dlge Frankreich, die Großmacht Italien, das Königreich Ruma- nien. mit einer Ausnahme der ganze Balkan, Portugal, Haiti, Liberia, ein Gewimmel von Staaten und Raubstaaten hinter- drein — sie alle werden sich die Hand reichen, um im Namen der Kultur das Land Gutenbergs und Goethes, Luthers und Kants, Schillers und Beethovens, Richard Wagners und Robert Kochs zu vernichten. Man wird die Wilden aus dem Herzen Afrikas Holen, die Inder über das Meer schleppen, die Rothäute bewaffnen. die Siamesen einschiffen, die Marokkaner und di« Mada^ passen aufbieten, die Kosaken loslasien, die Kalmücken und Kirgisen einstellen. Di« Buren werden sich in den Sattel schwinge», die Kanadier zur Flinte greisen, die Australier von Weid und Kind Abschied nehmen, die Yankees die Trommel rühren, dk Neuseeländer Heim und Haus verlasien — alles in einem irre« Massenschrei- Ueber den Rhein! Ueber die Weichsel! Nach Berlin? Nach Berlin!
Wenn das einer vor vier Jahren und ein paar Monden gesagt hätte, so hätten wir nicht die Menschheit für wahnsinnig gehalten, sondern den, der dies Zukunftsbild entwarf. Und hätte man ihm geglaubt, so wäre das zweite die Frage gewesen: Wie kann selbst ein Volk von Helden gegen eine solche Sintflut von Feinden sein Land, sein Leben und seine Ehre behaupten?
Niemals, solange das Gedenken der Menschen zurückreicht, wurde ein Volk einer solchen Härtung durch das Schicksal unterworfen, wie Deutschland in dielen Jahren. Es war die schwerste Belastungsprobe, die je die Gemeinschaft eines Volkes in Waffen gegen einen zehnfach überlegenen Feind zu bestehen hatte, gegen «ine kriegerische Völkerwanderung, die Lawinen bewehrter Wilder als Kanonenfutter vor sich herpeitschte, der alle Hilfsmittel, aller Menschemvitz. alle Naturschätze der Erdkugel wie böse Geister dienten, die. im Osten zumal, aus all« Schrecken des Krieges alle Schrecken der Bestialität häufte.
Das war der Krieg. Aber er war nur das erste Verderben, das uns drohte. Hinter ihm schritt das Gespenst des Hungers. England rief es zu Feuer und Schwert an seine Seite. Die Meere schloffen sich. Die Blockade begann. Großbritannien erklärte den Frauen und Kindern, den Greisen und Kranken in Deutschland den Ausrottungskrieg. Von Frankreich aus wurde die Zerstörung der deutschen Kornfelder durch Brandbomben an- gevaten. Man schickte den Kriegsgefangenen heimlich Anweisungen zum Anzünden der deutschen Getreidescheunen und zum Vernichten der Kartoffeln Jedes Mittel schien gegen Deutschland recht. Auch im Ausland. Zu Hunderttausenden und Millionen wurden dort die Deutschen für vogelfrei erklärt, über die Länder gehetzt, die Frauen quer durch Afrika geschleppt, die Greife nach Sibirien verbannt, alles, was deutsch war, seiner Habe beraubt, eingekerkert, mißhandelt, getötet. Es war die größte Menscherwersolgung seitdem es Menschen auf der Erde gibt.
Ja, der böse Feind stets mit Ernst es meint: England holte gum dritten Streich aus. Es glaubte auf Grund jahrelanger, geheimer Hand^lsspionag« und Ueberwachung des Weltverkehrs genau den Zeitpunkt berechnet zu haben, wo, infolge der See- fperre, die zur Kriegführung in Deutschland nötigen Rohstoffe versiegten, der Salpeter für den Schießbedarf ausging. Metalls für den Eeschützstahl mangelten, das deutsche Heer ein Riese ohne Waffe wurde. Dieser Gedanke allein genügte schon, den kranken Hirnen des Weltbunds den Tag des Einzugs in Berlin Vorzugaukeln.
