Frieden sein. Andererseits können wir uns jedoch lower der Befürchtung nicht entziehen, daß nach den bisherigen Kundgebungen der feindlichen Regierungen auch die Note der Grafen Durian wirkungslos und ergebnislos verklingen, daß sie vielleicht sogar zu einem entgegengesetzten Erfolg führen wird."
Die „Deutsche Zeitung" sagt kurz: „Die bisherige« Erfolge unserer Friedensangebote ermutigen uns nicht» von dem Schritt des Grafen Vurian eine Förderung des Friedensgedankens zu erhoffen. Das wird freilich die deutsche Regie» rung nicht hindern dürfen, die österreichisch-ungarische Note eingehend und wohlwollend zu prüfen."
Die „Kölnische Zeitung" (nat.-lib.) meint: „Darüber, daß Aussicht besteht, daß der Zweck der Note auch erreicht wird, kann man verschiedener Meinung sein. Was der Reichskanzler am 12. Juli im Hauptausschuß über unsere Bereitschaft, auf jede ernste Friedensneigung der Gegner einzugehen, erklärt und was unsere Staatsmänner in diesen Tagen gesagt haben, was der Kaiser zu den Arbeitern gesprochen hat. zeigt für alle Welt aufs deutlichste, daß die Friedensbereitschaft Deutschlands nicht zu übertreffen ist. Daß der Schritt der verbündeten Regierung in Deutschland und gewiß auch in Oesterreich-Ungarn von vielen - Leuten mit Skepsis ausgenommen wird, ist die Folge der bisherigen Erfahrungen, die mit allen ähnlichen Kundgebnngen der Mittelmächte gemacht wurden und gerade jetzt wohl zu erwarten sind."
Die „K ö l n i s ch e V o l k s z e i t u n g" (Ztr.) erklärt: „Die Note ist eines der wichtigsten und bedeutungsvollsten Ereignisse der Kriegsjahre. Sie ist ein Friedensangebot, an dessen Ernst und Auftichtigkeit auch von den Feinden nicht mehr gezweifelt und gedeutelt werden kann. Graf Durian hat im Wesentlichen das verwirklicht, was Graf Hertling im Hauptausschuß angekündigt hat. Durian will, wie Hertling, den Weg zum Frieden bereiten. Graf Durian verläßt den Boden der offenen Aussprache von Land zu Land und betritt den Weg, der in der Vergangenheit den Krieg zum Frieden zu bringen pflegte und der vielleicht auch in der Gegenwart aussichtsreicher ist. Immerhin möchten wir vor übertriebenen Hoffnungen von Anfang an warnen. Dem Gedankengang unserer Feinde folgend, stände Deutschland jetzt nichSMehr als unbestrittener Sieger vor der Welt. Sollten unsere Feinde nach ihrer Meinung siegend eher bereit sein, als unbestritten besiegt, dann gibt ihnen das Friedensangebot Durians Gelegenheit zum entgegenkommenden Friedensschritt. Wenn unsere Feinde auch diesen Schritt aus- fchlagen, dann würde im deutschen Volke keiner mehr sein können, der daran zweifelte, daß unsere Feinde Deutschland vernichten und das deutsche Volk in Knechtschaft bringen wollen. Dann werden die nächsten Friedensoffensiven der deutschen Armeen und der Truppen unserer Verbündeten unter dem Genius unserer großen Heerführer die Feinde schließlich auf die Bahn des Friedens bringen."
