Ausgabe 
6.7.1918
 
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frnillche Ergebnis von nahezu 170 000 Mark gehabt, doch wer. keu -ie Sammlungen noch fortgesetzt.

FC. Hanau, 4. Juli. Der Pächter des Kinzigheimerhofes dahier hat bereits die ganze Ernte an Wintergerste ausge- -rofcheu und dem Kornhaus übergeben.

Aus Starkenburg.

Darmstadt. 4. Juli. Der Ersatz für unsere beschlagnahmten *Gußstahlglocken wird in einer längeren Beilage derDarmst. Zeitung" eingehend behandelt. Aus dieser geht hervor, daß sowohl aus ethischen, wirtschaftlichen und musikalischen Grün­den es sich empfiehlt, nach dem Kriege nicht wieder Stahl, son­dern Bronceglocken als Kriegsglocken zu gießen, wie dies durch eine Reihe Sachverständiger dringend vorgeschlagen wird. In E b e r st a d t bei Darmftadt wurden in der letzten Eemeinderatssitzung wieder eine Reihe grober Mißstände bei her elektrischen Straßenbahn zur Sprache gebracht. So u. a. die geringe Zahl von Wagen, die zu wichtigem Verkehr standen, die Entziehung der Freikarten an die zum Heere Einberufenen und vieles andere.

FC. Groß-Gerau, 4. Juli Der Eemeinderat beschloß von dem Ankauf von Magcrgänsen Abstmrd zu nehmen. Eine Gefängnisstrafe von drei Wochen erhielt der bei der Firma Opel beschäftigte Werkzeugmacher Gustav Vormarinen, gebürtig aus Antwerpen, weil er einem französischen Kriegsgefangenen eine Kivilmütze gekauft und überlassen hat. Wegen Unter­drückung von Feldpostpaketchen wurde der frühere Postaushelfer Karl Fasioth von hier in eine Gefängnisstrafe von vier Wochen von den Schöffen genommen; wegen Unterschlagung von Kohlen wurde der Schisssführcr Brodt zu einer Woche Gefängnis ver­urteilt

FC. Dieburg, I. uli. Beim Rangieren eines Eüterzuges geriet eine 18jährige Schaffnerin aus Darmftadt auf dem hie­sigen Bahnhof unter den Zug und wurde überfahren. Bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus starb die Schwerver­letzte.

Aus Rhtinhessen.

FC. Mainz, 4. Juli. Das Fuhrwerk einer Mainzer Braue- tf wurde auf der Landstraße HeidesheimGonsenheim von f mdarmen «»gehalten und die in den Bierfässern geschmug- /lten Kirschen und Beerenobst beschlagnahmt. Das Obst war Fr hier bestimmt.

ITC. Monsheim, 2. Juli. Dem 16 jährigen Rangierer Hauswirt von Nieder-Flörsheim wurde auf deni hiesigen Bahnhof bei Ausübung seines Dienstes ein Bein abgefahren.

FC. Aus Rheinhessen. 4. Juli. Die verzögerte Blüte der Reben nur für den Weinbau nicht von Vorteil, denn sie be­günstigte das Auftreten des Heuwurms und die Ausbreitung der Peronofpora. Auch der Abfall der Träubchen hat sich we­sentlich gezeigt.

Aus Kurbcsscu.

st. Gelnhausen, 2. Juli. Daß das Hamstern auch Einfluß auf die Betriebsergebnisse der Eisenbahnen gewinnt, zeigt der Bericht der Freigerichter Kleinbahn-Akt.-Ges. (Kleinbahn Geln. HausenLangenselbold.) Die im Jahre 1916 begonnene Stei­gerung des Personenverkehrs auf dieser Kleinbahn hat sich weiter gut entwickelt. Wenn im Jahre 1916 gegen 1916 eine Mehrbeförderung von 70 000 Personen in Betracht kam, so be­ziffert sich die Zahl der im Jahre 1917 gegen 1916 mehr beför­dernden Personen auf rund 128 000 Personen. Dieses auffal­lende Ergebnis ist darauf zuriickzuführeir, daß die Rüftungs^ Industrie mehr wie seither die Arbeiier aus dem Frcigericht angezogen hat und die Bevölkerung aus den nahen Großstädten (Frankfurt, Offenbach, Hanau) zum Einkauf von Lebensmitteln in steigendem Maße die Bahn benutzte. Auch der Mangel an sonstigen Verkehrsmitteln, wie Fahrräder, sowie die Ein­schränkung der Staatsbahn-Personenzüge hat zu der Steigerung beigetragen. Auf das 1,138,000 Mark betragende Aktienkapital, wovon der preußische Staat ein Drittel, der Kreis Gelnhausen zwei Drittel besitzt, wird eine Dividende von Prozent (i. Vorjahre 0) ausgeschüttet.

