Ausgabe 
23.8.1918
 
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Uerfemt.

RoinanvonAnnyWotHi'?''

Nachdruck verboten.

»S°>" ^6ke Aga, sich hoch ausrichten^,wenn auch nicht in deine!,! Sinne. Ich will nicht, daß du mit Holger Theresen spielst, dazu ist er zu gut."

Ja, ador wer will denn das? Ist er denn ein kleines Kind, dos mit sich spielen läßt. Glaube nur, Herz, wenn er sich selbst nicht schützt, du wirst ihn nicht schützen können."

Das weiß ich," seufzte A^a, leise hinter Mirenas Stuhl tretend, und das lockige Haupt der Freundin in Leide Hände nehmend, sagte sie mit einem unsagbar weichen, bittenden Klang in der Stimme:

Gch nicht diesen Weg, Mirena, er führt dich falsch.

, Meinst du^" Mirena lachte glockenhell.Du bist ein Närrchen und sichst Gespenster. Sich mal," sagte sie, die Freun­din sieben sich auf einen Sessel nisderziehcnd,was soll ich denn o, wie es jetzt ist, geht die Geschickte doch nicht weiter.

tun? §

Hl* rvy\ . I ' V U tUU,

aj.oin Wann verweigert mir, wie mir mein R°chtsn,,w.-,tt beute rmltedte. atte Wittel für meine Existenz. Ebenso weigert er Iirt;, m eine Scheidung M willigen. Die einzige Möglichkeit "i' er mir lofcr, ist die, zu ihm zurückzuikchren. Da- werde ich niemals tun. nie, hörst du?"

..Und dein Kind?"

fangen?""^ **' SB(>5 foIItc> m # mit dem Murm an-

Du bist herzlos."

. Wer ist es nicht, wenn fein eigenes, liebes Ich

? kommt. Also das Kind bleibt bei ihm, und ich bin

fozitfaqen vogelfrei." ^

Du bist ohne Mittel "

2ch beutze das kleine Beimögep meiner Mut­ter, und oas !0ll mir be-ten, eine Existenz zu finden, da es zu gering ich um davon leben zu können. Ich könnte eigentlich Sängerin werden, de-nn ich habe eine angenehme Stimme abm

Tust ZT 11 ** W " ** ° iettdd)t Won alt ul'grau as ist also mchts. Ich werde also fchriftftellern. frrei und

Glück « echt künfüerifch schaffen zu können, ist ein großes

helfen. * kosten, und Solger Thoreftm wird mir

^f,,v°lg« Thorefen!" Aga rief es gepreßt wie in Todes-

3' uotiitlich! Er selbst hat fa die Rnhme-leiter erklom­mt T-tnt An s'ein^^ ^ aubergewöhn-

d-u irsi^Schritt^w^ ^ * "^r also leicht werden.

Und du glaubst, daß du dir so eine Existenz schaffft?"

fSSp* mE». msmmm

Aga lächelt-, ein mildes LäHekck/Reist. Mirena, das weiß ich mcht. Das Sehnen nach Ruhm ist gewöhnlich nichts ande­res als die Befriedigung unserer Eitelkeit, und Ehre? Du lie­ber Gott, wie dehnbar ist dieser' Begriff.

Die Ehre einer Frau liegt meist auf anderem Gebiet, als da wo du sie fuchst. Welche Ehre soll dir deine Künstlerlauf- Lcchn bringen, wo du selbst deine Frauenehre mit Füßen trittst."

Mirena sprang hastig auf.Schweige!" rief sie und ihre grünschlillernden Augen funkelten wie die einer Katze,was weißt du von meinem Sein, meinem Werden, meinem Wollen. Weißt du etwas davon, wenn alles in einer Frau sich auflehnt gegen die Schmach, die sie als Frau eines ungeliebten Mannes täglich zu erdulden hat? Frei will ich sein und genießen. Glück Lrebe, Ehre, Ruhm, aber frei und ohne Fessel, und wer sich mir m bei? Weg stellt, den benutze ich als Leiter zum Glück, verstehst du, als Leiter, deren Sprossen zum Himmel führen."

v "i? 1 D t r0i&t ' ^ nid)i oIfc Himmelstüren offen sind, daß das Recht der freien Selbstbestimmung, das du dir bedingst auch andere Rechte ausschließt, die man nicht erzwingen kann."

was soll das heißen?"

