„Agdknische Agitatisn in Kirche und Schule.^
Die „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht eine Zuschrift, in der mit der obligaten „Empörung" eine Nachricht behandelt wird, nach der ein Pfarrer in Schlesien eine Predigt „im Geists und Sinne der Deutschen Vaterland spartet" angekündigt haben soll. Der Freund des Frankfurter Mattes meint dazu, auf der Kanzel dürfe der Geistliche allein „der Träger des Wortes Eo-, tes fein, das nur ein Volk, die ganze Menschheit kennt." Datz das ganze. Alte Testament, dessen Benutzung für Predigttexte u. W. immer noch üblich ist, von einem auserwählten Volke des Gottes handelt, zu dem auch die Christenheit betet, ist der „Frkf. Ztg." also anscheinend ganz unbekannt; was gerade bei ihr etwas eigenartig berührt. Im übrigen empfehlen wir dem Frankfurter Blatte die Auskunft, die der Staatssekretär von Hintze neulich dem Pfarrer D. Weber über den Gebrauch der Kanzel zur Stärkung des Volkes im Durchhallen gegeben hat.
Eine zweite Zuschrift an die „Frankfurter Zeitung" beschwert sich darüber, datz höheren Schulen Plakate zugehen, in denen die Gefahr behandelt wird, die Belgien künftig für uns bedeuten würde, wenn es englisches Aufmarschgebiet werden sollte. In dieser Zuschrift findet sich der für das Frankfurter Blatt und feine Gemeinde überaus bezeichnende Satz:
„Wer stagt sich, ob man nicht zur Auspeitschung der Kriegslust dieses Plakat mit viel mehr (!) Berechtigung in Frankreich, England und Amerika aufhängt, wenn man nur die Frage und die Front umkehrt?"
Damit macht sich also die „Frankfurter Zeitung" die Auffassung zu eigen, daß Frankreich, England und Amerika viel mehr Grund hätten, Belgien als deutsches Aufmarsch-, d. h. Angriffsgebiet zu fürchten, als umgekehrt; mit anderen Worten die Auffassung, Deutschland sei in diesem Kriege moralisch der Angreifer gewesen. Ein weiterer Kommentar dazu erübrigt sich wohl; es sei nur noch mitgeteilt, daß der Gewährsmann der „Frankfurter Zeitung" nicht vergißt, den Militäroberbefehls- haber als Urheber dieser sachgemäßen und dankenswerten Aufklärung zu denunzieren.
Aus der Heimat.
Die SpätobsternLe ist in diesem Jahre außerordentlich gering. Gegenüber den Vorjahren ist der Bedarf an Marmelade für Heer und Zivilbevölkerung gestiegen. Die Heeresversorgung muß selbstverständlich vor allen Dingen sichergestellt werden. Deswegen kann die Versorgung der Zivilbevölkerung durch den Bezug von Obst im unmittelbaren Verkehr des Verbrauchers beim Erzeuger nur in mäßigen Grenzen gestattet werden. Es darf von. den: gesunden Sinn der Bevölkerung erwartet werden, datz jeder Einzelne auf diese Verhältnisse Rücksicht nimmt. Keinesfalls kann geduldet werden, daß Einzelne zum Schaden der allgemeinen Versorgung Obst in großen Mengen zusammenhamstern. Der Bezug von Obst in Mengen bis zu 2 Pfund ist frei; es darf also ein Erzeuger am selben Tage an den gleichen Verbraucher bis zu 2 Pfund abgeben. Auch der Verkehr mit Obst innerhalb der gleichen Gemarkung unterliegt keiner Beschränkung.- Mit Genehmigung der Landdso-bststelle ist es gestattet, pro Kopf der versorgungsberechtigten Hnushaltungsmit- glioder 20 Pfund Kernobst und 10 Pfund Steinobst von denjenigen Obsterzeuger, der feine Ablieferungspflicht der Landesobststelle gegenüber erfüllt hat, zu beziehen. Diese Genehmigung wird in Form von Frachtbriefen oder von BeförLerungslcheinen durch die Dezirksgefchäftsstellen der Landesobststelle erteilt. Die Bürgermeistereien erteilen Auskunft über die zuständige Bezirksgeschäftsstelle. Zuständig für die Erteilung der Genehmigung ist die Bezirksgeschäftsstelle, innerhalb deren Bezirk der betreffende Erzeuger, von dem das Obst