FC. Cassel, 4 Juli. Im benachbarte» Kotzbühen wurde der Ortsdiener zum Bürgermeister gewählt. Freie Bahn dem Tüchtigen!

FC. Do« Lande, 4. Juli. Die Honiaernte fällt dieses Jahr sehr schmal aus, sodaß den Imkern außer dem Honig, den sie an den Staat abgeben müssen, wenig Übrig bleibt, ja manche werden kaum den Abgakehonig erreichen. Die Völker waren gut durch den Minier gekommen und berechtigten zu den schön­sten Hoffnungen, doch wehte meist trockener, kühler Wind, der die Blumen nicht honigen ließ.

FC. Sontra, 4. Juli. Zum Preise von 1 000 000 Mark ging das hiesige Rittergut und Brennereigut mit allen Ansted. lungen in den Besitz des Hauptmanns Lochner in Eonsenheim bei Mainz über.

Ans Hessen.Nassau.

FC. Ntissclvherm, 3. Juli. Pfarrer Metzger aus Kelster- bach, der feit Kriegsbeginn in französischer Gefangenschaft und auf der Insel Korsika interniert war. ist vor einigen Tagen wieder in Kelsterbach eingetroffen Pfarrer Metzger war bis zum 1. Mai 1314 Seelsorger der hiesigen katholischen Gemeinde.

FC. Wiesbaden, 4. Juli. Der am 27. Juni vom Schwur­gericht zum Tode verurteilte Raubmörder Ludwig Renno aus Münster i. T. hat durch seinen Verteidiger gegen das Urteil Revision ernlegen lassen.

FC. Runkel, 4. Juli. Infolge eines Unfalles kam der Landwirt Wilhelm Schmidt von hier unter seinen mit Klee beladenen Wagen und erlitt schwere Verletzungen, denen er bald erlag.

FC. Vom Taunus, 4. Juli. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt die Waldbeerenernte in diesem Jahre recht schlecht aus. Der Frost im Frühjahr hat den Beeren sehr geschadet. Auch die Dürre hat die Entwicklung der Beeren sehr gehemmt.

FC. Aus Um ttntertaunus. 4. Juli. Bei der am 2. Juli abgehaltenen Polizeijagd auf Wildschweine in den Gemarkungen Neuhof. Engenhahn, Orlen und Ehrenbach wurden zwei Bachen und sieben Frischlinge zur Strecke gebracht.

FQ. Schierstein, 4. Juli. In unsinniger Weise wurden auf der letzten Holzverstergerung von den einheimischen Bietern, auswärtige waren nicht zugelassen, die Preise in die Höhe getrie­ben. Es wurden bis zu 140 Mark für das Klafter bezahlt. Der dem Waldbezirk entnommene, verhältnismäßig geringe Holz- besta'.ld, erbrachte einen Erlös von 13 300 Mark, ein Preis, für den vor wenigen Jahren mau oen ganzen inbetracht kommen­den Waldbestand samt der Dodenfläche hätte erwerben können.

FC. Schierstem, 3. Juli. Lehrer Menges von hier sah am 1. Juli auf eine 60jährige Dienstzeit zurück. Ueber ein Jahr­zehnt wirkte ber Jubilar in -vier Orten des Obcrwesterwaldes und des Oberlahnkreifes, nahezu drei Jahrzehnte in einer itzand. gemeinde des Unterwesterwaldes und feit 1. Juli 1908 steht er im Dienste ber hiesigen Schule. Lehrer Menges steht im 70. Lebensjahr.

FC. Wetzlar, 3. Juli. Die Entwickelung der städtischen Molkerei, die seit 1917 in Betrieb genommen ist, kann als eine verhältnismäßig günstige bezeichnet werden. Während bis Juni 1917 die zur Verfügung stehende Menge für die Milch- Versorgung der städtischen Einwohnerschaft nicht ausreichte, stieg dieselbe dadurch, baß eine Anzahl von Gemeinden des Kreises Wetzlar Milch zu liefern hatte, dadurch war es möglich, den Milchverforgungsbercchttgten die ihnen Anstehende Mindeft- milchmenge Zukommen zu lassem Da im Laufe des Jahres 1918 weitere Kreicgemeinden Milch lieferten, konnte auch die Fett- Versorgung, die ftüher 50 und zeitweise 40 Gramm betrug, auf die gesetzliche Höhe von 62,5 Gramm pro Kopf und Woche ge­bracht werden. Von erwa 1000 Müchlieferern wird die Milch­menge der städtischen Molkerei geliefert. Von Juni 1917 bis Mai 1918 wurden insgesamt 878 700 Liter Milch geliefert.

