Ausgabe 
2.9.1918
 
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trewL, Malz. Hopfen, Vieh und' forstwirtschaftliche Erzeugnisse mindestens auf der jetzigen Höhe bleiben. Dieser Zollschutz ist sur die Erhaltung unserer Landwirtschaft und die Sicherung der Volksernährung durch die einheimische Erzeugung unbedingt notwendig. Dabei muß berücksichtigt werden, daß die Steige­rung der Erzeugungskosten und die Entwertung des Geldes schon an sich eine Abschwächung der Wirkung des Zollschutzes zur Folge haben.

Für die Ereignisse des Weinbaues ist ebenfalls ein den ungünstigen Produktionsbedingungen entsprechender Zollschutz er­forderlich. Die Bestrebungen der ungarischen Mühlenindustrie, auf dem Wege des Einftchrscheinsystems die Mehlausfuhr zu be­günstigen, sind als Gefährdung der Interessen unseres Getreide­baues und unserer Mühlenindusirie zu bekämpfen. Im In- tereffe des Viehstandes ist ferner auch jede Abschwächung des Viehseuchenschutzes unbedingt abzulehnen.

Rkiie v. Muhrs nach Men.

Berlin, 1. Sept. <WB.) Der Staatssekretär des Aus­wärtigen v. Hrntze begibt sicst. wie wir hören, am Montag zu politischen Besprechungen nach Wien.

Ausdehnung der DerßcherWgspßicht für AnaeKeüie.

Berlin, 30. August. (WB. Amtlich.) Der Bundesrat hat eine neue Verordnung über die Ausdehnung der Versicherungs­pflicht in der Angestelltenversicherung erlaffen. Danach bleiben Angestellte, die aus der Versicherungspflicht wegen Ueberfchrei- tens der Gehaltsgrenze von 5000 Mark ausscheiden würden, bis auf weiteres versichsrungspflichtig. solange ihr Jahresarbeits- verdienst 7000 Mark nicht übersteigt. Angestellte, die nach dem 1. August 1914 versicherungsfrei wurden, weil ihr Iahresar. beitsverdienst über 5000 Mark betrug, werden mit Anfang des Monats, der auf Verkündung der Verordnung folgt, wieder ver- sicherungspflchtig, sofern ihr Iahresarbeitsverdienst nicht über 7000 Merk hinausgeht. Von den Rechten der freiwilligen Ver­sicherung für die Zurückliegende Zeit kann Gebrauch gemacht werden. Diese Beitrage werden unter gewissen Voraussetzungen als Pflichtbeiträge im Sinne des § 48 des Versicherungsgesetzes angesehen. Außerdem besteht für Angestellte die Berechtigung sich auch dann freiwillig weiter zu versichern, wenn sich ihr Iah- resarbeitsverdiewst auf über 7000 Mark erhöht oder erhöht hat.

DgU fiitfrisaiioiiöliöiiniö geheilt

ist ein nach Amerika ausgewanderier deutscher Sozialde-nokrat, deffen achtjährige Erfahrungen im Dollarlande in gewerkschaft­lichen Blättern veröffentlicht werden. Wir entnehmen einige besonders markante Stellen derBuchbinderzeitung". So spricht er besonders eindringlich über die Pflicht der Landesverteidig­ung zur Behauptung desPlatzes an der Sonne" gerade unter dem Gesichtspunkte der Arbeiterintereffen und schreibt:

Seit langen Jahren wandern nur noch Italiener und Slawen ein. Und das wird noch viel zu wenig beachtet, denn man täusche sich nicht: Diese Leute und ihre Nachkommen sind die zukünftigen Bürger Amerikas. Sie bringen den Haß de, Slawen gegen alles, was deutsch ist, mit.

Die Stimmung diesem Völker kommt in der amerikanischen Politik gegen uns zum Ausdruck. Den nur 8 Millionen deut. scheu stehen schon 20 Millionen Slawen gegenüber, samt Italie­nern. Franzosen. Engländern und anderen Gegnern des deut­schen Gedankens in der Welt. Jede Nation sondert sich hier von den andern ab. Ueberall in den Städten gibt's deutsche Vier­tel, wie Ruffen-, Juden-, Italiener-Viertel usiv. Es ist eben nicht so einfach, nationale Gegensätze zu überbrücken, wie viele internationale Mundhelden, die nie im Auslande ihr Brot ver­dient haben, gerade heute dem deutschen Arbeiter einreden wollen.

