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weisend, und der Zar wurde darauf auf ein Gut in der N5he von Jekaterinenburg gebracht. Da zwei Wochen spä­ter ein Mordversuch auf ihn unternommen wurde, so wurde ex wieder nach Jekaterinenburg zurückgeführt. Bald da- raf kam man in der Stadt einer Verschwörung auf die Spur, die beabsichtigte, den Zaren wieder auf den Thron zu setzen worauf das örtliche Sowjetkomitee bei der Mos« kauer Regierung seine Bitte erneuerte, den Zaren töten zu dürfen. Die Moskauer Regierung gab keine Antwort. Die HinrickEung erfolgte dann am 19. Juli. Der Zar wurde am Morgen von zwei bewaffneten Rotgardisten aus dem Gefängnis in einem Automobil außerhalb der Stadt ge­führt, wo etwa zehn bewaffnete Rotgardisten ihn erwarte­ten. Der Präsident des Komitees las darauf das vom Ko- mitee gefällte Urteil vor. Der Zar sprach den Wunsch aus, vor seiner Hinrichtung seine Gemahlin sehen und einige Tbsckiedszeilen an seine Angehörigen schreiben zu dürfen. Diese Wünsche wurden jedoch abgewiesen. Mit voller Gei­stesgegenwart stellte sich der Zar vor die Rotgardisten, und dos Todesurteil wurde auf Kommando vollzogen. Im Automobil wurde die Leiche des Zaren fortgeführt. Das Komitee meldete unmittelbar darauf die Hinrichtung an die Moskauer Sowjetregierung, die den Vollzug des Ko­miteebeschlusses bestätigte. DiePrawda" fügt dieser Schis- derung hinzu, daß der Verlauf der Hinrichtung nicht offi­ziell bestätigt werden könne, aber es sei jedenfalls anzuneh- men, daß der Zar wirklich hingerichtet worden sei.

^ie siimftche Krone.

^ Die ..Voss. Ztg." berichtet nach der PetersburgerNo- waja Gaseta". daß die Sitzung des finnischen Landtages vom 18. Juli unter besonders feierlichen Umständen vor sich ging, da in dieser Sitzung über den Antrag, die Mo­narchie in Finnland einzuführen, abgestimmt wurde. Der Antrag wurde schließlich nrit 16 Stimmen Mehrheit äuge- nommen, was zu großen Freudenkundgebungen in der Stadt Anlaß gab. In der Sitzung des Landtages wurde eine Deputation gewählt, die dem Her-zog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin die Krone anbieten soll. Der neue König soll mit der Deputation zugleich auf einem der neuen finnischen Kriegsschiffe zurückkehren. Auch der Se­nat hat das Projekt des Landtages gebilligt.

Berlin, 27. Mai. (WB.) Die Morgennummer derVoss. Ztg." vom 26. Juli bringt unter der ÜberschriftDie Königs- krone Finnlands" einen angeblich aus der russischen Zeitung Nowaja Easjeta" stammenden Artikel über die Sitzung des ftn- ! nischen Landtages vom 18. Juli. Die finnische Gesandtschaft er­klärt hiermit, daß die Schilderung der russischen Zeitung von Anfang bis Ende eine vollkommen phantastische Erfindung ist und nicht ein einziges der Wahrheit entsprechendes Wort ent­halt.

Annahme des Mgkfprmjommg in Mmeich.

Wien, 26. Juli. (WB.) Das Abgeordnetenhaus hat nach längerer Debatte in namentlicher Abstimmung mit 215 gegen 196 Stimmen ein sechsmonatiges Dudgetprooisorium sowie in ein­facher Abstimmung den Sechsmilliardenkredit angenommen. Die Mehrheit, die für die Vorlage gestimmt hat, setzte sich zusammen aus den Christlich-Sozialen, den deutschnationalen Parteien, den Deutsch-Radikalen, den Rumänen, dem Polenklub und einem Teil der Italiener. Das Haus hat sodann die Sommerferien angetreten.

Die 8. ungarische Kriegsanleihe.