Krank, moralisch krank waren diese Hirne. Sockst hätten sie nicht zur vierten und ekelsten Waffe wider Deutschland gegriffen. zur Macht der Lüge. Eine Springflut von Geifer. Gift und Galle, sin Kotmeer der Verleumdung, ein Trug und Stank ohne gleichen ergoß sich über ein reines, großes und starkes Volk wie das unsere, ein Volk, das so stolz war. daß es sich fast für seine Feinde schämte. Niemals früher hätten Menschen solchen Wahnwitz geglaubt. Jetzt brach eine Menschheitsdämmerung herein. Deutschland stand einsam inmitten einer entarteten Welt.
Krieg, Hungersnot. Waffemnangel und Verleumdung — das waren die vier apokalyptischen Reit?:, die unheilverkündend wider Deutschland heranbrausten. Ein ehern rrchiges Antlitz sah ihnen entgegen. Deutschland hatte sich, in den Stunden der Rot, weit über Irdisches erhoben. Es kannte nicht mehr, was bei anderen Menschen Furcht heißt. Es fühlte vom Kaiser bis zum Kärrner nur das eine, daß je ungeheurer sich die Gefahren auftürmten, desto ungeheure, ungeahnte, weltüberwindende, Mmd erwirkende Kräfte in ihm lebrndig wurden, und nahm mit Gott, in gläubiger Zuversicht und dem Bewußtsein seiner gerechten Cache, den Kampf ums Dasein auf. Undsiegte.
Der Krieg? Leuchtend stieg, schon in den ersten Tagen des Kampfes, über Tannenbcrg die Siegessonne empor. Sie blieb uns treu. Königreiche zerschellten. Das Zarenreich zersplitterte. Der Westen wankte unter deutschen Schlägen. Ueber vier feindlichen Hauptstädten Lichte die deutsche Fahne. Millionen von Gefangenen füllten die deutschen Lande. Die stärksten Festungen der Gegner stürzten in den Staub. Tief stehen unsere Heere überall im Feindesland. Paris vernimmt den Donner ihrer Geschütze. England schleuderte vergeblich ein Volk nach dem anderen in den Weltbrand. Rief alle seine Hörigen der Erde auf. Umsonst, der Mensch besiegt die Masse, Deutschland die
Die Hungersnot? Auf Deutschlands Feldern reift eben jetzt zum vierten Male das Korn. Frauen, Kinder, Knaben bringen es ein. Kriegsoenesende helfen, Gefangene. Di« Zeiten sind schwer und voll Entbehrung, das wiffen wir — aber Deutfch- lc-.nd daheim so stark wie je! Von der Fremd« abgeschnitten, Zog es gleich dem Riesen der Sage aus der Berührurig mit der eigenen Muttererde immer neue, unbrzw ingliche Kraft. Es stampfte Armeen aus dem Boden. Ihm wuchs das Kornfeld onf der flachen Hand.
Der Waffenmangel? Wie aus Hochburgen des Kriegs leuchtet des Nachts das Licht aus deutschen Laboratorien. Deutsche Gelehrte wachten. Forschten, fanden. Kreuzten über Länder »nd Meere di« Klinge mit denen der fernen Gegner, entrisien lfm,«*» die Wshz, schmiedeten sie neu zu Deutschlands Ehre!. Das
deutsche Volk der Arbeit stand hinter ihnen. Männer uckd Frauen zu Millionen. Der Geist zwang den Stoff. Der deutsche Siegfried hämmerte sich auf eigenem Ambos sein Schwert, daß es heute schneidender denn je in seiner Hand blitzt.
Die Lüge? Wir schlugen sie. indem wir zu stolz waren, sie zu sehen. Heute wirken Londons Verleumdungen fadenscheinig wie Vogelscheuchen im Herbst. Niemand glaubt mehr daran. Unsere Antwort aus alle Schmähworte der Gegner war immer nur dte Tat, die schweigend« Tat, die siegende Tat!
Im Anfang war die Tat: die Tat soll, auch das Ende dieses ungeheuren Ringens sein. Kein Wort allein, kein bester Wille auf unserer Seite bringt der Menschheit Erlösung, solange der Rest unserer Feinde auf ihrem blutigen Wahnsinn eines Kreuz- xrlgs wider Deutschland verharrt. Diesen Wahn heilt nckr das Schwert. Es wird gut vollenden, was es gut begann. Roch stehen wir mitten in der letzten Prüfung. Aber eine Stimme von oben sagt uns: Ein Volk, das die Wunder vollbrachte, die schon hinter uns liegen, das schreitet auch aufrecht und siegreich bis zum Schluß, zum Frieden überall, zu neuer deutscher Kraft und Herrlichkeit!
