and 18. Oktbr.
Nürnberger
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für die St. Loreazklrcbo
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fÜt P< ' U,rb möci)te » c g°rn Tennen lernen" sagte die Gräfin hinzu.
-.»Ich weiß nicht, wie die junge Dame darüber denkt, sie ift m eigenartig und hat sehr selbständige Ansichten-, meint* « b b-4.enN.ch „Ich selbst habe keinen Einfluß an, st. Soll e sie wirklich abgeneigt sein, so miiß.o ich eben durch die Tante, die von ihr selbst geliebt wird, aus sie zu wirken suchen."
^ »Das ist allerdings nen und sonderbar, wenn ein iunacs Mädchen aus bürgerlichen Kreisen lange geveien werden must an einem Hoffest feil,»nehmen", lächle die Palastdame und fast noch eigenartiger, daß eine Tanke mehr Einfluß auf sie"ha, lchim« Offizier, Am so großer wird selbsiver^ standlich der Wunsch, dieses außergewöhnliche Wesen kennen zu lernen.- 0
Wenn die beiden hohen Damen, die Königin und ihre Palastdame, so eingehend über alle Vorkommnisse in der Residenz orientiert waren, so erklärt sich das aus den kleinlichen Platz- ^^"nlffen. K. mar nämlich keineswegs die Haupt
stadt des Landes. Die Königin hatte hier früher mit ihrem Gemahl residiert, ehe er den väterlichen Thron bestieg, und teils aus Gewohnheit, teils aus treuem Gedenken an ihre hier größtenteils verlebte Jugendzeit der schönen Rheinstadl eine unzerstörbare Anhänglichkeit bewahrt, so daß sie sich vom König die Gunst erkämpft hatte, den größten Teil des Jahres hier weilen zu dürfen. Auch war ihrer zarten Gesundheit das verhältnismäßig ruhige Leben hier zuträglicher als der Aufenthalt in der großen geräuschvollen nordischen Landeshauptstadt mit den dort unvermeidlichen vielen Repräsentations- und sonstigen Pflichten.
_ Fortsetzung folgt.
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Kelranritmachrmg.
Die nächste Ausgabe der
Neichsflefichkarten
erfolgt am Mittwoch, den 2. Oktober 1918, und zwar'
Bezirk I.
Altes Postgebäude I. Stock.
Lose hier de! den
Konigl. Lotterie-Einnehmern.
Kekamitmachimg. v
CestilMtin „kttniliiiia", Dorheim.
Nachruf.
Am 18. September fiel auf dem Felde der Ehre unser langjähriges neues Mitglied
Adam Röder
Laudjturmmann im Landw.-Inf.-Reg. Nr. 81,
4. Kompagnie.
Gin guter Freund, ein liebenswürdiger Mensch, ein edier Eearakrer ick mit ihm aus unterer Mitte geichieden. — Wir werden demselben ein ehrendes Andenken bewahren.
Dorheim» den 30, September 1918.
Der ist
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Kekanntmachnng
über Aenderung des Mahnverfahrens.
Laut Beschluß der Stadtver- ordneteu-Benammlung. welcher durch Großh. Ministerium des Innern genehmigt wurde, soll die Zither übliche Mahnung für Gemeindesteuern nicht mehr durch beondere Mohmetiel. sondern durch öffentliche Bekanntmachung erfolgen. Es werden deshalb den Schuldnern keine Mahnzettel zugegellt, die Mabnung erfolgt dafür durch wi derholle Bekanntmachung in den hiesigen Ortszeitungen sowie durch Anschlag an dem für öffentliche Bekanntmachungen bestimmten Platze des Stadthauses und in der Stadt- kaffe. In der Veröffentlichung wird genau angegeben, bis zu U elchem Tage die fälligen Steuern ohne Kosten bezahlt werden können. Mahngebühren werden dabei von der Stadtkaffe nicht erhoben.
Vorstehendes Verfahren findet nur Anwendung auf die Beitreibung der Gemeindesteuern, für alle übrigen Gefalle bleibt es bei dem seither üblichen Beitreibungsverfahren.
