die ihren Völkern grosse und leuchtende Ziele zeigen, an denen sich der Wille trotz aller Niederlagen und Rückschläge wieder aufrichtet.
Und wir???
Wir haben eine Regierung, die stumm ist; die keine 'Ziele weist, weil sie-keine hat; die sich treiben läßt, anstatt zu führen,^ die den Geist dämpft, statt zu hellodernder Flamme An schüren; die vor lauter Rücksichten und Kurzsichtigkeiten kein entschiedenes Wert zu sagen wagt; die für deutsche Siege um Entschuldigung bittet und sich gegen die schändlichsten Verleumdungen mtt lahmen Redensarten verteidigt, wo sie als Anklägerin mit vernichtenden Beweisen die anderen vor die Schranken fordern könnte. Wir haben eine Volksvertretung, die durch Verzichterklärungan und Verständigungsbcteuerungen verschleudert, was auf den Schlachtfeldern unter taufend bluttgeu Op,e.n beiß errungen und erstritten wurde, die es schon für einen Erfolg hält, wenn der Feind den Bestand unseres Reiches unangetastet lasten will, wenn man uns läßt, was man uns nicht nehmen kann und die dafür noch einen Preis zu zahlen bereit ist
Vsnd da wundert man sich wohl noch, daß der Geist vom 1911 nicht mehr lebendig ist? Man hat ihn ja selbst begraben unter tausend Bequemlichkeiten, man hat ihn mit Knüppeln totgeschlagen, wett er in seiner fortreihenden Gewalt hätte gefährlich werden können.
Selbst soweit sind wir schon gekommen, daß man nicht eünmal den Finger mehr auf diese schwärende Wunde legen darf, ohne dah die demokratisch-pozisisttsche Me-ute über einen hcrsällt. Eine Berliner Zeitung hat es trotzdem nicht lasten können, aus Anlah des Rückschlags an unserer Westfront ouf „einen gewissen Zusammenhang" hinzuweffen, der zwischen diesen Ereignissen und der Weisheit zu bestehen scheint, „die im deutschen Reichstag über dem Einfluß milttärischer Erfolge auf den Ausgang des Weltkrieges von den Plätzen des Bundesrates aus vor einiger Zeit verzapft werden konnte." Da hättet ihr sehen sollen, wie das Frankfurter „Weltblatt" in die Luft ging! Roch selten hat man es so ercegt sich gebärden sehen! „Schamrot" hat es werden wollen, daß „ein deutsches Blatt stch er. dreistet, dem ehrlichen Friedenswillen der übergroßen Mehrheit unseres Volkes und dem Staatsmann, der bemüht war, uns zum Frieden zu führen, die Schuld am Mißerfolg zuzuschieben." Was das für ein Frieden geworden wäre, den uns der „geborene Staatsmann" Kühlmann beschert hätte, verschweigt die „Frankfurter Zeitung" wohlweislich; Bukarest, schon jetzt wieder ein Herd der ungescherttesten Ententchetzer, rÄdet doch eine zu deutliche Sprache. Glaubt das Demokratenblatt im Ernst, die berichtigte Kühlmannrede habe den Siegeswillen gestärkt? Wenn doch alle militärischen Anstrengungen, selbst Erfolge, die Entscheidung nicht bringen, woher soll dann unseren Truppen Mut und Ausdauer zuströmen? Es heißt nicht nach schlechter französischer Gewohnheit SündeNbocke in die Wüste stoßen und „Verrat" schreien, wenn man diese Frage stellt, sondern einfach die Tatsachen reden lasten.
Groß und viel sind die Berfaum niste unserer pottttfchrir Leitung.' die Folgen liegen am Tage. Wir waren stark und zinüberwiadlich durch unsere einmütige Entschlossenheit; wir sind es noch heute, wenn der Geist, der im Volke l6bt, sich frei entfalten kann. Wird die Regierung endlich erkennen, was zu unserem Frieden dient, und wird die Erkenntnis noch zur rechten Zeit kommen, ihe es heißen muß: Zu spät??? S. D.
Erlaß von Strafen wegen Kartoffelabgabe.
