Uummer 199
10 Pfennig die Nummer
Montag, den 26. August 1918
11. Ia?;rgmrg.
Ueue Tagesreitr
Die ..L cne Tnyes,eitung" erscheint ,eden Werktag Regelmäßige Beilagen „der Sauer ans Hessen", „die Aplnnssnbe". Bezugspreis: Bei den Poitanstaltcn ocerleljährlich Mk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; dei den '.'leenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägerlodn. Anzeigen: Grundzeile 25 Psg., lokale 20 Big.. Anzeigen von auswans werden durch Postnachnahme erhoben. Enüllungsorr Friedberg. tzchriftleitung und yerlag yliedbera (Hessen), lauaueritraße 12. ^ecmprechsr 48. Posij Ye.k-Louto Nr. 18,3. i rtt Frankfurt a. M.
Auch ver kUßlische PurchdruchMrluch gejcheitert.
Prensteu, Kesten und Württemberger schlugen den Feind zurück. —Schmere feindliche Panzerwagen-Ierluste.
Lieg der Oesterreicher in Albanien, Kernt und Fieri genommen.
W. T. K. Mrotzes Zattptqttartirr. den 24. August Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n.
Dor Engländer bat seine Angriffe nach Norden bis füdöft. lich A r r a s, nach Tilden über die S o m m e hinaus bis Chaul- nes ausgedehnt. Die Armeen der Generale von Below und o. d. Marwitz brachen den Ansturm des an Zahl überlegenen Feindes.
Stärkster Artilleriekampf von Arras bis Ehaulnes leitete mit Tagesanbruch die Schlacht ein. Dem beiderseits von Boyslles vorbrechenden Gegner wichen unsere Vortruppen befehlsgemäß auf Croisilles—St. Leger kämpfend aus. Nordwestlich von Bapaume nahmen wir den Kampf in der Linie St. Heger—Achiet-le-Gvand—Miraumont an. An ihr brachen die Frühangriffe des Feindes zusammen. Am Nachmittag erneuter Ansturm gewann in der Richtung Mory Boden. Preußische Regimenter, aus nordöstlicher Richtung zum Gegenangriff angesetzt, lvarfen den über Mory vorgedrungenen Feind wieder zurück. Die in Richtung Bapaume geführten feindlichen Angriffe drängten unsere Liirien auf Beha-gnies—Pys zurück; hier brachten örtliche Reserven den Feind zum Stehen und schlugen am Abend noch mehrfach wiederholte starke Angriffe ab. Bei. derseits von Miranmont zerschellte viermal wiederholter Ansturm vor unseren Linien. Vizewachtmeister Baurmeister der zweiten Batterie Reserve-Feld-Artillerie-Negiment 21 vernichtete hier mit einem Geschütz allein 6 Panzerwagen des Gegners.
Oestlich von Hamel faßte der Feind auf dem östlichen Ancre- Ufer Fuß. Seine Angriffe aus Albert heraus brachen östlich der Stadt Mammen. Zur Eewinnnug des Anschlusses bei Pys fetzten wir unsere Linie von Miraumont bis östlich Albert von der Ancre ab. Siidlich der Somme schlugen preußische Truppen, die schon am 9. August dort den englischen Durchbruch ver. hinderten, auch gestern die gegen Eappy—Foucaucourt—Der* mandovillers gerichteten englischen Angriffe westlich dieser Linie zurück.
Beiderseits der Avre, an der Oise und Ailette kleinere In- fanterisgefechte. Zwischen Ailette und Aisne setzte der Franzose seine Angriffe fort. Am Vormittage wurden Teilangriffe obgewiefen. Am Abend brach der Feind nach stärkstem Trommelfeuer zu großem einheitlichem Angriff vor; er ist völlig gescheitert. Im Gegenangriff warfen wir den Feind auf seine Ausgangsstellungen zurück. Bereitstellungen und Kolonnen der Gegner wurden in den Schluchten von Vezaponin mit besonderem Erfolge von unseren Schlachtstaffeln angegriffen.
Leutnant Udet errang seinen 59. und 60. Luftsieg. In den letzten Tagen errang Leutnant Laumann feinen 25. und 26., Vizefeldwebel Dörr seinen 22. und 23., Oberleutnant Auffarth seinen 22., Oberleutnant Ereim und Leutnant Büchner ihren 20. Luftsieg.
Der Erst? Gcneralqunrii'krmeifter: Ludendorff.
Abendderichr.
Berlin» 24. August, abends. (WTB. Amtlich.) Kampf Zwischen Scarpe und Somme. Englische Angriffe südöstlich Arras gegen Bapaume scheiterten. Südwestlich Bapaume gewann der Feind östlich Thiepval Boden. Mehrfache englische Angriffe östlich Albert bis zur Somme brachen verlustreich zusammen. Zwischen Ailette und Aisne wurden Angriffe der Franzosen ab- gewiesen.