FC. Werlburg. 4. Juli. Die Schmiedeinnung für den Oberlahnkreis hält ihre 2. und 3. Quartalsversammlung am 13. d. Mts. dahier ab.

FC. Tittenburg. 4. Juli. In der Dill unterhalb Haige» bis unterhalb Sechshelden setzte ein großes Fischsterben eim Die Fische erschienen plötzlich an der Oberfläche, schnappten noch Luft und schossen dann pfeilgeschwind dahin, bis sie sich veren­dend auf die Seite legten vder in krampfhaftem Sprung auf» Ufer sich dem todbringenden Element entzogen. Dort wurden sie massenweise eingesnmmelt. Vermutlich sind Fabrikwässer die Ursache des Fifchsterbens. die, wie schon früher auf Jahre hinaus die Dill entvölkerten.

b C. Dierdorf, 8. Juli. Bei dem Frost in den Rächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sind hier wieder fast sämtliche Bohnen erfroren, auch die Kartoffeln ha­ben teilweise unter dem Frost gellitem In mitler Fahrt mußte die Kleinbahn DierdorfRaubach vor einigen Tage« halten. Die' Ursache des unfreiwilligen Aufenthaltes war we- der Maschinendefekt noch Kohlenmangel, sondern mitten auf dem Geleise stand eine Kuh. die erstaunt den läutenden und pfeifenden Unhold anstaunte. Der Lokomotivführer mußte erst absteigen. um den Betriebsstörer zu beseitigen, ehe die Fahrt weiter gehen konnte.

FC. Braubach. 3. Juli. Diese Woche erhielt dahier jede Person ein Ei unentgeltlich überlassen. Auf nach Vvaubachk

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

6. Sonntag nach Trin., 7. Juli 1918. Gottesdienst in der Stadtkirch«, Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Abends 8% Uhr: Herr Direktor Scho eil.

Gottesdien st in der Burgkirche.

Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer

Ritter.

Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre für die weiblich« Jugend. Herr Pfarrer Ritter.

Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.

10 Uhr: Gottesdienst. Anschließend KaLechismuslehys für die Mädchen.

Katholische Gemeiudt

Sonntag, 7. Juli 1918. 7. Fasten-Sonntag nach Pfingsten.

Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an untz Sonntag früh von 6 Uhr an.

%7 Uhr Frühmesse.

8 Uhr Militärgottesdienst (Singmesfe mit Predigt^ Gemeinsame hl. Kommunion der Jünglinge und Jungfrauen (5. Aloisian-Sonntag).

%10 Uhr Hochamt mit Predigt.

Nachmittags 2*4 Uhr Christenlehre und Rosenkranz Bruderschafts-Andacht mit Segen und Umgang, danach Ver­sammlung der Mitglieder der RosenkranKbruderschast und des lebenden Rosenkranzes. ,

Um 4 Uhr Versammlung des JünglingsvereinS. '

Abends %9 Uhr: Aloisiils-Andacht mit Predigte"?

Während der Woche um %7 und 7 Uhr hl. Messe.

Mittwoche um 7 Uhr hl. Messe in der St. Georgs- kapelle. *'

Freitag, abends 8 Uhr: Kriegs-Andacht.

7. Juli Wallfahrt nach Sternbach. Abfahrt nach Asiens heim 7.10, Bruchenbrücken 7.54.

Nach dem Hochamt keine Ausgabe von Büchern aus der Borromäus-Bücherei. Rückgabe wegen der jährlichen Revision.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. § eyner. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung*, A- G.. Friedbera i H

Kekauntmachnng.

Nächsten Dienstag. Len 9. Juli, verteilen wir in der alten Post

Land-Eier.

Zeiteinteilung wie bei der Bnttervetteilrmg.

Es werden abgegeben: Auf gelbe Eierkarten, Marke 30, 1 Ei zu 32 Pfennig, auf adgeitempette rote Eier^arten. Marke 31, 1 Ei P 32 Pfennig, und gegen Vorlage der Irelsamtl'cheri Bescherni- ^ungeNgauf abgeftempeUe rote Eierkarlen, Marke 34, 1 Ei zu 32

Die Eierkatten sind vorzulegen. Nicht abgesternpelte rote Eier­karten sind ungültig. Eierkart-; ohne die betreffenden Marken be­rechtigen nicht zum Bezug: einzeln abgetrennte Marken sind wertlos.

FriedSerg, den 5. Juli 1918.

Der stellvertretende Bürgermeister (ftädt. Lebensmittel-Ausschuß)

2. A.: Langsdorf.

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wurde in Anbettacht der hohen Kohlen- und Eisenpreise der Preis

für ein neues Hufeifeu auf 3.00 Mk., für ein alteS auj, 1,50 Mk. festgeietzt. Aufheben pro Pferd 1.00 Mk.

Der Vorstand. *

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