Verrat bei der öiikrreWicheii PM-Wiißve.
Das Wiener Kriegspresieamt veröffenilicht eine Darstellung j von Vorfällen bei der letzten Offensive. Danach ist sie deshalb nicht geglückt, weil wieder slawisck>er Verrat dazwischen liegt. In kurzer Zeit konnte auch bereits aktenmäßig festgestellt werden, daß eine Reihe von Uebcrläufcrn der italienischen Heeresleitung Material lieferten, durch deffen Vergleich und gegenseitige Ergänzung es möglich war, ein ziemlich genaues Bild unserer Angriffsdispositionen zu erhalten. In Gefangenschaft geratene englische, französische und italienische Offiziere und Mannschaiten zahlreicher Regimenter sagen übereinstimmend aus, daß ihren Truppenkörpern am Abend des 1t. Juni verlautbart wurde, daß die österreichisch-ungarische Offensive am kommenden Morgen um 2 Uhr einsetzen werde. Den genauen ZcÄpunkt sollen jugo-slawische Ueberläufer verraten haben. Der Feind traf Vorkehrungen gegen die erwartete Casbeschießung, die sich allerdings nachträglich als unzulänglich erwiesen.
Es ist begreiflich, daß die italienische Heeresleitung die Namen der Uoberläufer, denen sie verdankt, daß die Niederlage nicht in einen Zusammenbruch der italienischen Wehrmacht aus- artete, mit dem Schleier der Verschwiegenheit deckt. Dennoch gelang es der systematischen Durchsicht der zahlreichen erbeuteten italienischen Dienststücke und den daran sich schließenden gründ. lichen Erhebungen, ein umfangreiches Aktenmaterial von vollster Beweiskraft zu erlangen. Eine Reihe von Ueberläufern ist bereits bekannt und der Inhalt ihrer verräterischen Aussagen durch italienische Amtsstücke festgestellt. Hier seien nur zwei besonders krasie Fäll« hervorgehoben:
Der Schütze Rudolf Paprekar des Handmaschinenzuges eines Schützenregiments sprang laut Darstellung des Kommandos VIII ak. gstb. Abt. Dal. 6. Juni 1918 unterhalb Villa Jaeobr vom Piavedamm in den Strom, den er durchquerte. Er verriet die Stellungen, Stürbe und Zusammensetzung seines Abschnitts und machte auf Grurrd gründlicher Beobachtung und Ausspähung höchst wertvolle Angaben, aus denen auf unsere Angriffsabsichten gegen den Montello geschloffen werden koirnte. Ferner teilte er Details über dem Feind gänzlich unbemerkt gebliebene Vorkehrungen für den Piaveübergang mit. sowie sorgfältig registrierte Angaben über Truppenbewgungen, Batteriestellunge« und dergl.
Den größten Teil am Verrat schreibt dte italienische Hoeres- leik^ng nicht ohne Grund dem Leutnant Karl Stiny eines Infanterie-Regiments zu, der in der Nähe von Moventa desertierte. Aus umfangreichen italienischen Dienststücken, in welchen seine Aussagen gesammelt und verbreitet sind, geht hervor, daß er unsere Vorbereitungen am Piave gänzlich verraten und auch sonst dem Gegner eine Reihe höchst wertvoller Nachrichten aus- geliefert hat. Stiny der genügend fachmännisches Wiffen besaß. sammelte mit großer Umsicht und Systematik alle ihm von Wert scheinenden Daten. Seine Darstellung über Vorbereitung und Anzeigen betreffend die Offensive find so gründlich und durchdacht, daß aus ihnen geradezu auf das Wesen der Angriffs- disposition geschloffen werden konnte. Die italienische amtliche Charakteristik Stinys lautet' Der Leutnant ist ein höchst intelligenter, von glühender Nationalempfindung und von lebhaften antiösterreichischen Gefühlen beseelter Iungtscheche. Seine Aussagen tragen den Charakter vollkommener Zuverlässigkeit. Er hat absichtlich vor dem lieber laus viele Nachrichten gesammelt, um sie uns mitzuteilen. Er flößt vollkonrmenes Vertrauen ein.
