Wem Dir »>r« Liebe Leib grsthch.
Roman von C o n r t h ß. M a h! e r. '^] ^0) Nachdruck verboten.
Er Zwang auch diesen in den Bann seiner airten Laune. ^ Und ihm gelang es auch sofort, eine heitere Stimmung auszulösen, so daß kein Mensch hätte ahnen können, daß die beiden Damen und Graf Steinau einander feindlich gegen- überstanden, zumal diese drei Personen sich sehr gut beherrschen konnten.
Baroneß Karla kam Graf Joachim sehr liebenswürdig entgegen. Sie berechnete, daß es vielleicht ratsanr sei, ihn zu veranlassen, ihr Öen Hof zu machen.
Damit wollte sie Hans Ullrich von Frankenau zur Eifersucht reizen. Sie wußte sehr wohl, daß es viele Männer gab. die eine Frau erst dann reizte, wenn sie von andern begehrt wurde. Jedenfalls war es auch nach ihrer Ansicht ganz amüsant, mit Graf Joachim zu koketUeren. Das lag ihr ohnedies im Blut Ihre Eitelkeit verlangte immer noch -Bewunderung. Uiid so eröffiiete sie ein regelrechtes Feuer von Blicken, Neckerejeii und verheißendem Lächeln.
Darüber war Graf Joachim ein wenig erstaunt. Er hatte bisher bei seinen gelegentlichen Besuchen in Birken- henn nicht das Vergnügen und die Ehre gehabt, von Baroneß Karla irgendwie ausgezeichnet zu werden. Er galt ja nicht für eine glänzende Partie, wenn er auch als künftiger Erbe seines Onkels grrt fundiert war.
Als Freier war er für die Baronesse nie in Betracht gekommen, und sie hatte ihn bisher wenig beachtet. Nun wußte er nicht, weshalb sie ihn plötzlich mit einem so großen Interesse beehrt. Sehr erfreut schien er nicht darüber zu sein. 0
Er hegte durchaus keine Vorliebe für Baroneß Karla Seine Augen blickten recht kiihl in die ihren, wenn er natürlich auch höflich und galant gegen sie blieb.
^ Dagegen schienen seine Augrn mit einem rechten inten- -wen Leuchten immer wieder die schöne Sekretärin anzustrahlen, und er suchte so viel als möglich ihre Gesellschaft. Anscheinend hegte er ein wärmeres Interesse für sie, als es bn. den gegebenen Verhältnissen am Platz war. Graf Steinau hatte Christa Hellmut freundlich, aber doch sehr formell begrüßt. Sein Neffe gestaltete diese Begriißung entschieden einige Grade wärmer.
Die Baronesse fragte ihn ein wenig spöttisch: „Kannten Sre Fräulein Hellmnt schon?"
Graf Joachim sah sie erstaunt an.
«Fräulein Hellmut? Wer ist das?"
„Nun. die Sekretärin ineines Onkels, die Sie soeben begrüßten."
Graf Joachim sah einen Augenblick ein wenig be- itürzt aus.
„Ach so . richtig — entschuldigen Sie, gnädigste Baronesse aber ich hatte natürlich den Namen der jungen Dame nicht behalten. Ich kannte sie bereits flüchtig. Als niein Onkel sie einstellte, habe ich sie zusällig gesehen!"
■ , "^ 0 , so! Ich glaubte nach Ihrer Begrüßung zu urteilen, Sie seien schon ganz alte Bekannte." erwiderte die Baronesse mit einem neckenden Blick.
Graf Joachim machte nun aber ein ganz harmloses Gesicht.
> ^ „Nein. nein, ft* irren <§Se.*L ; ....
J..
_ Der altere, Graf Steinau fragtet Christ «So Mell! Sw sich in Ihrer neuen Stellung in Birkenhelm einaelebt Fräulein Hellmut?"
Christa verneigte sich.
, "Ach banke für Ihre gütige Nachfrage, Herr Graf. 'Es rst bisher gut gegangen, Herr von Birkenheim hat viel Nach- sich mit mir."
