Ausgabe 
21.8.1918
 
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können. Untere Aktion muß parallel mit der Weiterführung der militärischen Operationen gehen. Solange der Feind srilitärisch noch nicht bezwungen ist, müssen wir uns ver­eidigen. Dieses schließe aber nicht aus, daß wir gleichzeitig nach einem ehrenvollen Verständigungsfrieden streben."

Rußland.

Verzicht aufs Baltikum.

Berlin, 20. August. Von sehr gut unterrichteter (Leite horrn wir, daß die Sowjetregierung nunmehr formell ihr I Desinteressement am früheren russischen Baltikum erklärt habe. ^

Ter Kriegszustand zwischen Rußland «nd England.

Der formelle Kriegszustand Rußlands mit England ist, w!e verschiedene Blätter melden, am,16. August eingetreten. Ein Pariser Blatt teilt mit, daß sich unter den Tfchecho- Slowaken in Rußland 200 französische Offiziere befinden.

Die Sowjettruppe« siegreich.

Stockholm, 20. August. Das bolschewistische Stockholmer BlattFolkets Dagblad Politiken" erfährt durch die internatio­nale sozialistische Kommission in Moskau, daß die Sowjettrup­pen das englische Invasionskorps bei Archangelsk und Onega ge­schlagen und den Sieg errungen haben. Auch am Don haben die Sowjettruppen den Gegner besiegt und dringen siegreich vorwärts.

Nicht ein wahres Wort.

Kiew, 19. August. (WB.) Ein russischer Funkfprnch be­hauptet, am 11. August sei Tschernigow von aufständischen Baueni eingenommen worden, die zwei Geschütze, Maschinenge­wehre und Gold ans der Staatsbank und aus Eisenbahnkassen erbeutet hätten. Die deutsche Garnison, 1500 Mann stark, sei rnedergemacht worden. An dieser achricht ist auch nicht ein Wort wahr.

Die Murmanstreitmach».

Moskau. 17. August. (WB.) Die hiesige Presse meldet: Der außerordentliche Ausschuß deckte in Rischninowgorod eine Verschwörung gegen die Rätegewalt auf. Mirglieder der gegen- revolutionären Vereinigung, die im Zusammenhang mit der Einnahme Kasans die Bevölkerung zum Aufstande zu verleiten suchten wurden verhaftet. Der Aufstand der linken Sozial­revolutionäre in Orscha wurde durch Abteilungen der Räte, truppen aus Witebsk und Smolensk niedergeschlagen. LautIs- westija" beziffert das in Moskcm angekommene frühere Mit­glied der Murmanflotttlle Popow die Landstreitkrafte des Ve'-- bandes im Murmangebiet auf 30 000 Engländer. 800 Franzosen, 5000 Serben und 300 russische Ueberläufer. In Murmansk be­finden sich das englische LinienschiffGlory* und drei Minen- ^rstörer, in Petschenga der KreuzerKokrin" der französische KreuzerAdmiral Rübe" und der amerikanische Kreuzer ^Olympia".

Das Ziel des Derbandrs. 1

Ein holländisches Urteil.

