Uerftmt.
Roman vonAnny Woth t.
61) Nachdruck verboten.
22 . Kapitel.
«Ich bedauere sehr," unterbrach Aga endlich, sich mühsam Zusammensassend, die Stille, „daß Sie es hier so sehr unwirtlich finden."
Eine heiße Blutw-elle schoß in Holgers Antlitz: „Lassen wir doch die Komödie," brauste er auf. „Ich bin wahrhaftig nicht 5 u Ihnen gekommen, um Rodensarten mit Ihnen zu tauschen, si nd er n meine Freundschaft hat mich zu Ihnen getrieben, meine ehrliche Freundschaft. Sie brauchen mir ja nur zu sagen, ob Ihnen dieselbe gleichgültig geworden ist oder nicht. Es scheint mir so, als ob ich in Ihren Augen das Recht verwirkt habe, Ihr Freund zu sein, denn sonst würden Sie doch gewiß nicht Veranlassung nehmen, mich so wenig freundschaftlich zu behandeln. Aga," fuhr er fast leidenschaftlich fort, „ist es denn so schlimm, was ich getan, daß ich dadurch alles verwirkt habe, was Sie einst an mich gefesselt hat? Sie wissen ja, daß ich mich nie besser gemacht habe, als ich bin, daß ich nicht fest war, wo ich cs vielleicht hätte sein müssen, ist eine elende Feichheit, die ein besonderes Privilegium der Männer zu sein scheint. Ist es aber notwendig, daß Sie mich darum verachten, daß Sie mir stets und immer zeigen, ich will keine Gemeinsamkeit mehr mit dir? Ach. Aga, diese Gemeinsamkeit war jedoch das Köstlichste, das Schönste, das wir hatten, und das soll nun alles ausgelöscht sein? Nein, das ist nicht möglich. Eine Freundschaft, wie die unsere war. kann nicht sterben, die bleibt ewig."
Ein bitteres Lächeln huschte um Agas Lippen.
„Alles stirbt, lieber Holger," sagte sie weit über ihn hin- wegstarrcnd „selbst die Liebe. Ske haben aber reichen Ersatz in der Liebe gefunden, was kann Sie da meine Freundschaft kümmern?"
Einen Augenblick glomm es leuchtend in Holgers Augen auf. Klang das nicht wie nur mühsam beherrschte Eifersucht? * . Nein, wie töricht! Dieses Mädchen hatte ihn nie geliebt. Wie hätte es sonst Jahr um Jahr so ruhig, so seelenheiter an seiner Seite dahinleben können, ohne einen Gedanken des Begehrens?
„Sie schweigen," fuhr Aga leise fort, „das sagt mir, daß ich recht habe. Mo zwei sich lieben, da ist der dritte überflüssig, überhaupt wenn der eine Mirena ist, die nicht einen Gedanken neben sich duldet, viel weniger eine Person. Ich kenne meine Pflegeschwester. In ihren Kreis gchöre ich nicht."
„Sie sind hart, grausam hart, Aga. Me nun, wenn ich alles bereute, wenn ich einsähe, daß ich wohl ohne Mirenas
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Liebe, aber nicht ohne Ihre Freundschaft leben kann? Würden Eie, wenn ich wich frei mache von dieser Fessel, mir wieder Ihre Freundschaft schenken? Könnte es nicht wieder so sein wie einst. Aga, so still, so friedlich? Ein glückseliges Dämmerdasein, eins im andern lebend? Kann es nicht sein, Aga?"
„Nein, niemals," entgegnete das erregte Mädchen heftig aufspringend, „niemals! Das wäre Verrat! Nicht nur an Mirena, sondern auch an uns selber. Für die Wandelbarkeit Ihrer Gefühle, Holger, müssen Sie selbst leiden, nicht andere. Mirena vertraut Ihnen, sie hofft von Ihnen alles Glück der Welt, das sie in ihrer unglücklichen Ehe nicht gefunden. Machen Sie Mirena glücklich, und ich will wieder an Sie glauben lernen."
„Aga!" Holger ergriff die sonst so kühle und jetzt so heiße Hand des lieben Mädchens und preßte sie an seine Lippen, „machen Sie mir doch nicht alles so schwer. Soll ich Ihnen denn noch klar^. sagen, daß ich Mirena nicht liebe, daß ich sie nie geliebt habe, und daß ich der Stunde fluche, die mich in ihre Arme trieb?"
Agas Auge wurde dunkel und tränenschwer. „Armer Freund," sagte sie langsam, ihre Hand aus der seinen ziehend, „ich ahnte es längst, daß Ihre Seele keinen Anteil an dieser Liebe hatte, aber um so größer ist für Sie die Pflicht. Mirena hat nur Sie allein. Sie baut auf Sie. Sie sind gewissermaßen ihre Hilfe, ihre Zukunft, ihr Alles."