Selbst die „Frankfurter Zeitung" warnt vor über, triebener Hoffnung, indem sie schreibt:
„Mer wäre so roh und unempfindlich gegen das Leid, das feil vier Jahren «ff der Menschheit lastet, daß er nicht dem Versuche des Grafen Vurian, das Unglück abzukürzen, ein ganzes und rasches Gelingen wünschen möchte? Es ist kaum jemand in der gesamten Kulturwelt, jedenfalls nicht in den Landern Mitteleuropas, der nicht mit hellem Jubel die Nachricht begrüßen würde, daß man auf dem Wege zu Friedensverhand- lungen fei: wenn einmal Besprechungen über den Frieden beginnen, so wird es für die Teilnehmer daran fast unmöglich sein, unverrichteter Sache wieder heimzukehren. Insofern wäre der Beginn von Besprechungen schon ein merklicher Fortschritt auf der Bahn Aber wir möchten doch vor allzu großer Hoffnungsfreudigkett warnen. Mas wir aus den feindlichen Ländern boren, klingt nicht so, als ob man dort jetzt schon zu einem ehrlichen Verstandigungssrieden innerlich bereit wäre. Der österreichische Vorschlag klingt nach der letzten Rede von Lloyd George etwas paradox und wie eine Herausforderung. Bisweilen geschieht ja aber gerade das Unerwartete, und wir möchten wünschen, daß es hier der Fall wäre. Doch möchten wir nicht verschweigen, daß wir den jetzigen Zeitpunkt nicht für gut gewählt halten. Wir fürchten, das Hineintreffen in eine lichterloh brennende Siegesstimmung könnte die Motive dieses Frie. densschrittes sehr nachteiligen Mißdeutungen ans'chen und auf der anderen Seite die ohnehin vorhandenen Illusionen von einem vollen Siegfrieden in einer Meise steigern. daß das Gegenteil erreicht und auf lange hinaus der Weg zu einem Verständigungsfrieden erst recht verbaut wird."
Zum Schluß noch die Stimme des „Vorwärts" sfoz.): j „Durch die Schuld von beiden Seiten sind die Fried:nshinder- nisse bergehoch gehäuft. So lange man nicht auf deutscher Seite begreift, daß ein militärisch nicht bis zum Sieg durchge- führier Krieg den Zwang zum Verzicht auf jede Machkerwei'te- runa in West und Ost in sich schließt, und solange man nicht auf der Gegenseite anerkannt hat, daß die von ihr errungenen neuesten Waffenerfolge weder entscheidend, noch beliebig fortsetzbar sind, bleiben sie unüberwindlich. Niemand weiß heute," so schliefst der ..Vorwärts", „wie weit noch der Weg zum Frieden ist, aber jeder weiß, daß dieser Weg nicht über den Zusammenbruch Deutschlands ffihren darf. Ihn zu verhindern, hat das deutsche Volk die höchsten Opfer gebracht und bringt sie noch alltäglich. Auf der anderen Seite sagt die gebieterische Pflicht der Negierung, alles zu tun, um dem Volke die Elendstrecke ab- zukürzen. und dazu gehört jetzt vor allem, daß sie den österreichischen Schritt mit Entschiedenheit unterstützt."
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Die Aufnahme in Frankreich.
Schweizer Grenze, 16. Sept. Der Pariser Sonderkorrespondent der „Basler Nachr." drahtet' ,Zn Paris faßt man die lssote Vurians sowie Payers Rede und Burians Auslassungen als den erwarteten Beginn der Friedensoffensive der Mittelmächte auf. Dre gesamte französische Presse lehnt die Einladung ab, auf Friedensverhandlungen einzugehen. Man weiß hier sowohl wie anderwärts, daß die Welt den Frieden wünscht, und daß sie ihn notig hat, aber man ist der Ansicht, daß der Friede, den die Mittelmächte wollen, nicht der ist, dessen die Welt be
darf. Die Entente ist überzeugt, daß demokratische Grundsätze die Welt regieren müssen und daß nur ein vo« ihr diktierter Friede der Welt endgültig Ruhe schaffe« Knne."
Genf, 16 . Sept. Soweit bis jetzt Telegramme aus Paris vorliegen, war bis dahin die österreichisch-ungarische Note noch nicht der Oeffentlichkett bekant gegeben worden. Die bisherige Praxis des Verhaltens Elemenxeaus laßt jedoch erwarten, daß die Note ohne Kürzung von der offiziellen Agentur veröffentlicht werden wird.