^ - Amsterdam, 19. August. (WB.) DasAlgemeen Aan- oelsblad" schreibt anläßlich eines Artikels derTimes" zu den: Vorgehen der Alliierten gegenüber Rußland. Nach der Bedeutung dieses Vorgehens braucht man nicht lange zu suchen' denn es steht in deutlichem Zusammenhang mit den Plänen für den wirtschaftlichen Kampf nach dem Kriegs. Der Gedanke, daß die Entente nach dem Kriege imstande sein wird, Deutschland vom Weltmärkte abznschneiden, ihm Rohstoffe vorzuenthalten, die es für seine Industrie braucht, und dadurch Deutschlands Wettbewerb auf dem Weltmarkt- unmöglich zu machen, ist in England vor dem Kriege und während desselben wiederholt geäußert worden. Er wurde hauptsächlich von den Anhängern Ehamberlains vertreten, die jetzt in Llord George einen neuen Leiter gesunden zu haben glauben. In Deutschland weiß man genau, daß diese Bestrebungen, wenn sie bei den Friedensverhandlungen mcht verhindert werden, für die Zukunft Deutschlands als Handels, und Industriestaat von großer Bedeutung sein wurden. Man tröstet sich aber mit dem Gedanken, daß Deutschland überall seine Beziehungen bis zum Persischen Golf und bis zum (Stillen Ozean hat, sowie daß es aus Rußland, der Ukraine, dem Balkan und Kleinasicn viele Erzegunisfe erhalten kann, die es für seine Industrie und LebensmiLtelversorgung nöttg hat. Das sehen auch die eng- li'chen Kreise ein, die von der Wiederbelebung der deutsck^en Industrie und des deutschen Handels einen schweren Wett­bewerb erwarten, womit die Engländer bereits vor dem Kriege zu kämpfen batten. DieTimes" treten hauptsäch­lich deshalb eifrig für die Wiederherstellung der russischen Front ein u m die Einschließung Deutschlands zu vervoll­ständigen und die Möglichkeit, überall Beziehungen mit dem Weltmeere, mit Rußland, dem Balkan und Kleinasien zu unterhalten, trotz des Widerspruchs Rußlands, sich wieder m den Krieg hineinzerren zu lassen, zu verhindern.'

Snf.rctf, 20, August, fff55) Bei dem Beschlagnahme- Susschuß m Ealatz sind llnterschleife in Höhe von vier Millionen «sirt-nft worden, die unter der früheren Negierung Bratianu- 2 alz Ivnescu von den damaligen leitenden eamten der Stadt «rd des Kreis.'s begangen wurde.

Eine -ntmort an Kalfonr.

Berlin, 20. August (WB.) Bei dem Empfang in der ^eiüichrn Gesellschaft hielt heute abend der Staatssekretär des 5U hskolonialamts Dr. Solf eine Ansprache. Es lag in der Roiur der Sache, daß er dabei der Presse wohl allzu großes tob selvendet Hatz denn wenn er den Lrrsjprach tat, daß sich die

Presse alswahrhafte Volks erzieher" bewiesen habe, so darf man wohl ein sehr dickes Fragezeichen dahinter machen. Auch als er non den Chauvinisten (Heißspornen) hüben und drüben sprach und Leute erwähnte, die vor dem Kriege bei uns eine kleine Gruppe gebildet hätten, ohne Geltung in der Politik, ohne Einfluß auf die Regierung, die sie dauernd bekämpften, deren Zahl aber während des Krieges in der Tat gewachsen sei, hat er wohl der Gesinnung seiner Zuhörer eine Verbeugung gemacht. Im übrigen sprach er bemerkenswerte Worte, die als eine Antwort auf die jüngste Herausforderung Balfours anzusehen sind. Er führte aus: Ich darf heute aussprechen,

daß die Sicherstellung unserer kolonialen Zukunft nicht allein als Ziel unserer Regiernng und besttmmter Gruppen gilt, son­dern daß es ein deutsches Volksziel geworden ist. Bis ttef in die Arbeiterkreise hinein ist heute das Bewußtsein lebendig, daß die Erhaltung unseres kolonialen Besitzes eine Ehren, und Le­bensfrage für Deutschland als Großmacht ist, und daß das kolo­niale Kriegsziel an völkischer Bedeutung keinem anderen Kriegsziel nachsteht. Diese Einigkeit ist besonders wohlttrend angesichts der Pläne unserer Feinde, die in den letzten Tagen so deutlich enHüllt worden sind wie nie zuvor.

