Ausgabe 
10.9.1918
 
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11. Jahrgang.

Unmmer 212 Einjchreig ZLü«« Dienstag, den 10. September 1918

Ueue

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565 fkiüdülhe IlsWgk im AuzuS «hzejijHm.

53 Fesselballons uirdergeholt. Feindliche Angriffe an der Straße UrronneCambrai. rwilchen Ailette und Aisne gescheitert. Italienische Angriffe abgemiefen. 11000 Tonnen versenkt.

I! Der deutsche Generalssav ---- meldet: L

W. T. Ä. HattpItznerrrLer. -err

9 . September' Amtlich-

Westlicher Krieg-schauvlatz.

Heeresgruppen Kronpr iuz Rupprechl und B o e h n.

Oertliche Kämpfe nördlich vom Plocasteertumlde und am La-Basseökanal. Nördlich von Armentieres griff der Feind von neuem an: wir wiesen ihn ab und machten Gefangene.

Im Kanalabschnitt ArlauxHavrincourt Artillerietätigkelt tmft> Erkundungsgefechte. Südlich der Straße PeronneEambrai setzte der Feind seine Angriffe unter Eursatz stärkerer Kräfte gegen die Linie GouzeaucourtEpehy nördlich vom Tcm Zbeux fort: sie scheiterten unter schweren Verlusten für den Geg­ner. Unsere Vortruppen verwehrten gestern überlegenen: Feinde das Vordringen über St. Simon und den Erozattanal. Ettundungsgefechte zwischen Oise und Ailette.' Zwischen Ailette und Aisne brach der Feind nach mehrfach vergeblichen Teil­angriffen gegen Abend zu geschlossenem Angriff vor: er wurde auf der ganzen Front teilweise im Nahkampf unb durch Gegen­stöße blutig abgewiesen.

Zwischen Aisne und Veske scheiterten Teilangrifse, ln der Champagne Teilvorstöße des Gegners.

Aus einem englischen Geschwader, das zum Angriff auf Mannheim vorstietz, wurden fünf Flugzeuge abgeschossen.

Im August wurden an den deutschen Fronten 56 5 feind, liche Flugzeuge, davon 62 durch unsere Flugabweihrgeschütze, und 53 Fesselballone abge-schossen. Hiervon sind 251 Flugzeuge in unserem Besitz. Der Rest ist jenseits der feindlichen Linien er­kennbar abgesturzt. Wir haben im Kampf 143 Flugzeuge und 86 Fesselballone verloren.

Der Erste Eencralliuartiermcister: Ludendorfs.

Abendl'eiücht.

Berlin. 9. Sept. abends. (WB. Amtlich.) Beiderseits der Straße Peronne Eambrai sind erneute Angriffe der Englän­der gescheitert. An den übrigen Frontabschnitten nichts Neues.

Der österreichische Genernlstab j] - meldet:

Wien, 9. Sept. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Auf dem Monte Pectica wurden vorgestern abend und gestern früh italienische Angriffe durch Feuer abgeschlagen. Der Feind er­litt schwere Verluste.

Der bulgarische Generalstab meldet:=

Sofia, 7. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.

An der mazedonischen Front, zu beiden Seiten des Ochrida- Sees, nördlich von Bitolia und an einigen Stellen im Eerna- bogen lebhafte beiderseitige Artillerietätigkeit. Beim Dobro- polje steckten unsere Minenwerfer ein feindliches Munitions­lager in Brand. Südlich von Gewgheli steigerte sich das feind­liche Ariilleriefeuer, das feit einigen Tagen mit wechselnder Heftigkeit andaucrte und zeitweise ausgesetzt hatte, in der letz­ten Nacht zum Trommelfeuer, unter dessen Deckung englische Abteilungen unsere vorgeschobene Stellung bei dem Dorfe Se- hemo angriffen und sich an einer Stelle unseren Gräben näherten. Durch das Fsuer aber, mit dem wir sie empfingen, und teilweise im Handgemenge, wurden sie vollständig zurück­geschlagen, wobei sie empfindliche Verluste erlitten. Oestlich des Wardar hotte die beiderseitige Feuertätigkeit zeitweilig eine größere Heftigkeit angenommen. Englische Erkmrdungstruppen versuchten sich unseren Posten bei dem Dorse Matschukowo zu nähern, wurden aber durch unser Feuer zerstreut.

