Wi mmer 157 _ Montag, den 8. Juli 1918 11. Jahrgang.
F>tp .. cne <« aaes^eitnng" erscheint jeden Werltaz. Regelmäßige Beilagen „Dev Kauer aus Hessen", „Die Zpinnstnbe". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vcenelsährlicli Ml. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld,' kei den Anenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 2d Psg.» totale 20Pfg., Anzeigen von auswarrs veroen durch Po tnachna-me erhoben. E ullungsorl Friedberg. Schriftleitnng und Derlag vriedbecq (Hessen), ?>anauerstraße 12. Fernsprecher 48. Postjchrck-Lonto Nr. 4859. Int vcatiffuet a. R.
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irjanitr, M Mrliach, in
Dene Anfstandsvcrlnche in Rußland. — Vergebliche franzostjch-ameriknnilche Angriff, verlache. Räumung des ganzen rechten Viave-llfers durch die Oesterreicher. — 15 000 Tonnen und rin
16 OVOTonnen-Dampfer versenkt.
Der deutsche Ge«»eraMab
meldet: =^r^====±s
W. T. B. Großes Hrrttplquartier. den
Juli» Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Mehrfache Angriffsversuche des Feindes westlich von Langemarck scheiterten. In dem Kampfabschnitt südlich der S o m m e blieb die Artillerietätigkeit tagsüber gesteigert. Am Abend lebte sie auch an der übrigen Heeres- grupPen-Front auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen A i s n e und Marne und südwestlich von N e i n: s zeitweilig erhöhte Gefechtstätigkeit. Stärkere Vorstöße des Feindes gegen den Elignon-Abschnitt wurden abgewiesen. Erkundungsgefechte in der Champagne.
Leutnant Bolle errang seinen 20. Luftsieg.
Der Erste Generalquartlermeiftcr: Ludendorff.
Abendberfcht.
Berlin, 6. Juli, abends. (WTB. Amtlich.). Oertliche Kämpfe westlich von Chateau-Thierry.
W. T. Große* Hattptqnar.iee, der» 7. Juli. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
An den Kampffronten zwischen Dser und Marne anflebende Gefechtstätigkeit.
Westlich von Chateau-Thierry griffen Franzosen und Amerikaner trotz ihrer wiederholten Mißerfolge erneut unter Einsatz stärkerer Kräfte an. Die Angriffe sind gescheitert. Harte Nahkämpfe dauerten bis in die Nacht hinein an. Die Verluste des Feindes sind nach Truppenmeldungen wiederum schwer.
In den oberen Vogesen wurden feindliche Vorstöße am Hilsenfirst abgewiesen.
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Leutnant Kroll errang ferne n30., Leutnant Kön- necke seinen 21. Luftsieg.
Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff«.
Abendbericht.
Berlin, 7. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues.
Der österreichische Generaistab li meldet: =========1!
Wien, 6. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: An der Piavemündung hielten die Kämpfe
auch gestern an. Am Südflügel der dortigen Stellung vermochte uns der Feind gegen den Hauptarm: zurückzudrücken. An der venetianischen Gebirgsfront beschränkte sich gestern die Tätigkeit beiderseits auf Geschützfeuer. Heute früh unternahm der Italiener innSolarologebiet und bei Asiago erneut heftige Vorstöße, die überall abgeschlagen wrrrden.
Der Chef des Genernlstabes.
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Wien, 7. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart:
Da sich das Piave-Delta ohne schwere Opfer nicht hätte behaupten lassen, nahmen wir unsere dort eingesetzten Truppen in die Dammstellung am Ostufer des Hauptarmes zurück. Die Bewegung vollzog sich in der Nacht von: 5. auf den 6. Juli. Der Feind fühlte gestern Mittag bis an den Fluß nach.
Oestlich des Monte Pertica schlug das wackere Otacacer Infanterie-Regiment Skr. 70 starke italienische Angriffe in blutigen Nahkämpfen zurück.
In Albanien griffen zwischen dem Devoli und dem Ossum Franzosen und Italiener unsere Gebirgsstellungen an. Im Verlaufe der Kämpfe gelang es dem Feinde, an zwei Stellen Vorteile zu erringen, die ihn: aber durch Gegenstoß wieder entrissen wurden.
