Ausgabe 
20.8.1918
 
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Uerfemk. 1

Rom-n-onDnnyrS«f?W ^

22) Nachdruck verboten

,.A:ie Sie wünschen, mein gnädiges Fräulein," entgegnete Rordkirch mit einer leichten ironischen Verbeugung.Sie wol­len meine Freundschaft nicht, und ich kann Sie natürlich nicht dazu zwingen, mir freundlich gesinnt zu sein, aber ich empfehle Ihnen noch einmal, klug zu sein. Verweigern Sie mir Hansi, so nehme ich mir, wenn es sein muß. mit Gewalt, was ich be­gehre. Auf meiner Seite ist die Macht. Versuchen Cie mit Ihrem vermeintlichen Recht den Kampf auszuftchten, Sie sollen mich gerüstet finden."

Stoch eine tadellose Verbeugung. und Rordkirch hatte das Atelier verlassen.

8. Kapitel. '' ^ ^ \

Aga hatte die Hände krampfhaft ineinander geschlungen. Jetzt hob sie sse verzweifelt gegen die weiße Stirn.

Wo ist Hilfe, wo ist Rettung gegen diesen Teufel in Men­schengestalt?" schluchzte sie auf.Und das Kind liebt ihn und vertraut ihm," flüsterte sie erschauernd,und steht den Abgrund nicht, an dem es steht. Wie rette, wie schütze ich mein Kleinod?

O, konnte ich sie mir in die tiefste Einsamkeit bergen, könnte ich es ihr doch eindringlich klar machen, dag sie einem Phantom nachjagt, einem schillernden Stern, de: in der Nähe verblaßt Zerstiebt." '

Mit müder Hand raffte sie die Schlepps ihres schwarzen Kleides zusammen. Langsam schritt fie znr Tür. An der Schwelle blieb sie noch einen Augenblick-stehen, dann aber hob sie stolz den dunklen Kopf un*> schritt in das obere Stockwerk Hinauf. Lautlos glitt ihre hohe Gestalt über die weichen Tep­piche der elegant und behaglich eingerichteten Wohnräume bis Se vor einer Tür, die nur durch eine Porttere geschlossen war. ka'.'ichend stehen blieb.

Lachen^ und süße, kosende Schmeichelnamen drangen an ihr Lhr. Vorsichtig hob Aga den Vorhang zurück. Da saß Hansi am einem kleinen, gepolsterten Sessel und lachte so maienfrisch daß es Aga in die Seele schnitt. Hansi hielt in ihren Armen ern schneeweißes Kätzchen. Die blonden Locken sielen wie Gold­faden auf das schimmernde Fell des Tieres, das behaglich schnurrte und sich das Bärtchen putzte.

mem Ä ; eiriS hörte Aga Hansi zärtlich zu dem Kätzchen sagen,weist du denn gar nicht, was los ist heute? .Mein Schatz kommt, holde Minka, mein süßer Schatz, der hat Nugen -und ist so gut zu mir, wie sonst niemand <p,s ber&elt. Freilich, der Vater war auch gut, aber das weißt du mcht, dumme Minka, und Aga ist auch gut, o. sehr gut, aber

1° JVv F m,f beT Welt Sich mal, so guckt er mich ,

Ätt und dMin lacht sein Mund, und ich möchte ihn küssen, tot- 1 küßen mochte ich ihn. Und jetzt wird er gewiß bei Aga sein vnd dann wird ste mich rufen, dumme Minka, begreifst du deiin dos alles nicht, und dann wird sie sagen: Seid glücklich miteinander ja. ganz gewiß, das wird fie sagen und dann -ach dann - dann werde ich eine Braut sein, eine wirkliche Braut. Dre Braut des Grafen Horst von Rordkirch.

Wie stolz das klingt und wie vornehm das ist. (stanz ge- w.ß, Minka, sehr vornehm. And Dörte wird kommen und gr^ulieren. und du auch. Minka, und Dörte wird immerfort ehrfurchtsvoll knixen. Ach, und die schöne Gräfin mit den grü­nen Augen wird auch kommen, und ihr Mund wird nickst mehr so mttleidig stolz über mich lachen, sondern sie wird nun wohl Eich auch einsehen. daß ich kein dummes Kind mehr bin. Und volger Thorefen wird kommen und mit seiner lieben, guten Stmnme wird er sagen: Recht so, kleine Braut, ich wünsche dir

Das wird er nich! tun."

® a5 ?****??" 5önri spEg erschrocken auf. Die weiße m he gcfe 710 m it einigen Klagelauten am Vo-

Betr.: Die Ergänzung der Pflicht­feuerwehr in Friedbergund im Stadtteil Fauerbach.

KekKilnimachnug

Sämtliche männliche Einwohner der Stadt F iedberg (einschließlich rer vom Heeresdienste entlassenen) vom 19. bis noch nicht vollendetem vti. Lebensjahre, die der Pflicht- feuerwehr noch nicht angehören, fordere ich hiermit auf. sich am Mtttwoch. den 21. l. Mts., abends punkr 9 Uhr zwecks Einreihung in die Pflichtfeuerwehr am Ee- rätehaus der Feuerwehr gegen­über der Stadtkirche bei dem Kommandanten dieser zu gestellen.