Dr. Sols kam dann auf den Gedanken des Völkerbundes zu sprechen und meinte, er werde durch die gleichzeitige Forderung des Handelskrieges gegen Deutschland entwertet und zu einer Spottgeburt gemacht werden.Können wir auch nicht mili­tärisch vernichten, so vernichten wir euch durch den Völkerbund!" Auf die Einzelheiten der Rede Balfours übergehend, erklätte er bezüglich Belgiens: Der Herr Reichskanzler hat im vorigen Monat im Reichstag für jeden, der es hören wollte, erklärt, daß wir nicht beabsichtigen, Belgien in irgend einer Form zu behalten". Belgien solle nach dem Kriege als selbständiges Stantswesen, keinem als Vasall unterworfen. Wiedererstehen. Der Redner rechffertigte unsere Ostpolitik und bcsttitt, Enaland das Recht, sich als Beschützer der Schwachen aufzuspielen. Es gab eine Zeit, in der England das zaristische Rußland schär­fer bekämpfte als irgendeine andere Nation. Als aber während des Krieges das zaristtsche Rußland im eigenen Lande unter­drückte, raubte und mordete, hat England geschwiegen, ja mehr als das, es hat den russschen Tatbestand vor der Welt beschönigt i und gefälscht, und so mordete Rußland dank Englands mora­lischer Unterstützung mit einer unerhörten, durch das Gewissen der Welt nicht gehemmten Schwungkraft. Der Hchler darf nicht Richter sein. Dr. Solf kam dann auf die Behauptung Balfour's zu sprechen, daß England die Kolonien besser regiere. Das heißt mit anderen Worten, England erobert ein Land und be­hauptet, es besser regieren zu können als sein rechtmäßiger Be­sitzer und leitet daraus den Anspruch ab. es zu annettieren. Mit dieser Argumentation könnte man eine englische Monroe-Dokttin für die Welt erklären. Ich mochte die folgenden Fragen stellen: Weiß der englische Staatssekretär des Auswärttgen Amtes nichts von der Dezimierung der farbigen Bevölkerung in den ver­schiedenen Kolonien Aftikas durch das Vorgehen der Entente, nichts von den im Unterhaus» zugegebenen Zwangsaushebungen in Vritisch-Oftafrika. nichts von den russischen Arbeiter- und Col- datenhceren aus den englischen und französischen Kolonien? Hat er sich bei seinem Kollegen vom englischen Kolonialamt erkun­digt, was es bedeutet, mit Eingeborenen gegen Eingeborene Krieg zu fuhren? Hat er eine Ahnung von dem unermeßlichen Schaden für die koloniale Sendung aller Kulturvölker, der da­raus entstehen muß, daß man Schwarze in einem Kampfe gegen Weiß; verwendet und sie nach Europa bringt?

Der Redner schloß seine Rede mit den Worten: Die pfa-fic* toQvA'.i .Situation, aus der heraus der britische Staatsmann handelt, ist klar: die Feinde wollen keinen Frieden durch Ver. Handlungen. Noch einmal geht eine Welle des Uebermutes durch ihre Völker wie nach dem Eintritt Italiens, wie nach dem Eintritt Rumäniens und wie nach jedem vorübergehenden poli­tischen oder nnlitärrschen Erfolge, und schon sind wieder d!e alten Kneasziele bei der Hond, die in den noch nicht gekündig­te Gcheimrerträgen so deutlich festgelegt sind Der Entente- krieg geht heute wiederum um Raub und Ruhm.

Aus diesem Tatbestand ergibt stch klar die Schlußfolgerung: Wir müssen die Balfoursche Rede hinnehmen als einen Aufruf an das deutsche Volk, im fünften Kriegsjahr von neuem alle feine Kräfte des Leidens, Kämpfens und Siegens zusammenzu­raffen, wie in der großen Erhebung vom August 1914.

Gerade unter den Kämpfern, unter denen, die gefallen sind in allen Ländern, unter denen, die Kraft, Gesundheit und Lebens­freude verloren haben, hat es Tausende gegeben. Tausende, denen das Opfer leicht fiel, weil sie den Glauben nicht verloren hatten, daß aus dm Mwiesammelten Leib, aus all der Rot und Qual eine bessere Welt erstehen würde, die ihren Kindern unb Enkeln Auhe und Sicherheit, den Völkern untereinander aber den guten Willen verbürgte. Meine Herren? Der Siegeszug dieser ge­meinsamen Ziele ist sicher, Hm Valfcur kann ihn hinausschie­ben, aber er kann ihn nicht verhindern.

Womit ssnMd nirti Amerika uns beglücken wollen.