bezogen werden soll, wohnt. Da die Selbstversorgung der Zivilbevölkerung mit Obst nur dann gestattet werden kann, wenn der Heeres, und Marinebedarf stchergestellt ist, ist die Erteilung der Genehmigung zum Bezug von Obst noch von der Bedingung abhängig, daß der Obsterzeuger nicht mehr als 10 Prozent dessen, was er an die Landesobststells zur Ablieferung gebracht hat, im unmittelbaren Bezug gegen Beförderungsschein oder Frachtbrief abgeben darf. Die Genehmigung zu dieser Selbstversorgung kann bei der spärlichen Spätobsternte selbstverständlich nur hessischen Verbrauchern erteilt werden. Bei dem Antrag auf Erteilung eines Veförderungsscheines muß die Lebensmittelkarte vorgelegt werden, durch die der Nachweis der versorgungsberechttgten Haushaltungsmitglieder geführt wird. Auf der Lebensmittelkarte wird vermerkt, wieviel Obst der betreffende Verbraucher bezogen hat. Die Vahnverwaltungen haben sich nach Verhandlungen mit der Reichsstelle für Gemüse und Obst in Berlin, bereit erklärt, über den Verkehr mit sogen. Kontrollobst (Aepfel. Birnen und Zwetschen) eine strenge Kontrolle auszuüben, d. h. die Beförderung von solchem Obst nur dann zuzulassen, wenn ein Frachtbrief der Landesobststelle vorliegt. Die Landesobst- stelle hat Kontrollbeamte bestellt, die angewiesen sind, ohne Frachtbrief oder Beförderungsschein befördertes Obst rücksichtslos zu beschlagnahmen.
FC. Von der Jagd. Hinsichtlich des Ergebnisses der Rebhühnerjagd sind die Jäger sehr verstimmt, finanziell da. gegen ist der Ertrag ein so glänzender wie noch nie. Die Völker die angetroffen werden, sind nur klein und müßten daher noch sogar für den nächstjährigen Bestand geschont werden. Viele alte Hühner trifft man allein an, ein Zeichen, daß sie noch garnicht gebrütet haben. In Jägerkreisen neigt man zu der Ansicht, daß die zu lange Schneedecke im vergangenen Winter gefährlich für die Rebhühner geworden ist.
Ein Wort für die kleinen Hamsterer. Ein Dresdener Arzt schreibt: Hand aufs Herz, wer nur von dem leben soll, was er auf die Lebensmittelkarten bekommt, der muß fast yerhungern oder wenigstens die Arbeitskraft und Arbeits- Frische verlieren. Ich bin als Arzt mit der Lebensführung Wüter Kreise, hoher wie niederer, vertraut, aber ich kenne fast niemand, der ohne solche Beihilfen besteht. Hier sei der Staat, die Verwaltungsbehörde ebenso duldsam, wie eisern streng gegen dre gewerbsmäßigen Aufkäufer von Lebens
rnitteln! und' GevrauckMgegenständen, gegen den Ketten-^ Handel, gegen den Schleichhandel, der gewissenlos und habsüchtig die Not der Mitmenschen ausbeutet, um sich zu bereichern. Keine Sttafe ist groß genug, die Größe der Ge- sinnungsgemeinheit dieser Leute gebührend zu treffen.
Obererlenbach. Wir haben jüngst eine Notiz gebracht, wonach bei einer Aeckerversteigerung Preise erzielt worden sind, die vor dem Kriege gar nicht üblich waren und daß die Steigerer Nüstungsarbeiter gewesen find Bei der letzten Versteigerung der Lehrer Neher'schcm Erben wurden noch weit höhere Preise erzielt, es wmden nämlich Preise bis zu 2 Mk. für den Meter bezahlt, bis auf eine Ausnahme waren die Steigerer auch wieder Arbeiter. Das wäre also ein Preis von 5000 Mk. für den Morgen, während vor dem Kriege ein Preis von 900 bis höchstens 1200 Mk. üblich war.
Ans Bellersheim (Kreis Gießen) wird uns geschrieben: Allgemein erregt es hier Anstoß, daß der Raps so spät abgenommen wird. Der Raps ist die früheste Ernte, aber unsere neugebackenen Behörden scheinen sich darin zu gefallen, daß dem Landwirt alle möglichen Schwierigkeiten gemacht werden. Erreicht wird dadurch, daß der Raps gehamstert wird und die späteren Lieferungen können nicht erfüllt werden.