Budapest, 28. Juli. (WB.) Die achte ungarische Kriegsanleihe, deren Subskription gestern geschlossen wurde, ergab bei den Budapester Geldinstituten das Ergebnis von 3018 Millionen und zwar wurden bei der Ungarischen Cre- ditbank und der Pester Eommerzialbank je 500 Millionen, bei der Vaterländischen Sparkasse 315 Millionen, bei der Ungarischen Bank 300 Millionen gezeichnet. Das Ergebnis der Zeichnungsstellen in der Provinz ist noch nicht bekannt.

Japan nnd die Wielho-AliiMeii.

London. 26. Juli. (WB.) Das Reutersche Bureau hat die amtliche Mitteilung erhalten, daß Japan den Vorschlag der Vereinigten Staaten, der tschecho-slowakischen Armee in Sibirien beizustehen, angenommen hat.

Endliche Sol&öffn ermorden dentjche Kriegsgefangene.

Die Roheit und erbarmungslose Grausamkeit der Eng­länder kennt keine Achtung, keine Schonung des besiegten und wehrlosen Gegners. Diese bittere Erfahrung, die so viele unserer braven Soldaten in Belgien und Nordfrank- reich gemacht haben, ist auch dem Leutnant L. nicht erspart geblieben, der nur durch einen Zufall dem hinterhältigen und gewalttätigen Tode durch englische Mörder entging. Ueber seine Gefangennahm« bei Becelaere im Oktober 1917, wo die Engländer jeden Gefangnen rücksichislos nieder- schossen, berichtet er:Ein Mann winkte mit dein Taicken- trrck,; er wurde niedergeschossen. Ein Mann hob die Hände hoch: er wurde gleichfalls niedergeschossen. Jetzt kamen etwa zehn Engländer mit aufgepflanztem Seitengewehr auf mich zu, beschimpften mich und wollten mich erstechen. Ehe sie fick näher zu mir heranwagten, brüllten sie:Hände

hoch, Hände hoch?" Ich tat dies nicht, da ich wußte, was mein Los war. Die Engländer nahmen nur hierauf mein Koppel und mein Fernglas ab und gaben mir durch Winken mit der Hand die Richtung an, nach der ich hingehen sollte. Im selben Augenblick wurde ich von hinten niedergeschossen. Ich stürzte zu mm men und fiel hierbei in ein Granatloch, nrit dem Gesicht in den Schlamm. Der Engländer wollte sich von meinem Tode überzeugen und kam zu mir, schüt- telte mich an der Schulter und rief hierbei:Kamerad,

Kamerad?" Da ich aber nickt antwortete, glaubte er, ich sei tot :md ging wieder fort." Bei derselben Gelegenheit geriet der Leutnant Lz. mit etwa 20 Soldaten in die Hände der Engländer. Diese trieben die Gefangenen mit Gewalt in einen Sumpf und schossen die Wehrlosen mit Maschinen­gewehren nieder. Lz. wurde außerdem beraubt. Er stellte sich tot und entging so dem Morde. Kann man nach diesen eimvandsreien Zeugnissen noch daran zweifeln, daß die Eng­länder ganz planmäßig auf höheren Befehl deutsche Kriegs­gefangene ermordet haben!

Die Tage der Ziandmirtichaft.

Zu dem Thema der Verständigung zwischen Stadt und Land gibt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" die Zuschrift eines Eisenbahnbeamten wieder, die der Stadtbevölkerung die Schwie­rigkeiten, unter denen die ländliche Bevölkerung zu arbeiten hat, in folgender zutreffender Wcife schildert:

Man muß dem Städter verständlich machen, daß auch der Landbewohner längst nicht mehr auf Rosen gebettet ist, daß

Aus meiner Dsrfkirche.

Heuernte. *)

Pf. 90, V. ö/6. Sie sind gleichwie das Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird, und verdorret.

Liebe Gemeinde!