W. T. Großes Htittp-qrmrUer, der» 23. AttgM Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppen Kronpr inz Rupprecht und B o e h n.
Erfolgreiche Vorfeldkämpfe südwestlich von Vpern. Beiderseits von Bailleul und nördlich des La Bassöe-Kanals schlugen wir feindliche Teilangriffe vor unseren Linien ab.
Zwischen Arras und der Somme setzte der Englärrdor seine Angriffe fort. Starte, von Panzerwagen geführte Infanterie ttieß am frühen Morgen zwischen Neuville und St. Leger vor. Cie brach unter schweren Verlusten vor unseren Linien zusam
men. In St. Leger stehende Posten wichen befehlsgemäß auf die Kampflimen östlich des Ortes aus. Auch vor Mary scheiterten Angriffe oes Feindes. Starke feindliche Kräfte stürmten mehrfach gegen unsere nach den Kämpfen des 23. August westlich Vehagnies-Vapaume-Warlancourt verlaufende Front an. Der Schwerpunkt der Angriffe unter Einsatz zahlreicher Panzerwagen war gegen Bapaume selber gerichtet. Die Angriffe brachen zusammen. Leutnant Eberhard schoß hier in den letzten Tagen acht Panzerwagen zusammen. Gegen unsere von der Ancre abgesetzten Linien drängte der Feind scharf nach und brach am Nachmittag aus Coureelles und Pozieres hinaus zum Angriff gHgen Martinpuin-Dazentin vor. Preußische Truppen stießen im Gegenangriff in dte Flanke des Feindes und warfen ihn über Pozieres hinaus zurück. Von östlich Albert bis zur Somm? suchte der Feind in mehrfachen starken Angriffen unsere Linien zu durchstoßen. In sechsfachem Ansturm gegen die Mitte der Kampffront führte der Feind wieder zahlreiche Panzerwagen voran. Preußen, Hessen und Württemberger schlu- gen den Feind zurück. Sie stießen ihm bis La Boiselle und über die Chauffee Albert-Vraye hinaus nach und fügten ihm schwerste Verluste zu. Die hier nach Abschluß der Kämpfe aus der Eefamffront weit in den Feind hinein vorspringenden Linien wurden während der Nacht zurückverlegt.
Von der Somme bis zur Oise blieb die Eefechtstätigkeit auf Artilleriefeuer und kleinere Znfanteriekämpfe nördlich von Roys und westlich der Oise beschränkt. An der Ailette flaute die Kampftätigkeil ab.
Zwischen Ailette und Aisne folgten gegen Crecyau-Mout und beiderseits von Chavigny heftigem Feuer mehrfache starke, im besonderen bei und südlich von Chavigny in dichten Wellen vorgetragene Angriffe. Sie wurden unter schwersten Verlusten für die Franzosen abgewicsen. Kavallerie-Schützenrogimenter taten sich hierbei besonders hervor.
Unsere Bombengeschwader warfen in der Nacht zum 25. auf Hafenanlagen, Bahnhöfe, militärische Anlagen und Truppen- lagor des Feindes 75,000 Kilogramm Bomben.
Der Erste Gcncralquarticrmcister: Ludendorff.
Adendl-ericht.
Berlin, 25. August, abends. sWTB. Amtlich.) Schwere englische Angriffe zu beiden Seiten von Bapaume. Der mit gewaltigem Kräfteeinsatz versuchte Durchbruch des Feindes ist gescheitert. Eigene Gegenangriffe zur Wiedergewinnung des verlorenen Bodens sind noch im Fortschreiten. Diele zerschosiene Panzerwagen liegen vor und hinter unseren Linien.
Starke Angriffe der Franzosen südlich der Ailette, deren Haupikraft durch eigenen erfolgreichen Angriff gebrochen wurde.
Dev österreichische Generalstab
i==^= meldet:
Wien, 24. August. Amtlich wird verlautbart:
Italienischer Kriogsschcnlplatz: Bozen und Eries wurden in der Nacht zum 23. August von italienischen Fliegern heimge- fucht. Der Feind warf über 30 Bomben ab, tötete mehrere Einwohner und beschädigte das Krankenhaus. An der Front keine größeren Kampfhandlungen.
Albanien: Streitkräfte des Generalobersten von Pflanzer- Baltin haben am 22. August zwischen Berat und Fieri die feindlichen Linien durchstoßen und ihren Angriff bis an die Höhe südlich von Kumari vorgetragen. Gleichzeitig brachen wir nordwestlich von Berat in die italienischen Stellungen ein. Gestern wurden die Erfolge bei Berat erweiterl und heftige Gegenangriffe abgeschlagen. Auch im Eebirgslande von Siloves gewannen unsere braven Truppen Raum. Unsere Flieger bombardierten mit Erfolg die Fluganlagen von Valona.
Der Chef des GeneralstabeS.
