Ausgabe 
24.7.1918
 
Einzelbild herunterladen

Dummer 171

Mittwoch, Len !^4. Juli 1818

11. Jahrgang.

Neue TageszeituNS

Die ..Neu- Tagesr-itung" erscheint jeden Werttag. Regelmäßige Beilagen ..Aor Kau-- ans Hessen". ..Die Spirmssrrbe". HeMgsprsis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2.4b hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahm- erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Zchriftleitnun und Qcvlax Friedberg (öefjen), yanauerftraße 12. Fernsprecher 48. Poslscheck-Tonto Nr. 4859, Amt Frankfurt a. SN.

Die Zulli zieule 531000 Tomren.

Zwischen Koissons und Perms starke feindliche Angriffe ge ich eitert. Die UorgiLnge in RuMand. 200 Koziairevolntionäre erschossen. Fliegerangriffe ans offene deutsche Städte.

Der deutsche Oeneraistak == meldet:-r.----

W. T. # Grotzes Aarrpt.^rartier'» de;r 23. I«ii. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht..

Englische Abteilungen stießen an vielen Stellen der Front gegen unsere Linien rer. Sie wurden abgewlesen. Die Artil­lerietätigkeit lebte am Abend wieder auf.

H e e r e § g r u p p e'D e u t s ch e r Kronprinz.

An den Kampffronten trat zeitweilig Ruhe ein.

Südlich der Aisne hat der Feind infolge schwerer Verluste seine Angriffe gestern nicht erneuert. Auch der Artilleriekampf hat hier an Stärke nachgelassen. Bei-, derseits des Ourca und zwischen Ourcq und Marne führte der Feind fast in allen Abschnitten heftige Teilangriffe. Sie wur­den abgewiesen, südlich des Ourcg brachte sie unser Gegenstoß zum Scheitern. Feindliche Abteilungen, die beiderseits von Iaulgonne in unsere Vorxosteustcllungen an der Marne eln- drangen, wurden im Gegenangriff an den Fluß zuruckgeworfen. Oertllche Kämpfe südwestlich und östlich von Reims.

Gestern wurden 52 feindliche Flugzeuge und i Fesselballone abaeschossen.

Leutnant Löwenhardt errang feinen '42 und 42., Leutnant Dillik seinen 26., Leutnant Volle seinen 25. und Leutnant Pir- card seinen 20. und 21. Luftsteg.

Der Erste Gcnkralguarticrmcistcr: Ludendorfs.

Abettdbericht.

Berlin, 23. Füll, abends. (WB. Amtlich.^ Oertliche Kämpfe auf dem Westufer der 9Tbre. Zwischen Soissons und Reims hat die Heeresgruppe Deutscher Kronprinz e r -

neute einheitliche Angriffe starker feind* licher Waffen zum Scheitern gebracht.

Der österreichische Generalstak -leidet. -J

Wien, 23. Juli. WB.) Amtlich wird verlantbart: A'uf dem italienischen Kriegsschauplatz Artilleriekämpfe wechselnder Stärke.

Linien borgetrieben. Sie mußten den Einsatz mit einigen zehntausend Toten, Negern wie Amerikanern, bezahlen. In teilweise 16 Wellen Tiefe griffen sie an. Eine Welle nach der andern brach in dem deutschen Artillerie- und Maschinen- gewehrfeuer zusammen. Auch an dem folgenden Tage erneuerten sie bis zu sieben Mal immer wieder ihre An­griffe. Ihre Kraft erlahmte immer mehr. Am dritten Tag der Offensive begann die amerikanische Infanterie bereits beim ersten Ansturm zu stocken und sich hinzuwerfen, sobald nur das deutsche Arkilleriefeuer einsetzte. Dauerte das Feuer länger, so ging sie eiligst zurück, sadoß der Angriff sich stellenweise in eiliges Zurückfluten berwandelte. Viel­fach stand die deutsche Infanterie aus ihren Gräben auf und empfing die Amerikaner mit einem stehend freihändig ab­gegebenen Schnellfeuer. Bei dem Angriff am 21. Just ge­rieten amerikanische Bataillone der 2. Division, die in der Schlucht bon Visigneur heranrückten, in das Feuer deutscher Maschinegewehre, die bon der Zuckerfabrik bon Noyant aus die Schlucht bestrichen. Sie machten sofort kehrt und flute­ten eiligst zurück. Besonders ernste Verluste erlitten die Amerikaner in den schweren Känrpfen des 19. und 20. Nach Aussagen bon Gefangenen sind einzelne Regimenter auf- gerieben. Vo? allem die Offiziersberluste sind furchtbar. In dem Bestreben der Obersten Heeresleitung der Entente, Erfolge der Amferikaner herauszustreichen oder zu erdichten liegt eine durchsichtige. Tendenz.