Miitelgründau, 8. Sept. Es wird uns von einem hiesigen Abonnenten mitgeteilt, die Nachricht, daß ein bei einem Schleichhändler aufgegriffenes Rind aus Mittelgründau stammte, unrichtig fei, das Rind kam aus dem preußischen Nachbarorte Niedergründau. Wir berichtigen gerne die erste Meldung.
sr. Hanau, 4. Sept. Vor der Strafkammer stand heute der 27 Jahre alte Taglöhner Max Pfarr aus Hanau, der trotz seiner Jugend auf ein bewegtes Leben blicken kann. Er hat sich im Kriege das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erworben und ist, kriegsbeschädigt zu feinem Ersatztruppenteil in Mainz verwie. j sen, fahnenflüchtig geworden. Dann führte er eine Menge Ein- i bruchsdiebstähle aus. Neben einer Anzahl Hühnern, Gänsen j und Enten waren schon weit über 100 Hasen dem verwegenen j Burschen in die Hände gefallen, da gelang es, ihn gelegentlich j einer nächtlichen Streife der hiesigen Polizei am Bahnhof Wil- j helmsbad zu stellen, als er sich gerade anschicken wollte, mehrere in einen Sack verpackte, gestohlene Hühner mit dem Frühzug nach Frankfurt zu schaffen. Er wurde seinem Truppenteil in Mainz zugeführt, dort rückte er aber wieder aus, wandte sich nach Aschaffenburg, wo er indeß bald wieder festgenommen werden konnte. Er wurde nun zur Beobachtung seine« Geisteszustandes in die Heilanstalt in Marburg verbracht, aber auch dort gelang es ihm, sich durch eine List die goldne Freiheit wieder zu verschaffen. Er bestach den jugendlichen Aushilfspfleger Happel mit einem 5-Markftuck und stellte ihm außerdem von einer Summe von 100 000 Mark, die er bec Friedberg vergraben haben wollte, 30 000 Mark in Aussicht, wenn erihm zur Flucht verhelfen würde. Der Pfleger fiel auch auf das verlockende Angebot hinein. Er besorgte den Angehörigen des Pfarr Zeichnungen zu den Schliisteln. die angefertigt und von dessen Mutter und Schwester in einem zusammengelogten Taschentuch mit einem Dietrich in die Anstalt geschmuggelt wurden. Happel übergab die Schlüssel dann dem Pfarr, der mit ihrer Hilfe die Freiheit wiedererlangte. In Hanau wurde er später verhaftet. Die Strafkammer bedachte ihn mit 4 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust.
sr. Hanau, 8. Sept. Bor der Strafkammer hatte sich heute der Kaufmann Heinrich Lang zu verantworten, der als Verwalter des städtischen Lagers fortgesetzt größere Mengen Butter, Speck, Erbsen, Seife usw. entwendet und teils für sich verbraucht, vornehmlich aber verkauft hatte. Lang hatte sich imMärz 1915 bei der Stadt als Notstandsarbeiter gemeldet 'und wurde zuerst in der Registratur beschäftigt. Nach und nach ttickte er in eine Vertrauensstellung auf und als im Februar 1917 das städtische Lager in der Weltkugel eingerichtet wurde, erhielt er dort den Posten eines Laaeroerwalters Bald eignete er sich aus den Beständen fortgesetzt größere Mengen Butter, Speck, Fleisch, Büchsenfleisch, Eier, Erbsen, Seife u. a. m. an, bei seinem Treiben durch die am 7. Dezember 1917 erfolgte Verhaftung ein Ende bereitet wurde. In welchem Umfange von ihm gestohlen worden ist. geht daraus hervor, daß es ihm möglich war, einige Zentner Butter, Speck und Seife an die Eheleute Schaller zu verkaufen. Bezahlt wurden ihm für das Pfund Butter 3.50 M.. für 300 Gramm Seife 3.80 Mk. und für das Pfund Speck 5 bis 6.50 Mk. Die Strafkammer verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis, die Eheleute Schaller erhielten 4000 Mk. Geldstrafe.