.Sagen Sie das nicht, Fräulein HellmE rief Sert Bon ©«foirjcmt über den Tisch herüber — man saß bei der M-ttagvtnfel. - „Im Grund bedarf ich Ihrer Nachsicht viel mehr als Sic der meinen."
hincin^'^ ^ ^chelnd in seine bläuen Brillengläser
„Davon habe ich noch nie etchas gemerkt, tzerr von Birkenherm."
Die Baronesse lächelte ein ivenig spötttsH, als sie be merkte, „wie viel Aufhebens" dieHerren von der Sekretärin machten. Sie hörte, daß Graf Joachim Christa „gnädiges ti ulierte. lind als sie nach Tisch zufällig neben Graf Rudolf Steinau stand und Graf Joachim wieder Christa gegenüber diese Anrede gebrauchte und ihr die Hand rußte, machte sie ihrem Herzen Luft.
.„Ihr Herr Neffe behandelt Fräulein tz-llmut, als s-i sie eine Dame der Gesellschaft. Sehcii Sie nnr - er küßt ihr sogar die Hand."
Graf Rudolf sah zu seinem Neffen und Christa hinüber. Ernen Augenblick blitzte es ärgerlich in seinen Angen auf. Galt dieser Aerger der Baronesse oder seinem Neffen? Aber gleich hatte er seine ruhige Ueberlegenheit wieder.
"- a ™. ein Neffe Gast dieses Hauses ist und Fräulein Hellmnt hier von dein Herrn dieses Hauses als Hausge- nosstn betrachtet wird, ist es eine durchaus angebrachte Ar- tigkelt wenn er Fräulein Hellmut als Dame ansicht und ihr landlaiffige Höflichkeiten erweist."
Die Baronesse sah mit einem schelmischen Lächeln zu
chm auf. das er sehr wohl als unecht und gemacht erkannte.
^ „Ich wurde doch an Ihrer Stelle meinem Neffen nicht steht w fo in Fräulein Hellmuts schöne Augen
cr- Rudolf zeigte ein undurchdringliches Gesicht.
Ein bo-haftes Lächeln zuckte um seinen Mund.
„Hat Fräulein Hellmut so schöne Augen?" fragte er an- scheinend verwundert.
Die Baronesse merkte sehr wohl, daß er nicht ernsthaft fragte. Sre lachte ein wenig pikiert.
„Ach, das haben Sie doch längst bemerkt. Graf Rudolf, und wenn Ihnen auch so schöne Augen nicht mehr gefährlich werden können, so stehe ich doch für Graf Joachim nicht
Mit einem diplomatischen Lächeln sah der alte Herr auf sie herab.
"N?ein Neffe scheint mir nicht so wehrlos zu sein, schonen Augen gegenüber, gnädigste Baronesse. Wie sollte er sonst vor den Ihren'bestehen?"
Er hatte dabei eine sehr verbindliche Haltung und sprach durchaus harmlos liebenswürdig. Niemand hätte aus seinen Worten entnehmen können, daß er damit einen kleinen
Vetr.: Die Vorlage ärztlicher
Zeugnisse zwecks Verwendung bei Eingaben und Gesuchen an den Bürgermeister der Stadt Friedberg.
Kekaninmachnng
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß bei Eingaben und Gesuchen an den Bürgermeister der Stadt Friedberg, deren Begründung in der Regel von dem Nachweis ärztlicher Bescheinigungen abhängig gemacht werden, ein für allemal nurZeug- niffe eines beamteten Arztes Berücksichtigung finden können.
2m Intereffe der schleunigen Behandlung von Gesuchen aller Art empfiehlt es sich daher dieien sofort die vorgesä riebenen Zeug- niffe beffuschlietzen.
Friedberg, den 18. Juni 1918.
Der Bürgermeister.
2. V.: Damm.
Kelramrtmachnng
Die Heberolle über die Beiträge zur land- und forstwirtschaft- lichen Beru sgenossenfchast für da^ Jahr 1917 liegt von heute an während zwei Wochen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsicht offen. Innerhalb nnex weiteren Frist von zwei Wochen, noch Ablauf der Offen- le-'un s'rist, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in An- -oruch Genommene gegen die Beitlagsberechnung bei de», Vorstände der tand- und forstwirtschaftlichen Berufs -enoffen chaft Ein pr.ich erheben. (S. $ li)2l Ms 1023Rcichsoersicherungsordnung.)