Basel, 16. Sept. Nach Pariser Meldungen kommt am 26. September und die folgenden Tage die große Friedensresolution der Sozialdemokraten in der Kammer zur Besprechung. Vor Dekanntwerden des österreichisch-ungarischen Friedensangebotes äußerten die Pariser Blätter ihre Meinung dahin, daß die Besprechung der Resolution bis Mitte, bezw. Ende Oktober vertagt wurde. Die durch die österreichisch-ungarische Regierung veränderte Lage läßt schweizerischen Blättern zufolge nunmehr erwarten, daß Clemenceau am 26. September über Frankreichs Stellungnahme zu dem österreichischen Angebot sprechen wird.
Gin Friedensschritt der Neutralen?
Zürich. 16. Sept. Berner Meldungen vom Samstag, vor dein Dekanntwerden der Burianschen Note, sprechen von einem gemeinschaftlichen Friedensschritt der neutralen Regierungen. Im Berner Vundeshause wird die Meldung weder bestätigt, noch bestritten. Die Schweizer Blätter vom Freitag berichten ebenfalls von einem neuen Schritt der Neuttalen und des Papstes.
Die Führer der Mehrl * Sm Knmler.
Serlin, 16. Sept. Der Reickskan^— empfing gestern mittag die Führer der Mehrheitsparteien. um mit ihnen, wie schon am Samstag abend Staatssekretär von Hintze, bei dem sich übrigens auch die Abgeordneten Graf Westarp, Stresemann und Haase einfanden, die durch den Friedensschritt der österreichisch- ungarischen Negierung geschaffenen Lage zu besprechen. Die Konferenz dauerte von 10 bis VA Uhr. Auch die Staatssekretäre von Hintze und Wallraf beteiligten sich an der Aussprache.
Aus Rußland.
Die Zarin nicht ermordet.
Kopenhagen, 13. Sept. (WB.) Nach einer Blättermeldung aus Stockholm meldet das dortige Volfchewikiblatt „Fol- kets Dagblad", daß dr Volkskommissär für die auswärtigen Angelegenheiten Tfchiffcherin die Meldungen über die Ermordung der Zarin und der Töchter der Zarin sowie die Gerüchte über Massenmorde an Unschuldigen dementiert.
Der Terror in Moskau.
Moskau, 12. Sept. Das Wiener K. K. Telegraphen-Kor- refpondenzbureau meldet: Die Erschießungen dauern in etwas
vermindertem Maße an. Auch viele Frauen werden als Geiseln verhaftet. Zahlreiche wohlhabende Leute werden ausgewiesen: ihre Möbel und Hausgerät werden als Staatsgut erklärt und unter das Proletariat verteilt. Die Partei der internationalen Sozialisten, die mit den Bolschewisten stets gemeinsame Sache machte, protestierte bei dem Zentralkomitee gegen den Terror. Der schweizerische Konsul erhob beim Kommissariat für die auswärtigen Angelegenheiten wogen der Erschießung von Geiseln Vorstellungen. Er erhielt nur vage Versprechungen. Es wurde beschlossen, die Miliz wieder zu uniformieren und Ordensauszeichnungen und Medaillen für die Note Armee einzuführen.
Moskau, 13 . Sept. (WB.) Nach einer Meldung der Zeitung „Mir" ist das Schicffal des verhafteten englischen Konsuls Lockhart und seiner zum diplomatischen Korps gehörenden Helfershelfer noch nicht entschieden. In Nätekreisen spreche man von einer unter den verbündeten Diplomaten herrschenden Verwirrung über eine gewisse Bereitwilligkeit der Entente, der Räteregierung Konzessionen zu machen. Bis zur Klärung der Frage bleibt Lockhart in Haft.
Die Lage in Chiwa und Turkestan.
Moskau. 13. Sept. (WB.) Die „Jswestija" bringt Pressestimmen aus Taschkent, wonach das ehemals reiche Chiwa durch Räuberbanden völlig zerstört sei. Viele Flüchtlinge befänden sich in Petro-Alexandrowsk. An den Ereignissen in Aschabad feien Truppen des Khans von Chiwa und des fumidifchen Khans beteiligt. Das Proletariat in Chiwa erwarte das Eintreffen von Rätetruppen, um sich der Rätegewalt anzufchlietzeu.