Der Bericht stellt des weiteren fest, daß die italienische Heeresleitung seit einiger Zeit versucht, hochverräterische Zersetzung in unsere Linien zu tragen. In den italienischen Gefangenenlagern werden in völkerrechtlich verpönter Weise slawische Mannschaften mit Versprechungen und Bestechungen bearbeitet, sich in die tschechisch-slowakische Legion einreihen zu laffen. Der Befehl des 3. italienischen Armeckommarrdos Nr. 1058 : 0495 b I vom 14. Mai d. I. verweist auf die aktive Propaganda durch tschechische Freiwillige zwecks Lockerung des Eefiiges der österreichisch-ungarischen Armee, wie sie beim dortigen Kommando eingerichtet wurde. Den willigen Werkzeugen des Hochverrats, deren verhetzte Einbildungskraft den Blick für die wirklichen Bedürfnisse der Heimat gänzlich verblendet hat, wird von den offiziellen italienischen Stellen vorgetäuscht, daß in Böhmen Unruhen und Aufstände ohne Unterbrechung aufeinandcrfolgen. In dem erwähnten Befehl wird angeführt, daß bei dieser und anderen Armeen einige Versuche mit tschechischen Elementen geglückt seien, in die Herzen einiger feindlicher Abteilungen tiefe Verwirrung zu tragen. Einige tschechisä)e Soloaten seien tat. sächlich zu den Italienern über gelaufen, andere in Berührung mit ihnen geblieben und hätten sich bereit erklärt, als Gärungsmittel für Annäherungen in den feindlichen Stellungen zu verbleiben.
Zum Schluß heißt es: Das weitere Aktenmaterial wird
zeigen, wie ehr- und pflichtvergessen noch andere in ihrer bleckdung zu handeln vermochte«.
Vom Felde
der Ehre.
Bav-Nsuhcsm. Herrn Tr. med. Hüffell wm hier, z, 3t. Bataillonsarzt, wurde, nachdem er bereits im Juni mit der« Hessischen Sanitätskreuz am Bande, der Tapferkeitsmedaille sowie der Roten Kreuz-Medaille 3. Klaffe ausgezeichnet words» war, das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe verliehen.
Dorheim. Dem Wehrmann Karl Schutt wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt er schon früher. Herzlichen Glückwunsch!
Dorheun. Der Gefreite Ernst Eifert wurde zum Unteroffizier befördert und erhielt das Hessische Kriegs' Ehrenzeichen in Eisen. Das Eiserne Kreuz sowie die Hess. Tapferkeitsmedaille besitzt er schon.'
Aus dev Hemmt.
Wiedererhöhung der Brotration. Wie die „Voff. Ztg." erfährt sollen am 19. August die Mengen einiger wichtiger Karten- Nahrungsmittel neu festgesetzt werden. Hierbei dürfte es sich vor allem um die Wiedererhöhung der Brotration handeln. Dem „Berl Tagrbl." zufolge dürften die übrigen Rationen vorläufig die gleichen bleiben.
Friedberg. Orgelkonzert in der Stadtkirche. Die kirchemnusikalische Abendfeier (Freitag 8X Uhr) eröffnet Herr Hoforganist Müller aus Darmstadt mit Bachs glänzenden Ls llui-Präludium, das aus der Zeit der höchsten Kunstentwicklung des Meisters herrührt. Mit weiteren Vortragsftiicke« von Buxtehude, Mendelssohn und Liszt, in denen die Charakter- stimmen und vielfachen Ausdrucksmittel der schönen Orgel zur Geltung kommen, wechseln die Gesänge von Frau Hedwig Mül- ler-Banzert aus Gießen ab, Kompositionen von Joh. Sebastian und Friedemann Bach, I. W. Franck. Beethoven u;rd Mendels. sohn-Vercholdy. deren Text« Gebet und Ergebung, Trost. Lob und Dank zum Inhalt haben. Den Schluß der Vortragsfolgr bildet eine Fantasie von E. A. Thomas, in welcher die Königin der Instrumente ihre majestätische Tonfiille in ihrer ganzen Pracht und Krall entfaltet, namentlich im Mittelsatz, wo sich über rasch dahingleitenden Pedalpaffagen die wuchtigen Akkord« des Trutz- und Kriegschorals „Eine feste Burg ist unser Gott- austürmen. — Dauer der Feier 1 Stunde — Programm an der Kirchtüre. — Freiwillige Gaben beim Ausgang zum Beste, der Kri^sfürforge. — Eintritt frei.
