:'iC üsutsche Industrie, die deutsche Volkswirtschaft würden unermeßlichen Schaden erleiden."
Wir meinen allerdings, daß mit dem Abbau der Zwangswirffckaft bereits während der Kriegszeit begonnen werden muß: je eher, um so besser.
Schädigung der Viehzüchter und der Pottrsernährnng.
Schon wiederholt haben wir darauf hingewiesen, daß eine Verminderung der Schlachtviehabforderung notwendig erscheint, wenn nicht unser Nindviehbestand in einer die künftige Versorgung des Volkes mit Milch, Butter und Fleisch in Frage stellenden Weise angegriffen werden JofL Wenn zur Aufrechterhaltung der festgesetzten Fleischration während des ganzen Winters und Frühjahrs auch magere Milchkühe abgeschlachtet würden, so beraubten wir uns einmal der Möglichkeit, diese Kühe durch gute Sommerweide auf das doppelte Fleisch- aewicht zu bringen, zum andern müßte die Milch- und Vutterablieferung eine weitere starke Schmälerung erfahren. Diese dauernde Nutzung der Milchkühe aber sei für unsere Volksernährung viel bedeutsamer als die einmalige Fleischlieserung von einer geschlachteten mageren Kuh. Alle diese Vorstellungen, das in schlechtem Futterzustande befindliche Vieh zu schonen und zu diesem Zweck die Fleischration beizeiten herabzusetzen, sind nur zu lange erfolglos geblieben. Wie scharf die Eingriffe in unseren Viehbestand bis in das Frühjahr hinein geblieben sind, dafür zeugt u. a. folgende Beschwerde eines Vertrauensmannes aus dem Königreich Sachsen.
Diesem wurde Ende Dezember von der Vieh- Abforderungskommission gesagt, er brauche nur noch ein Schlachttier abliesern, dann habe er seiner Pflicht genügt. Diesem Verlangen wurde entsprochen. Äm 9. April aber erschienen zwei Mitglieder der Kom- misfion und stellten eine ganz andere Rechnung auf. Es müßlen im ganzen 55 Prozent des Viehbestandes vom 1. Dezember 1916 als Schlachtvieh abgeliefert werden, das wären hier in dem Falle unseres Vertrauensmannes 80 Zentner. Abgeliefert hätte er aber nur 44 Zentner, und er wäre also mit 36 Zentner im Rückstand. Gezwungenermaßen mußte zunächst der Zuchtbulle (der bei einem Bestände von 12 Kühen und Kalben und 5 Jungtieren bis zu 15 Monat doch eigentlich auch gebraucht wird) und eine gute Milchkuh, die im Iayuar gekalbt hatte und doch noch 12 Liter Milch gab, zur Schlachtung abgeliefert werden, Die anderen Kühe und Kalben waren ganz neumelkend oder hochtragend. Mit Recht sagt unser Vertrauensmann: „Nützen nun wohl die etwa 150—180 Kilogramm Fleisch, die bei der Schlachtung der Milchkuh einmal gewonnen werden, unserer Volksernährung ebenso viel, wie die tägliche Lieferung von 12 Kilogramm Milch?"
Hätte man die Kuh auch nur noch drei Monate am Leben gelassen, so hätte sie in dieser Zeit bei guter Erünfutterernährung mindestens noch 1000 Kilogramm Milch und trotzdem dann bei der späteren Schlachtung wesentlich mehr und besseres Fleisch für die Volksernährung geliefert, als es jetzt der Fall war.
Ganz unzulänglich ist auch, wie wir ebenfalls schon öfter heroorgehoben haben, die Bezahlung der abgeforderten Schlachttiere, besonders wenn sie eigentlich Nutztüre sind. Diese 12 Liter täglich liefernde Kuh wird als Schlachttier höchstens mit 440 Mk. bewertet, beim Verkauf oder weiterer Benutzung als Milchkuh hätte sie einen um das Zwei- bis Dreifache höheren Wert gehabt. So wird der Viehzüchter ebenso schwer durch Abforrerung gut milchgebender Kühe zu Schlachtzwecken geschädigt, wie die Volksernährung.
Zur Futtern ot.
Eine Weg, die Futternot zu lindern, zeigt der Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette in seinem heutigen Inserat.