Friedberg, den 19. August 1918.

Der Bürgermeister 2 . B.: Damm.

Vttiiiiißkiis-BilWj 3i. Jcz. U

Aktiva

Kassenbestand.

Wertpapiere. * * " * *

2nöentac ÖU ^ Qbßn * Ci öer Zentral-Genossenschaft

Bankguthaben . .!. !

Schuldner .......

Ausstand für Säcke l * *

Stück-Zins.

Summa der Aktiva

blM S-mfi <#er fast entsetzt ht Las bleich« der Schwester. Me dort wie dn Geist an der Portiere »ehirbe, gebrochen, ein Bild des verkörperten Schmerzes.

8 <tuf '® # hast 'chn zurückgewiesen," tank es

stoßweise von ihren Lippen, ,chu hastnein" gesagt"

Kind, Liebling," sagte Aga sanft, zärtlich den Arm um di- junge Schwester legend,fasse dich, es mußte sein. Er ist deiner vicht wert."

Nicht wert?" Hansis Augen blitzten.Was weißt du von seinem Wert, ich liebe ihn und ich habe versprochen ihm zu folgen^ in Leid und Freud, bis baß der Tod uns scheide."

Ja,' sagte Aga Mit leisem Sarkasmus in der Sttmme versteht es meisterhaft, jungen Dingern den Kopf zu ver­drehen und ihre ahnungslosen Seelen mit Phantasiegebilden anzu füllen, die er selbst dann wieder grausam vernichtet. Unser Vater selbst hat ihn einst einen Lumpen genannt. Glailbst du. daß ich da imstande wäre, ruhig deine Hand in die des Man­nes zu legen, der nicht nur uns, sondern auch viele andere g>-

aufcht? Nein, Hansi, glaube mir, vertraue mir nur dieses eine Mal. Sieh, ich will ja alles für dich tun, wir wollen weit fort, gchen wir wollen verreisen, du sollst andere Lander, andere Menschen sehen. Alles, alles Liebling, will ich für dich tun. sterben, wenn es fein muß, aber diesen Mann mußt du streichen ans deinem Leben, du mußt, Kind."

Ich muß? Ach. Aga. wie wenig kennst du die Liebe und bist doch so alt geworden! Wie willst du mir die Hände und Fuße Linden und wie meine Gedanken? Und wenn du mich einschließest. mich wie eine Gefangene hältst, ich würde doch Wege und Gedanken finden ihm, zu ihm! Versuche es also, Aga! Ich weiß ganz genau, daß ich Horst nicht heiraten kann,' wenn dir und Holger, der fa unglücklicherweise mein Vormund flt. es nicht wollen, aber ich weiß auch, daß ich eurem Verbot ttotze, wenn ihr mich zum äußersten treibt, daß ich bei Nacht und Nebel davonlanfe. wenn ihr mich halten wollt."

Agas Herz stand fast füll. Sie fühlte nur zu deutlich, daß alles nutzlos war, daß die kindliche Schwester dort, die ihr bis-

blindlings gefolgt, zum Weibe erwacht war, und daß weder Vernunft noch Güte ste zwingen würde.

Wie spitze Schwerter bohrte fich diese CewiWeit kn ihr, Seele.Honst," bat sse noch einmal und nahm dos trotzige Köpfchen der Kleinen zwischen ihre Hände,sei vernünftig. Sieh, rch will ja nur dein Glück. Denke, unsere Mite Mutter, der ich gelobt, über deinem Leben zu wachen, stände var dir und bäte dich so recht herzinniglich: Sei gut und fromm, Hansi. lerne iiefnie begehrenden Wünsche meistern, lerne das eigene Herz er­kennen und die Herzen anderer Menschen."

In den Augen der Kleinen schimmerte es feucht. Ein auat- volles Schluchzen erschütterte den zarten Körper, der sich jetzt willig an die Brust der Schwester schmiegte.

Ich liebe ihn doch so sehr," weinte Hansi aus.mehr, mehr £**** der Welt. Ach. Aga, es ist gewiß unrecht, aber als dich, mehr als Vater und Mutter, und doch bist du immer so gut zu mir gewesen, hast nur für mich gelebt, und nun bin ich so schlecht, so grausam schlecht und denke nur immer an mich. Ach. Aga. bist du mir böse?"

Nein, Kleinchen." sagte Aga zärtlich und zog die Schwester neben sich auf ein Polster und den blonden Kopf Hansis fest gegen ihre Brust gepreßt, begann sie dem aufhorchenden Kinde noch einmal die Geschichte ihres kurzen Iugendtraumes zu er­zählen.