Wie oft ?m Lauf der hinter uns liegenden Tage und Wochen haben wir doch dies Bild selber vor Augen gesehen, das uns das Bibelbuch hier schildert. Das Gras, das da frühe blühet und des Abends abgehauen wird und verdorret Ob wohl Jeder, der auf dem Sitz der Mähmaschine durch das wogende Gras fuhr, oder der am frühen Morgen oder spaten Abend mit der scharfen Sense Schwaden neben Schwaden legte, dabei euch gedacht hat, an dies ernsthafte Bibelwort, von alles Erdenlebc-ns Vergäng­lichkeit^ Und so du es nicht getan hast, lieber Mitchrist, in die­sem Jahr, so ist es mir ein dringliches Anliegen, daß- du nun dies Wort umia lebendiger dir emprägst, damit es in Zukunft allemal dir vor der Seele stehe, wenn du das grüne Gras unter scharfen Messer hin sticken siehst zum Sterben. Die ^ib-l gibt uns da selbst das beste Vorbild. Sie, die den Bauernstand vor anderen liebt, und aus ihm so gern ihre Gleichnisse nimmt, kommt auch immer nieder auf dieses Bild vom Gras zurück, das da irühe blühet, und des- Abends abgehauen wird und verdorret. Da hören wir den Sänger des 103. Psalms mahnen: Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume, wenn der Wind darüber gehet, ist sie nicht mehr da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr! Ist es uns doch bei diesen Worten, als sahen wir aus dem fertig geladenen Wagen ein verdorrtes Vlümlein in weißen Farben hervorblicken, als wollte es fragen- weißt du vielleicht, wo ich gestern morgen noch gestanden? Oder wir hören den Dulder Hiob klagen über des Menschenlebens Leid und Sinnlosigkeit: Der Mensch gehet auf wie eine Blume, und fällt ab, flieht wie ein Schalten und bleibt nicht. Oder wir sehen uns hineinversetzt in die Zeit des Propheten Jefaia, in eine Zeit wie sie ganz ähnlich der ist, die wir vor dem 1. August 1914 durchgemccht haben. Eine Zeit, in der die große Masse

*) Ist im Vogelsberg die schwerste Ernte des Jahres und

eist in der ooriaer« Worbe %um Abschluß aelommen»

bes Volkes und an der Spitze seine berrrsenen Führer lebten in Saus und Braus, in der selbst übevhebenden Sicherheit: uns

kann nichts geschehen, und die ernsten Mahnungen scharfblicken­der Volksfreunde leichtherzig in den Wind schlugen. Und dann sehen wir vor uns die Gestalt des gottgesandten Propheten, und mit Donnerstimme klingt sein Ruf in das leichtlebige Volk hinein: Es sprach eine Stimme: Predige? Und er sprach-

Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefalleu, denn des Herrn Geist bläset darein, ^a, das Volk ist das Gras! Ich glaube, es gibt manchen deut­schen Mann, in dessen Herzen steigt da ein Sehnen auf, daß Gott I auch unserem Volk solchen Propheten erwecken möge, der es aus der Irre auf den rechten Weg zurückrufe. Und dann wandern wir durch die Jahrhunderte hin. bis in die Zeit, wo das Volk Israel nicht mehr ist. Seine Nachkommen, die Juden, schmach» ten unter feindlichem Regiment, aber trotz glühender Sehnsucht bleiben alle Versuche, ein einheitlich festgefügtes Volks, und Staatsganzes zu bilden, vergeblich, weil ihnen das verloren ge- ? gangen ist, woraus eines Volkes tiefste Kraft ruht: der Zusam- meichang der einzelnen Kreise. Die führenden Kreise sind stolz auf ihre lebensfremde Vuchweis-Heit. und haben kein Verständ­nis, und wollen es nicht haben, für die Rot des schwergeplagten einfachen Volkes Da tritt der auf, den Gott diesem Volk und der ganzen Menschheit geschenkt hat: Jesus Christus. Mit un­erbittlicher Schärfe hält er den verknöcherten pharisäerischen Bürokraten ihre Heuchelei vor Augen, aber das ,chwer geprüfte Volk tröstet er mit linder Verheißung: Sehet die Lilien auf dem Felde an. sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht, ich sage euch, daß Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen :st. wie derselbigen eins. So min Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet. und morgen in den Ofen ge­worfen wird, wie sollte er das nicht vielmehr auch tun, o ihr Kleingläubigen.