8v. Hanau. 8. Sept. Von der Polizei wurde in der Stadt ein lebendes Rind, das ans dem Landkreise Hanau nach der Stadt Offenbach geschmuggelt werden sollte, beschlagnahmt. Das Rind war Eigentum des Gastwirts Vreitenstein in Ostheim, das dieser für 2000 Mk. an einen Offenbacher Gastwirt verkauft hatte. Jetzt wird das Rind wohl billiger werden.
FC. Frankfurt a. M., 6. Sept. Mittels Nachschlüssel drangen Diebe in die Verkaufsstelle des Konsumvereins in der Großen Rittergasse dahier ein und stahlen sämtliche Lebensmittel, wie Butter. Eier, Mehl, Zigarren und Zigaretten ufw. Geld fiel den Dieben nicht in die Hände.
FC. Frankfurt a. M., 5. Sept. Ueber 300 Pferde standen auf dem hiesigen Pfevdemarkt zum Verkauf. Der Auftrieb übertras den des Vormonats abermals. Die hohen Preise hielten sich. Es machte sich eine gewisse Kaufunlust bemerkbar, zumal die ländlichen Besucher des Marktes infolge der Feldarbeiten nicht sehr zahlreich vertreten waren. Für erstklassige Tiere wurde bis zu 7000 Mark gezahlt. Der Markt wurde gegen Mittag bei schleppendem Gesckzästsgang geräumt.
FC. Vom Main, 6. Sept. Um die im Würzburger
Magistrat gerügte und so stark betriebene unerlaubte Obstund Lebensmittelausfuhr in Volkach zu unterbinden und völlig einzustellen wurden der dortigen Gendarmerie 10 Infanteristen vom Generalkommando zugetetlt. Bei sämtlichen Bahnhöfen und Haltestellen von hier bis Seligenstadt finden vor unh bei jedem .Zugabgang strenge Kontrollen Üatt,
Aus Slarkcnburg.
DarmstadL, 8. Sept. Wegen Vergehen gegen bas Schleichs Handelsgesetz hatten sich der etwa 70 Jahre alte Viehhändler Abraham Levy aus Erumstadt, der 58jährige Metzger Philipp Krämer aus Eberstadt, sowie der Hotelbesitzer und Restaurateur I. F. L. Heß dahier vor der Strafkammer zu verantworten. Im Frühjahr wurde der Angeklagte Krämer durch die Gendarmerie erwischt, als er zur Nachtzeit teils geschlachtete, teils lebende Tiere zu Schlachtzwecken von Erumstadt mit dem Fuhr» werk nach Darmstadl brachte. Er wurde in Haft genommen und gestand er dann ein, seit einiger Zeit fortgesetzt seine Prirr, zipale des Hotel Heß, in dex.cn Diensten er stand, mit Fleisch versorgt zu haben, ohne die amtliche Bescheinigung hierzu Mi besitzen. Levy, der als amtlich bestellter Aufkäufer des Viehhandelsverbandes die von ihm erworbenen Tiere nur an denk Viehhandelsverband oder an die von diesem bezeichnten Siel-, len anliefern durste, hat ihm die Tiere besorgt. Heß ist beschul-' digt, das Fleisch ohne Abgabe von Fleischmarken heimlich erworben und seinen Gästen vorgesctzt zu haben. Krämer gibt etwa 20 Einzelfälle zu, doch nimmt das Gericht an. daß ungefähr 40 Verfehlungen vorliegen, da sie sich auf etwa drei Jahre verteilen. Allen werden mildernde Umstände zugebilligt und Hü; besonders deshalb, weil er bei der Ausdehnung des Geschäftes, nicht in der Lage war, sich um alle geschäftlichen Einzelheiten zu bekümmern. Das Urteil lautete gegen Levy auf 5 Monate Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe und gegen Heß cruf einen Monat Gefängnis und 5000 Mk. Geldstrafe.
Darmstadt, 8. Sept. Mangel an Magermilch ist nach Mitteilungen der Milchversorgungsstelle in Darmstadt eingetreten da infolge des Futtermangels täglich^etwa 5000 Liter Magermilch weniger zru Ablieferung kommen. Man hofft, daß in kurzer Zeit nach Abschluß der Erntearbeiten, wenn die Tiera weniger angestrengt sind und wioder besser gefüttert werden können, der Mangel bald beseitigt sein wird. — Hoffen und Harren macht manchen zum Narren!