*
Wien, 25. August. (WB.) Amtlich wird verlautbari:
Italienischer Kriegsschauplatz: Nichts Neues.
Albanien: Unsere Angriffe schreiten erfolgreich vorwärts.
Nach erbittertem Kampfe find gestern nördlich von Fieri die italienischen Brückenkopsstellungen gefallen. Unsere Truppen haben in der Verfolgung den Semem übersetzt.
Auch bei Berat und im Siloves-Gebirge erzielten wir weitere Fortschritte.
Die Bombenangriffe unserer Flieger auf Valona wurden fortgesetzt. -
Wien, 25. August, abends. (WTB. Nichtamtlich.) Amr. lich wird verlautbart:
Die Truppen des Generalobersten v. Pflanzer-Baltin haben Berat und Fieri genommen
Der Ches des Generaistabes.
Der bliigariscke Gcneralstab ======== meidet: ==,
Sofia, 21. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: In der Moglena-Eegend und südlich von Huma zerstreuten wir durch unser Feuer feindliche Sturmabteilungen, die sich unseren vorgeschobenen Posten zu nähern versuchten. Beiderseits des Wardar hielt die beiderseitige Ar- tillerietätigkeit in bemerkenswerter Stärke an. Auf dem Vor- gelände nördlich des Tahino-Sees zersprengte unsere Artillerie feindliche Erkundungsabteilungen.
Sofia, 24. August. (WB.) Generalstabsberiebt 23. Allgust.
Mazedonische Front: Im Cernabogen nördlich ^
Dorfes Rapescht und westlich vom Dobropolje war das beiderseitige Ai tilleriefeuer zeitweise ziemlich heftig. West- lich des Wardar hielt die beiderseitige Feuertätigkeit mit wechselnder Stärke an. Südlich von Huma zersprengten wir durch Feuer eine feindliche Jnfanterieabteilung, die nach Feuervorbereitung an unsere vorgeschobenen Gräben heranzukommen suchte. Nach viertägiger Artillerievorbereitung griff ein englisches Bataillon unsere vorgeschobenen Posten bei Altschak Mahle an, wurde aber durch unser Feuer zersprengt bevor es unsere Drahtverhaue erreichen konnte. Beiderseits des Wardar südlich von Doiran vertrieben wir mehrere englische Sturmabteilungen. Auf dem Vorgelände westlich von Serres machten unsere Infanteriegruppen griechische Gefangene. Der deutsche Vizefeldwebel Fieseler errang seinen 13. Lufffieg, indem er ein feindliches Flugzeug hinter unseren Stellungen östlich der Cerna abschoß.
15 000 Tonnen versenkt.
Berlin, 24. August. (WB. Amtlich.) An der Ostküste Estlands versenkten unsere U-Boote außer mehreren kleinen Fahrzeugen vier Dampfer, teils aus Geleitzügen heraus, insgesamt 15 000 Brt.
Der Chef des Admiralstabcs der Marine.
Weitere Versenkungen.
Bern. 23. August. (WV.) Der „New-York Herald" läßt sich aus einem Golfhafen berichten: Laut einer hier eingegangenen Privatnachricht wurde der englische Dampfer „Atlantian" torpediert und versenkt. Verluste sind dem Bericht zufolge nicht entstanden. Tag und Unglücksstelle werden nicht angegeben. Das Schiff war mit Munition beladen. Die „Atlantian" hatte ein« Besatzung von 65 Offizieren und Mannschaften und ging am 28. Mai von Europa ab. Ob das Schiff auf dieser Reise versenkt wurde, ist nicht bekannt. Der „Atlantian" gehörte zur Leyland- linie, war ein Schiff von 9399 Raumtonnen und ist im Jahre 1895 gebaut worden. Die hier eingegangenen Drahtungen, die die Versenkung nrelden, enthalten keine Einzelheiten.
Paris, 24. Arlgust. (WB.) Nach einer Meldung des „Temps" wurde der englische Dampfer „Bandy" zwischen Malta und Sizilien torpediert, konnte aber trotz eines großen Leckes auf der Steuerbordseile nach Toulon geführt werden, wo er wieder in Stand gesetzt wird.
Mlge iinlfw LiilißmtkMk.
Berlin, 25. Aug. (WB.) Bei günstigem Wetter fcim* fen unsere Luftstreitkräfte am 21., 22. und 23. August im Kampfe gegen Luft- und gegen Erdziele die Trirppe auf der Erde wirkungsvoll unterstützen. Ein Kraftwagen geschütz vernichtete sieben, eine Jagdstaffel zwei feindliche Panzerwagen. Unsere Bombengeschwader griffen militärische Ziele vor den Hauptkampsfronten mit mehr als 180 Tonnen Sprengstoff an. Bomben wurden u. a. aus dein Bahnhof von Arras, in Compidgne, Les Haies, Avesnes-le-Comte, Pierrefolrds, TracU le-Mont. in Bahnhof und Stadt Vic.