Der Abgeordnete Lang hat im Landtag folgenden dringlichen Antrag eingebracht:
In einer Reihe von Ortschaften im Odenwald ist eine große Anzahl von Landwirten mit Strafmandaten bedacht worden, weil sie Kartoffeln an arme hungernde Leute auf deren wiederholten Bitten und Drängen zu mäßigen Preisen aus ihren er. sparten Beständen abgegeben haben, die andernfalls verfault und der darbenden Bevölkerung entzogen worden wären Die fraglichen Landwirte hatten ihrer Ablieferungspflicht dem Kom- rnunalverband gegenüber genügt, sie konnten daher nicht annehmen. daß in ihrer Gutmütigkeit. den Leuten zu helfen, eine strafbare Handlung zu erblicken fei.
Es herrscht m A. n. eine berechttgte Erregung weiter Volks- freSfc über ein derartiges behördliches Vorgehen.
Ich beantrage:
Die Kammer wolle Eroßherzogliche Regierung erst schon. darauf hinzuwitteu, daß die Strafverfolgung der in Frage sichenden Landwirte inhibiert und, soweit Strafen erfolgt sind, dieselben niedergeschlagen oder erlösten werden
Rach einer neuen Verfügung des Kttegsernährungsamts rmd des Eroßh. Ministeriums des Innern ist eine Anmelde- p f l i ch t f ü r a l l e in der kommenden Hausschlachtungs- periode, die am 15. September 1918 beginnt, vorgesehenen Hausschlachtungsschweine zur Selbstversorgung angeordnet worden. Jeder, der sich ein Schwein zur
Hcrusschlachtung eingelegt Hat oder einlegeu will, hat dies als. bald, spätestens aber bis pn 1. September durch Vermittelung der zuständigen Bürgermeisterei bei dem Kreisamt anzumelden. Für die später angoschafften Schweine hat die Anmeldung gleichfalls sofort nach Erwerb zu erfolgen, spätestens aber 3 Monate vor der Schlachtung des Schwsin-es den Zeitpunkt des Erwerbs und Befihübergangs einerseits und der beabsichtigten Schlachtung andererseits muß also ein Zeitraum von mindestens 3 Monaten liegen!. Dies entspricht tm wesentlichen den vorjährigen Bestimmungen. Die Interessenten werden auf diesen Amneidezwang aufmerksam gemacht. Die Genehmigung zur Hausschlachtung wird bei Versäumnis dieser Frist und dieser Anmeldung grundsätzlich versagt werden mästen. Es liegt daher im Intereste jeden Schweinehalters, der schlachten will, daß er sein Einlegeschwein unverzüglich bei der Bürgermeisterei seines Wohnorts anmeldet.
Dag Weil int JÜro^f? der Frankfurter Mittig gegen H. Ä. ChMntain.
Frankfurt a. M., 16. Aug. In dem von der „Frankfurter Zeitung" gegen den Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain angestrengten Prozeß wurde der Angeklagte wegen Beleidigung im Sinne des 8 186 des R.-Str.-G. zu der höchstzulässigen Geldstrafe, zu 1600 Mark, eventuell für 10 Mark je einen Tag Gefängnis verurteilt. Auf Antrag der Privattläger ist innerhalb eines Monats nach Rechtskraft der Tenor in 21 Zeitungen zu veröffentlichen.
Uom Felds
der Girre.
Rieder-Wöllstadt. Der Uhrmacher Karl Th. Müller, fett Kriegsbeginn im Felde, bei dem Friedberger Landst.-Batl., 1. Komp., erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klaff«.
Gettenau. Der Landsturmmann Hugo S1 e f f a n von hier, im Landw.-Inf.-Regt. 87. Inhaber der Hesi. Tapferkeitsmedaille, erhielt wegen tapferen Verhaltens bei einer Pattouillen-Untsr- nohmung das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe.
Södel. Der Reservist Karl Walz, Sohn des Landwirts Karl Walz II, wurde wegen feines Ausharvens vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz zwetter Klaffe ausgezeichnet. Wtt gratulieren!
Wohnbach. Dem Musketier Otto Wolf, Sohn des Gastwirts Eduard Wolf, wurde des Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Herzlichen Glückwunsch!
Vereinigte Landwirte non Frankfurt a. 1. tt. Utng.