Der Chef des Gencralftabes.
Sofia. 6. Juli. (WV. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Im Norden von Vitolia, an mehre
ren Orten östlich der Tscherna und auf beiden Ufern des Vardar beiderseits Artilleriefeiler, das zeitweise sehr heftig war. Auf der Ebene vor den Stellungen östlich Seres Patrouillengefechte. Im Tschernabogen wurde ein französisches Flugzeug nach Luftkampf hinter unseren Linien zur Landung gezwungen.
15000 Tonnen verdenkt.
Berlin» 5. Juli. (WB. Amtlich.) Eines unserer im Mit- telmeer operierenden U-Boote unter Führung des Oberleutnants )'.rr See Ehrensberger versenkte aus stark gesicherten Ge. leitzügen vier wertvolle Dampfer von rund 1 5 0 0 0 Bruttoregistertonnen. Ein fünfter Dampfer von 5000 Tonnen wurde durch Torpedoschutz schwer beschädigt, verinochte aber wahrscheinlich den nahen Hafen zu erreichen.
Der Chef des Admiralstabcs der Marine.
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Versenkung eines 16000 Tonnen-Tampfers.
Haag, 7. Juli. Reuter meldet aus Washington: Das Marinemiuisterium teilt mit, daß das Transportschiff „Covington" les ist der ehemalige Dampfer „Cincinatti" von der Hanrbnrg-Amerikalinie nnt einem Inhalt von 16 3.89 Tonnen) auf der Rückreise von den Vereinigten Staaten Montag nacht in der Kriegszone versenkt wurde. Sechs Mann der Besatzung werden vermißt. Reisende waren nickst an Bord. Die „Covington" trieb bis Dienstag. Ein Unterseeboot wurde nicht gesehen.
Kämpfe im Wosterr.
Berlin, 7. Juli. (WB.) In der Nacht zun: 6. Juli fühlten englische, französische und amerikanische Patrouillen an der gesamten Westfront vor Eine englische Grotzpatrouille wurde bei M e t e r e n zusammengeschoffen. Im Nachstoß wurden mehrfach Gefangene gemacht, vor allem bei der Abwehr eines größeren französischen Stoßtvuppunternehmens nördlich des Rhein- Marne-Kanals. Nach fortgesetzten Mißerfolgen der Amerika, ner westlich Ebateau-Tbinry griffen sie am 6. Juli mit französischen Unterstützung an. aber die vereinigten amerikanisch- französiscl^en Angriffe scheiterten gleicherweise wie alle vorherigen. Der Beginn des Einsatzes größerer ainerikanischer Truppenverbände steht unter einem für die Amerikaner ungünstigen Zeichen: hohe blutige Verluste ohne jeden possttiven Gewinn.
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Berlin, 6. Juli. (WB.) Oestlich von Ppern verhinderte das deutsche Sperrfeuer einen in der Frühe des 5. Juli offenbar geplanten feindlichen Vorstoß. Nachträglich wurden vor: dem am 3. Juli ftüh gescheiterten englischen Unternehmen beiMoyen- ville noch ein englischer Hauptmann und sieben Mann einge. bracht, die sich bis fetzt versteckt gehalten hatten. Westlich der Avre sowie nördlich und östlich von Mevtis scheiterten stärkere französische Patrouillenvorstöße. Gefangene blieben in deutscher Hand. Tin Versuch der Dntentctnippen, bei Jarckgonnv die Marne zu überschreiten, mißlang.
Die Knmpffnge an der Piave.
Wie die Italiener melden, sind die Oester reicher vollständig auf das linke Ufer der Piave zrrrückgeworfen, welches die Oesterreicher seit Ende Noveinber beseht und mit allen ihren Kräften gehalten hatten. Der Gchutzgürtel um Venedig ist verbreitert. Die Italiener machten feil 15. Juni im ganzen 623 Offiziere, 23 911 Mann zu Gefangenen, er- berrteton -63 Kanonen. 66 Mörser, 1834 Maschinengewehre,
zwei unbeschädigte Flugzeuge, fünf Millionen Jnfanterie» patronen, mehrere tausend Granaten jeder Größe, eine große Menge Pionierwerkzeuge, Telephongerät, Brücken und »Ausrüstungsgegenstände.
