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Verfemt.
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N ö m fl n von Anny W o t he.
Nachdruck verboten.
11. Kapitel.
Maisonnenschein faß über dem Grunewald. An allen Tan- n>en und Fichten lichtgrüne Spitzen und in schimmernden Moo^ sen die weißen Sterne der ersten Erdbeerblüten. Ein warmer, würziger Duft flog wie eine Molke durch die maigvüne Welt und hüllte alles in eine brütende Schwüle. Käfer surrten im Eva-fe, und Schmetterlinge taumelten trage durch die blaue Luft, und die weißen Schwäne auf dem blauen See tauchfan tief ihre schlanken Hälse in die kühle Flut, auf deren krausen Wellen tausend Sonenlichter schillerten.
Den moosigen Waldweg entlang, der um den Evunewald- see herum führte, schritt eine schlanke Frauengestalt. In ihren braunen Haarwellen, die unter einem großen mit weißen Mohn- llüten geschmückten Strohhut hervorquollen, spielten auch die Sonnenlia)ter, und in ihren seegrünen Augen tanzten goldene Funken.
Mirena nahm nachlässig das weiße Gewand enger zusammen und spähte forschend in die Ferne.
„Merkwürdig, wenn er von der Bahn kommt, kann er keinen anderen als diesen Weg nehmen, und doch harre ich nun schon den dritten Tag vergeblich auf ihn. Es wird nachgerade langweilig, abgesehen davon, daß es auch sehr ermüdend bei der £ yr:iw, ^ lCt stundenlang spazieren zu gehen. Ah, da ist er.
Aber wenn die Augen auch jubelnd aufblihten, keine Bewegung bekundete, daß sie die in der Ferne austauchende Männernestalt gesehen. Anscheinend gleichmüttg prüfte sie ringsumher den moosigen Waldboden. um sich endlich, nachdem sie die verschiedensten Lagerplätze erprobt, lang am Boden auszusttecken um. nachdem sie den Hut von dem weichen Lockenhaare genom.' men. anstpeinenid gedankenlos unter dem roten Schirme in die s°n^flimm-rwde J?uft ju starren. Tine Weil- lug sie ^ still mit klopfenden, Her^n und lauschte auf das N-iherkvmmen der isairitte, die sie so heiß ersehnte.
_ Wenn er voriibevging? Wenn er sie gor nicht bemerkte' ST.« ?l tD ‘ tT Ct mußte sie sehen. Jetzt klanff der
~ ieS * mu6fc CI 8^3 nahe sein r * ~ OT Fte bemerkt? Mirena
Mmjrite in die Sonn«, aber sie wandte den Blick nicht dem
und sie eine ganie ^eii7stumm ^, £'. ,^b -ch wandte sie, langsam den Blick, aber welch
iet mt vot ^ M »Nb auf
Ho>l«ers Antlitz «berflog eine helle Röte. Tr nahm den «rohen, weißen Pananiastrohhnt von der vom Laufen erhitzten Stirn und sagte im Kampfe zwischen Lachen und Aerqer' Das muß ich sagen, finde ich toll. Wie ich da fo genrlltl.ch um den &et färeite und den roten Sonnenschirm zwischen den Bäumen austauchen sah. denke ich: Nanu, was ist denn das für ein vZ tucftes Frauenzimmer - verzeihen Sie, Frau Gräfin - das
Mir» Verlobung beehren sich anzuzeige»
hkr mutterseelenallein iw Walde Mmfpaziert = und wie ich «aber komme. Eie könen sich meinen Schreck vorstellen, find
Eie es selbst."
„Das Vergnügen werden Sie wohl noch öfter haben, mein werter Herr THoresen," sagte Mirena, ohne ihre nachlässige Stellung im geringsten -u verändern und lächelnd in die Sonne schauend.
„So," gab Holger gedehnt zitruck. „Wieso denn?"
„Ich bin Ihre Nachbarin, ich wohne hier, und der Weg ist also so gut mein wie Ihr Recht."
„Ach, davon ist ja gar nicht die Rede," entgegnete Holger ärgerlich. „Ich meinte nur, es ist für eine Dame nicht ungefährlich, hier so allein herumzustreifen."
