Am 20. August griff die französische Division, die gegenwärtig zu den besten Angriffsdivisionen Fachs gehört, und au» drei Bataillonen Alpenjägern besteht, mit Sturmwagen in verzweifelten Stößen im Raum nördlich von Roye an. Ihre Angriffe brachen zum Teil in den Garben unserer Maschinengewehre zusammen. An vier Stellen kam es zu erbitterten Nah- kswpfen, in denen die Deutschen die Oberhand behielten. Die Stellungen blieben restlos in deutscher Hand. Am späten Nachmittage ging hinter dem weichenden Feind die angegriffene Division zum Gegenangriff über und warf die Jäger bis an den Westrand des Bracquemontwaldes zurück, aus dem sich der französische Angriff entwickelt hatte. Erst der Befehl der Führung rief sie wieder in die deutschen Linien zurück. Hundert Gefangene und zahlreiche Maschinengewehre wurden eingebracht und hohe feindliche Brlmste an Toten und Derwundeten festgestellt.
Die Sturmwagen hatten im Kampfe keine große Rolle zu spielen vermocht. Im deutschen Abwehrfeuer zogen sie sich bald zurück. Ueberhaupt hat es den Anschein, als seien die Sturmwagen auf Grund der gemachten Erfahrungen etwas scheuer geworden. Gefangene geben die Verluste ihrer Division in den Kämpfen der letzten Tag« auf 50 v. H. an. Nur zwei Bataillone hätten geringere, da sie bei den Hauptangriffen in der zweiten Linie standen. Die Verluste seien vor allem durch deuffches Maschinengewehrfsuer verursacht worden.
Das Ziel der Angriffe sei, so sagen die Gefangenen, Roye gewesen, das von der 47. Division umfassend genominen werden sollte. Nach Gewinnung der Straße Roye—Liancourt durch Jäger sollte die südliche Anschlußdivision Roye in frontalem Angriff nehmen. Zur Belohnung für die Einnahme von Roye sollte die Division abgelost werden.
Zerschossene Sturmwageu.
Berlin, 23. Aug. (WB.)' Die schwere Niederlage der Engländer vom 22. August kostete sie neben den großen Opfern wiederum eine außerordentlich große Zahl von Sturmwagen, deren Masseneinsatz dem Angreifer den Erfolg verbürgen sollte. Unsere offen auffahrenden Batterien schaffen die vorfahrenden Panzerwagengeschwader zusammen Der Rest machte Kchrt. Allein südlich Moyenneviüe wurden über 50 zerschoffene Sturmwagen gezählt.
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Der Angriff des gesamten französischen Heeres.
9<tag, 22. August. „Algemeen Handelsblad" berichtet aus varis: Der letzte Angriff der Franzosen unter dem Befehl des GeneralsMangin auf einer Front von 30 Kilometer ist. wie der „Matin" schreibt, eitler der größten Angvfffe des Krieges. In allen ruhigen Frontabschnitten hatte man die französischen Truppenverbände zu 60 Prozent durch amerikanische Truppe« ablösen lassen und die gaiye Stoßkraft des ftanzöfifchen Heere» auf die Front Fontenoy-Uibccourt konzentriert. Man wußte durch Fliegerbeobachtung, daß die Deutschen dort systematisch ausgebaute Verteidigungsstellungen bezogen hatten. Die Front mußte zuerst durch heftiges Trommelfeuer fturmretf gemacht werden. Dann ging die französische Infanterie zum Sturm vor. Aber bald mußte man feststellen, daß die Widerstandsfähigkeit des Gegners nicht merklich geschwächt war. Der Widerstand des Gegners war derart, daß es trotz der heftigen Beschießung durch Geschütze aller Kaliber zu außerordentlich heftigen Rahkämpsen kam.
Dünkirchen unter Feuer.
London. 23. August. (WB.) Reuter. In der Nacht vom 22. Zmst 23. August beschossen die Deutschen Dünkirchen aus schwerem Kaliber. Sieben Einwohner wurden getötet und einer (?) verwundet.
Flieger über Paris.
Paris, 22. Aug. (WB.) Agence Havas. Heute morgen 9% Uhr überflogen einige feindliche Flugzeuge auf einem Erkundungsfluge in sehr großer Höhe die Pariser Bann- nreile. Heftig beschossen von unseren Batterien und verfolgt von unseren Abwehrflugzeugen, schwenkten sie nach Norden ab.
Ans meiner Dorfkirche.
Zusammenbruch?
Römer, Kap. 3, 33. 23/24. Es ist hier kein Unterschied, sie find allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung so durch Jesum Christum geschehen ist.
Liebe Gemeinde?