Ueber die Lage in Turkestan erfährt die Zeitung, daß Kerw von Rätetruppen besetzt sei. Bei Samarkant, dem Hauptsitz der Engländer und der Weißgardisten, finden Kämpfe statt. Bei Aschabad haben die Engländer 15 000 Mann stehen, meist Se- poys aus Indien, die über Persien und Afghanistan herange- zcgen worden seien. Die Truppen seien aber der Agitation zugänglich. In Turkestan sei die Bevölkerung vollständig auf der Seite der Rätegewalt. Selbst der Emir von Buchara unterstütze die Bolschewiki, deren Gesandter einen großen Einfluß auf ihn habe. Der Emir sei auf die Orientierung mit der Rätegewalt angewiesen, da die Beys ihm nicht mehr gehorchtem Die Verpflegung in Turkestan sei glänzend. Es fei zwar viel Land unbestellt geblieben, infolge des günstigen Wetters aber sei die Ernte sehr gut. Die Baumwolle reiche für zwei Jahrs. Die Engländer führen ihrerseits aus den besetzten Gebieten Getreide und Baumwolle nach Persien und Afghanistan aus. Der Bergbau entwickle sich gut. Im Falle der Möglichkeit eines Warenaustausches mit Rußland sei die Lage Turkestans vorzüglich.
Eine neue Verschwörung der Entente.
Petersburg, 12. Sept. (WB.) Nach Pressemeldungen wurde in dem Bereich der vierten Armee eine große Verschwörung aufgedeckt. Der Führer der der vierten Armee unterstellten Uraldivision, Stroinbach, bekam ein Augebot von der Entente, die vierte Armee zu verkaufen. Strombach weigerte sich, dies zu tun, und brachte die ganze Angelegenheit zur Meldung.
Moskau, 14. Sept. (WB.) Auf die Protestnote M diplomatischen Korps in Petersburg vom 5. September be- züglich des Roten Terrors veröffentlicht die „Jswestija" Nr. 191 eine ausführliche, sehr scharfe Antwortnote Tschit» scherins, welche mit den Worten schließt: „Wir lehnen auf das enffchiedenste jede Einmischung neutraler kapitalistischer Mächte zu Gunsten der russischen Bougeoisie ab und erklären, daß wir jeden Versuch der Vertreter dieser Mächte, die Grenzen des gesetzlichen Schuhes der Interessen ihrer Landsleute zu überschreiten, als Versuch zur Unterstützung der ruft sischeu Gegenrevolution betrachten."
Moskau, 14. Sept. (WB.) „Prawda" vom 14. September veröffentlicht folgenden Befehl Trotzkis:
In Kasan haben Weißgardisten und Tschccho-Slowakcn sich eines Teils des Goldes welches Eigentum der Note- republik ist, bemächtigt. Dieses geschah auf Befehl franzö- sischer, englischer, japanischer und amerikanischer Kapitalisten Das russische Volk weigerte sich nach der Oktoberrevolution, den ausländischen Wuchern für die vom Zaren abgeschlossenen Anleiben Zinsen zu zahlen. Um den russischen Arbeitern und Bauern ihre Gewinne zu entreißen, habe» sich ausländische Räuber durch die in ihrem Solde stehenden Tscheche-Slowaken und Weißgardisten eines Teiles des Goft des benrächtigt. Jetzt versuchen diese Räuber, das erbeutete Gold über Sibirien und Japan nach Amerika oder über Ar-, changelsk nach Frankreich und England zu schaffen. Dieses muß um jeden Preis verhindert werden. Das dem russischen Volke gestohlene Geld muß unversehrt zurückgegeben werden. Der Schutz dieses Goldes im Gebiet des Tscheche Slowaken- und Weißgardisten-Aufstandes wird allen ehrlichen Arbeitern und Bauern anvertraut. Nach Säuberung der Wolga, des Urals und Sibiriens von den Weißgardisten und Ti'checho-SIowaken werden alle Schuldigen am Raube des Goldvorrates festgestellt werden. Ihr Eigentum wird konfis' v sie selbst den schwersten Strafen einschließlich Erschießung unterzogen werden.