Auch in der deutschen Heimat versucht eine kleine Eligue von Parteigenoffen, unter Vorspiegelung internationaler In­dessen. gegen unsere Teilnahme im Kampf für unsere Eristcnz Stimmung zu machen. Vis jetzt, und hoffentlich auch ferner­hin, ohne nennenswerten Erfolg. Glaubt man. daß sie die Taktik dieser Clique verantworten können vor denen, die im Schützengraben sterbend ftir sie kämpfen, oder später vor denen, die nach Beendigung des Krieges wieder in unsere Reiben treten?

Unsere Parteigenoffen können deshalb gar nicht anders, als in dieser ernsten Zeit dem Vaterlande die Mittel bewilligen, vie zur Durchhaltung dieses Kampfes erforderlich sind. Wir müsien absolut erreichen, daß auch uns ein Platz an der Sonne gemährt wird. Heute mutz der deutsche Arbeiter, der tüchtigste Mensch, für andere Nationen fronen, wenn er ins Ausland geht, während der Engländer in Afrika und in Nordamerika, in Australien und in Indien überall zuhause ist. Wer beansprucht alles und verwehrt uns das Recht, Welthandel zu treiben? England.

Glauben Sie nur nicht, daß in einem besiegten Deutschland und Oesterreich-Ungarn eine Arbeiterbewegung wie bisher mög­lich fein wird: nein, nur günstige Warenausfuhr und Nohmate- rtaleinfuhr schafft uns günfttge Arbeitsverhältnisse, und das ist es ja gerade, wovon man uus ausschließen will.

Di-ese Anschauung eines Mannes, der sich in der Welt um­gesehen hat. mag zu den gekünstelten Konstruktionen der Haase und Genoffen von der internationalen Verbrüderung schlecht paffen: sie hat aber den Boden der realen Tatsachen vor ihnen voraus.

Nom Felde

der Ehre.

Gelnhaar. Der LanÄsturmmann Karl Scherer, Land­wirt von hier, erhielt dir Hessische Tapferkeitsmederille,

Ans der Uetmaf.

FriedöerL- Von zuständiger Stelle erhalten wtr folgende Zuschrift: Bezüglich des Arttkels in Nr. 201 Ihrer Zeitung

Segen der Zwangswirtschaft" über Speckmanko, teilen wir mit, daß die Angaben nicht der Nichtigkeit entsprechen. Speck fehlte überhaupt nicht. An Ueb-erschußfleisch sollten zirka 35 Zentner an die Zivilbevölkerung verteilt werden, betz der Abgabe stellte sich heraus, daß der Vorrat nicht mehr soviel bettug, da ein großer Teil an die Metzger-Innung und an den Lebensmittel- Ausschuß dahier abgegeben worden war. Diese Abgabe war bei der Angabe des zur Verfügung stehenden Vorrats nicht be­rücksichtigt worden. Die bei der Verteilung nicht berücksichtigten 4 Schlachtbezirke wurden vergangene Woche bereits zur Hälfte beliefert, die andere Hälfte wird in den nächsten Tagen belie­fert. Von einem Verschwinden von Speck oder Ueberschußsleisch kann sonach keine Rede sein.

