Ausgabe 
1.8.1918
 
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Mein nie diirch Liebe Leid geschah. '

Roman von Courthß.Mahler.

68) Nachdruck verboten

Auch Hans Ullrich muhte sich mit d^m Bewußtsein zufrieden geben, daß er das Seine getan hatte fürs Vaterland.

Ursula hatte von Graf Joachim fleißig Nachricht erhalten. Tr hatte erst in Rußland gekämpft und war dann nach Frank, reich gekommen.

Ursula war jetzt nicht mehr der übermütige WildsauA Sie saß gar still bei der Mutter rd.-r drüben im Kavalierhaus bei den Waisenkindern, -u denen nech zwei Kriegswaisen gekommen

Kindern warme Strümpfe für

17Ü!

waren. Dort strickte sie die Soldaten im Felde.

Nur wenn der Briefträ Füße ihn: flink entgegen. Knegsicrhr schon geworden'

üer in Sicht war. dann liefen ichre Wie lang war ihr doch das erste Nun war schon der dritte Monat im Zweiten Kriegsjahr angebrochen, und noch immer klangen die Friedensglocken nicht.

Dann kam eines Tages, in den ersten Oktobertagen, Graf Rudolf Steinau ohne vorherige Anmeldung nach Frankenau. Er brachte Nachricht von Joachim. Schonend sollte er Ursula vor­bereiten. daß ihr Verlobter schwer verwundet war.

Er lag in Düsseldorf in einem Lazarett. Sein linker Fuß war zerschmettert, und die Aerzte fürchteten, daß er abgenom- nien werden müsse. Ursula schrie laut auf, als ihr Graf Rudolf schonend diese Kunde vermittelte. Aber als sie den ersten Schreck verwunden hatte, biß sie tapfer die Zähne zusammen. Sie

weinte nicht, ober sie war k^cherchlaß. Und sie bat thre Mut­ier, sofort mit Ihr noch Düsseldorf zu reifen.

Ich muß zu ihm, er braucht mich jetzt." sagte sie mit ei­ner Selbstbeherrschung, die alle erschütterte.

Frau von Frankenau ließ ihren Sohn in der Obhut seiner jungen Frau und reiste mit Ursula nach Düsseldorf. Graf Stei­nau begleitete die beiden Frauen.

Die kleine Ursula zeigte sich als Heldin, als sie an das Lager ihres Verlobten trat. Graf Joachim war in einer schlimmen Ge­mütsverfassung. Daß man ihm den Fuß abnehmen wollte, war ihm ein furchtbarer Gedanke. Er wollte viel lieber sterben. Aber als Ursula in seine Augen blickte, ihn umarmte und küßte, da schien ihm der Tod doch noch schlimmer als der Verlust eines Fußes.

Du wirst dann aber einen Krüppel zum Mann bekommen, mein Urselchen, der mit deinen flinken Füßen nicht mehr Schritt halten kann," sagte er.

Sie lächelte ihn mit feuchten Augen an.

Meine flinken Füße haben in dieser schlimmen Zeit schon gelernt, langsamer zu schreiten. Mir haben daheim manchen Verwundeten gepflegt, der mir mühsam vorwärts konnte. Ich gehe fein langsam mit dir. Wenn ich dich nur behalten darf."

Da brach sein sonniges Temperament selbst durch diese Not hindurch

Auf die Bäume kann ich auch nicht mehr mit dir klettern," sagte er.

Sie barg ihr Gesicht an seiner Schulter, um ihm nicht zu zeigen wie es sie erschütterte, ihn leiden zu sehen.

Und es war, als habe Joachims Zustand seit Ursulas An­

kunft eine Wendung zum Bessern erhalten. Am nächsten Taq erklärten die Aerzte, daß der Fuß erhalten bleiben könne, wenn zwei Zehen abgenommen würden.

Joachim war darüber so froh, daß er nicht erwarten konnte, bis Ursula bei ihm war. Die Operation wurde sofort vorgr- nommen und nun war Joachims Fuß gerettet. Ursula stürzten nun doch die Tränen aus den Augen, als sie Joachim nach de, Operation auf einige Minuten sehen durfte.

Ursula und ihre Mutter blieben in Düsseldorf, bis Graf Joachim so weit hergestellt war. daß er nach Frankenau trans. portiert werden konnte. Dort wurde er vollends gesund gepflegt.

Und in der ländlichen Stille von Frankenau erblühte für die beiden jungen Paare ein reiches, volles Glück.