Holger schüttelte den ausdrucksvollen Kopf.
„Nein, nein, Aga, so ist es nicht. Darf ich offen zu Ihnen fein, darf ich noch einmal so reden, wie in alten Zeiten, darf ich Aga?"
Sie nickte leise und müde und ließ sich langsam auf dem römischen Lager nieder, der Stelle, wo sie so oft ftüher gesessen, wenn er ihr vorlas.
Und Holger schob sich ein Polster heran, und ließ sich ihr zu Füßen nieder, auch so wie ftüher. Nur, daß er dieses Mal seinen blonden Kopf leise gegen ihre bebenden Kniee lehnte, und die Augen schloß, während ihre Hand sich wie beruhigend auf sein Haupt legte.
Eine Weile saßen sie so schweigend. Schatten, tiefe dunkle Schatten schwebten durch den weiten Raum, und dann begann Holder zu erzählen, leise, in halbem Dämmerton, als wenn man einem Kinde Märchen erzählt, von dem großen stattlichen Hof im hohen Norden. Von der tiefen Einsanrkeit und von der stillen Sehnsucht nach der Heimat. Von seiner Kindheit sprach er auch und von Jen, dem Gefährten, und von dem Glücksverlangen in der Vrust, das ihn znm Dichter machte.
Die Sehnsucht halte ihn hinausgetrieben ins Leben. Ruhelos hatte sie ihn verfolgt, mir in ihrer, in Agas Nahe hatte sie geschlafen. Ihr zu Füßen war er sttlle geworden, ganz sttlle. Kein rastloses Wünschen und Begehren, sondern ein tiefes in
neres Genügen war über ihn gekommen, und daneben dis Freude am Schaffen, die Kraft zum Streben.
Und in dieses freundlich sttlle Glücksdasein war es plötzlich wie ein Feuerbrand gebrochen, und hatte alle seine Sinn« mnloht. Mirenas Nähe hatte ihn unfähig gemacht zum Denken. Mit elementarer Kraft war es plötzlich über ihn gekommen, daß er genießen wollte, daß er Durst hatte nach dem feurigen Trunk der Liebe, den ihm Mirena in so verschwenderischer Fülle kredenzte. Und er hatte den Becher geleert in einem Zuge, wie ein Wahnsinniger war er darauf losgeftürmt, und nun ekelte ihm vor dem Bodensatz, vor sich selber.
Aga hatte zitternd zugehört. Sie wußte ja aqes, was Holger da sagte, aber es war so süß, seiner leidenschaftlichen Sprache zu lauschen, die ein tausendfaches Echo in ihrem Herzen fand.
Jetzt hob Holger das energische, kühne Antlitz zu ihr empor und ihr frei in die Augen sehend, sagte er: „So, Aga, nun sollen Sie auch noch das Letzte wissen: Alles das, was Mirena in mir zu hellen Flammen brachte, hatten Sie entzündet. Die Glut, die ich über Mirena ausströmte, gehörte Ihnen. Sie hatten sie jahrelang weise gehütet und gepflegt, kein Funke durfte verloren gehen. Die Flamme aber, heilig und groß geworden, wollte sich nicht mehr zügeln lassen und sprang über, dorthin, wo sie so überraschende und zündende Nahrung fand. Das ist meine Beichte, Aga. Seit heute weiß ich's, daß es so ist. Nur dich, Aga, liebe ich, nur dich habe ich geliebt, und ich habe uns alle elend gemacht, grenzenlos elend."
Aufstöhnend barg er sein Antlitz in Agas Schoß.
Sie wehrte ihm nicht. Sie saß stumm, wie erstarrt, die weißen Hände über seinem Haspte gefaltet, während eine schwere Trane nach der andern langsam aus ihrem Auge herniederglitt.
Holger schluchzte unter dieser scheuen und zarten Liebkosung leidenschaftlich auf, und leise durchzog es seine Seele: „Schließe mir die Augen beide Mit den lieben Händen zu,
Geht doch alles, was ich leide,
Unter deiner Hand zur Ruh."
So faßen sie lange. Es war fast ganz dunkel im Atelier. Ein jeder lauschte auf den Herzschlag des andern.
Endlich erhob sich Holger, und stolz, wie befreit das Haupt erhebend, ftagte er:
„Du zürnst nicht. Aga?"
Sie lächelte wie sterbende Kinder lächeln und schüttelte das Haupt.
„Nein, Holger, denn ich liebe dich?"
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