Wie unmodern, wie veraltet sind doch diese Paulusworte! Wie schlagen sie der Grundauffassung neuzeitlicher Wissenschaft vom Weltgeschehen geradezu ins Gesicht. Sie weisen den großen Paulus mit all seiner Verstandsschürfe und seiner weltgeschichtlichen Wirksamkeit aus als ein Kind seiner Zeit/ die noch nichts weiß von dem großen Entwicklungsgedanken, der all unser Denken wie einen roten Faden durchzieht, der uns erzählt, wie die Menschheit, aus niederen Formen emporgestiegen, die Schlacken ihrer vormenschlichen Vergangenheit in sieghaftem Entwicklungsgang mehr und mehr abstreift und der Vollkommen hcit reinen Menschentums entgegcnreift! . . . Halt, lieber Freund, ich bitte dich, hör auf, und sieh erst einmal mit klaren Augen um dich? Wo ist denn die vielgerühmte „Entwicklung"? Ja eine Entwicklung sehen wir, und die macht, daß uns schaudernd tu Haare sich sträuben! Siehst du es nicht allüberall um dich, wie die Flut der Sünde wächst, sehen wie unter hochtönenden Worten sich abgrundtiefe Verdorbenheit auftut. sehen wie
Wanguss ans pimaiklis und Zveibrücken.
Karlsruhe, 28. August. Amtlich wird gemeldet: Ein heute nacht erfolgter Angriff einiger feindlicher Flieger auf die offe- nen Städte Pirmasens und Zweibrücken, bei dem eine beschränkte Anzahl Bomben abgeworfen wurde, hat einigen Sachschaden verursacht. Leider wurden in Pirmasens auch einige Personen verletzt. Ein Flugzeug wurde brennend abgeschossen.
FlttMimimiehimilMn in der Adria.
Wien, 23. August. (WB.) Die MarineseMon des Kriegsministeriums verlautbart: Eine Abteilung unserer Seeflug-
zeuige belegte am 21. August abends die italienische Flugzeug- ftation Porto Corsuli mit sehr gutem Erfolg mit Bomben und stellte zahlreiche Bombentreffer in Flugzeughallen und Baracken fest. Alle Flugzeuge sind eingerückt.
Das Flugfeld am Lido bei Venedig und feindliche Baracken- lager im Linienabschnitt der Piave wurden wiederholt von unseren Fliegern ohne eigene Verluste angegriffen.
Feindliche Flugzeuge entwickelten am 21. August und in der darauf folgenden Nacht ein« sehr rege Tätigkeit in der Nordadria. Pola wurde in zwei nätchtlichen Angriffen mit Bomben beworfen, wobei der erste Angriff keinerlei Erfolg hatte, der zweite unbedeutenden Sachschaden verursachte. Einige Ge- ftrüppbrande im Gelände erstickten bald. In Fasana wurden zwei Privathäuser beschädigt und mehrere Zivilpersonen verletzt.
Einer unserer Jagdflieger schoß am 21. August im Quftkamps in der Nordadria ein italienisches Seekampfflugzeug ab.
Die ößirribnililtff! Trnppcn in FrankM.
In der Entente-Presse sind in der letzten Zeit besonders phantastische Angaben über die Anzahl der amerikanischen Truppen in Frankreich veröffentlicht worden. Diese Angaben verstiegen sich bis zu einer Höhe von 2 600 000 Mann. In Deutschland haben solche Zahlen ein großes Kopffchütteln er&gi. Nun hat am 18. Juli der amerikanische Kriegsminister Baker erklärt, daß sich jetzt rund iy t Million Amerikaner auf französischem, Boden befänden. Diese Zahl hat wohl einige Wahrscheinlichkeit für sich, wenigstens deckt sie sich auch durchaus mit den deutschen Berechnungen. Schon im Jahre 1917 nahm man an, daß bis zum Mai d. I. 500 000 Amerikaner sich an der französischen Front befinden Knuten. Dem entspricht die Zahl der amerikanischen Frontsoldaten, die sich auf ungefähr 700 000 beziffern läßt. Die übrigen amerikanischen Mannschaften sind technisches Personal, Krankenpfleger usw. Die amerikanischen Truppen sind in 31 Divisionen eingekeilt, 17 davon sind bis j^t an der Frontlinie festgestellt; und weitere 5 stehen m Reserve an der Front, während der Rest im Hiuterlande sich beschäftigt. In Deutschland hat man zu keiner Zeit die Möglichkeit des Auftretens amerikanischer Truppen an der Westfront in Zweifel gezogen, nur hat man sich nicht von den amerikanischen Riesenzah« ten imponieren lassen. Zahlen, die allerdings heute mehr noch auf Kosten der Entente, als eigentlich auf Kosten Amerikas zu setzen sind.