„Natürlich," lächelte Mirena zurück, „wenn es zu solchen Begegnungen Veranlasiung gibt wie eben jetzt."
Holger sah Mirena fast hilflos an. Machte sich diese Frau vielleicht noch über ihn lustig?
„Sie wohnen also hier," sagte er, nur um etwas zu sagen, „dort drüben in der kleinen, weißen Villa? Aga hat mir schon davon erzählt."
„Und Sie haben mir noch nicht mal Ihren nachbarlichen Besuch gemacht," schmollte Mirena und wandte den lockigen Kopf leicht zur Seite, während sie die roten Lippen leicht ge. öffnet hielt und mit einem so sinnverwirrenden Blick zu Holger aufsah, daß er ganz fasiungslos auf.sie hernieder starrte.
„Wie konnte ich denn kommen." sagte er, wie zur Entschuldigung. „Ich war doch in Berlin."
Sie nickte ihm gnädig zu und die weiße Hand zu ihm emporstreckend, sagte sie mit einem betörenden Lächeln: „Aber Sie werden gewiß kommen. Herr THoresen, nicht wahr, recht bald."
„Gewiß, meine gnädige Frau." sagte er. nochmals den Hut lüftend und tief Atem holend, „wenn ich Ihnen angenehm bin."
„Das fragt sich fahr," lächelte Mirena, kokett den Oberkörper ein wenig auftichtend und mit sehnsüchtigen Augen an ihm vorbei über den blauen See starrend. „Zuweilen Haffe ich die Männer und Männergesellschaft, aber zuweilen — da liebe ich sie. Es kommt also sehr darauf an. ob Sie den richtigen Moment treffen."
r*- rc<Inn ^ ^eser?" kragte Holger. ganz dicht an die schone Frau heranttetend und die ansgestreckte Hand erfassend „Warm ist dieser? Vielleicht jetzt?"
Was lag alles in diesem Lächeln der glutroten Lippen? Verheißung und Gewährung und noch etwas anderes, das ihn fast zwang, den schönen Versucherin dort zu Füßen zu sinken uud ihr von Liebe zu stammeln.
Aber er wollte nicht. Alles in ihm bäumte sich dagegen auf. Nicht nur, daß wie eine Erscheinung plötzlich Agas Gestalt so hoch und hehr vor seinem Geiste stand, er wollte auch seiner selbst wegen nicht unterliegen.
Mirena war ttotz der halb geschloffenen Augen kein Zug in Holgers Antlitz entgangen.
„Wollen Eie nicht Platz nehmen," sagte sie, wie milde ans den moorigen Boden ihr zur Seite deutend, „der Tag ist bei kr und Ihr Weg ist noch weit."
»Nein»" wehrte Holger fast erschrocken ab, „ich muß nach Hause, man erwarten mich."
Mirena lächelte in leisem Hohn.
„Sie sürchien sich wohl, Holger THoresen? Ei. ei! Ja, es ist gefährliche Boden hier Der grüne Wald und der blaue See und eine lächelnde Frau dazu, vor der wir am liebsten fliehen möchten. Holger THoresen, Sie starker Mann, zeigen Sie Ihre Kraft, gehen Sie nach aHuse, die Suppe wartet und der Braten verdorrt, so geben Eie doch, was starren S.e mich denn so an? Sind Sie wahnsinnig?"
«Nein, ich bleibe!" Mit diesen Worten hatte sich Holger THoresen an Mirenas Seite auf den Rasen geworfen, ihre Hand ergriffen und heiße Küffe darauf gedrückt.
Ein triumphierendes Leuchten glomm in Mirenas Augen auf.
„Gemach, mein Freund," sagte sie langsam, ein wenig zur Seite rückend und durch diese einzige Bewegung Holger bedeutend, daß er sich zu bescheiden habe. „Sie sollten sich nicht so eilen, zu mir zu kommen, sondern Sie sollten mir morgen zu passender Stunde, schön angetan mit Frack und Zylinder, Ihren Besuch da drüben in der weißen Villa machen und dann av- warten, ob ich Sie für einen der nächsten Abende zum Tee bitte.
