Ausgabe 
24.6.1918
 
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Mm nie durch Liebe Leib geschah.

Roman von Court-Mahler.

39) Nachdruck verboten.

Ich finde es schön von Ihnen, Fräulein Ursula, daß Cie Fräulein Hellmuths Vorzüge so ehrlich anerkennen."

Sie sah ihn groß an.

Warum sollte ich es nicht?"

Nun. junge Damen pflegen sonst nicht von ihren Ge- schlechlsgcnosfinnen zu behaupten, daß sie schön, entzückend und herrlich sind"

Ursula lachte.

Würde Fräulein Hellmut in Ihren Augen weniger Vor­züge besitzen, wenn ich sie nicht zugeben würde?"

»Nein, oewiß nicht!"

,Nun also!"

Nein gar nicht: Nun also? Ich finde es sehr hübsch von Ihnen. Ueberhaupt Sie find ein ganz halber Mensch, Fräulein Ursula. Früher, als wir so 'zwanglos herumtollten, Sie als zerzauster Backfisch, ich alsJunker Uebermut", wie S:e mich immer nannten, da habe ich wohl schon gemerkt, daß Sie bei aller Freimütigkeit ein gutes, großes Herz haben. Aber jetzt kommt mir das noch viel mehr zum Bewußtsein."

Sie lachte verlegen

..Sie sagen Freimütigkeit. Gras Joachim, und meine Rup- plgkeit."

Aber nein. Fräulein Ursula ganz gewiß nicht!"

Sie winkle l'eftig ab.

Sie brauchen nichts zu beschönigen; ich weiß, daß ich ein ganz ruppiger, struppiger Wildsang war. Mamuschka hatte 'hre liebe Not mit mir und hat sie zuweilen noch. Aber ein weniger vernünftiger bin ich jetzt doch geworden, und daran ist Fräulein Hellmut schuld. Früher stellte mir Mamuschka immer Baronetz Karla als Vorbild hin. Aber diesem Vorbild wollte ich um keinen Prets ähnlich werden. Ganz mit Fleiß gab ich mich immer anders, als Karla war Ihre Sanftmut reizte mich, weil aber nein das will ich nicht sagen. Aber Fräu­lein Hellmut. die habe ich mir ganz allein zum Vorbild genom­men. So. wie sie ist. möchte ich werden, aber das wird mir natürlich nie ganz gelingen. Sie ist ein ganz wundervolles Geschöpf finden Sie nicht auch?"

Er sah sie mit einem sonderbaren Blick an.

»Ich finde, daß Cie ihr sthrm sehr Lhnltch find wenlg- pens in bezug darauf, daß Cie ein ganz wundervolles Geschöpf find"

Er sagte dies so warm und chrlich, daß fie Ihn ganz er­schrocken ansah und dann vor seinem Blick die Augen senkte.

Co müssen Cie nicht zu mir sprechen, Graf Joachim," sagte sie leise.

Warum nicht? Zürnen Cie mir deshalb? War ich zu kühn?" -

Cie atmete tief auf.

Ach nein wie sollte ich zürnen?! Es ist ja so schön, was Cie sagen aber viel zu schön für mich. Ich -ln an solche Komplimente nicht gewöhnt."

Es war kein Kompliment, Fräulein Ursula, sondern meine ehrliche Meinung."

Cie wehrte sich gegen ihre Verlegenheit wie gegen einen Feind.

Wenn ich nun eitel werde, Graf Joachim, dann find Cie schuld," sachte sie halb lachend, halb ernsthaft.

Diese Schuld nehme ich gerne auf mich "

Cie schwiegen nun eine Weile. Graf Joachim sah auf seine junge Begleiterin herab. Sie ging gegen ihre Gewohn­heit. mit ernstem Eestcht und niedergeschlagenen Augen neben chm her.

Fräulein Ursula darf ich morgen vormittag nach Frankenau kommen?" fragte er nach einer Weile.

Sie -lickte rasch auf. Ihre Augen leuchteten freudig auf.

Ach ja kommen Sie ich freue mich drauf? Wir haben prachtvolle Frühbirnen und Aprikosen. Und von den großen Herzkirschen gibt es auch noch welche. Sogar Erdbeeren können Sie noch haben die haben Sie früher am liebsten gegessen."