Friedberg, den 27. Sept. 1919.
Der Bürgermeister 2. V.: D a mm. ^
Betr.: Zuteilung der Brennstoffe.
> Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß am 2. Ott. die neuen
Kohlenausweiskarten
nach untenstehendem Plane zur Ausgabe gelangen und mit diesem Zeitpunkt die Zute lung der Brennstoffe in der Reihenfolge der Lebensmit ellar'en-Nummer erfolgt.
Die gewerblichen Betribe, Ladengeschäfte, öffentlichen Büros rc. scheiden hierbei aus und erhalten je nach den zur Verteilung stehenden Mengen auf Grund ihres angemeldeten Bedarfes eine Sonder- zuwei ung. die ihnen auf die bisher übliche Wefie durch die Post bekannt gegeben wird.
Bei der Zuteilung der Brennstoffe kann mit Ausnahme von Koks und Anthracit auf die Brennstoffforte leine Rücksicht geübt werden und haben die In aber der in den Tageszeitungen veröffentlichen Nummern dre ihnen zugewiesenen Vrennstoffmengen bei dem betr. Händler gegen Vorzeigung der Ausweiskarte, auf welcher der Händler die Abgabe einzutragen hat. innerhalb 3 Tagen, diese vom Tage der Bekanntmachung gerechnet, abzuholen oder abzurusen.
Die Zuweisung der Brennstoffe erfolgt ohne Unterschied zu ganz gleichen Teilmengen. Für Mehrbedarf bei Erkrankungsfällen in der Farm ie oder sonstigen Anlässen ist von Fall zu Fall ein diesbe üglicher Antrag bei der Ortskohlenstelle einzureichen, worauf nach Prüfung die Zuweisung gegen Aushändigung eines Bezugscheines erfolgt.
Dre Kohlenauswe!skarlen werden am Mittwoch, den 2. Okt. für den Bezirk l und flt in der Volkslesehalle ausgeaeben und zwar:
Bezirk I für die Nummern 1-250 „ ■ „ „ „ 251-500
" * » „ „ 501 u. folg.
Bezirk 01 für die Nummern 1-250 .. " „ * „ 251-500
n II „ „ „ 51-750
„ BI „ „ „ 751-1(00
.. Bfl „ » .. 1001 u. folg.
Bezirk LI» für sämtliche Nummern bon 10 bis 12 Uhr vormittags im alten Schulgebäude Fanerbach. Bezugnehmend auf vorstehende Bekanntmachung sind gegen Vorzeigung der Ausweiskarte berechtigt Brennstoffe zu empfangen von Bezirk 1 Nr. 1 bis 90 je 3 Zentner Kohlen bei:
Kohlenhandlung PH. Dan. Kümmich, Kaiserstraße. Bezirk R Nr. 91—180 je 3 Zentner Kohlen bei:
Kohlenhandlung David Kramer, Hanauerstrahk Bezirk L Nr. 181—300 je 3 Zentner Kohlen „ I „ 301-400 „3 „ Briketts bei:
Kohtenhandlg. G Schwarz Söhne, G. m b. H., Fauerbacherstr. Bezirk s Nr. 401—500 je 3 Zentner Briketts von:
Kohlenhandlung I. I. Krug, Ausgabestelle: Städt Gaswerk.
Bezirk III Nr. 1—60 je 3 Zentner Briketts bei:
Kohlenhandlung Friedrich Wirth, Fauerbacherstraße. Fricdberg, den 30. September 1918.
Der Bürgermeister.
I. V.: Damm.
von 8—9 Uhr vorm.
:£S: :
von 11—12 Uhr vorm. „ 2—3 _ nachm.
» - .
:: 5—6 - ::
Ar. 1—150 von 8—9 Uhr . 151-300 „ 9-10 „
„ 301—450 10-11 „
.. 451-600 „ 11-12 '
» 601 u. höher., 12—1 ^
Bezirk in.
Schule in Fauerbnch.