Das türkische Hauptquartier . meldet:

Konstanlinopel, 7. Sept. jWB. Nichtamtlich.) Goneral- Pub 5 bericht;

Palästinafrout: Im Küstenabschnitt brachten wir von einer ierfvlgreichen> Patrouillenunternehrnung Gefangene ein. Auf unserem linken Flügel führten wir einen wohlgelungenen Vor­stoß gegen feindliche Erkunder aus. Oestlich des Jordan süd­westlich Nabe Fandi (südöstlich der Iordanmündung) wurde ein attackierendes feindliches Kavallerieregiment zufainmenge- schossen. Ein anderes gegen unsere Stellungen anreitendes Ka. voller ieregimeitt flüchtete vor unserem Feuer. 670 Tote des Gegners blieben auf dem Gefechtsfelde. Einige unverwundete Gefangene, viele Pferde und Waffen wurden eingebracht. Nach Erfüllung ihrer Aufgabe kehrten unsere Truppen befehlsgemäß und vom Gegner ungestört in ihre Ausgangsstellungen zurück. Auf der übrigen Front nur geringes beiderseitiges Artillerie­feuer. An der Hedfchasbahn bei Dfchardun wurden vorfüh­lende feindliche Aufklärungsabteilungen vertrieben. Sonst keine besonderen Ereignisse.

.Konstantinoper, 8. Sept. (WB. Nichtamtlich.) General- stabsbericht.

Palästinafrout'. Starke beiderseitige Aufklärungstätizkeit im Küsrenabschilitt und an mehreren Stellen westlich der Straße JerusalemNablus. Im Jordan-Tal dicht an den feindlichen Brückenkopf vorstoß-e»Ä»e Aufklärungsabteilungen vertrieben feindliche Abteilungen und fügten ihnen starke Verluste zu. Am 5. Septeinber wurde ein Robellouangriff gegen die Hodschas­bahn südlich von Moon abgeschlagen.

Ostfront: Bei Kava Tschemen, 85 Km. südöstlich von-

(vis, schlugen unsere Truppen stärkere feindliche Kräfte und verfolgten sie in der Richtung auf Mtjene.

An den übrigen Fronten Ruhe.

11000 Tonne» versenkt.

Berlin, 8. Sept. (WB. Amtlich.) Im englischen Sperrge­biet wurden von unseren U-Booten 11 600 Brt. versenkt.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Weitere U-Boot-Beure.

Aus amerikanischen Blättern geht hervor, daß die Küsten- schifsahrt auf der atlantischen Seite Nordamerikas durch die deutschen U-Voote andauernd beunruhigt wird. Nahezu täglich wird eine Anzahl von Fischdampfern versenkt. Der Aktions­radius der U-Voote scheint sich auf die ganze Küste Nordameri­kas zu erstrecken. Das größte Opfer der letzten Tage war der japanische DampferTokuyma Mara" mit 7000 Tonnen. Er wurde in tw Nähe eines unbekannten kanadischen Hafens ver­senkt. Die Bemannung von 85 Japanern wurde von einem amerikanischen Küstenschisf ausgenommen und in Kanada ge­landet.

Zürich, 9. Sept. DerCocriere della Sera" meldet aus Rewyork: Für den Monat August werden 16 amerikanische

Danlpfer als überfällig bekannt gegeben.

DerHarald" meldet: Die New Yorker Schiffahrtsbehörde

berichtet den Verlust von drei amerikanischen Dampfern an der tuba n isch -am er ika n ischen Käste.

Nu Urs T-r-.rchkis -rN'srlirfts.

Berlin, 8 . Sept. (WB.) Die britische Admiralität gibt bekannt, daß sie zur Führung des Wahrheitsbeweises für die Be­hauptung des englischen Premierministers, daß 150 U-Boote von ihnen vernichtet morden feien, 150 Namen von gefallenen, ge­fangenen und internierten Kommandanten deutscher U-Boote veröffentlicht. Zunächst sei festgestellt, daß in der Liste keine Offiziere genannt sind, über deren Schicksal die Angehörigen nicht bereits Nachricht erhalten haben. Die Veröffentlichung, die eine Reihe falscher Angaben, besonders hinsichtlich der Dienst­stellung her aufgeführten Offiziere enthält und schon dadurch Rückschlüsse auf die Zahl der verlorenen U Boote ausschließt, ist natürlich dazu bestimmt, bei uns einen niederschmetternden Eindruck zu urachen und uns zu verleiten, durch eine amtliche Berichtigung wertvolles militärisches Nachrichten material zu geben. Das deutsche Volk weiß genau, in wie schwerem Kampfe unsere tapferen U-Vootsbesatzungen seit mehr als vier Kriegs­jahren stehen und daß in zunehmendem Maße von ihnen Opfer haben gebracht werden müssen. Haben sich doch die Gegner, be­sonders England, nicht gescheut, zur Bekämpfung der durch die U-Voobe drohenden Gefahr neben rechtmäßigen Mitteln auch zu Maßnahmen zu greifen, deren Niedertracht einen Schandfleck mehr auf Englands Schild darstellen. Man wird unseren Ver­lust an U-Booten bedauern, jedoch ist er für jeden Fachrmnm