FC. Bcnsheim, 6. Sept. Die Stadtverordneten beschlossen, sich an der neunten Kriegsanleihe mit 150 000 Mark zu be^ teiligen.
Aus Rheinhessen.
FC. Nieder-Ingelheim, 8. Sept. In der Nähe seiner elterlichen Wohnung ist der in den vierziger Jahren stehende Land, wirt Josef Lager von hier mit feinem Wagen verunglückt. Er vermochte noch das elterliche Haus zu erreichen, wo er vor seiner Mutter mit den Worten „Mutter ich sterbe" zufammenbrach und tot blieb. "
Aus Hesscn.Rnssau.
FC. Usingen, 6. Sept. Dem Händler Heymann Sieinberg in Steinfischbach ist bis auf weiteres die Ausweiskarte des Viehhandelsverbandes entzogen worden.
FC. Wiesbaden, 6. Sept. Schwere Verletzungen zog sich ein junges Mädchen zu, welches seinem Vater den Gehorsam verweigerte, dieserhalb in ein Zimmer eingesperrt wurde, aus diesem entweichen wollte, indem es aus dem Fenster sprang.
FC. Biebrich, 4. Sept. Wegen Obst- und Kartoffeldiebstählei^ wurden hier neun Personen angezeigt. In einem Falle wur4 den zwei Frauen aus Wiesbaden V* Zentner Aepfel abgenom-, men. ,
FC. Durstadt, 4. Sept. In dem Anwesen des Adam Winkler dahier entstand ein Großfeuer, das bald die hoch mit Frucht und Futtervorraten gefüllte Scheune einafcherte. Das Viehi konnte nur mit Mühe gerettet werden.
FC. Langenschwalbach, 3. Sept. Die Bürgermeister des Kreises werden angewiesen, eine Bestandaufnahme von Sonnenvorhängen, Wetterrullos, Gardinen, Störs in ihren Gemeinden vorzunehmen. Bon der Meldepflicht entbunden sind handwerksmäßige Betriebe und kleinere Handelsgeschäfte, in denen nicht mehr als drei Personen außer Familienangehörigen tätig sind.
FC. Ems, .4. Spt. Staatsminister von Breitenbach und Gemahlin sind hier zum Kurgebrauch eingetroffen.
FC. Oberlehustein, 4. Sept. Auf einem Nheindampfer fand, kürzlich ein flotter Handel mit Seife statt. Der feldgraue Verkäufer brachte im Nu auf der Fahrt mehrere hundert Stück der ziemlich großen und hübsch aussehenden wohlriechenden Seife an den Mann. Die Käufer mußten aber bald die Wahrnehmung machen, daß die Seffenstückchen hauptsächlich aus Holz bestanden und nur eine dünne Schicht Seife hatten.
FC. Aus dem Rheingau. 4. Sept. Die Errichtung von Zwangsinnungen für das Schreiner- und Schubmacherhandwerk ist für den Rheingaukreis beantragt. Die Abgabe der Stim- inen für und gegen die Errichtung der Innung sind bis zum 10. September einzureichen.
Au§ Kurhcssen.
FC. Kassel. 4. Sept. Der Hilfsheizer Justus Umbach aus Wehlheiden geriet auf dem Bahnhof Unterstadt zwischen die Puffer zweier Wagen und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf verstarb.
FC. Aus dem Regierungsbezirk Kassel, 4. Sept. In samt- lichen Kreisen des Regierungsbezirks sind im Monat Juli d. I., wie in den bett>en Vorjahren, Ziegenlämmermärkte abgehalten worden. Der Gesamtauftrieb auf den Märkten betrug 1935 Tiere gegenüber 1849 in 1917 und 1492 im Jahre 1918. Prämien erhielten 213 Docklämmer 1846 Mark und 1816 Zisv genlämmer 6661 Mark. Im Ganzen sind 9976 Mark Prämien gegen 8442 Mark im Vorjahr ausgezahlt worden.
Aus der Pfalz.
FC. Aus der Pfalz. 6. Sept. Don ruchloser Hand wurden dem Landwirt Karl Poth in Harxheim 300 Weinstöcke abge- schnitten. Der Schien beträgt 10 000 Mark. Für die Namhaft- machung des Täters ist eine Belohnung von 1000 Mark aus» gesetzt.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otta H i r s ch e l, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner, Fiiedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung-, A- G.. Friedberg iJ*