Das wäre nett. Nicht wahr? Denken Sie sich. Sie und ich in einem dämmrigen Gartensaal da drüben in der weißen Villa, ganz allein. Die Derandatüren sind weit offen, und der Waldesd-uft flutet herein. Die Teemaschine summt.' und in hohen Vasen duften weiße Lilien. Lieben Sie den Duft? Schwül und berauschend, aber betäubend süß für unsere Träume. Träumen Cie auch? Natürlich. Sie sind ja ein Dichter. Und Sie lesen mir vor. Ihr letztes Werk Draußen fingt die Nach, tigall, und das Schilf rauscht im Winde. Kennen Sie den Sang, wenn das Rohr leise flüstert, und sich schwankend hernieder neigt in die blaue Flut? Und wenn der Mond leise über dem See heraufzieht mtt seinem bleichen Lichte, und es immer stiller und stiller wird, und die Sterne scheinen, dann — Holger THoresen."
„Machen Sie mich nicht wahnsinnig, Mirena." flehte Holger. schwer atmend, „es scheint so. als hätten iSe es darauf abgesehen."
Mirena fachte, ein helles, glockenreines Lachen, und rückte noch etwas weiter von Holgers Seite, während sie aus Erd- beerblnten lässig einen Kranz wand.
..Sie sind mir zu ungestüm, lieber Freund." wehrte sie mit einem reizenden Lächeln.
..Wann darf ich kommen, Gräfin, das Idyll, das Sie so trefflrch nialen. fluszukosten." fragte Holger, nach ihrer Hand haschend und nochmals heiße Küffe darauf drückend.
..Bald, sagte sie verheißungsvoll, und ihre Lippen öffneten sich wie zum Kuffe.
..Heute." drängte Holger leidenschaftlich, „gewiß, heute abend?"
lieber Freund! Morgen." lächelte sie zurück/.,Mor-
„Morgen," sagt« er gedehnt und erhob sich langsam von ihrer Sette.
Hermine Braun Karl Nohl
M, Zt, In Urlaub
Vt»ichelshefm l W., den 26. August 1618.
J
Auf
dem Felde der Ehre fiel unser treues Mitglied
Unteroffizier Friedrich Kitz
bei einem Fel-artillerie-Kegimeiit im Weden,
Inbabkl- des Mernen Kremes 2. Kl. tut* der Deichen Tapferkei»smedMe.
er am Ende des zweiten Dienstjahres stehend, hat
wurde ^ ^ Vaterlands treu gedient, bis auch er von dem Tod gefällt
Wir werden dem lieben Mitglied allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Möge er in Feindesland die ewige Ruhe finden.
Nieder-Rosbach v. d. H., den 26. August 1918.
Turnverein Meder-Rosbach.
Stafil Karte»*!.
Mariechen Hering Otto Müller
Verlobte
tFlonhelm
RhelnhessenJ
August 1918.
Echzell
(Oborhesson)
J
Post
Äeiramitmachnrrg.
Nächsten Mittwoch, den 28. August, vetteilen wir in der alten
jhr„ Vermäh! ig beehren sich an2Uzeigen _
Fritz Kost Marie Kost
geb. Haub.
Burg-GrSfenrode. Nieder-Welsel.
August 1618.
11 ' t'V imi fii'i i '
1 j amleier.
ÄS?
auf Eierkarte blau. Marke 2, 1 Ei zu 32 Pfq. ©säen Borlaae W zu 32 Bescheinigungen, aus Eierkarte rot. Marke 3?1 Ei
WrrrSl 6 sind vorzulegen. Eierkarten ohne die betreffenden
W* mmlot m mt 3Um * C3U9; ^Zeln abgetrennte Marke»
Friedberg, den 24. August 1918.
Der Bürgermeister I. B.: Dam m.
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Das der Stadt Friedberg ge» hörige Erummeigras soll am Dienstag, den 27. Slug. d. Js., versteigert werden und zwar:
vormittags 10 Uhr von den Wiesen der Gemarkung Friedberg im Saale des städtischen Mu'eumsqebäudes (Eingang von der Haagstraße).
vormittags 12 Uhr
von den Wie en der Gemarkung des Stadtteils Fauerbach im Stadthause daielbst.
Fricdberg, den 20. Aiig. 1918.
Der Bürgermeister I. V.: Dam m.
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