Betr. Unterhaltung der Kreisftraßen. In der jetzigen düngerarmii Zeit erscheint es im Intereffe der Landwirte, da­rauf hinMweifen, daß in den bei den Unterhaltungsarbeiten an den Landstraßen sich oft in großen Mengen ergebenden Erd- und Abraummaffen, wie sie besonders im Herbst bei dem Aus­heben von Gräben sowie dem Reinigen der Fahrbahnen und Seitenpfade reichlich zur Verfiigung stehen, große Dungwerie enthalten sind, die die Landwirte sich nicht entgehen laffen soll­ten. In den Gräben schlämmen sich die Verwitt-erungsprodukte der Sttatzenbefestigungen, der Bankette und Böschungen, tierische Abfälle usw. in feinsten Teilchen zusammen und bilden dort den besten frvchtb afften Humusboden. Die Schlammaffen von den Fahrbahnen enthalten neben der von den Feldwegen herausge- flößten und geschleppten wertvollen Ackererde dieselben Bet- witterungsprodukte. Die Aushuberde aus den Gräben, von den Seitenpfaden - und den Böschungen läßt sich mit Vorteil , sofort und unmittelbar als fruchtbare Ackererde verwenden, während der Abzug von den Fahrbahnen und die aus Gräben und Böschungen stammenden Kräuter und Wurzeln vorteilhaft erst in Komposthaufen zu Dünger verarbeitet werden. Es konitte an vielen Kreisftraßen im hiesigen Kreise deutlich be­obachtet werden, daß gerade dort, wo die aus den Straßen­gräben, von den Banketten und Böschungen stammende Aus­huberde auf die Grundstücke entlang der Straße an bei Graben- kante abgeworfen und in dem der Sttoße angrenzenden Grund, stücksstreisen landwirtschaftlich verarbeitet worden war, die Feld- früchte (Getreide, Hackfrüchte, Klee und Gras) in die Augen springend höher, fetter und ertragreicher gediehen waren als auf den kurz dahinter unmittelbar sich anschließenden restlichen Grundstücksflächen, sodaß nun die betteffenden Landwirte größ­ten Wert aus diese sich bei den Strrßenunterhaltungsarbeiten ergebenden fruchtbaren Abraum- und dlushubmaffen legten. Da in jedem Herbst immer wieder solche llnterhaltnngsarbeiten auf den Kreisstraßen in regelmäßiger Wiederkehr vorgenommen werden, sei jetzt hieraus besonders aufmerksam gemacht, damit die interessierten Grundstücksbesitzer sich diese wesentlichen Dung­werte nicht entgehen laffen.

Zugochsen-Versteigerung. Am nächsten Mittwoch, den 4. September vormittags 10 Uhr, findet auf Schloß Kranich- stein eine Versteigerung von 60 Zugochsen statt, an der nur hessische Landwirte teilnehmen dürfen.' Es sei hierauf noch einmal besonders hingewiesen. Näheres siehe die betreffende Anzeige.

Oelmühlen. Die Bewohner des Kreises Friedberg, welche zum Schlagen von Oel berechtigt sind, können dies nun in den Schlagmühlen des Kreises Gießen tun. Sie haben das Recht, auf einer der dortigen Oelmühlen schlagen zu laffen und müssen den Namen der Oelmüllcr angeben, der auf den Schlagschein geschrieben wird. Die Oelmühlen des Kreises Gießen liegen zum Glück fast alle an Bahnstationen. Die Namen ihrer Be­sitzer sind folgende: Möser in Gießen, Carle in Daubringen bei Lollar, Schuch und Wolf in Treis a. d. Lda., Frey und Wagner in Allendorf a. d. Lda., Becker in Londorf 2 . d. Lda., Vräuning und Bopp in Harbach, Schmidt, Will und Hillebrecht in Großen- bufeck, Gerhard und Haas in Steinbach, Binding in Oberbes­singen. Da im Kreis Gießen im Gegensatz zum Kreise Fried­berg bis jetzt nur sehr wenig Schlagscheine ausgestellt sind, habere auch die Oelmüller noch wenig zu tun, was sich die Sa­menzüchter des.Kreises Friedberg zu Nutze machen sollten.

Allenöorf. Seit zwei Monaten steht im Kreis Gießen neu­geernteter Samen zum Schlagen bereit, seit zwei Monaten dür­fen die Samenbauer nicht Oel schlagen laffen, weil, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, ihnen bis jetzt immer noch keine Schlagscheine behändigt sind. Seit zwet Monaten haben die Oelmüller nichts zu tun gehabt, läuft ihre Wasserkraft unge­nutzt fort, entsteht ihnen großer Schaden, müffen die Samen­züchter auf Oel warten. Da der Samenbau sich überaus ver­mehrt hat, werden dte Schlagmühlen, zumal der Bauer mit dem Schlagen nur auf eine bestimmte Mühle angewiesen ist, die ein- gelieferten Samenmengen beim besten Willen nicht bewältigen kpnnen und wenn die Bucyeckernernte kommt, wird erst recht eine Notlage eintreten.