Wenn das amerikanische Volk Kenntnis erhält, wie seine Söhne auf fremder Erde für fremde Menschen ver­bluten müssen, würde die künstlich angefachte und auf un­wahren Behauptungen gegründete Kriegsbegeisterung bald zunichte werden.

Berlin, 23. Juli. "(WB.)' Ein Brennpunkt des Kampfes am 22. Just bildete Epieds, das nach wechselvollen Känrpfen in unserem Besitz blieb. Dort fechtende amerikanische Teile erlitten besonders hohe blutige Verluste, sodaß nur 138 Mann, darunter 8 Offiziere unverwundet in deutsche Hand fielen; außerdem wurden hier 12 Maschinengewehre erbeutet. Nördlich des Ehatelet-Waldes verbesserten wir nach Ab­weisung eines starken Teilangriffes durch Gegenstoß unsere Linie.

n. Die Fortsetzung der Schlacht.

Rotterdam, 23. Juli.Daily Mail" meldet: An der ganzen Westfront steigern sich die Angriffe von allen Sei­ten. Es ist noch zu früh, um die kommenden Dinge klar zu sehen. Der Feind trifft die größten Vorbereitungen für die Fortsetzung der Schlacht.

Zum Stillstand gekommen.

An der albanischen Front setzte der Feind seine Angriffs­versuche beiderseits des oberen Tevoli fort. Sie wurden alle abgeschlagen.

Der Chef des Generalstabcs.

[| Der vnlgarilche^nerälffäk"s! == Meldet: ,

Sofia, 21. Juni. (WB. Nichtamtlich.) GeneralstabZ- bericht.

Mazedonische Front: Auf beiden Seiten die gewöhn- liehe Artillerietätigkeit. Westlich des Ochridasees drangen unsere Erkundungstruppen in feindliche Gräben und brachten verschiedenes Kriegsgerät zurück. In der Moglena-Gegend wurde eine feindliche Patrouille durch Feuer Vertrieben. - Westlich des Wardar setzte unsere Artillerie feindliche Munirionolager in Brand. Südlich der Ljuninitza wurden im Struma-Tale starke Erplosionen beobachtet. Südlich von Serres für uns günstig verlaufenen Patrouillengefechte.

Die Schlacht nn der Marne.

Die Amerikaner im Feuer.

.. *«*»' ^ 5"li. (WB.) Außer Senegalesen haben

ole Franzosen bei Fortsetzung ihrer Angriffe zwischen Aisne Und Marne zum ersten Male Amerikaner in verhältnismäßig größerer Menge auf die Franzosen verteilt als Kanonen- ffrtter eingesetzt. Die Sckiwarzen wie die amerikanischen Hilfstruppen wurden in dichten Massen gegen die deutschen

Genf, 22. Juli. Die Havasnote vom 21. Juli erklärt, daß zwischen Aisne und Marne durch die Ankunft neuer deutscher Reserven die Schlacht erbitterter ge­worden sei, woraus man vermuten könne, daß der franzö­sische Angriff zum Stillstand gekommen sei.

Nach den Ausbrüchen der Begeisterung fehlt es in der Sonntagspresse nicht an Stimmen, die zur Vorsicht mah­nen. Man weiß darauf hin, daß infolge des Eintreffens der deutschen Reserven die erbitterfften Kämpfe für die nächsten Tage zu erwarten seien. Einige Militärkritiker rechnen sogar mit einem deutschen Angriff auf ei­nem anderen Frontabschnitt. Von linkssozialistischer Seite wünscht man fortgesetzt die diplomatische Aktion. Der Pa- riserPopulaire" schreibt: Die Begeisterung, die die Nach­richt von der französischen Gegenoffensive hervorgerufen hat, scheint abznflauen, und schon bemerkt man einige Vor­behalte in den Kommentaren der Presse. Wir fahren fort, zu erklären, daß man Unrecht hat, nicht die diplomatische, Lösung zu suchen. Man mag uns weiter sagen, daß wir nichts von nationalen Interessen verstehen. Wir sind vom Gegenteil überzeugt, wie wir auch überzeugt sind, daß un­sere Verleumder eine verkehrte Auffassung von der Ver­teidigung des Landes haben.

Die vomPopulaire" erwähnten Vorbehalte werden am besten ans dem Kommentar des Militärkritikers der Humanite" klar. Er schreibt: Sind wir in der Lage, ohne schwere Gefahr zu laufen, diese Schlacht weiter zu ent- wickeln, und haben wir ein Interesse, es zu tun? Wir haben nicht das Recht, unsere Soldaten bis ins Unmögliche zu opfern.

19000 Tannen versenkt.

Berlin, 23. Juli. (WV. Amtlich.) Durch unsere im gebiet des Mittelmeeres operierenden U-Boote wurden drei wertvolle Dampfer und ein Segler von rund 19000. Bruttoregistertonnen versenkt.