Am Mittwoch, den 21. August, nachmittags 3 Uhr findet zu
Friedberg
im „Mainzer Rad" (Sempf), eine
V er Sammlung
statt.
Tagesordnung:
1. Sind die Maßnahmen der Kontrolleure der Landes- Milch- uns Fettstelle und die Zettel mit Strafandrohungen geeignet, die Milcherzeugung zu vermehren?
2. Milchpreiserhöhung.
Alle milchproduzierende Landwirte sind fteundlichst eingeladen.
Ans der Heimat.
Friedberg, 16. August. (Silber-Hochzeit.^ Am 10. August feiert Rangiermeister Friedrich Eeyer und Frau Maria (geb. Koch) das Fest der Silbernen Hochzeit. Glückauf zur Goldenem?
er. Die Drufchpramie für Hafer. In der letzten Sitzung des Landwirtschaftlichrn Kreisvereins Hanau gab Herr Kornhaus- dttektor T h y l m a n n einige recht beachtenswerte Ausführungen. Die Druschprämien für Hafer sind jetzt auch bekanntgegeben worden. Der für Hafer festgesetzte Höchstpreis von 30 Mark per 100 Klg. erhöht sich, wenn die Lieferung erfolgt: vor dem 1. September 1918 um eine Drufchp'.ä'N.e von 10 Matt, vor dem 16. September 1918 um eine Drmfchprämre von 8 Mk., vor dem 16. Oktober 1918 um eine Drufchpcämie von 6 Matt, vor dem 1. Dezember 1818 um eine Trufchprämie von 1 Mark für 100 Kg. Ferner find bekanntgegeben dis Mengen Hartfut-
ler (Gerste, Hast'r und Gen-.enge aus beiden), die im tommelß
dem Wirli^ni^inhr zur Dern-rtcr-rug Tiere vcrwendel
werden dürfen. Tn die Ernte in j:;;:ö 2 voraussichtlich
bester aussiM als im Vorjahre, so i-i es möglich gewesen, einzelnen Tierpatt,engen eine größere Ration zumessrn zu können als int letzten Wirtschaftsjahre. Während den schwer arbeitenden Pferden in der Landwirtschaft im Vorjahre nur für dis Zett der Ernte und der Herbstbestellung Zulagen gegeben wur- den» so sind diese Zulagen auch auf die Zeit der Frühjahrsbe- stellu-ng und der Ernte des nächsten Sommers ausgedehnt worden. Die Eriundration in Hafer bettägt für die laudwirtschrft- lichen Pferde 3 Pfund für den Tag und die Zulagen für die fchwerarbeitenden Zugpferde mit Genehmigung des Kommunalverbandes für die Zett vom 16. August bis 15. November 1018, vom 1. März bis 31. Mai 1919 und vom 16. Juli bis 15 Aug. 1919 4 Pfund für den Tag. Die zur Feldarbeit verwendetem Zugochsen erhalten 1% Pfand, die Zugkühe (in Ermangelung anderer Spanntiere) 1 Pfund fiir den Tag und zwar für die Zett vom 16 August bis 15. November 1918 und vom 1 Marz bis 31. Mai 1919 Für zum Sprunge verwendete Zuchtbullem sind % Pfund für den Tag vorgesehen, für Eber V* Pfund für den Tag und an gedeckte Zuchtsauen darf 1 Ztt. für den Wurf verfüttert werden. Soweit in der Verordnung Tagesmengen festgesetzt sind, ist die Festsetzung durchschnittlich fiir den Tag erfolgt. Hat der Landwitt an einzelnen Tagen weniger als die durchschnittliche Tagesratton verfüttert, so darf er an einem anderen Tage entsprechend mehr geben, keinesfalls darf er aber insgesamt mehr verfüttern, als die auf die ganze Verfütterungs- zeit entfallende Menge. Den Landwirten ist es leicht möglich, die Gesamtmengen zu berechnen, die sie verfüttern dürfen und sie können jetzt schon feststellen, wieviel Futtergettetde für Fut- terzwecke sie zurückbehalten dürfen. Die in kriegswirtschaftlich wichtigen Betrieben tättgen Pferde erhalten die seitherige Ration von 3 Pfund für den Tag. jedoch aber erst vom 15. Sept. ab. Bis dahin soll Beifutter als Ersatz gegeben werden und zwar 5 Pfund für den Tag. Dadurch, daß die Futtermittelstelle des Stadt- und Landkreises in den letzten Monaten etwas Futt ter erspart hat, ist es mögttch, die Ration auf 10 Pfund erhöhen zu können und zwar wtrd voraussichtlich 5 Pfund Spitzkleie und 5 Psimd Trocksnfchnitzel pro Pferd und Tag verabfolgt. Vom 15. September ab erhalten die Pferde wieder Hafer und zwar 3 Pfund für den Tag, außerdem erhalten sie die übliche Bei- futterratton, und wo diese in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1918 nicht ein g ehalten werden kann, statt besten eine Haferzulage von 2 Pstlnd für den Tag. also insgesamt 5 Pfund für den Tag, bis zum 31. Dezember 1918. Alle übrigen Pferds besonders Luxuspferde, erhalten kein Körnerftttter.
