Ein beinerktliSVeries Itrteil ans Uorvegen.
Kristiania, 18. August. (WB.)' Unter der Ueberschrtft ^Finnisches Problem" verteidigt Hjalmar Krrstensen in einem langen Artikel im „Morgenbladet" die deutsche Ostpolitik und hebt besonders die Bedeutung der Befreiung Finnlands vom russischen Joch für Norwegen hervor. Er führt im einzelnen Lus: Rumänien sei von den Zentralmächten besser behandelt
worden, wie es verdiente. Polen und viele andere unter russischem Joch schmachtende Völkerschaften seien durch Deutschland befreit worden. Die Beschuldigung gegen Deutschland, daß es Polen nicht die deutsch-polnischen Provinzen abtrete, sei lächerlich. Älle befreiten Staaten, besonders Finnland, schuldeten Deutschland Dank. Auch Skandinavien müsse Deutschland danken. daß es chm die moskowitische Bedrohung vom Halse geschafft und ein Wall gegen das Eindringen der bolschewistischen Welle errichtet habe. Deutschland habe starkes Jnteresie an einem starken Skandinavien. Skandinavien ein solches an einem starken Deutschland. Freilich sei durch die Besetzung der Mur- manküste seitens Englands eine Gefahr für Norwegen entstanden und Norwegen leide zur Zeit unter den deutschen Seckriegsmaßnahmen, aber es habe nicht das Recht, die Dienste, die Deutschland ihm geleistet habe und die von weitreichender Bedeutung seien, zu vergesten. Norwegen werde einmal verstehen
Die Krankheit der Kaiserin.
Schloß Wilhelmshöhe, 23. August. (WB.) Das Oberhosmarschallamt gibt folgendes Bulletin aus: Die feit
Jahren bestehenden Herzbeschwerden der Kaiserin haben infolge von Ueberanstrengungen in letzter Zeit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt. Ihre Majestät müssen zurzeit völlige Ruhe halten. Das Befinden hat sich aber bereits gebessert, sodaß zu hoffen ist, daß bei weiterer Schonung der frühere Gesundheitszustand wieder hergestellt werden wird
Schloß Wilhelmshöhe. (gez.) Kraus, Förster.
Verlobung Sroujmn; RiiMchis.
Wie der „B. Z. a. M." gemeldet wird, verlautet in Prien am Chiemsee ziemlich bestimmt, daß sich der bayerische Kronprinz Rupprecht mit einer Tochter des Erherzogs Friedrich verloben wird. Kronprinz Rupprecht weilte mit seinem Sohn vor wenigen Tagen bei seiner Mutter am Chiemsee 311 Besuch, während sich auch Erzherzog Friedrich mit seiner Tochter bei der Königin, die seine Halbschlvester .ist, aufhielt.
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Kronprinz Rupprecht. der im 49. Lebensjahre steht, vermählte sich am 10. Juli 1900 niit der Herzogin Marie Gabriele in Bayern, die am 24. Oktober 1912 in Sorrent verstarb. Airs dieser Ehe stammt der Erbprinz Albrechb -geboren am 3. Mai 1905.
Milchkühe und Schlachtvieh.
& Die „Deutsche Tageszeitung" erhält folgende Zuschrift*.
In Nr. 67 des Kr-eisblattes des Görlitzer Landkreises wurde ibekannt gemacht, die Provrnzialfleischstelle in Breslau habe sich entschlossen, aus den Zuchtgebiete-n Milchvieh noch Schlesien ernzuführen. Da an der Nord- und Ostsee eine Kuh oder Kalbe etwa 1400 Mark koste, sei die Fleischstelle bereit, die Spesen in Höhe von 100 Mark je Rind zu tragen.
Laut Anzeige vom 16. 8. 18 gingen nur 4 Bestellungen ein. Der Landrat hält dies bei den allseitigen Klagen über Eingriffe in den Milchviehbestand für sehr auffallend und sehr bedauerlich.
Im Jnteresie der städtischen Verbraucher — auf ihr Drängen wurde die Zwangswirtschaft eingeführt — ist die geringe Zahl der Anmeldungen allerdings zu beklagen, von der Landwirtschaft kann man jedoch nicht verlangen, sie solle päpstlicher sein als der Papst. Sein Kriegsbeginn wirft man ihr vor. die Er- nährungsverhältnisie wären sehr viel besiere, wenn nicht Unmengen Getreide urib Kartoffeln verfüttert würden. Die Hochschullehrer für landwirtschaftliche Betriebslehre erklärten am 10. Februar 1917, Wandel ließe sich nur durch sachgemäße Preisgestaltung schaffen. Das Kriegsernährungsamt erhöhte daraufhin die Getreidepreife ein wenig, traf aber Maßnahmen, welche
Großhandelspreise für Rinder von 209 auf 101 Mk.. für Schweine von 183 auf 82 Mk. je Ztr. senkten. Heute zahlt der
Kommissionär dem Landwirt bei 5 Prozent Gewichtsabzug 80 Mk. je Ztr. Ein in gutem Futterzustande befindliches, 10 Ztr. schweres Rind bringt demnach 768 Mk., weniger 3 Mk. Schlachtversicherung. Die von der Provinzialfleischstelle angebotenen Tiere kosten im Durchschnitt. 1400 Mk. Gelangen sie nach einiger Zeit zur Enteignung, so beträgt der bare Verlust 1400—765 gleich 635 Mk., den günstigen Fall vorausgesetzt, daß die Tiere beim Ankauf 10 Ztr. wogen. Meist sind sie infolge der derzeitigen Futterverhältnisie leichter.