Obttst Etzli iibrr das ammknnilche Jjffr.
Basel, 20. August. In einer Antwort aus gegen ihn gerichtete Angriffe schreibt der Militärkritiker der „Basler Rachr.", Oberst Egli u. a. folgendes: „Ich habe auch heute noch die
Ueberzeu-gung, daß es auch den Amerikanern unmöglich ist, eine für den Angriff großen Stils und den Bewegungskrieg brauch, bare Armee noch vor Kriegsende zu schaffen. Es werden Millionen amerikanischer Soldaten und Rekruten in Frankreich sein, aber kein amerikanisches Heer. Mit dieser Meinung bin ich nicht allein, es gibt auch hochgestellte französische Offiziere, die ich natürlich nicht nennen darf, die diese Meinung haben und daher keine sehr große Hoffnung auf die amerikanische Hilfe setzen."
Amklikamlchk ürolinngrn gram Spanien.
Der Madrider Korrespondent der .,K. Ztg." meldet unterm 10. August: Der spanischen Presse ij* ein halbamtliches, Drohungen enthaltendes Telegramm aus Washington zugegangen, das sehr verstimmte. Amerika macht darin Spanien den Borwurf, Washington habe die Ausfuhr von fünfmal mehr Waren
sich Sünde und Laster, Geldgier und Ichsucht mit einer Schamlosigkeit an den Tag wagen, wie wir es noch vor wenig Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Sind das die kärglichen Schlacken der Vergangenheit? Nem, das ist die Sünde, die wie ein reizender Strom wieder einmal über die Menschheit geht, und allen menschlichen Widerstand hohnlachend nieder- reißt! Wir sehen es vor Augen, wie unsere ganze Welt, unsere vielgerühmte Kultur von dieser schrecklichen Macht in den Abgrund geschwemmt wird. Und wie ist es mit uns selber? Komm, tritt her und hebe die Hand und sprich: ich bin frei von der Sünde unserer Zeit, frei in meinem Tun, frei in mei. nem Herzen! Ich weiß nichts von der Ichsucht, die zuerst an sich selber denkt, nichts von der Kleinheit und Feigheit der Gesinnung, die sich hinter großen Worten zu verbergen sucht! Sprich so, wenn du es wagst! Aber ich weiß, du wagst es nicht, du weißt, dein eigen Gewissen würde dir flammend ins Gesicht schlagen, und unser Bibelwort würde vor dich hintreten und nur ein Wort sprechen: Lügner! Wer hat nun recht? Der
neuzeitliche Entwicklungsgedanke!, oder der veraltete Paulus? Es ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder!
Aber wo soll das nun hingehen? Wenn das richtig ist — und wir wissen, wie fiirchterlich richtig es ist — dann stehen wir doch unweigerlich vor dom glatten Zusammenbruch l Was dann?
Sieh, hier auf unserem Altar steht ein Ding, dessen Anblick den meisten Men/schen so alltäglich nst, daß sie gar nicht mehr
gestattet, als das neue Handelsabkommen ausbedinge. Diie spanische Regierung solle doch den Wortlaut des Abkommens veröffentlichen. Amerika müsse von den spanischen Reedern dringend verlangen, daß sie häufiger, als es geschehen sei, die amerikanischen Häfen anlaufen. Weiterhin müsse die spanisch« Regierung dafür sorgen, daß der Tauchbootkrieg an den Küsten Spaniens aufhöre. Die „K. Ztg." erklärt, Spanien erhält' mit der halbamtlichen amerikanischen Drahtnote die Quittung für seine Nachgiebigkeit gegen die Verba ndsmächte. Es soll seine Schiffe in den amerikanischen Häsen aufs Spiel setzen, schrittweise in den Krieg mit den Mittelmächten gedrängt und zum bedingungslosen Etappenlager der Derbandsmächte gestempelt werden.
Deutschland und Spanien.
Die spanische Regierung hat sich in freundschaftlicher Weise» wie früher schon, an die kaiserlich deutsche Regierung gewandt, um sie darauf aufmerksam zu machen, daß eine Reduzierung ihrer Tonnage auf die äußerste Grenze de» dringendsten Bedürfnisse, daß die Sorge, der Handelsmarine Mittel und Wege zum Schutze ihrer Flagge zu versckmffen. und daß die Zentralisation des Seehandsls unter der Mitwirkung der Regie, rung diese nötigten, im Falle einer neuen Versenkung den verloren gegangenen Tonnengehalt durch einen gleichgroßen zu ersetzen dadurch, doß die in spanischen Häfen liegenden deutschen Schiffe zum Ersatz herangezogen würden. Diese Maßnahme, die von der Notwendigkeit diktiert ist, kommt keiner definitiven Beschlagnahme dieser Schiffe gleich. Es handelt sich einzig um eine vorübergehende Lösung, die im Augenblick der Friedens- besprechung beigelegt würde, wenn auch die zahlreichen andere« schwebenden spanischen Reklamationen zur Erledigung gelangen. Der Entschluß der Regierung, der Nation die für ihre Existenz notwendigste Tonnage zu sichern, wird den festen Entschluß, die strikteste Neutralität in Spanien aufrecht zu erhalten, in nichts verändern. Die deutsche Regierung ist mit dieser Lösung nicht einverstanden, sondern hat andere Gegenvorschläge gemacht, vielleicht ließe sich auf dem Wege des Geleitscheinswesen eine Lösung finden.