Aus Starkrnburg.

FC. Vensheim, 30. August. Ein Revisionsbeamter der Hessischen Landes-Obststelle waltete gestern auf dem hiesigen Bahnhof seines Amtes. Er ließ einen Korb, der mit Falläpfel deklariert war, öffnen und hierbei stellte sich heraus, daß der Korb statt Falläpfel drewiertel Zentner ftifches, fachmännisch geschlachtetes Schweinefleisch, das nach Frankfurt gehen sollte, enthielt. Die Absender, zwei hiesige Geschäftsleute, wurden in. haftiert, da die Vermutung nahe liegt, daß sie von hier aus einen schwunghaften Handel auch mit Butter und Eier getrieben haben.

AuS Hrffeu.Raffau.

FC. Wiesbaden, 28. August. Im Gasthaus zum Bären in Höchst a. M. traf'im April d. Js. der Tagelöhner Blasius Füller aus Sossenheim mit den Tagelöhnern Hepp und Hofmann zusammen. Man kneipte bis zum spaten Abend und marschierte dann selbander gen Sossenheim, wo Hepp dem Landwirt

Jakob Klees ein vtind im Werte von 500 Matt aus dem Stalle holte. Auf einer nahen Wiese wurde das Tier abgestochen und abgezogen, das Fleisch in Säcke verpackt und nach Höchst geschafft. Vor dem dortigen Schöffengericht hatte sich der Tagelöhner Füller dann wegen dieses Diebstahls und der Schwarzschlachtunq zu verantworten, doch wurde die Sache wegen Unzu- ständigkeit an die Strafkammer Wiesbaden verwiesen. Heute stand Füller vor dem Fünfmännergericht. Er schützt totale Trunkenheit vor und wollte von der Tat keinen Deut wissen. Alle Schuld schob er auf seine beiden Komplizen. Um diese zu vernehmen verfiel die Sache bereits schon einmal der Vettagung. Die inzwischen stattgehabte Vernehmung von Hepp und Hofmann ergab jedoch nichts Entlastendes und das Ge­richt ging über den Antrag des Staatsanwalts von sechs Monaten hinaus und erkannte gegen Füller wegen schweren Diebstahl auf neun Monate Gefängnis. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß der Entschuldigungsgrund des Füller, totale Betrunken­heit, heute in der schweren und ernsten Zeit nicht gelten könnte, vielmehr belaste er ihn. Lediglich dem Um­stand, daß Füller Kriegsinvalide, verdanke er eine mildere Beurteilung der Tat.

FC. Wiesbaden, 29. August. Auf dem hiesigen Pferdedepot wurden vor einiger Zeit größere Mengen Hafer gestohlen. Die Polizei bekam Wind, daß bte Frau des Eifenbahnrangiermeifters August Schlotter dahier so zu sagen in Hafer schwimme und faßte auch eines Tages den kleinen Schlotter ab. als er ein Säck. chsn Hafer zum Quetschen für Haferflocken wegbringen wollte. Eine Haussuchung war die Folge. Und siehe da, auf einem Zwischenboden über dem Stall kamen etwa 4 Zentner Hafer zum Vorschein, die aus dem Pfsrdedepot stammten. Die Untersuch, ung ergab, daß diesen eine Militärperson, der der Hafer unter­stand, beiseite geschafft hatte. Wegen Hehlerei diktierten die Schöffen der Frau Schlotter 5 Tage Gefängnis zu.

FC. Wiesbaden, 29. Aug. Bei der Post war die 23jährige Margarthe Raab aus Niedernhausen i. Ts. als Briefträgerin durch Handschlag verpflichtet und angestellt worden. Eine große Anzahl Bewohner der hiesigen Westendfttaße mußten die Wahr­nehmung machen, daß Feldpostpackete aus dem Feld sie niemals erreichten. Es wurde mit der Zeit festgestellt, daß die Raab aus fünf Feldpostpaketchen Butter, Wurst. Zucker. Lebkuchen u. f. w. sich angeeignet hatte. Da sie von ihrem Ueberfluß an Le­bensmitteln oft Kollegen noch abgab. wurde angenommen, daß es nicht bet diesen fünf Paketchen geblieben ist. Das Schöffen­gericht ging aber in diesem Fall über das Mindestmaß hinaus, da drei Monate nicht als ausreichende Sühne für die verwerf­liche und frivole Handlungsweise der Angeklagten angesehen werden kann. Sie erhielt deshalb eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten.