Hansis Augein wurden immer dunkler, immer sehnsüchtiger, und als Aga geendet, da sagte sie. den Blick wie in weite Fer­nen richtend:

Ich höre alles, was du sagst, Schwester, ich fühle und Le.

greife, und doch ist eine Sttmme in mir, die immer nur zu ihm drängt. o >

. glaube dir ja. daß er vielleicht schlecht ist, so schlecht wre du und der Vater ihn erkannt, aber sieh mal, selbst wenn ® e lp ö5r hätte, daß er noch viel, viel schlechter

roSr< L mürbe ich müßte ihn doch Arben über alles bis ens Ende."

Dga sich entsetzt in das ganz verzückte Antlitz des Kindes. ..Aber ich bitte dich. Hansi. besinne dich doch. Hast du denn gar keinen Stolz, kein Ehrgefühl, daß du imstande wärest, dich au erneu Ehrlosen wegzuwerfen?"

, ^ ® ic dn Kinderlächeln, umspielte den rei-

zenden Mund des jungen Mädchens und das Lockenköpfchen schüttelnd, sagte sie voll tteuer Ueberzeugung:

Du weißt nicht, was die Liebe ist, Aga. Aber ich weiß es. fie glaubt alles, fie ttägt alles, fie hoffet alles."

Aga senkte das dunkle Haupt ttef auf die Brust. Wie sollte sie retten, helfen? Wie sollte sie diesem Kinde den rechten Weg zeigen, wenn es ihn selbst nicht fand?

. Durch Leid und Enttäuschungen gehen wir endlich zum t^rroden ein. zog es durch ihre Seele. Sollte sie dieses geliebte Krnd den schwersten aller Wege zur Läuterung gehen lassen, den es vielleicht mit dem Leben bezahlte? Nein, ste konnte nicht sie durfte nicht. Jedes Nachgeben wäre Wahnsinn.

Ein Entschluß reifte in ihr. dessen Ausführung zwar eine große Gefahr in sich schloß, aber sie fand keinen anderen Aus* weg. Sie kannte das leidenschaftliche Temperament zur Ge­nüge. Sie wußte, daß sie alles erwarten durfte, wenn ste d'e Zügel zu straff zog.

Ich will meine Einwilligung zu deiner Verbindung geben" sagte sie nach einer Meile dumpfen Schweigens, ..wenn dein- und Nordkirchs Liebe nach einem Jahre noch die gleiche Wunsche kennt. Während dieser Zeit müßt ihr euch fern blei- bm. Ich werde morgen Nordkirch in diesem Sinne schreiben und von seiner Antwort wird es abhängen, wie ich mich zu der Sache stelle."

Einzige, süße, angebetete Schwester! Hansi schluchzte an Agas Halse.Ach. nun wird ja olles gut." jubelte sie unt^r Tranen.

Und du versprichst mir, Hansi. während dieser Zeit Nord, kirch nicht ohne meinen Wunsch und Willen wiederzusehen?"

was dp verlangst, Ach. ich bin ja zu qlucklich. Und st- sprang im Zimmer umher, faßte die ssch ängstlich sträubende Katze Minka hei den Vorderpfoten und raste imrd) die Stuben, der Katze di« zärtlichsten Schmeichel. namen gebend.

Aga sah verzweifelt den: tollen Treiben zu.

So tanzt das Kind über den Abgrund seines Lebens" ^g es durch ihre Gedanken,aber ich muß wachen, handeln. Gott gebe mir die Kraft und die Einsicht, daß mein Weg r^cht ist. den ich gehe.

^ Draußen schossen die blauen Schwalben an den breitm Fenstern vorüber, und der Fliederduft zog in schweren Duf't- wellen ins Gemach.

Frühlingsstimmung in der Natur und im Herzen der Herbst der bittere Herbst des Lebens.

Graf NoErch führ zur selben Zelt lächelnd an den Klub Er dachte an Haust und ihre Liebe, und an di- philislrös- Schwester, die chn zum zweiten Male zwingen wollte, LiMingo, wünsche aufzugeben.

Me wenig kannte fie, bi- stolze Aga, ihn und sein- Macht über dre Frauen.

si. Kapitel.

Liebste Aga." sagte einige Tage spater Holger Thorefen zu der Malerin, die mit müßig gefalteten Händen vor einer Etaffelei saß, und mit wett in die Ferne gerichteten Augen darüber hmwegftarrte,tun Sie mir den einzigen Gefallen und lassen Sie die Tüncherei. damit Ihre Nerven erst mal wieder ein wenrg zu sich kommen. Sehen Sie diese Linien nur a,tt Wo ist denn Ihre Sicherheit^ Und die Perspektive^ Ich sage

V p reun4>in » tctal verpfuscht in der ganzen Anlage ist

das Bild da.

Fortsetzung folgt.

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Eefchästsguthaben

Gläubiger.'

Nicht verteilter Gewinn 1916 Reingewinn 1917.'

Summa der Passiva

Eesamtbezug 1917..

Mitgliederstand Ende 1917 . . 151

Zugang 1917. 3

154

Nieder-Weifel. den 11 August 1918.

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