Früher riß man sich um Nutzvieh. Gegenwärtig machen jedoch nicht nur die Züchter in Ostpreußen, Friesland und Olden, bürg die Erfahrung, die Bauern seien keineswegs alle Millionäre, welche an jedem zngekauften Tier 100 Prozent verlieren können. Auch hier sank seit Jahresfrist die Nachfrage auf den Nullpunkt. Für 765 Mk. läßt sich ein 10 Ztr. schweres Rind wohl enteignen, aber nicht großziehen. Werden solch offensichtliche Härten des zwangsläufigen Systems nicht weggeräumt, so dürften in den Städten milch- und fleischlose Wochen in Bälde die Regel bilden.
Die hier geschilderten Verhältnisie treffen auch bei uns zu, mit dem Unterschied freilich, daß man heute bei uns keine gute Milchkuh mehr für 1400 Mk. erhält. Der Schaden also, Hen der Landwirt erleidet, ist noch größer. Und da wundert man sich, wenn die Milch immer weniger wird!
Ans der Oeimat.
Kriegerkameradschaft Hassia. Unser Landeskriegerverband hat mit seiner Geschäftsstelle eine Beratungsstelle für Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer verbunden, die allgemein, also auch für Nichtmitglieder, zugänglich ist. Schriftliche Anfragen sind an die Geschäftsstelle der Hafsia, Darmstadt, Heinrichstraße 62, zu richten. Mündliche Besprechungen können Montags und Mittwochs von 2—4 Uhr stattfinden.
Sonderkurse. Durch das Prö^inzial-Schulkollegium werden in nächster Zeit voraussichtlich in Frankfurt a. M. Sonderkurse zur Vorbereitung von Kriegsteilnehmern auf die Reifeprüfung abgehalten werden. In erster Linie kommen Kurse für Oberrealschüler mit Obersecundareise und Primareife und Gymnasialschüler mit Primareife in Betracht. Kriegsbeschädigte können Antrag zur Verlegung in ein Frankfurter Lazarett zum Zwecke der Teilnahme an dem Kursus stellen. Kriegsteilnehmer. die noch an derartigen Kursen teilzunehmen wünschen, werden ersucht, sich sobald als möglich bei der Zentralstelle der Lazarett-Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt a. M., Theaterplatz 14, unter Vorlegung des Zeugnisies und einer Bescheinigung über den Heeresdienst melden.
Gummibereifung. Durch die am 29. Mai 1918 in Kraft getretene Bekanntmachung Nr. Gr. 700/5. 18. K. R. A. ist die Benutzung von Gummibereifungen für Kraftfahrzeuge jeder Art nur noch gestattet, wenn eine schriftliche Benutzungserlaubnis der Inspektion der Kraftfahrtruppen in Berlin erteilt ist, und zwar dürfen die Bereifungen nur an zugelasienen Wagen und nur für die Zwecke benutzt werden, für die die Wagen zuge- lasien sind. In der Bekanntmachung war bestimmt, daß die vor dem 29. Mai 1918 erteilten Benutzungserlaubnisscheine nur noch bis zum 15. August 1918 gelten sollten. Diese Frist ist durch eine Nachtragsbekanntmachung Nr. G. 700/8. 18. K. R. A., die am 16. August 1918 in Kraft getreten ist, bis zum 15. Okt. 1918 verlängert worden, sodaß die bis zum 29. Mai 1918 erteilten Erlaubnisscheine bis zum 15. Oktober 1918 gelten. Durch die Bekanntmachung vom 29. Mai 1918 ist ferner eine Anmeldung der Kraftfahrzeug-Gummibereifungen an die technische Abteilung der Inspektion der Kraftsahrtruppen, Gruppe Beschlagnahme, Berlin W. 8, Kraufenstraße 67/68, bis zum 20. Juni 1918 vorgeschrieben. Die Zahl der eingegangenen Anmeldungen gibt Veranlasiung, an eine baldige und vollständige Einreichung der vorgeschriebenen Meldungen zwecks Vermeidung strafrechtlicher Verfolgung zu erinnern. Die Jnnehaltung der ge. gebenen Vorschriften wird demnächst einer eingehenden Nachprüfung unterzogen werden. Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachung ist bei uns einzusehen.
FC. Büdingen, 22. August. Im hiesigen Kreise ist das Pilzsammeln auf Wissen vor ihrer Aberntung verboten worden.