Fneoüerg. den 18. Juni 1918.
Der Bürgermeister.
2. V.: Damm.
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Ich bin aus dem Felde zurück und habe meine zahm 1 ärztliche Tätigkeit wieder persönlich übernommen.
Meine Sprechstunden sind täglich von S—1 und 2V 2 — S Uhr, Sonntags von 9-12 Uhr.
Gleichzeitig gebe ich bekannt, daß ich mich während meiner Abwesenheit als
SE ***** betten-" bcr Baisse £*-.
barüß™ " und quittierte mit einem Lächeln
Graf Rudolf hielt es aber doch für besser zu seinen» Gel/" 2)16 darouesse nahm an, es geschähe um
Graf ^oachlu, den gefährlichen Zauber von Christa Hellmuts
ÄenffÄ?^ ^ ^ ”*** Wren ' ^ ^ beiL
.-Lieber Joachim, Baroneß Karla geruhte eben zu b».
Äw f“ StäuIein H°ll.nnt zuviel als Dame de" GesellMft und zu wenig als Untergebene de? Herrn von
Sell2°'7eaen^E'^^' <>“* und betankFräulein ÄÄ?“ * m Wt ben Kavalier, halte Dich
ein Ed 8Crf T. M>ter Miene die Schultern
S" J f klinsta an. Diese hatte die Worte Graf
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K-L ^ sürckste, wir !waren es beide", antwortete Christa. hlir X e ivohl besser sein, wenn wir etwas vorsichtige^ ./vs Madige Fräulein und die Handküsse müsftn
Sie sein ^ ^ *” er M-chtwegFränIein Hellmnt für Graf Joachim verneigte sich.
s''^^chen Sie mir — ich war ungeschickt. Uysereinv hat so betrüblich wenig Anlage zum Diplomaten "
verlassen Sie tms jetzt. Fräulein Christa. Cs muß den Anschein haben, als mache ich meinem Neffen Bor-
ffimETh!!rf er f1 ! 3U - DieI mit Anen beschäftigt hat," sagte Graf Rudolf zu der „mgen Dame.
Diese Unterhaltung wurde sehr leise geführt,
Zeigte den Kopf und trat von den beiden
Her: en fort.
Graf Rudolf sprach nun ziemlich eiffüg auf seineir Neffen ein. Auch jetzt sprach er noch leise.
„Sieh Dir die Baronesse an, Joacküm. Sie beobachtet uns wie cm Luchs. Tue mir den Gefallen und gib Dir den An schein, als machtest Du ihr ein wenig den Hof, damit sie rrregeführt wird. Sie darf nicht duzu kommen, irgend eineu llrgwohn gegen Fräulein Christa zu hegen."
„Cs ist gut, Onkel Rudolf, ich werde meine Dummbeff gut machen."
^ Die Baronesse hatte tatsächlich mit Luchsaugen die kleine Szene vom Nebenzimmer aus beobachtet Sie glaubte taffcichlich, Graf Nrrdolf mache seinem Neffen den Standpunkt klar, weil er sich zu angelegentlich mit der schönen Sekretarrn befaßt hatte. Num war sie zufrieden Sie brauchte jetzt Graf Joachim zu nötig als Vasallen, als bau sie ruhtg mit angesehen hätte, wie dieser Christa Hellmut derr Hof machte.
Graf Joachim kam nun langsam mtf die Baronin zu imd widmete sich ihr eine ganze Zeit mit großer Beflissen- heit Cs gelang ihm, ihre Aufmerksamkeit von Christa abzu- lenken. Diese hatte sich in die Nische eines Fensters gestellt rrnd schaute nachdenklich hinaus, nach dem Park hinüber. Forffetzung folgt.
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glauben stellen zu können, werden aufgefordert, dies spätestens am 20. ds. Mts. auf Zimmer Vit. 4 des Stadthauses unter Angabe der Höhe der von ihnen beanspruchten Zuteilung zu melden. Friedberg, den 18. Juni 1918* Der Bürgermeister;
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