Es gcht ein gleicher Klang durch olle diese Worte hindurch, das Lied von alles Erdenlebens UrwergängOchkeit. Ob es nun das Gras auf dem Felde ist, das heute blühet und morgen ab- ge hauen wird und verdorret, oder ob es der Mensch ist. von dem das Mort grlt: Sein Leben währet siebzig Jahre und wenn's hoch ko: :mt. sind es achtzig Jahre, oder ob es eines jener Ge» schöpse ist. di« in ihrem Leben die Jahrhundert« überdauer»

auch aus ihm heute viele und schwere Sorgen lasten, und daß d-ie Arbeit, die er zu leisten hat, mit der des städtischen Ar- boiters verglichen, eine weit schwerere und ausgedehntere ist.

Wie liogen denn die Verhältnisse auf dem Lande? Der Bau«r kann kein Gesinde mehr erhalten und der ländliche Handwerker keinen Lehrling oder Gehilfen, weil die Arbeit im Sommer von Tagesanbruch bis nach Sonnenuntergang dauert, die Mägde nicht mehr in den schmutzigen Stall gehen die Kühe melken und die Schweine füttern mögen. Die Kräfte der oft alten Bauernfrauen und der Töchter allein reichen nicht mehr für eine große Viehhaltung aus. Die männlichen Bediensteten aus der Landwirtschaft finden gleichfalls in der vermehrten Industrie lohnendere Beschäftigung. Wenn uns jetzt Leinen- und Hanfwaren und Oel fehlen, so liegt es viel, fach nur daran, daß der Anbau der Faserstoff- und Oelpflan. zen wegen ländlichen Arbeitermangels nicht mehr wirtschaft­lich ist.

Die Vauernftau mit Töchtern müssen schon lange vor Ta­gesanbruch in Tätigkeit sein. In den meisten ländlichem Haushaltungen wurde schon vor dem Kriege alltäglich keine Butter gegessen. weil sie zu Eelde gemacht werden mußte, son- dern Bienen-, Pflaumen- und Apfelmus oder auch Lein, und Rüböl und Sirup, und jetzt ist das schon noch vielmehr der Fall, weil nach dem Viehstande die Milch- und Butterabgabe- Möglichkeit berechnet und vorgeschrieben wird. Die Abgabe- Mengen sind nach normaler Ernährung der Milchkühe berech­net. Wie ist aber jetzt, besonders bei trockenem Wetter, und abgestorbenen Weiden, der Zustand des Viehes? Das sollten wir an dein uns gegebenen Rindfleisch erkennen. Nun ist der größere Landwirt, der früher 3 bis 6 kräftige Söhne odee Knechte auf dem Hofe hatte, heute auf Jungen, Invaliden und Gefangene und im Frühjahr, bei der Heu-, Getreide- Kar. toffeln- und Rübenernte, auf fremde Taglöhner angewiesen. Diese sind jetzt beim besten Willen nur zu hoben bei hohen Löhnen und wenn gute Beköstigung in Aussicht gestellt wird. Die Bewältigung der einzelnen Arbeiten hangt aber stets vom Wetter ab. Und wenn für einen solchen wochenlangen Vrbeits- abschi rtt nur Nahrungsmittel für die Zeit guten Wetters be­rechnet und angesammelt sind und Negenwetter erfordert tunt die dreifache Zeit, dann gerät der Landwirt oft in Schwierig, weiten.