Wien, 15. Sept. (WB.) Dem Wiener Telegraphen- Korrespondenzbureau wird aus Moskau gemeldet: Heute
nachmittag führte eine bewaffnete Bande einen Bombenüberfall ans einen Konsuinverein ans. Die Räuber, die 300 000 Rubel erbeuteten sind entkommen.
Kiew, 13. Sept. (WB.) Laut Ukrainischer Telegraphen- agentur sind die Bolschewiki westlich Zaritzyn bis an den Don vorgedrungen. Bei Nichnetscherskaja gingen die Kosaken auf das rechte Donufer zurück.
Kiew, 13. Sept. (WB.) Der Don-Ataman ernannte laut Zeitungsmeldungen zum ständigen Gesandten in der Ukraine General Tscheretschukin und zum Gesandten im Kubangebiet General Aschirww.
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Die Friedensderhandlnngen mit der Ukraine.
Moskau, 13. Sept. (WB.) Nach der „Prawda" hat das Präsidium des obersten Volkswirtschaftsrates beschlossen. Larin zur Teilnahme an den Friedensverhandlungen mit der Ukraine nach Kiew zu entsenden. Larin erhielt den Auftrag, die russisch-ukrainischen Fricdensdelegation mit den Arbeitsergebnissen der wirtschaftlichen Kommission in Berlin bekannt zu machen.
Dis Kampfs in Albanien.
Wie», 15. Sept. (WB.) Die in Albanien unter dem Oberbefehl des Generalobersten Freiherrn von Pflanzer-Baltin kämpfenden Streitkräfte haben neue wichtige Erfolge erzielt. In dem zu einer Höhe von 2400 Metern ausragenden Tomor- gebirge zum Angriff übergehend, gelang es den Truppen sich der beherrschenden Stellungen auf diesem Gebirgszuge zu bemächtigen. Die Eroberung der wichtigen und dominierenden Höhen sichert uns den Besitz der Linie Fieri-Berat. Im Anschluß an unser Vordringen im Hochgebirge gingen auch unsere, zwischen Fieri und dem Meere kämpfenden Truppen zum Angriff über und erzielten gleichfalls beträchtliche Fortschritte. Einige vom Feinde bis zum Aeußersten verteidigte Gehöfte bei Pojani — im Küstengebiet westlich von Fieri — wurden er* 1 stürmt. Bet den zu ihrer Wiodereroberung unternommenen Gegenangrfffen führte der Feind auf dem albanischen Kriegsschauplätze zum ersten Mal Panzerwagen ins Gefecht, sie konnten aber das Scheitern des italienischen Ansturmes nicht verhindern.
Amerikaniicher K um birg
Zürich. 15. Sept. Die „Zürcher Post" bringt aus dem Haag folgende groteske Meldung: „Das Schwurgericht von Missis
sippi zitiert den Deutschen Kaiser durch einstimmigen Beschluß vor seine Schranken. Er hat sich zu verantworten darüber, daß er aus Ehrgeiz die Zivilisation in den furchtbaren Krieg getrieben habe. Persönlich wird er der Brutalität, der Gewalttat, der List gegenüber Wehrlosen bezichtigt. Als Zeugen werden in dem Prozeß Belgien, Frankreich, England, Amerika, Italien und ihre Verbündeten genannt. General Pershing wurde mit der Ausführung der Zitation betraut. Eventuell sei der Kaiser mit Gewalt vorzuführen." (?)
Der Humor muß, so bemerkt dazu die „Zürcher Post", auch in dieser tragisch-ernsten Zeit zu seiner Geltung kommen.
Der Luftangriff auf Daris.
Genf, 16. Sept. Havas. Heute nacht steuerten mehrere mehrere feindliche FlugZeuggeschwader auf die Pariser Gegend zu. Sie wurden unterwegs gemeldet und durch unsere Wachtposten mit einem besonders heftigen Sperrfeuer verfolgt. Auch die übrigen Verteidigungsmittel wurden in Tätigkeit gesetzt. Man meldet mehrere Bombenabwürfe, einig« Opfer und Sachschaden. Der erste Alarm dauerte von 1.25 Uhr bis 2 Uhr morgens, der zweite von 4.15 Uhr bis 4.50 UHr morgens.