Frankfurt a. M. Die Schöffengerichtsverbcmdlung gegen! die E. Steinbrecher, die sich widerrechtlich 60 Buttettarten za verschaffen wußte und darauf Butter bezogen hat, wurde von uns irrtümlich nach Mainz verlegt, sie hat in Frankfurt a. M. stattgefunden.
Kirchliche NachrichU«.
Evangelische Gemeinde.
12. Sonntag nach Trin., 18. August 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberge^ Anschließend Beichte und hl. Abendmahl.
Abends 8*4 Uhr Professor Lampas.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10 Uhr. Anschließend Katechismuslehre für die Mädchen.
»
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 18. Aug. 1918. 13, Sonntag nach Pfingsten. .
Beichtgelegenheit am Samstag von 6 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an.
P/ 2 7 Uhr Frühmesse.
8 Uhr hl. Messe.
f%10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt.
Nachmittags 2*4 Uhr Firmungsunterricht rmd Sakcw mentalische Bruderschafts-Artdacht mit Segen, danach Vec* sammlnng des Jungfrauen-Vererns.
Um 4 Uhr: Versammlung des Jimglingsvereins.- Während der Woche: Um %7 und 7 Uhr hl. Messe. Mittwoch um 7 Uhr hl. Meffe in der St. Georgskapells. Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht.
Sonntag, den 18 August: Kleine Wallfahtt nach
Sternbach.
Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor-
romäus-Bücherei.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A- G.. Friedberg t H
1 1.) Mk Mchmg l
demj.n gen. der mir Angaben machen rann über den Verbleib meines vor einiger Zett verfchw. Hundes; ozi elbe ijt sch art, helle Pfoten ui>ö Brust, weisieSchwanz- spitze, tauge Ohren, hört auf den Namen „Lord .
Johanna Sprengel, Bad-Nauheim) Kurstratze 11.
Suche auf 1. September 1918 einen tüchtigen
Milchkutscher.
Bchudt, Hofgut Ossenheim.
Simon Kaufmann, WckMg.,
Nieder-Weisel, Fernsprecher Amt Butzbach Nr. 2L
Bekanntmachung.
Nächsten Montag, den 19. August, verteilen wir in der alten Post durch die hiesigen Kolonialwarenhändler
MÄ8V.
Zeiteinteilung wie bei der Vutterverteilung.
Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeichnete Person werden
50 Gramm zu 22 Pfennig
verabfolgt.
Friedberg, den 16. August 1918.
Der Bürgermeister
I. V.: Damm.
liefert schnell und billigst
Pftie
Sruckerei und Derlaa. A.-T.
Bekanntmachung
Am Montag, den 19. ds. Mts.,
gelangen die neuen
Bkstgsslhkitik für Mmilih
von 8—1 Uhr vormittags und von 3—6 Uhrnachmittags auf Zimmer 9 des Stadthauses zur Ausgabe. Die Vollmilchausweiskarte ist oor- zulegen.
Friedberg, den 14. August 1918* Der Bürgermeister I. SB.: Damm.
iBijitenfariftt
Nk»rS«zks?rit«g sinr-kerei ».PkttA-Gi