Du weißt doch, daß du gestern und heute, bei allen Be­suchen, die du gemacht hast, nicht empfangen worden bist."

Zufall natürlich, die Leute waren nicht zu Hause."

Aga schüttelte den Kopf.Rein, ich weiß es besser. Gräfin A. erzählte gestern zur Baronin B. in Begas Atelier, wo ich sie traf, daß man in der Gesellschaft übereingekommen ist, dich mcht mehr anzunehmen."

Mirena lachte auf.Köstlich, wirklich köstlich, Aga! Ich u^ mcht. ob ich mich über deine Taubenweisheit ärgern oder

wT w mC ® raru [ ümfdt » mit der du sie zum Besten gibst, lachen soll. Wenn es aber wirklich so wäre, wenn mich die Gesellschaft die mein Tun und Handeln natürlich nicht begreift, ausgestoßen' hat aus rhrer Mrtte, so werde ich Mittel und Wege finden, sie

fcmt ^ mich nicht, wenn du meinst, ich dulde schweigend. Rom, ich kämpfe bis zum letzten Atemzuge."

Aga legte begütigend ihre Hand auf das schimmernde Köpf­chen der Zungen Frau und zog es innig gegen ihre Brust.

Mireno," bak JU sanft,Ich wollte bir nicht weh tun, mir bewahren mochte ich dich vor weiterem Leid. Ich weiß ->e- mm. daß du nicht ohne den Beifall der großen Menge, ohne tne Gunst der Gesellschaft leben kannst. Ich weiß daß du ae- schaffen bist, eine Roll- in der Gesellschaft' f^tenJ Jn.

Jen und zu fötO«. 3>u wirst die taufend kleinen Nadelstiche, dt- dir da- Leben bringt, nicht ertragen, du wirft vergeblich

ft^unglüMch " m b * unglücklich fein, Mirena.

mtem ließ ihren Kopf einen Augenblick an Aga- Brust

rnheir, wie cm Kind, das einfchlafen will «m Mntterherzen dann aber fagis sie, sich schnell anftichtend'

m *1" 2E. Aga. Ich vertraue meinem Wem K wer das ist? Du schweigst? Ahnst du es

tl* "** ^ -äuge schon, ftnmer habe ich chn gellebt. Da schon, als ich ihn noch nicht kannte

s'kott^M In dieser Liebe kann mich der

AE d« Menge nicht treffen!, kann mir di« Acht der Gesell, schast nichts anhaben.

kühlen, ruhigen

fns? ' h temm me ^ X m aIs cs Verstehst du

Du schweigst? Du willst wissen, ob e>r auch mich liebt? Ich lese in deinen Augen diese stumme Frage. Rein, mein Kmd ich glaube nicht. Es ist aber auch ganz gleich. Er wird mich lieben müssen, wenn ich es will. O. ich kenne meine Macht und ich will sie nützen. Heute noch lächelt er vielleicht über mich, und morgen liegt er mir zu Füßen. Du aber, du Stolze eine bsgverfft das nicht. Du fragst erst, wenn du liebst, ob du cnich darfst oder besser gesagt, du liebst aus lauter Vorsicht gar nicht. Ach, wie könnte ich lachen über die blöden Toren dm an der! Moral der Gesellschaft oder bester gesagt, an der Moral, welche die Gesellschaft nicht h<rt. zu Grunde gehen. Du glaubst, daß es mich kränken kann, wenn die Gesellschaft mich aus^toßt aus ihrer Mitte, und ich sage dir, daß ich die Gesell- s^lt E ihrem Tugendmantel, dessen Schleppe be«

So lind nun geh und erzähle deinem Freunde Thoresen. w-lch em verkommenes Geschöpf ich bin, warne ihn vor mir vor meinen Reizen, vor meiner Koketterie, vor meinem ganzes Wesen, es wird dir alles nichts nützen. Mir ist Holger Thore. sen verfallen, und sch lasse ihn nicht."

Und wenn et nicht will, wenn er Mannes genug ist ein. znifchen, warum du ihn begehrst?"

