Ausgabe 
29.6.1918
 
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Amnmer 150

Samstag. den 29. Juni 1918

11. Jahrgang.

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In Alnnchl l|(ffigrr Srilnnpifff h:s Kindes.

Die Kämpfe ln Italien. Erfolgreiche Knftkämpfe. Marineerfolge an der flandrijchen Käste.

20000 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalstalr -- meldet: -

T. K. Großes Kauptqnartiev, den 28. Juni. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Rege Tätigkeit der Engländer und Franzosen beider­seits der Somme. Auch in anderen Abschnitten zwischen Nser und Marne nahm das Artilleriefeuer am Abend zu.

Heute früh steigerte sich das Feuer des Feindes bei­derseits der Lys zwischen Bailleul und Bethune und südlich der Avre zu größerer Stärke. Unsere Artillerie nahm den Kampf kräftig auf. In einzelnen Abschnitten haben sich Jnfanteriekänipfe entwickelt.

Starker Fliegereinsütz führte zu heftigen Luftkämpfen. Unsere Flieger schossen gestern 25 feindliche Flugzeuge und einen Fesselballon, unsere Flugabwehrgeschütze 5 feindliche Flugzeuge ab.

Hauptmann B e r t h o l d errang seinen 27., Leutnant Löwenhardt seinen 29., Leutnant Numey seinen 26. und 27. Luftsieg.

Der Erste Gcneralqnarti'ermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 28. Juni, abends. (WB. Amtlich.)' Nördlich der Lys und südlich der Aisne kämpften wir in der Abwehr heftiger Teilangriffe des Feindes.

vorfühlende feindliche Patrouillen wurden abgewiesen. Stoßtrupps und Patrouillen von uns führten erfolgreiche Erkundungen durch Auf dem Ost-Jordanufer drangen wir mit einer Abteilung bis zur Jordanmündung vor. Be­gleitende Batterien überraschten mit ihrem Feuer feindliche Kavallerie im Lager. Aufklärungstrupps setzten über den Fluß. Entgegengeworfene feindliche Kavallerie wurde durch unsere Artillerie zerstreut. ' Nach der Zerstörung feindlicher Blockhäuser zog sich die Abteilung ungestört vom Gegner auf ihre Ausgangsstellung zurück. Der über- . raschte Gegner fand zu wirksamen Gegenmaßnahmen keine Gelegenheit. Von der übrigen Front nichts Neues.

80000 Tonnen versenkt.

Berlin, 27. Juni. (WB. Amtlich) Das unter dem Konr,na"do des Kapitänleutnants Jeß stehende U-Boot hat in der Irischen See und deren Zufahrtsstraßen drei beson­ders wertvolle Dampfer von je 5000 bis 6000 Bruttoton­nen versenkt. Zwei dieser Dampfer wurden aus starken, nach England einlaufenden Geleitzügen herausgeschossen. «Jin ganzen nach hier eingegangenen Meldungen unserer U-Boote 20 000 Bruttotonnen.

Der Chef deS Admiralstabes der Marine«

Ententegesandten in Washington wollen daraus nicht schlie- ßen, daß die Entente oder die Vereinigten Staaten den Plan, Rußlan zu helfen und dort den deutschen Einfluß zu bekämpfen, aufgeben werden. Es wurde im Gegenteil er- klärt, daß, falls Japan den Gedanken einer militärischen Expedition ablchnt, die bezwecken, Gesetz und Ordnung in Rußland wieder herzustellen, auf jede Weise zu unterstützen sind.

II Der österreichische Generalstab meldet: -

Wien, 28. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: In Jndicarien, im Arcobecken und im Etschtal richtete der Italiener sein wirkungsloses Zerstörunasfeuer bis weit hinter unsere Linien. Im Presenaraum scheiterten meh­rere feindliche Erkundungsversuche an der Wachsamkeit unserer Besatzungstruppen.

An der venezianischen Gebirgsfront stand der am 26. heldenmütig behauptete Col del Rosso, der westlich davon gelegene Monte de Val Bella, sowie der Raum westlich Asiago unter starkein anhaltenden Artillerie- und Minen­feuer. Ein unter Ausnutzung dieses Feuers südlich Ca- nove ai> ' 'tzter feindlicher Vorstoß wurde durch Abtei­lungen d s Infanterie-Regiments 72 blutig abgewiesen.