Nun auch noch zu den Gestehungskosten für Milch und Butter! Kleine Besitzer und Pächter, die nur eine oder zwei Kühe halten können, sind heute bei den überaus hohen Vieh- und Futterpreisen kaum noch in der Lage, das Pfund Vuttee fiir 2,ck0 oder 2,50 M. herzustellen. Für sie und ihre Fami­lien sind heute aber Milch und Butter die einzigen fetthaltigen Nahrungsmittel. Im Frieden wurden die gut gemästeten Schweine geschlachtet, jetzt ist das bei den unerschwinglichen Einkaufspreisen für Jungvieh und mangels Kraftfuttermittel nicht möglich, und der Verbrauch an Milch und Butter auch so beschränkt, daß die Ernährung absolut nicht so ist. wie sie bei der anerkannt schweren Landarbeit nötig wäre.

Diese Zuschrift beleuchtet nun freilich erst eine Seite der Sache. In welchem Grade die mancherlei Erschwernisse, die die allgemeine Lage bedingt, durch die Zwangswirtschaft mit ihren Deglelterscheinungen bis .zur Unerträglichkeit gesteigert werden, fft nicht einmal angedeutet. Und doch ist gerade das noch schlim­mer in der Wirkung, denn mit den von der Zuschrift erwähnten Schwierigkeiten findet der Bauer sich als mit etwas llnver. merdlichem ab, die Widerwärtigkeiten aber rm Gefolge der Zwangswirtschaft empfindet er als unnötig, als die Folgen er. ner von Grund aus falschen Systems. In welcher Werse dieses System die an sich schon bestehenden Schwerniffe steigert, erhellt allein schon an der Arbeiterfrage. Die starke Veschneidmrg der Ernahrungsmöglichkeiten für die ländliche Bevölkerung und damit für die ländliche Arbeiterschaft führt zu steigender Ab-

um Ende steht bei ihnen allen das Wort: Vergehen! Und wie eindringlich predigt das gewaltige Geschehen unserer Zeit von der irdischen Vergänglichleit! . Wie unverständig und unsinnig muß denr, der oafür Augen hat. die Jagd nach Besitz und Reich­tum Vorkommen, die eben wie eine Krankheit die Menschen be­herrscht.

Aber nicht nur von des Menschen Vergänglichkeit wollen uns diese Vibelworte reden, sondern auch wie der 103. Psalm sagt: die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten. Jesus hat seinen Jüngern einmal gesagt: Ihr seid mehr wert denn diese Sperlinge! Aehn- liches klingt auch aus seinem Wort von den Lilien heraus: Mehr wert, denn ihr seid berufen über die Vergänglichkeit dieses Le­bens hinauszuwachsen in die Ewigkeit. Laßt mich noch ein Bild ran der Heuernte nehmen: Wenn der Wagen heimgefcchren ist, und du gehst noch einmal über die Wieso, dann findest du wohl eine Stelle, wo ein nachlässiger Nachrecher ein ganz klein wenig liegen ließ. Das liegt dann über dem frischen Grün, wie ein giftiger grauer Rost So ist's mit all unserer Erdenarbeit: der Rost der Vergänglichkeit liegt darüber. Und all unser Arbeiten sei es nun für uns selber, sei es für Volk und Vaterland, kann diesen Rost nicht wegschaffen, solange es nur nach EckenglilcS strebt. Das ist dann wie die Arbeit eines Gesindes, das weiß, daß des Herrn Auge sich nicht darum kümmert. Wir muffen uns an den Gedanken gewöhnen, daß auch über all unserer Arbeit eines Herrn Auge wacht, das Auge des Herrn der Ewigkeit.

Erst dann wird es uns gelingen, den Rost der Vergänglichkeit abzustreifen und dem ewiggrünenden Leben auch bei uns de» Weg zu bahnen.

Und mit dem frommen Dichter Karl Ernst Knodt blicke« wir auf zum Herrn der Ewigkeit und sprechen:

Hörst du nicht den Sturm der Zeit?

Spürst du nicht, wie wild er wütet?

Manchen Stern hat er gelöscht Den wir ängstlich lang gehütet!

Einer doch steht ruhig klar,

Sonder Anfang, sonder End«,

Gott ist ewig, Gott ist wahr Heb zu ihm getrost tzte Händel.