Wilson versprüht dem deutschen Volke immer wieder grö­ßere Rechte, bessere Lebensbedingungen, Befreiung vomMili­tarismus". will sie uns mit dem Schwerte aufzwingen. Der amerikanische Arbeiterführer Samuel Eompers fordert die Arbeiter der ganzen Welt auf, alle Kräfte zu vereinigen, um diesen Krieg zu gewinnen unddie Versklavung der Mensch­heit" zu verhüten. England will ebenfalls den vompreußischen Militarismus geknechteten deutsche.'! Arbeitern die wahre Frei­heit" schenken. Aber wir sind vcrsichttg und sehen uns diese Freiheit" undbesseren Lebensbedingungen" erst einmal am

Ende 1911 tagte in London ein großer internationaler Bergarleiterkongreß. Auch Vertreter der deutschen Bergarbei­terverbände reisten nach London. Sie berichteten dann zu Hause über die sozialen Zustände in England. Und was sie schrieben, gab ein gerades trostloses Elendsbild von den heute so geprieseirenbesseren Lebensbedingungen". In der Rümmer 35 vom 2. September 1911 berichtet dieBergarbeiter-Zeitung", Organ des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands:

Mit wachsendem Erstaunen in tiefer Beive^vLg sahen r sere Delegierten zum internationalen Bergarbeiterkongreß renweise in elende Lumpen gehüllte Menschen auf den Straß liegen buchstäblich zu verstehen! Furchtbar vernachlässi..! sahen diese Leute aus. Der quälende Hunger wühlte ihnen in den Emgeweiden. Tausende haben keine regelmäßige Woh­nung. Ihre Schlafstelle ist unter den Themsebrücken, in den Schuppen am Hafen, im riesigen Hydepark, wo man diese vriTi Verarmten zu Hunderten auf den Rasenflächen liegend Oder siewohnen" in unerhört elenden, stinkenden Cpelurch . deren es in den Hafenarbeiterquartteren entsetzlich viele gilt. Wie in London, so in Liverpool, in Glasgow, in Cardiff, in Newcastle. Ueberall dort stehen massenhaft unsäglich ärmi -t gekleidete, halb verhungerte Leute, auf Arbeitszuaveisung wa­tend, vor den Bureaus der Schiffahrts- und Transportgef?" schäften, froh, mtm sie auch mit vorübergehend Beschäftigu - - bekommen für einen Tagelohn von 2 Mk. Erhalten doch sei:' die regelmäßig beschäftigten Kohlen.verlader im Hafen von Cer diff für ihre schwere und schmutzige Arbeit 18 bis 20 Mark P-; SEodje!, O, wenn dis zahllosen Unglücklichen, die im Straße" schmutz liegen, auch nur diesen Lohn dauernd erhalten hätte- sie wären nicht derart jammervoll heruntergekommen, daß sie nun nach Speiseresten in den Müllkästen suchen."

And das sind an dreizehn Millionen Menschen, die in dc^ gelobten England in traurigstem, wirtschaftlichem und sittliche - Elend ihr Dasein fristen. Kein Wunder, daß man in keine Lande des Westens soviel sittliche, physische und wirtschaftlic' Verkommenheit findet, wie in Englarvd And von diesem En land soll uns, besonders aber dem deutschen Arbeiter. Glück und Befreiung kommen? Um das zu erlangen, sollen die deutsche Arbeiter ihrem Lande, chrer Negierung in den Rücken fallen Streik und Revoluttcn beginnen. Armes England! Der beutfdc Arbeiter kennt dich, kennt seine Pflicht und weiß, wo seine Zu­kunft und sein Glück liegen.

Und das großsprecherische Amerika? Die EssenerA: beiterzeitung" stellte 1909 an a m t l i ch e n Beispielen fest,dal die zum Schuhe der Freiheit erlassenen Verfassungsbestimmun gen von den höchsten Gerichtshöfen der Union ausgenützt we: den, um die infamste Sklaverei zu sanktionieren." Der Vorsitzende des Senatsausfchusses. Senator B o r a h . vw Focho. nennt in einem Bericht über die Arbeitsverhältnisse i<- den Stahlwerken Amerikas vom April 1912 dieseein brutale: Aussaugesystem industtieller Sklaverei". In dem Bericht heiß! es dann wörtlich:

Bevor ein Mann die Blüte feiner Jahre erreicht hat, wird er unter solchen Umständen mit erschöpftem Gemüt und welkem Körper wie ein unnütz gewordener Gegenstand hinausgeirorfen. eine Last und ein Fluch für die Gesellschaft, eine ewige Ge fahr für die Regierung Es ist ebensogut die Pflicht der Re­gierung, die Bürger gegen eine solche schimpfliche Behandlung M schützen, wie gegen Einbrecher und Straßenrauber."