Mirena lochte.Er ist ein Schwächling wie alle Männer verlaß dich daranz. Aber es soll ein ehrlicher Kamps sein - Geht er als Sr^er daraus hervor, so erhältst du deinen Freund rem und öhiw Makel aus meiner Hand zurück."

Aga drehte Mirena fchwÄgend den Rücken und verließ den Balkon, ohne noch einmal die Lippen ju offnen. Ihr war bas &eT 3 so schwer, so voll Angst und Sorge. Die Füße trugen

fTL UI mm1 * attein W"' "ur einmal ausschlnch- zen können in all choem Jammer und ihrer Qual.

*f?" h»hen Gestalt mit lächelnden Augen nach,

^ ^ ine ^hr." sagte st« ssnnend,Jh^

Mlldchenstolz schützt sie und mich."

die schimmernden Narzissenstern« aus

b^b^ ^ UV L '- ® tßlC bel °nd«rn in den Garten h-nab. S!« fielen « em« trübe Wasserlache, da erlosch ihr

Schimmer.

DieVerlobung unserer einzigen Tochter A n n i mit dem Landwirt Herrn Otto Schuld t, Leutnant der Ret., beehren wir uns ganz ergebenst anzuzeigen.

Latdorf (Anhalt), im August 1918.

Carl Barth und Frau

Luise geb, Wartemann

Meine Verlobung mit Fr5ulein Anni Barth, Tochter des Herrn Gutsbesitzers Rittmeister Barth und seiner Frau Gemahlin, Luise geb. Wartemann, gebe ich hiermit bekannt.

Staden (Hessen), im August 1918.

Otto Schuldt

Leutnant der Reserve.

V

Veir. Fleischversorgung.

Kekrinntnmchung

, 2ch bringe hiermit zur öffent­lichen Kenntnis, daß die mir vom Kommunalverband Friedberg zur Verteilung an die Bevölkerung «er cSladt Frledberg überwiesenen Dauerwaren am Sonnabend, den t 4 ; ^ t5 ' von vormittags 9 bis

Uhr in den sämtlichen Läden der Schweinemetzger dahier zur Ausgabe gelangen. Die Abgabe der Dauerwaren durch die Metz­ger erfolgen nur gegen Fleisch­karren der Woche vom 2. bis 0. September.

Der mir Gleichfalls vom Kom munalverband ü. erwiesene Speck für Schwer- und Schwerstarbeiter gelangt gleichfalls am Sonnabend den 24. ds. Mts . von 2 bis 5 Uhr nachmittags, in dem Ee-chäfts- laden d s Metzgermeisters Adolf Engel Kaisersiraße Rr. 88, zum Verkauf. Dre Abgabe des Speckes erfolgt nur un-er Vorlage der für die Schwer- und Schwerstarbeiter

ausgegebenen Fleisch-Zusatzkarten.

..^übrigen verweise ich auf dre BekanntmachungEroßh. Kreis-

S! eböe i 9 Dom 11 l Mrs. VCad) Ablauf der feirgeietzten Ver- kaulszelt erliicht das unrecht auf den Bezug des Speckes.

Fnedberg, den 22. August 1918. Der Bürgermeister 2. V.: Damm.

Krem. TimM^NMWisRM Kreuz

Friedberg (Hessen).

.7on?^c^??ng°gangenen Betrag- zur Anschaffung eines Kranken- transportwagens svricht die Kolonne auf diesem Wege den edlen Spendern von Friedberg und Fauerbach ihren herzlichsten Dank

____ Die Ko lonnenführung.

Holzv ersteigermrgS

Montag, den 26. ds. Mts.,werden in dem Forstort Ditzenberg

16.6 Rm. Eichenschälknüppel und 21517 Wellen Eichenschälreisig

versteigert. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an dem Schnittpunkt des Reuen Wegs und der Köhlerschneise. ^nnrpunrr

Friedberg, den 20. August 1918.