Auf der anderen Seite steht -fest, daß die Oesterreicher über 50 000 Gefangene gemacht hatten.
Die Vorfälle an der öüdme^r -n
Wien, 6. Juli. (WB.) Die Korrespondenz Austria meldet: Beim Kriegsminister erschienen Abordnungen der
Christlich-Sozialen Vereinigung und des Deutsch-nationalen Verbandes , die über die Vorfälle der Südwestfront Erkundigungen einzagen. Der Minister gab in zweistündiger Aussprache eine erschöpfende, alle Punkte der Anfrage umfassende Darstellung. Die Mitteilirngen des Kriegsministers wirkten, wie der Sprecher der Abordnung sest- stellte, beruhigend und arffklärend.
Graf Mirbach t.
Berlin, 6. Juli. (Amtlich.) Hechte vmmitrag < ten zwei Herren den Kaiserlichen Gesandten in Mos: . um eine Unterredung, die ihnen vom Grafen Mirbach im Beisein von Legatronsrat Riezler und einem im Zimmer- anwesenden deutschen Offizier bewilligt wurde. Tie beiden Unbekannten zogen Revolver und schossen auf den Kaiserlichen Gesandten, wobei sie ihn leicht am Kopfe verletzten. Ehe sie daran verhindert werden konnten, warfen sie hierauf ein paar Handgranaten und retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster auf die Straße. Gras Mirbach, der schtver verletzt wurde, ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, kurz daraus verschieden Die beiden anderen Herren blieben unverletzt.
Sofort nach Bekanntwerden dieser Untat trafen di>- Kommissare für auswärtige Angelegenheiten, Tschitscheri, unck Karrachan, in der Gesandtschaft ein und sprachen dem Legationsrat Riezler die Empörung und das Bedauern der Sowjetregierung über den erschiitternden Vorfall ans. Lei- der ist es bis jetzt nicht gelungen, die Verbrecher zu entdecken und festznnehmen. Das bisherige Ergebnis der sofort ausgestellten Untersuchung läßt die Vermutung zu, dag es sich um im Dienste der Entente stehende Agenten handelt.
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Gras v. Mirbach-Harff fft am 2. Juli 1871 geboren. Er trat 1896 als Attachee in den diplomatischen Dienst. 1899 wurde er zun: Legationssekretär ernannt, war zunächst als dritter Sekretär in London, dann als zweiter Sekretär im Haag, weiter in Budapest und erneut in London tätig. Von 1906 bis 1908 bekleidete er den Posten eines zweiten Sekretärs in Paris. In den folgenden Jahren bis 1911 stand er dein Botschafter als- erster Sekretär zur Seite, von da an war er mit krrrzer Pause als Vortragender Rat im Auswärtigen Amt beschäftigt, ging 1914 als Gesandter nach Stuttgart und im folgenden Jahre nach Athen, wo er bis zur Vertreibung der Gesandtschaften der Verbündeten durch die Entente die deutschen Interessen erfolgreich und nachdrücklich vertrat. Sodann leitete er die politische Zkbteilung bei der Militärverwaltung in Rumänien, bis ec im Dezenrber 1917 mit der Mission nach Petersburg be- traut wurde. Von dort -ehrte er im Februar 1918 zurück. Ende April begab er sich dann als vorläufiger Vertreter der Reichsleitung bei der Sowjetregierung nach Rußland.
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Moskau, 7. Juli, nachmittags. (WB.) Die linken Sozialrevolrftionären haben sich zun: Mord des kaiserlichen Gesandten bekannt. Ihre in: Theater eingeschlossenen Vertreter sind verhaftet. In der Stadt sind Kämpfe der Gegen- revokuffonüre gegen die Bolschewik: an verschiedenen Stellen entbrannt, die bisher zu Gunsten der Bolschewik: zu verlausen scheine::. 9llle Mitglieder der Gefandschaft und sonstige Vertreter beutfdjer Behörden sind unversehrt.
Eine andere Darstellung
des Mordes, geht der „Frankfurter Zeitung" zu. DanaH ließen sich bei dem Gesandten zwei Personen melden, welche