Offenheim. (Eingesandt.) Sett 19 Jahren bin ich Flur« schütz in Offeckheim. Wenn die Felddiebstähle sich neuerdings ins Unendliche gesteigert haben, liegt die Schuld in den der maligen traurigen Zeiten. Ein Gemeickderatsbeschluß kündigt mir an. daß vom 1. August mein Gehalt gesperrt sei und ich nur von jeder Anzeige 5 Mk. erhalte. Freoel durch Enten. Gänse und Hühner bleiben ohne Vergütung. sollen jedoch durch Anzeige geahndet werden. Ich fühle mich verpflichtet, dies 31 t* Kenntnis des Publikunrs zu bringen mit dem Anfügen. daß es mir widerstrebt, Rarwgloffen hierzu zu schreiben. Richard Merkel.
Stammheim. Polizeidiener Heinrich Schneeberger dahier feiert am 1. August sein 25. Dienstjubilamn.
Ans Hessen. Dom Bezirkssekretariat des christlich-nationale« Zentralverbandes der Fofft-, Land- und Weinbergsarbeit« Deutschlands in Mainz wird uns geschrieben: Am Sonntag, de« 28. Juli, vormittags YA1 Uhr, tagten im „Jungen Krokodil" t« Frankfurt die Kreisrorstände der einzelnen Kreise des Heff. Straßenwärterverbandes. Verbandssekretär Sauer- Mainz referierte über die Lohnverhältniffe der Straßenwärter in de« einzelnen hessischen Kreisen. Geradezu trostlos seien teilweise di« Eehaltsverhältniffe. So ist z. B. im Kreise Schotten das Höchstgehalt 800 Mark. Zu diesem horrenden Lohn kommen 120 Mark Teuerungszulage, außerdem für jedes Kind 5 Mark. Im Kreis« Büdingen ist das Höchstgehalt 1040 Mark. Die jährlich« Teuerungszulage bettägt dort aber nur 75 Mark. Nirgends können in Oberheffen und Starkenburg die Gehälter als ausreichend bezeichnet werden und muß unter allen Unistän-den nach einer baldigen Aenderuny gestrebt werden. Als geradezu vor. bildlich wurde di« Regelung im Kreise Mainz bezeichnet. Dort beträgt das Anfangsgehalt 1200 Mark, steigend von drei zu drei Jahren um 60 Mark bis zum Höchstgehalt von 1500 Mark. Hi-nyn kommt eine mormtliche Teuerungszulage von 25 Mark soidaß das Iahreseinkornrnen 1800 ivtark beträgt. Da nun den Wünschen der Straßenwärter ohne den notwendigen Nachdruck doch nicht Rechnung getragen würde, die Regelung in Mainz auch efft auf die Eingaben des Zentralverbandes ftattfand u. in den übrigen Kreisen Rheinheffens die ähnliche Regelung bevor steht,^ so wurde beschloffen, daß sich die hessischen Straßenwärter insgesamt dem vorgenannten Zentral verband« umschließen. Nachstehende Resolution fand einsttmmige Annahme: „Die in der
Sitzung in Frankfurt a. M. am 28. Juli 1918 im „Jungen Krokodil" versammelten Vorstandsmitglieder der einzelnen Kreise des Sttaßenwärterverbandes für das Großhsrzogtum Hessen sind der Meinung, daß nur durch den Anschluß an de« christlich-nationalen Zentralverband der Forst-, Land- und Wein- bergarbsitsr Deutschlands die bisher trostlose Lage der Straßenwärter gebeffert werden kann. Sie verpflichten sich, möglichst bald eine Kreisversammlung ihres Kreises ein zuberufen und dort den einzelnen StraßenwärEn den Anschluß an den Zentral verband zu empfehlen Sie wünschen und hoffen aber auch von den einzelnen Kreisbehörden, daß diese das notwendig« soziale Verständnis als selbstverständlich vorausgesetzt, ähnlich der beschlossenen Teuerungszulage für Staatsbeamte auch de« Straßenwärtern möglichst sofort ähnliche Teuerungszulagen ge. währen, um so der größten Not zu steuern.
' Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otts l Hirschel, Friedberg; für den Anzeigenteil: N. Heyner. ^ Friedberg, Druck und Verlag der „Neuest Tageszeitung*, A- G.. Friedbernj^L.