An der Piavefront wurde ein neuerlicher Uebergangs- versuch der Italiener bei Fossalia vereitelt. Die Piave führt anhaltend Hochwasser.

Der Chef des Gcncralstabes.

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Der bulgarische Grncralstab - meldet:

Sofia, 26. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- 1 bericht.

Mazedonische Front: Westlich vom Ochrida-See und

rm Eernabogen Patrouillenzufammenstöße, die für uns günstig endeten. Südlich von Huma, bei Altschjak Mahle und südlich von Dojran war das Artilleriefeuer auf beiden Seiten zeitweise ziemlich lebhaft. Eine verstärkte feindliche Sturmabteilung versuchte sich unseren Gräben südlich von Dojran zu nähern, wurde jedoch durch unser Feuer zer­streut. Oestlich vom Tahino-See lebhafte Tätigkeiten der Luft auf beiden Seiten.

Das türkische Hauptquartier || -- meldet: -''

Konstant!,wpcl, 26. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Ge- neralstabsbericht.

PalästinafrontSfuflebetii)« Artillerie- und ©rfinr dimgsttütigkeit auf der ganzen Front. Ein Angriff starker Erkunbinastruvven dez Geaners fin Küstengebiet wrd

Duft- und Seelr-" »"f.

Berlin. 28. Juni. (WB. Amtlich.) Am 27. Inn! griff eine unserer Marine-Iagdketten unter Führung des Leutnants d. R. Lsterkamp quer ob der flandriscl>en Küste ein stark von Einsitzern gesichertes feindliches Bombengeschwader an. Im Verlaufe des Kampfes, in dem alle feindlichen Flugzeuge ungefähr 20 Eingriffen, gelang es unserer Kette, die nur <vus 4 Flugzeugen bestand, vier feindliche Flugzeuge abzuschießen. Leutnant Osterkamp errang seinen 15. Luftsieg. Flugwart Zenses war an dem Erfolg mit zwei Abschüßen beteiligt.

Am Abend des 27. Juni gerieten Teile unserer Torpedo^ bootstreitkräfte Flanderns auf einer Palrouillenfahrt vor Ostende in ein Gefecht mit englischen Zerstörern unter Führung eines Zerstörerführerfchiffes. .Nach einem halbstündigen Gefecht zogen sich die feindlichen Zerstörer mit hoher Fahrt zurück, in­dem sie sich durch Einnebeln der Sicht entzogen. Es wurden Treffer auf dem Führerschiff und einem der feindlichen Zerstörer beobachtet. Unsere eigenen Boote sind ohne Verluste und Be­schädigungen eingelaufen.

Der Chef des Admiralstnbes der Marine.

Pnstkand.

Hungersnot in Petersburg.

Rotterdam, 28. Juni. DieTimes" melden aus Pe­tersburg, daß bekannt gegeben wurde, daß in den drei nächsten Tagen Brot oder Kartoffeln nicht verabreicht werden. Die Bevölkerung muß von Dörrgemüse leben. Männer und Frauen sinken vielfach erschöpft auf der Straße nieder.

Nach derNowoja Wjedomosti" suchen hungernde Bür­ger die Kehrichthaufen nach Abfällen durch. Alle militä­rischen und politischen Vorkommnisse lassen die Menschen vollkomlnen kalt, denn die wirtschaftlick)en Zustände fesseln die ganze Aufmerksamkeit. Deutsche imd Skandinavier kommen in großer Zahl nach Rußland, um aus diesen ver- rotteten Zuständen für sich Kapital zu- schlagen, und um die englische Konkurrenz und den Wettbewerb der anderen Verbündeten auszuschalten.

Die falschen Gerüchte über den Griaren.

Kiew, 27. Juni. (WB.)Washa Roküna" erfährt von einem Mitglieds der Sowjet-Regierung, daß das Gerücht über die E r m o r d un g des früheren Zaren falsch sei. Der Zar und seine Familie seien gesund und außer Gefahr. Unwahr sei auch das Gerücht, daß der Zar vor das Revolutionstribunal gestellt werde.

Keren litt.