Der Chef deS AdmiralstabeS der Marine.

Berlin. 23. Juli. (WB.) Von unterrichteter Seite werde« wir auf die beachtenswerte Tatsache hingewieseu, daß die See­flieger des Marinekorps in den letzten Wochen sechs englisch- Eurtis-Großflugboote in der südlichen Nordsee und vor der Themsemündung vernichtet hoben. Dieser Erfolg wird viel­leicht nicht überall hoch genug eingeschätzt. Er bedeutet fraglos mehr als den Abschuß irgend eines anderen Flugzeuges. Dis Engländer hatten gehofft, m diesen Flugbooten ein wichtiges Mittel zur Unterbindung des U-Vootkrieges in ihren Küsten­gewässern gefunden zu haben. Unsere Flieger an der flandri­schen Küste haben gezeigt, daß sie auch mit diesem nicht zu ver­achtenden Gegner, der in vieler Hinsicht eine neue Entwick­lungsstufe der Luftwaffe darsicllt, fertig zu werden wißen Das Eurtis-Voot ist ausgerüstet mit zwei starken Motoren zu je 30© Pferdestärken, hat für 10 Stunden Betriebsstoff und eine Ge­schwindigkeit von 155 Km. in der Stunde. Seine Besatzung be­steht aus einem Kommandanten und vier Mann. Als Angriffs, waffe gegen unsere U-Doote führt cs vier schwere Wasserbomben mit sich: außerdem hat es eine Bewaffnung von vier Maschinen gowehren.

Berlin, 22. Juli. (WB.)' Die englische Presie hat am 12. Juli die Angabe eines Marimzahlmeifters Collingwood Hughes verbreitet, daß die Mannschaft eines genommenen deutschen U- Bootes vier englische, von ihr gefangene Seeleute bei der Ver­senkung des U-Bootes habe ertrinken laßen. Jetzt sieht sich l,er Sekretär der englischen Admiralität gezwungen, öffentlich be­kannt zu machen, daß diese Angabe durch keine Nachricht inr Besitz der Admiralität bestätigt wird und gänzlich unbevollmäch­tigt gemacht wurde. (Times" vom 13. Juli.) Der Leser eng­lischer Zeitungen wunderte sich schon längst, woher die englisch- Marine die zahlreichen genauen Schilderungen von dem angeb. lichen Schicksal untergegangener deutscher U-Boo'e beziehe. Das gegenwärtige Dementi, zu dem sich die Admiralität nicht ohne Grund entschloßen haben wird, beleuchtet einmal die Gewissen­losigkeit. mit der sogar englische Marineoffiziere an der Ver­breitung dieser Gerüchte sich beteiligen.

Die li-SM-Keult m Juni.

521000 Tantter*.

Berlin. 28. Juli. (WB. Amtlich.) Im Monat Juni sind insgesamt 521000 Vntttoregist ertön nen des für unsere Feinde nutzbringenden Handeleschiffsraumes versenkt worden.

Der ihnen zur Verfügung stehende Welthandelsschiffsraum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen seit Kriegsbeginn um rund 18 251000 Vrt verringert worden. Hiervon sind rund 11175 000 Vrt. allein Verluste der englischen Handelsflotte.

Nach den inzwischen gemachten Feststellungen sind im Mo* nat Mai außer den seiner Zeit bekannt gegebenen Verluste der feindlichen oder im Dienste unserer Gegner fahrenden Handels­schiffe noch weitere Schiffe von rund 48 000 Brt. durch kriege­rische Maßnahmen schwer beschädigt in feindlüche Häfen einge­bracht worden.

Der Chef dc§ Admiralstabes der Marine.

Ein dlutjcheg TaMM bei Mon.

Haag» 23. Juli. Reuter nieldet aus Newyork: Ein Unter­seeboot beschoß am Sonntag in der Bucht von Eap Cod (bei Boston) einen Schlepper mit drei Barken. Ein Wasserflugzeug beschoß das Unterseeboot. Verluste waren nicht zu verzeichne«.

FlitgmlWiffe ans Offtnlinrg nnd iMtai!»

Karlsruhe, 23. Juli. Gestern Nachmittag griff eine größere Anzahl feindlicher Flugzeuge abermals Offenburg an. Durch die abgeworfenen Bomben wurden vier Personen leicht verletzt. Ein Mann wird vermißt. Mehrere Gebäude wurde« beschädigt, davon eines erheblich.

Karlsruhe, 23. Juli. Heute vormittag griffen feindlich« Flieger die Stadt N o t t w e i l mit Bomben an. Sie verur» ächten nur geringen Sach, und Häuserschaden. Personen wur­den nicht verletzt