FC. Wiesbaden, 30. August. Vor einiger Zeit wurden aus ein-em Geschäft der Wellritzstraße dahier mittels Einbruch zwei Kisten Oelsardinen gestohlen. Die Arbeiter Heinrich Lenz und Heinrich Wüst von hier, die eine ganze Anzahl ähnlicher Ein­brüche verübt, kamen in den Verdacht, und wurde ihnen der Diebstahl auf den Kopf zugesagt. Lenz steht jetzt beim Militär und so hatte sich Must heute allein vor der Strafkammer des­halb zu verantworten. Festgestellt war, daß Wust um diese Zeit Oelsardinen an dos Spezereigeschäft Henrich in der Blücher­straße abgesetzt hatte, weshalb Frau Henrich wegen Hehlerei vor den Gerichtsschranken stand. Wüst erhielt wegen schweren Diebstaihls eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Frau Hen. rich erzielte einen Freispruch, da nicht einwandfrei festgestellt werden konnte, daß die von Wüst bezogenen Sardinen, der an­gab. dieselben von einem Bürgermeister erstanden zu haben dieselben gewesen, die Wüst in fraglicher Nacht gestohlen hatte

FC. Wiesbaden, 30. August. Diebe drangen in der ver­gangenen Nacht in das Besitztum des hiesigen evangelischen Ret­tungshauses ein, um Schweine zu stehlen. Die Tiere machten aber einen solchen Höllenlärm, daß der Anstaltsleiter geweckt wurde, bei deffen Erscheinen die Diebe die Flucht ergriffen. Ein Schwein hatten die Spitzbuben schon abgestochen.

FC. Schierstem, 30. August. Zwei Frauen aus Mainz kamen in die Hofraite eines hiesigen Landwirtes und wollten Kartoffeln kaufen. Als die anwesende Tochter auf einige Augenblicke das Zimmer verließ, verschwanden die beiden M^in- zerinnen und hießen einen Sack mit Kartoffeln mitgehen. Die Diebinnen wurden verhaftet.

Aus Rheinbellen.

FC. Mainz» 30. August. Der Junge, der bei dem Zusam­menstoß der Elektrischen mit einem Kastenwagen in der Augusti­nerstraße den Tod erlitt, ist der neuneinhalbjährige Sohn des rm Felde stehenden Lackierers Diehl in der Holzstratze dahier. Ein Metzgermeister von Wiesbaden kassierte hier und in den Orten der Umgegend einen größeren Geldbetrag ein. Rach die­ser Arbeit besuchte er eine Wirtschaft mit Damenbedienung da­hier. Als er in der Frühe erwachte, war ihm seine Brieftasche mit 1500 Mark, seine Handtasche und Hut abhanden gekommen.

Aus Kurhesscn.

FC. Aus Niederheffen, 30. August. Einen feisten kapitalen Zwölfender, im Gewicht von dreieinhalb Zentner aufgebrochen, erlegte der Forstaufseher Fritz Deist im Walde von Haffelbach. Der Forstaufseher hat rm Laufe des letzten Jahres außerdem zehn Wildsauen zur Strecke gebracht, und den Wildschaden da­durch erheblich verringert.

FC. Aus der Pfalz, 29. Aug. In die Wohnung des Rangiermeisters Hery in Böhl wurde eingebrochen und 2860 Mark, 20 Pfund Weckmehl und Wurst gestohlen. Weil sie Angft vor dem verhungern hatte, erhängte sich in Edesheim die ledige 62 jährige Emilie Hornung, die ein Vermögen von 40 000 Mark hinterlassen hat.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: O tte H i r s ch e I, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyne r, Fiiedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung-,

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