Das wissen Sie noch."

Natürlich! Mamsell mußte uns doch immer Schlagsahne dazu zum Speisekammerfenster herausreichen, und dann saßen wir in der kleinen Laube an den Erdbeerfeldern und schmausten miteinander."

Richtig! Mamsell sträubte sich erst immer ein bißchen, uns Sahne schlagen zu lassen. Sie meinte, so außer der Zeit sei das schädlich. Aber es hat uns nichts geschadet."

Nein, gar nichts. Und wir werden schon wieder Sahne von ihr bekommen."

Äm 15. Juni fiel mein einziger hoffnungs­voller Sohn, unser lieber, treuer Bruder, Schwager- Onkel und Pate

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nach fast 4 jähriger treuer Pflichterfüllung und nachdem er vorher schon dreimal verwundet gewesen» auf Frankreichs blutgetränktem Boden.

Wer ihn gekannt, wird unseren Schmerz ermessen.

Heinrich Lahm Witwer, Echzell, Marie Lahm u. Tochter, Echzell» Heinrich Lahm, z. Zt. im Felde,

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^Also ,ch werde mich morgen einfinden, zu allen Schand­taten bereit."

Sie strahlte.

»Famos! Wie lange haben Sie Urlaub?"

Leider nur eine Woche, und selbst dieser kurze Urlaub wurde mir nur ungern bewilligt"

Warum? Maren Sie nicht artig?"

Doch, das bin ich immer. Aber man ist jetzt sehr wenig zugangig für Urlaubsgesuche. Es kriselt mal wieder in poli- ttschen Kreisen. Aber davon wollen wir nicht sprechen. Ich hatte auf drei bis vier Wochen Urlaub gerechnet und mich ff darauf gefreut."

Ach wie schade, daß Sie nur so kurze Zeit bleiben!"

Tut es Ihnen ein bißchen leid?"

Natürlich man freut sich doch, wenn Besuch da ist. Und Sie sind immer so vergnügt und guter Laune."

Wenn ich das nicht wäre, möchten Sie mich natürlich nicht gerne sehen."

O doch? Aber ich kann mir nicht denken, daß Sie ernst. Haft sein können."

Er sah sie eine Weile mit seinen sonnigen Augen an.

Zum Beispiel jetzt, Fräulein Ursula jetzt bin ich sehr ernsthaft. In meinem Herzen ist soeben ein sehr ernster Ent. schluß gereift."

Forschend sah sie ihn an.

Was denn fiir ein Entschluß?*'

Der Entschluß, mich bald zu verheiraten, wie es mein Oheim wünscht."

Erschrocken sah sie ihn an.

Um Gottes willen!" entfuhr es ihren Lippen.

Ein Lächeln flog um seinen Mund, aber in seinen Augen leuchtete es wie Rührung.

Aber, Fräulein Ursula, wollen Sie mich denn zur Ehe- loisigkeit verurteilen?"

Sie strich mit zitternder Hand die krausen Löckchen hinter' das Ohr.

Dazu hätte ich doch kein Recht."

Und wenn Sie ein Recht dazu hatten würden Sie es dann tun?"

Sie mckte energisch.

Ja dann würde Ich es tun."

Warum denn?"

Fortsetzung folgt.

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zegeixn.

L;.-.arien d lreisnmtli he Bescheinigungen sind vor;uleaen. Nl l ojq: \nnwUt ro Eieckarten sind ungültig. Eietka ten ohne

'' ' echtigen nicht zum Bezug; einzeln ab-,

,eue. n e Pfauen sind wertlos. 0 1

ÜrleLde.g. den 24. Juni 1918.

Der stellvertretende Bürgermeister

(städt. Lebensmittel-Ausschuß)

I. A.: Langsdorf.

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^ Zerte.nteilung wie bei der Vutterverieilung.

Für jeoe auf der Lebensmittelkarte verzeichnet Person werden

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Ariedderg. den 22. Juni 1918.

Der stellvertretende Bürgermeister

(städt. Lebensmittel-Ausschuß)

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