Snßinnds Preis für Japans Anittjintzung.
Auf Kosten Hollands.
Bern, 22. Mg. (WD.) In einem Leitauffatze unter der Ueberschrift „Im Osten geht die Sonne auf", schreibt die „Zürch. Morgenztg.": „Wieder einmal eine Enthüllung. Der Verband soll Japan für „seine guten Dienste" nichts Geringeres als die drei großen Sundainseln Borneo, Java und Celebes versprochen haben. Sumatra scheint der Ver* band Holland laffen zu wollen. Auf ihm wird Holland gute Wächterdienste zu Gunsten des englischen Südafien leisten können. Holland wird sich dereinst zuerst wehren müssen, wenn den Japanern beim Essen der Hunger komme» sollte. England hat so ohne weiteres einen Bundesgenossen, tez » seiner eigenen Haut die Englands verteidigt."
Ob Holland wohl diese Rolle Zusagen wird, nachdem es dnrch'die Beschützer der kleinen Staaten den größten Teil seines angestammten Kolonialreiches verloren haben wird? fragt der Aussatz und fährt dann fort: „Hinter dem Ge
heimabkommen vom 3. Juli stehen noch andere Fragen, z. B. die: Wird sich Frankreich in Hinterindien noch sehr wohl fühlen, wenn es von Japan so völlig eingekreist ist? Was wird das englische Arfftralien sagen, wenn man ihm den Gelben, gegen den es sich seit Jahrzehnten verzweifelt wehrt, amtlich zum nächsten Nachbarn gibt? Endlich wird England sich in Indien noch lange zu Hause fühlen, wenn nur noch die Straße von Singapore Japan von Indien trennt. Geradezu ungeheure Ausblicke tun sich dem japanischen Weltherrschaftsstreden ln jenem angeblichen Geheinb- rertrage auf."
Der Aussatz schließt' mit der Betrachtung, daß vor noch nicht zwanzig Jahren der englischen Staatsmänner höchste Weisheit ein großer Bund zwischen England, Amerika und Deutschland war, der der ganzen Welt endgültig das Gesicht aufprägen sollte. Es wäre das germanische Gesicht gewesen. Manchem, der heute an Deutschlands Stelle neben England steht, wäre das keine reine Freude gewesen, aber wird es ihm eine reinere Freude sein, im Spiegel der Welt künftig das gelbe Gesicht zu sehen?
sehen, wie grauenvoll es ist! Ein Kreuz, an dem ein blutüberströmter Menschenkörper hangt. Es gibt auf der ganzen Erde kaum etwas, bas entsetzlicher sein könnte! Aber von diesem gekreuzigten Menschenkörper strömt eine Liebe aus, so voll Macht und Licht, wie auf Erben noch keine gesehen wurde und kein« mehr gesehen wird. Was hat man von diesem Mann für schön« Worte gesagt: Der Führer auf dom Entwicklungsweg der
Menschheit! Ja, er hätte schon unser Führer sein können, aber wir haben uns nicht führen lassen! Nein, auch hier behält Paulus recht! Wir werden ohne Verdienst gerecht, aus seiner Gnade, durch die Erlösung so durch Jesum Christum geschehen ist! Ich will dir einen Rat geben, lieber Mitchristl Nimm dein verpfuschtes Leben, — wenn du ehrlich gegen dich bist, weißt du, daß es unrettbar verpfuscht ist, — und lege es unter das Kreuz! Meine nicht, das sei ein Opfer, für das d« eine Gegenleistung fordern könntest, sondern leg« es hin, wi« das Kind sein krankes Haupt in der Mutter Schoß — nn*' warte lauschend auf seine Liebe! Sie ist wte Balsam! .
Ich danke Dir, Du wahre Solln«,
Daß mir Dein Glanz hat Licht gebracht:
Ich danke Dir Du Hiimnelswonn«,
Daß Du mich ftoh und frei gemacht;
Ich danke Dir Du giildner Mund»
Daß Du mich machst gesund! Am««»