Amsterdam, 27. Juni. (WB.) DasAlgemeen Han- delsblad" meldet aus London, das plötzliche und uner­wartete Erscheinen Kerenskis auf. der Arbeiterkonferenz habe großes Aufsehen gemacht. Kerenski schritt, ohne angemeldet zu sein, ruhig durch den mittleren Gang der großen Hall« in Westnrinster auf das Podium zu. Als er das Podium be- trat, wurde er von Henderson begrüßt und dem Vorsitzenden vorgestellt. Einige Delegierte hielten ihn für Troelstra. Sie glaubten, daß es Troelstra auf irgend eine Weise ge­lungen sei, die Paßschwierigkeiten zu überwinden und klatsch, ten Beifall. Als Henderson den Namen Kerenski ausrief, wurde der Beifall noch stärker. Kerenski sprach russisch Ei« Dolmetscher mußte seine Mde übersetzen, vermochte aber nur in allgemeinen Zügen wiederzugeben, was Kerenski z« der Versammlung sagte.

Zürich, 27. Juni. Allgemein bezeichnet rwm Kerenskt als den kommenden Mann Rußlands.

Keine jüMijche Intervention in Sibirien.

Haag, 28. Jimi. Aus Washington wird nichtamtlich gemeldet, daß die japanische Regierung beschlossen habe, bie Bitte der Enten teinächte, in Sibirien zu intervenieren, abzulehnen. Die amerikanische Regierung imd die

(Pin enlililcher Protei! in perlten.

Konstantinopcl, 25. Juni. (WB.) Meldung des Wi- ner Korrespondenzbureans. Die Agentur Milli erhält aus Persien die Nachricht, daß zur Vergeltung der durch die Engländer erfolgten Verhaftung Suleiman Mirzas und seiner Erpedition in Bagdad der Befehlshaber der Armee des islamitischen Vereinigung in Rescht, Mirza Kuetschuk Khan, den englischen Konsul, den Direktor der Englische» Bank und einen englischen Offizier, der mit der Organi­sation der armenischen Banden betraut war, die sich in der genannten Stadt befinden, in Gefangenschaft setzte. Da­raufhin brachte die englische Regierung bei der persischen einen scharfen Protest ein, der mit der Besetzung persischen Gebiets und mit der Absendung von Streitkräften gegen Rescht drohte, falls die oben genannten Personen nicht frei­gelassen würden. Die persische Itegiernng antwortete, in­dem sie gegen die englischen Umttiebe in Persien Verwah­rung einlegte. Suleimann Mirzas Autorität erstreckt sich über die ganze Provinz Gilan und über einen großen Teil der Provinz Kaswin.

Wer ist Sieger?

Die Italiener haben sich in ihren letzten Heeresberich­ten gebrüstet, sie hätten die österreichisch-ungarischen Trup­pen auf dem Westufer der Piave zu dem Uferwechsel ge­zwungen. Es ist besonders wertvoll, gerade diesen Fall ei­nes besonders schwierigen Uferwechsels an Hand der Tat­sachen einer Untersuchung zu unterziehen und nachznwei- sen, wer der Sieger ist. Die k. und k. Truppen hatten auf dem Westufer der Piave, wo sie am 15. Juni Fuß gefaßt hatten, diesen ersten Gewinn in tagelangen zähen Kämpfen erweitert icnd sich weite Brückenkopfstellungen gesoffen. Sie hatten in diesen Stellungen alle Ansttirme der feind­lichen Massen siegreich abgewehrt und waren durchaus Her- ren der Lage; noch dazu unter den besonders schwierigen Verhältnissen, daß ihr Nachschub über die hochgehende Piave von Anfang an spärlich floß und daß sie mit ungewissem Schicksal ihren Posten hielten; denn das Gefühl, im Rücken nicht absolut gesichert zu sein, ist für eine im schweren Kampfe stehende Truppe wahrlich kein schönes.

Als der Entschluß der österreichisch-ungarischen Hes resleitung reifte, die Truppen aus dieser ungewissen und leicht verhängnisvoll werdenden Lage durch Zurücknahme in ihre alten Stellungen zu befreien, lag irgend ein Druck durch deu Feind nicht vor. Im Gegensatz gerade hx dieser Zeit hielt man in Italien seinerseits die Lage für kritisch imd räumte eine Reihe Ortschaften hinter der Front von den Einwohnern. Als die rückwärttge Bewegtmg einge­leitet wurde, merkte der Feind diese gar nicht, sondern leate \