8r. Hanau. 21. August. Die im Alter von 17 bis 20 Jahren stehenden Arbeiter Rudolf Gersting von Oberissigheim (Kr. Hanau), Georg Herbert von Oberau (Kr. Büdingen) und Ant. Heeg von Hösbach bei Aschaffenburg hatten sich vor der hiesigen Ferienstrafkammer zu verantworten. Die drei Burschen waren dahin übereingekommen, jede Achtung vor dem Gesetz und Recht
aufzugeben und sich auf Kosten Anderer das Leben so angenehn^ als möglich zu machen. Gersting kehrte am 19. März d. Js. nicht mehr in seine Dienststelle zurück. Statt den ihm von der Bahn übergebenen Dienstmantel der zuständigen Stelle wieder abzulieforn, überließ er ihn seinem Komplizen Herbert, der ihn ar^egte und damit die Bahnsteigbeamten so zu täuschen verstand, daß er wochenlang ohne Fahrschein, mit zwei auf der Straße gefundenen Ordensbändern des Eisernen Kreuzes und der Hesi. Tapferteitsmedaille im Knopfloch, die Eisenbahn zwischen Frankfurt-Ost und Hanau benutzen konnte. Von ihrem Absteigequartier in Frankfurt aus machten sie ferner, teils gemeinsam, teil» nur zu zweien, Abstecher in die nähere und weitere Umgebung und plünderten die Kleinviehbestände einer Reihe von Personen, aber auch sonst nahmen sie mit, was sie erwischen konnten. Insgesamt fielen ihnen auf diesen Raubzügen 12 Stallhasen, 4 Gänse, Würste, Brot, 30 Pst». Salzfleisch, ein Topf weiße Bohnen, Gänse- und Hühnereier, ein silbernes Zigarrenetuis, eine Brieftasche usw. in die Hände. Gegen Gersting, der noch jugendlich ist, lautete das Urteil wegen der Diebstahls- delikte und Beihilfe zum Betrug auf 9 Monate Gefängnis, gegen Herbert wegen Diebstahls in mehreren Fällen, wegen Betrugs und unbefugten Tragens der Ordensbänder auf 1 Jahr Gefängnis und gegen Heeg unter Einbeziehung einer im vergangenen Jahre von der Strafkammer in Aschaffenburg gegen ihn erkannten Strafe auf 4 Jahre Gefängnis. Gersting und Herbert wurden aus die erkannten Strafen je 3 Monate von der Untersuchungshaft abgerechnet und der gegen Gersting erlaffene Haftbefehl aufgehoben.
FC. Aus Rhcinhesien, 22. August. Der Schluß der Weinberge ist in vielen Eenrarkungen mit Rücksicht auf die gewaltig überhandnehmenden Felddi^srähle schon jetzt verfügt worden.
Evangelische Gemeinde.
, 13. Sonntag nach Trin., 25. August 1918.
Gottesdienst in der Stadtkirche.
Vornlittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Ritter.
Abends 8% Uhr: Herr Pfarrer Diehl. August-
kollekte für die Innere Mission.
Gottesdienst in der Burgkirche..
Vormittags 8 Uhr: Militärgottesdienst. Herr Pfarrer Diehl.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Ritter.
* Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre für die männliche
Jugend. Herr Pfarrer Kleberger.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
Vormittags 10 Uhr. Anschließend Katechismuslehre für die Jünglinge.
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 25. August 1918. 14. Sonntag nach Pfingsten.
Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an.
'VH Uhr Frühmesse.
8 Uhr Militärgottesdienst ^Skngmesse mit Predigt).
,%10 Uhr Hochamt mit Predigt.
Nachmittags 2^4 Uhr Firmungsuntetricht und Armen- seelen-Andacht.
Während der Woche: Um %7 und 7 Uhr hl. Messe.
Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht.
Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Boi> romäus-Bucherei.
Sparet Saatgut!
Das muß in jedem Jahre die Parole unserer Landwirtschaft sein, damit sie ihre große Aufgabe, während der Kriegszeit das deutsche Volk zu ernähren, erfüllen kann. Die Chemie hat uns nicht nur Düngemittel an die Hand gegeben, welche die Ertrag- nisie verdoppelt baben. sie hat uns auch in Co rb in ein Saat- jchutzmittel gebracht, das seit Jahren Tausenden von Landwirten vorzügliche Dienste leistet. Es wird bei der Verwendung des Präparates, das die Chemische Fabrik Ludwig Meyer. Mainz, liefert, Saatgut aeipart und die Aussaat gegen Krähen, Fasanen. Mäuse uiw. geschützt. Außerdem wird nicht nur die Streifenkrankheit der Gerste, sondern auch Steinbrand verhütet, was bei dem Fehlen von Kupfervitriol von großer Bedeutung ist.
Verantwortlich für i^n politischen und lokalen Teil: Otto tzirschel. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der ..Neuen Tageszeitung", A- G.. Friedberg 1 H _
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