Rr. 1—150 von 8—9 Uhr
tt 151 u. höher.. 9—10
Rechnungen
Bezirk If.
städt. Pferdeställe Haafitraße. Nr. 1—150 von 8—0 llhr, * 151-300 9-10 „
„ 301-450 l 10-11 ''
„ 451—645 „ 11—12 w
Bezirk II a.
Altes Postgebäude I. Stock. Nr. 646—800 von 8—9 Uhr ., 801-950 „ 9—10 .
„ 951-1100 10-11 I
„ 1101-1250 „ 11-12 Z
.. .. 1251 u. höher12—1 ,
3)tc vorstehende Zeiteinteilung ist genau zu beachten.
^Ee Fleischzusatzkarten für Schwerst- nnd Schwerarbeiter w«d-usü- die Nummern 1-646 des Bezirks II am Samstag. rar 1 91 ^ »otmittaqs von 8-10 Uhr. für die Nummern
646^und hoher des Bezirks II, am gleichen Tage vormittags von ^0 .12 Uhr iür den Bezirk I am Montao, den 7. Oktober, vor. mittags von 8—10 Uhr, nnd für den Bezirk III am gleichen Tage "0" ^0—12 Uhr gegen Vorlage der alten Stammkarte " ^"chsflerschkarte sämtlich in Zimmer Nr. 12 de» Stadthauses ausgegeben.
*l nb ?\ bet ^ ierWr vorgesehenen Stelle mit
bebbr-is.7» \ 3nf)a r e i unter Benutzung von Tinte zu
beschreiben. Alvdann sind die Namen der Metzger und die 0kum-
aus den hierfür vorgesehenen Linien aus der derselben am zweckmäßigsten sofort nach Empfang
fragen zu lassen. Erst hierdurch erlangt dre ihre Eultlgkrit zum Fleischbezug.
-^^Etzger sind strengstens angewiesen. Inhaber von Karten.
am ^ !> den Namen der Metzger und den Nummer,i deichrieben sind, vom Fleischbezug insolange auszuschlreßen, bis dies erfolgt fit. ^ a 1 ü
Diese Maßnahmen, die mit der Führung der Kundenlisten, mit einer geregelten Abgabe des Fleisches von den Aietzgern an ihre Kunden und mit der p lizeilichen An- und Abmeldung von Zu-
Wegzügen von fleischbezugsberechtigten Personen zusammeu- yangfi ist unter allen Umständen einzuhalten.
m Ausstellung der Fleischbezugsscheine für Kranke und schwäch, liche Personen sowie die Abgabe der Reichsfleischmarken an diese, Gunter Vorwe^s der kreisamtlichen Ausweise nur am Montag Nachmittag feder Woche von 3—4 Uht.
kz i ^^.^ugsscheine nach den Passantenlisten und den hierzu ge« yongen Neichsflefichmarken sind an denselben Tagen zwischen 11 uno 12 Uhr vormittags in Empfang zu nehmen und hierbei die in abzuttOefern^^^^ Woche gesaminelten Fleischmarken pünktlich
Abänderungen in den Reichsffeischkarten über Zu- und Weg» zllge von Familien, sowie der Umtausch auswärtiger Fleischmarken ^ur Fremde, die sich nur vorübergehend hier aushallen, erfolgen am Montag jeder Woche, vormittags von 8—12 Uhr.
Sämtliche Anträge, wie vorstehend ausgeführt, erfolgen in Ztmmer Nr. 12 des Stadthauses.
. . ^ur verloren gegangene Flefichkarten wird von jetzt ab Lr« satz nicht mehr geleistet.
Friedberg, den L Ottober 1918.
Der Bürgermeister.
I. V.: Damm.
wieder eln^etroflen.
Jean Kogler,
Friedlierg, Kaiserstrasse 27, Nähe des Rathauses.
Evangel. u. kathol.
Gesang
bücher
in geschmackvoll. Einbänden Buchhandlung
Friedr. Streckfutz.
Fried berg.
S 5 utz!
Eine zweite
PillBeitttiil
zutn sofortigen Einttitt gesucht.
Clementine Stern,
Friedberg, Kaiserstraße Nr.51^ gegenüber der Engel-Apoth