durch die wachsende Zunahme der Gegenmaßregekn und die g- o, ßere Zahl der am Feinde befindlichen U-Boote durchaus er­klärlich. Zu ernsten Bedenken könnten unsere Verluste nur dann Veranlassung geben, wenn der Zuwachs an Booten die Zahl d. r vernichteten nicht übertrifft. Daß wir aber mehr Boote bouen als verlieren, ist von amtlicher Stelle wiederholt unzweideutig festgestellt worden. Jede neu an den Feind kommende U-Boet- befatzung wird den Gegnern zeigen, daß ihr Wille, das Ziel -y.t erreichen, ungebrochen ist. Sie werden durch ihren Mut und Unerschrockenheit das Andenken all derer ehren, die ihr Leben gelassen haben für die Verteidigung unseres Vaterlandes. Den Engländer aber mag es beim Lesen der Liste kalt überlaufen, wenn er an die Blutopfer denkt, die ihm ein Großkampftag an der Landfront kostet und wenn er sich vor Augen hält, was di se U-Boot-Ofsiziere und ihre braven Besatzungen an Opfern Drangsal und Not über England gebracht haben.

Fliegerangriff auf Urüack.

Wien. 8. Sept. (WB.) Aus dem Kriegspressequ.rrtter wird gemeldet: Am 7. September vormittags versuchten drei

feindliche Flieger, aus dem Gailtal kommend, Villach anzu- greifen. Die Flugzeuge wurden mit heftigem Feuer empfcurgen. Unsere Abwehrflieger drängten den Feind von der Stadt ab und zwangen ihn zur Umkehr. Der Feind vermochte daher nur einige Bomben in aller Hast niederzuwersen. wovon nur zwei explodierten, ohne nennenswerten Schaden anzucichten.

Die Schlacht im Wessen.

Englische Massenverluste.

In englischen Berichten wird, wie derBerliner Lokal­anzeiger" aus dem Haag meldet, weit weniger von dem Ge­ländegewi nu als von den ungeheuren Verlusten der Heimtrup- pen gesprochen, die sie in den Kämpfen beiderseits Vavaume, bei Guemappe und Quernt aufzuweisen haben. Dort haben sie die größten Verluste seit Kriegsbegmn erlitten. Mau berichtet, daß die Maucafhire-Regimenter in der Gegend von Miraumont und Thiepval über zwei Drittel ihrer Kopfstärke verloren, daß die Kings Company of the orenadiec guards bei drei verleb, lichen Bajonettangriffen auf deutsche Stellungen nördlich Mory bis auf ein geringes Reftchen aufgeriebeu wurde, daß ferner die schneidigen Portshire-Mannschaften eine bitine Pille schlucken mußten, wobei von den Regimentern fast die garten Kaders verloren gingen, da die Unterfiihrer der Tradition gemäß die Ma-niHchafteu in den Kampf führen müssen. Das sind nur kleine Episoden aus den furchtbaren Massenopfern, die zwischen Atr.cht, Peronne und Lens gebracht wurden, um das Programm des Marschalls Foch durchzuführen. Die Männer der englischen Iw sein, so heißt es in einem Bericht aus Full, bluten über alle Maßen. Amerikaner sind wohl da, aber die Engländer müssen den Sieg erringen. Den schottischen und Walliser Elitetruppen erging cs nicht besser. Unter diesen Kerntruppen, die überall das Letzte hergcben mußten, ist gründlich aufgeräumt worden. Doch der Zuzug aus England dauere ununterbrochen fort, da nun einmal laut einem Londoner Regierungsbericht die größten Anstrengungen im Gange sind, um die Deutschen aus Nordfr.urk- reich herauszuwerfen, lieber die ungeheuren Verluste'der Heber» seetruppen wird mit Absicht wenig gesprochen. Die Kanadier bleiben nach wie vor die Sturmböcke. Der Angriff auf O^'ant und Drocourt kostete den eingesetzten kanadischen Divisionen eine Einbuße von rund 40 000 Maim. Wie man die Bresche» ausfiillen wird, ist noch nicht bekannt.

Abwarten amerikanische Verstärkung.

Genf. 9. Sept. Eine Havasnote meldet vom Montag ffüH daß der deutsche Widerstand allgenveiu sei, und daß die All ier» ten das Eintteffen amerikanischer Berstärkmrgen abwarten.

Der deutsche Dückrngsplnn.

Bern. 7. Sept. DieBaseler Nationalzeituirg", der ma* gewiß keine übertriebene Deutschfreundlichkeit nachsageu kann, macht zur deutschen Rückzngsbewegung im Westen sehr bemev kenswerte Ausführungen. Sie schreibt:

Mit dem 3. September (dem Vorstoß gegen EanckraH scheint ein neues Kapitel des Ludendorfffchen Rückzugsplanes begonnen zu haben. Die Hindenburglinie dürfte dabei nicht dis große Rolle spielen, die ihr ziemlich allgemein zugesprochen wurde, uttb zum mindesten nicht in ihrer ganzen ursprüngliches | Ausdehnung. Besonders nördlich der Straße ArrasEambrai 1 und in Französisch -Flandern sind Maßnaknuen im Gange, Pie