Freiherrliche Oberförsterei Ockstadt

I. V.. A u g st, Eroßh. Forstmeister.

Errichiung eines Kortes für ichiilpflichtige Knaben der Stabt Friebbera.

iRLmi?«' 11 .®;' 1 !... b ? 3 Krieges immer mehr UM sich

kFortsetznng wiat

Die

LnsL7V?,kek?"^ der Jugend mütz^d-m »e Zukunft unseres Volkes am Herzen liegt, mit banger Sorae erfüllen Gar

aber Zucht: am schlimmsten

aber sind biej-uigen da-°n, d-r-u Mütt-r°Üch noch g. ^Übuber^vom ^ause abwesend zu sein. Vielfach sind

gezwungen sind, solche Kinder

Manael ^ di7S.raß^m!g^fe!-°^wo aus -. -u». ^

jrfjmiife/ a wtlr , fl t ? Un9 u , nnü ^ e Streiche ausgeführt, Häuser be- erlassenen Ausführungsbestim- wnden V^-ras ^"geworfen. Vorübergehende belästigt Zungen unter Benutzung des hier,

werden u. dergL mehr. " 1 ö / für vorgeschriebenen Formulars

Daher haben Sckulnarüanh _,.. /brr

Betr.: Den Vollzug des Wein, gefetzes von 7. April 1909.

Kekanntmachnng

3cf> bringe hierdurch zur öllent- Uchen Kenntnis, daß die Absicht, Traubenmaische. Most oder Wein zu zuckem, entsprechend den von dem Vundesrat zu § 3 Abs. 4 des D-'setzes vom 7. April 1909 erlassenen Ausführungsbestim-

Zlrkanntmachnng

2m Verkündigungskasten am Stadthaus ist eine Bekannt­machung über die aus Berstei- Serungen zu entrichtende Um- satzsteuer angeschlagen worden, auf die hierdurch aufmerksam ge­macht wird. *

Srirdberg, den 20. August 1918

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hrtfd^rtn^ ^r 6cn bchuloorstand und Stadtverordnetenversammlung

Schulminlsteriums die Einfichtung eines Kinderhortes für die Dauer des Krieges beschlossen. Demselben ollen zunächst nur solche Knaben zugewtesen werden die in ihrer

ald^ns Leb n^^?/ 2**^* ^ Eindchtung MttZZ £.2; Dle Ueberwersung eines Schülers in den Hort und

Beschwü^ o? Uf K 9 ^ tra0 bc5 Klassenlehrers durch

ffio!? «,!, u Schulvorstandes. An 5 Wochentagen wird den Knaben ^ unter Aufsicht eines Lehrers ihre Hausaufgaben

Uebun?en «nh darnach bei günstigem Wetter allerlei tumerische oder fick mH h! r i" ctc Bewegungsspiele im Freien auszuführen

DOn ® renneffeln - Tee «Nb A-z'nel

überwiesenen Knaben sind zum regelmäßigen 7?^^ Hortstunden ebenso verpflichtet, wie zum Besuch der lllassenstunden. Ungerechtfertigte Versäumnisse sind strafbar «ns-.»!'"/ue Emrichtung das rechte Verständnis finden und unserer gefährdeten Jugend zum Segen gereichen!

Friedberg, den 20. August 1918.

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Kelranntmachung

2ch bringe hierdurch zur öffent­lichen Kenntnis, daß der Kauf­mann Friedrich Michel in Friedberg und der Metzgermeister Ludwig Wilhelm Haas im Stadtteil Fauerbach als HilfS. fcldfchützen für die Gemarkungen der Stadt Friedberg und oes Stadtteils Fauerbach in Pflicht genommen worden sind und daß sie ihren Dienst als solche ange- treten haben.

Friedberg, den 22. Aug. 1918.

Der Bürgermeister 2. B.: Damm.

3. S.: Damm, Vorsitzender.

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Desgleichen ist auch über die Herstellung von Haustrunk eine Anzeige bei mir zu erstatten.

Diese Anzeigen gelten als an dem Tag erstattet, an dem sie bei mir eingegangen sind; sie können aber auch während der üblichen Bürostunden durch Eintrag in die von mir bei der Polizeiverwal- lung aufgelegten Listen vollzogen werden.

Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der einschlägigen ge­setzlichen Bestimmungen werden, wenn sie aus Fahrlässigkeit be­gangen, mit Geldstrafe bis 150 ML oder mit Haft, und wenn sie vor­sätzlich ausgeführt, mit Geldstrafe von 600 Mk. oder mit Haft bis zu 6 Wochen bestraft.

Friedberg, den 22. Aug. 1918.

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