Sobald Joachim ganz gesund war, fand seine Vermählung mit Ursula statt, und die junge Gräfin Steinau war in ihrem Brautkleid mit dem blonden Heiligenschein unter dem Myrten­kranz, eine rührend liebliche Erscheinung. Sie mußte ihren jungen Gatten noch ein wenig stützen, weil er noch nicht wieder gang fest aus den Füßen stand. Die Waisenkinder schritten vor dem Brautpaar her und streuten Blumen auf seinen Weg.

Hinter Ursula und ihren: juirgen Gatten folgten Arm in Arm Hans Ullrich und Christa. Auch Hans Ullrich brauchte den Arm seiner Gattin noch als Stütze. Aber das helle Glück leuch- tste beiden Paaren aus den Augen.

Und hinter den beiden Paaren folgte Frau Sabine von Frankenau zwischen ihren beiden alten Freunden, Graf Rudolf Steinau und Heinz von Birkenheim. Diese drei Mensch-en sonn­ten sich in dem Glück der beiden jungen Paare.-

Ende.

Vetr.: Die Fleischveriorgung für die Bevölkerung der Stadt Friedberg.

Kelmmrlmachmig

Ich bringe hierdurch zur öffent­lichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind- und Kalbfleisch sowie Wurst für,diese Woche am Frei­tag. den 2. August 1918, nachmit- tasvon 16 Uhr, in den sämt­lichen hiesigen Metzgerläden statt­findet.

An den Verkaufslagen der letzten Wochen sind vielfach die Wahrnehmungen gemacht worden, daß die von mir festgeietzten Ver­kaufszeiten über den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren von ein- aelaen Metzgern nicht beachtet, sondern daß diese ihr Fleisch schon vor dieser Zeit an Kunden abge­geben haben. Hierdurch fühlen sich viele Einwohner geschädigt. Es wird behauptet, daß die Kun­den. die vorzugsweise zuerst be­dient werden, auch die besten Flei.chstücke erhielten.

Ich mache hierdurch wiederholt und dringend darauf aufmertsam, daß die vorgeschriebenen Verkaufs­zeiten genau einzuhallen sind. Verfehlungen hiergegen werde ich für die Folge nicht nur zur Be­strafung anzeigen, sondern auch Kunden, die eine frühere Bedie­nung bei den Metzgern wünschen und erhallen, zu anderen Metzgern in die Kundenliste umschreiben lasten.

Friedberg, den 30. Juli 1918. Der Bürgermeister.

_ I. V.r Damm.

Kekanntmachnrrg

Am Samstag, den 3. August d. Js., nachmittags3 Uhr, werden

2 Bäume Frühbirnen und 1 Baum Frühäpfel

öffentlich versteigert. Zusammen­kunft am Viereichenplatz. Friedberg, den 30. Juli 1918. Der Bürgermeister I. V.: D a m m.

Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung!

Von Cuib schied ich in früher Jugend. Und einmal muß geschieden sein,

Nun sinkt mein Her; in seiner Jugend Hinab ins stille Kämmerlein.

Drum, liebe Eltern, laßt das Klagen. Mir naht kein Weh, mich drückt kein Leid: Die höh're Fügung wird's Euch sagen. Die mich berief zur Ewigkeit.

Wer weiß, was mich im späteren Jahren Ereilet hätte, welche Not:

Seht, Gott will mirs nicht offenbaren Und schickt aus Güte mir den Tod.

Drum weinet nicht, ihr lieben Meinen, 2hr alle folget mit der Zeit.

Dies ist der Trost, er wird erscheinen Einst, wenn ihr kommt zur Seligkeit.

Noch eines nehmt von starrem Munde: Für alles Gute meinen Dank.

Der Abschied kam, es schlug die Stunde, Gott tohn's Euch Euer Leben lang.

Jung und einfach war dein Leben, Treu und fleißig deine Hand,

Und so wollst du weiter streben.

Mußt nun ruhen im ftemden Land; Dein treues Herz hört auf zu schlagen. Hörst nicht mehr deiner Eitern Klagen.

Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber guter Sohn, treuer Bruder und Enkel

Schütze Wilhelm Wetzstein

am 16. Juli nach 13 monatlicher treuer Pflichterfüllung infolge Volltreffer im blühenden Alter von 18% Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Gettenau, den 31. Juli 1918.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Familie Heinrich Wetzstein nebst allen Angehörigen.

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