Geändert hat stch aber bis jetzt noch nichts. Der österrei­chisch-ungarische Konsul in Cleveland behauptete 1910, daß 300 bis 500 Ungarn jeden Monat in den Stahlwerken und Fabriken von Ohio getötet und mindestens 15000 verwundet werden. Also mindestens 1000 Tote und 18 000 Verletzte eines einzigen Vclksstammes in einem einzigen Jahre, in einem einzigen der 16 Staaten des Landes. Haarsträubend! Aber leider nur allzu wahr. Und mit sowas will man unsere Arbeiter be­glücken!

Roch viel trauriger sind die Arbeitsverhältnisse in den Sud­staaten des Landes. Dort herrschen tatsächlrch noch Leib­eigenschaft und Sklaverei. Und diese werden durch Landesgcsetz geschützt und gefordert! Man nennt das natürlich n'chl so, sondern sagtPeonage" dazu, was dem spanischen Wortschatz entnommen ist rmdKnechtschaft" bedeutet. Diese Peonagegesehe" sind sogenannte ..Arbeiterkontrakt-Eesetze". die zur Abdienung der Schulden erlasien sind. Die mei­sten landesunkundigen Einwanderer fallen diesen barbarischen Gesetzen zum Opfer. Bringen die Agenten Einwanderer oder sonsttge Arbeitswillige nach den Arbeitsstätten für Rechnung der Arbeitgeber, so sind diese schon verpflichtet, die Reisekosten abzuarbeiten. Dies aber gelingt ihnen nie, der Arbeit­geber sorgt dafür, daß die Schulden ständig wachsen. So gerät der Arbeitnehmer tatsächlich in regelrechte Leiber gensthaft. Daß sich da viele schließlich zur Flucht enffchließen, ist kein Wunder. Da aber schiebt ein anderes famoses Gesetz einen Riegel vor. Wer seinem Arbeitgeber Geld schuldet und im Fluchtverdacht steht, der kann zu dem sogenanntenChain°Gang" (Kettengang) verurteilt werden. An Ketten zwei zu zwei geschlossen, wer­den sie von den Staatsbehörden gegen Bezahlung an die Ar­beitgeber vermietet. Dort verbringen sie dann bei schlechter Kost und brutaler Behandlung ihr Tagewerk. 1908 beschrift ttgte sich die Presse mtt folgendem Fall: Gegen eine Eisen­

bahngesellschaft schwebte in Newport ein Prozeß, weil sie mehr als 3000 Arbeiter widerrechtlich unter Bedrohung des Lebens zur Arbeit in den fieberreichen Gegenden Floridas gezwungen hatte. Bewiesen wurde die Taffache durch Hunderte von Zeugen. Der Richter bchauptete, daß viele Arbeiter durch solche Maßregeln zurückgehalten und zur Arbett g" vungen werden müßten, da sie sonst alle davonlaufen würden. Welchen Schutz solche in Sklaverei geratene Personen vom Gesetz zu er. warten haben, erhellt aus diesen richterlichen Wörtern

Ein Kommentar ist überflüssig! Wir seben und wissen, was uns bedroht, wenn englische und amerikanischebessere Lebens- bedingungen" undFreiheiten" uns aufgezwungen würden. Daß es nicht soweit kommt, dafür sorgen wir! Und von dieser klaren Erkenntnis unserer Pflicht und unseres Heiles können uns kein« Wissen- und Ministerphrasen abbringen.

Eine große Gefahr.

Es droht uns der Verlust verhältnismäßig sehr großer Fett- und Oelmengen. Von den Bucheckern wollen wir nickst nu-iter reden. Sie sind beschlagnahmt, wer selbst Osl daraus schlagen will, darf es nur unter der Bedingung, daß er vorher ein bo. ssmmtes Quantum bei einer Sammelstelle abliefert. Damit ist die Möglichkeit einer vollen Ausnutzung der Buchmast g« nommen. Man hätte durch die völlig« Freigabe der Eckevtt