Die Vorteile des Oelsaatenanbaues für die Betriebs, technik sind bekannt. Der Winterölfruchtanbau war vor Einführung des Zuckerrübenbaues dre höchste Jntensitäts- stuse der Ackernutzung. Soweit der Rübenbau aus Mangel an Arbeits- nd Gespannkräften, sowie an käuflichen Dünge- Mitteln eingeschränkt werden sollte, empfiehlt es sich zunächst wieder zum Oelfruchtanbau zurückzukehren. Durch die Oelfrüchte werden nur Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, die durch die Pflanzen der Atmosphäre entnommen werden, der Wirtschaft entführt, während ihnen durch die Oelkuchen die mineralischen und stickstoffhaltigen Nährstoffe wieder zurückgegeben 'werden. Tie Oelsaaten — für den Anbau kommen jetzt zunächst Winterraps und Winter- rübsen in Betracht — sind vorzügliche Vorfrüchte für Wintergetreide. Die frühe Räumung der Felder ermöglicht eine rechtzeitige Merbestellung für die darauf folgenden Halmfrüchte. Frühe Aussaat und frühe Ernte führen eine überaus günstige Arbeitsverteilung für landwirtschaftliche Betriebe herbei, die gerade unter den Wirtschaftsschwierigkeiten der Kriegszeit sehr beachtenswert ist.
Zu diesen Vorteilen treten die Erleichterungen, die den Anbauern von Oelsaaten auf Antrag des Kriegsausschusses für Oele und Fette behördlicherseits gewährt werden: die Möglichkeit zur Herstellung oder zum Bezüge von Oel zur Versorgung der eigenen Hauswirtschaft, die Lieferung von Stickstoffdünger (Ammoniak) und, worauf unsere Landwirte besonders hingewiesen seien, der gesetzliche Anspruch auf Rückgabe von 40 Kg. Oelkuchen für je 100 Kg. abgelieferte Winterölsaaten. t
Es sollte sich daher jeder Landwirt die Frage vorlegen, ob er sich nicht diese Vorteile sickern und dadurch gleichzeitig zur Schaffung der für die Kriegsführung und die Volksernährung dringend notwendigen Oele und Fette beitraaen will.
Ans der Heimat.
Zum Vesten der Ludendorff-Spende findet am kommenden Montag, den 10. d. Mts., abends 8 Uhr, im Saalbau dahier eine künstlerische Veranstaltung statt. Herr Direktor Breiholz, welcher laut uns vorliegenden Kritiken in Marburg Siegen, Fulda usw. anläßlich seiner Gasffpiele daselbst, infolge trefflicher Leistungen, vollste Anerkennung fand, wird für diesen Tag sein Unternehmen in den Dienst der guten Sache stellen. Der Gesamtertrag wird der hiesigen Ludendorff-Spende zufließen. Es Ware erfreulich wenn durch zahlreichen Besuch aus Stadt und Land ein recht gutes Ergebnis erzielt würde.
Handwerkerberatungsstelle des Bezirksverbandcs der Gewerbevereine des Kreises Fricdberg. In der am 13. Mat ds. Js. stattgefundcnen Ausschußsitzung des Bezirksvec- bandes der Gewerbevereine des Kreises Friedberg, an der außer den Ausschußmitgliedern der Gewerbevereine die Der- treter sämtlicher Innungen und Vereinigungen des selbständigen Handwerks des Kreises Friedberg teilnahmen, wurde die Einrichtung einer Beratungsstelle endgültig beschlossen. Zum Vertrauensmann wurde der Schulleiter der Gewerbeschule zu Friedberg, Großh. Hauptlehrer Dipl.- Ing. Schneidt einstimmig gewählt. Die Beratungsstelle, die den Mitgliedern der obengenannten Vereine kostenlos zirr Verffigung steht, will den selbständigen Gewerbetreibenden, insbesondere den alleinstehenden Handwerker- ^srauen,- in allen Angelegenheiten des gewerblichen Lebens, wie z. B bei Umsatz-, Besitz- und Kriegssteuererklärungen,
bei der Zusamenstellung der Unterlagen für Steuerer» klärungen, bei Reklamationen, Kriegshinte, bliehenGw- Versorgung und sonstigen das Handwerk betreffenden Fragen unterstützend und beratend zur Seite stehen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil der heutigen Nummer dieses Blattes zu ersehen.
sc. Langenselbold (Kreis Hanau), 7. Juni. Die Verpachtung der Gemeindewiesen hat rund 75 00Q Mark ergeben oder 2500 Mark mehr als im vorigen Jahre.
FC. Aus dem Untcrtaunus, 8. Juni. Dem hiesigen Kreise ist aufgegeben worden, nunmehr 79 Rinder, 70 Kälber, 10 Schafe und 25 Schweine aufzubringen. Diese Umlage ist höher als die früheren und muß von den Landwirten unter allen Umständen, wenn nötig, zwangsweise, erfüllt werden. Die Höhe der Umlage bringt es auch mit sich, daß die Milchkühe nicht immer zu schonen sind.
& Evangelische Gemeinde.
2. Sonntag nach Trinitatis, 9. Juni 1918.
Gottesdien st in der Stadtkirche.
Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger,
Abends SV 4 Uhr: Herr Kandidat Petri.
Gottesdienst in der Burgkirche.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Ritter.
Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre für die weibliche Jugend. Herr Pfarrer Ritter.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach
2. Sonntag nach Trinitatis, 9. Juni 1918.
10 Uhr: Gottesdienst. Anschließend Katechismuslehre für die Mädchen.
»
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 9. Juni 1918. 3. Sonntag nack Pfingsten.
Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntag früh von 6 Uhr an.
%7 Uhr Frühmesse.
8 Uhr Militärgottesdienst (Singmesse mit Predigt)'. Gemeinsame hl. Kommunion der Jünglinge und Frauen.
%10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt und Weihe an das Herz-Jesu.
Nachmittags 2% Uhr Herz-Mariä-Bruderschafts-An- dacht mit Segen, danach Versammlung des Hl. Ordens.
Abends Uhr: Aloisius-Andacht.
Während der Woche um %7 und 7 Uhr hl. Messe.
Mittwochs um 7 Uhr hl. Messe in der St. Georgskapelle.
Freitag, abends 8 Uhr: Kriegs^Andacht.
Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Borromäus-Bücherei.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto- Hirsch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: P. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Mgeszeitung", A- G.. Friedberg i H
Wdgener&Schlötel
Frankfurt a.M., Goethestr. 9 u. 11
v Trau erkl ei düng .
Mantel, Jackenkleider, Blusen, Röcke
la Drösser Auswahl. — Anfertigung nacb Maes.
Kelranntmachnng.
Am Montag, den 18. ds. Mts., gelangen die
Vezugslarten für Nähgarn
in folgender Weife zur Ausgabe:
Bezirk I.
Altes Postgebäude I. Stock.
Nr. 1-200 von 8—9 Uhr,
„ 201—400 „ 9—10 „
„ 401— B, 0 „ 10-11 „
.. 601-750 „ 11-12 „
„ 751 u.höher „ 12—1 „
Bezirk HI.
Schule in Fauerbach.
Bezirk H.
Museumsgebäude, Haagstr. 16.
Nr. 1-200 von 8—9 Uhr,
. 201-350 „ 9—10 „
.. 351-500 .. 10-11 ,.
501 u. höher „ 11—12 „
Bezirk SI a.
Altes Postgebäude I. Stock.
Nr.
von
646—800 801-950 „
951—1100 „ 1101-1250 „ 1251 u. höher „
8— 9 Uhr,
9— 10 .. 10-11 „ 11 - 12 ,, - 12-1 ..
Nr. 1—150 von 8—9 Uhr,
„ 151 u. höher .. 9—10 „
An jede Haushaltung wird eine Karte abgegeben, auf die durch die l iesigcn Kurzwarenhändler eine Rolle Zwirn von 200 m zum Preiie von 33 Prg. verabfolgt wird. Euizelftehende Personen ohne eigener: Hausstand können nicht berücksichtigt werden. Um einen Aus leich zwischen kleineren unb größeren Haushaltungen zu schaffen, ist vorgesehen, bei» der nächsten Verteilung an kleine Haushaltungen nichts abzugeben und die auf diese Wesse erzielte Ersparnis den größeren Familien zukommen zu lassen.
Die Verarbeiter von Vaumwollckähfäden (Schneider, Schneiderinnen usw.) erhalten die Karlen für das für ihr Gewerbe erforderliche Garn am Dienstag, den 11. d. Mts, auf Zimmer Nr. 9 des Stadthauses. Dis Lebensmittelkarte ist als Ausweis vorzulegen.
Friedberg, den 3. Juni 1918.
Der Bürgermeister.
I. V.: Damm.
8 chn fflclill«|cit,
Euch als Hafeikasten zu benutzen, mit 4 Cefächern, sofort zu ver- rausen. Zu erfragen in der Ee- tchastsstclle der „Neuen Tages- Heitung."
l Eine gebrauchte
GMWlMjchine
(Cormick) unp ein Ticffchnitt« batten zu verkaufen.
Karl Bickel. Ilbenstadt.
Bekanntmachung.
Nächsten Dienstag, den 11. Juni, verteilen wirstnder alten Post
frische Land-Eier.
Zeiteinteilung wie bei der Vutterverteilung.
Es werden abgegeben:
Auf Eierkarte gelb, Marke 27, 1 Ei zu SO Pfg., auf abgestempelte rote Eierkarten. Marke 28. 1 El zu 30 Pfg. und gegen Vorlage der kreisamtlichen Bescheinigungen auf aogestempelte rote Eierkarten, Marke 30, 1 Ei zu 30 Pfg.
Die Eierkarten^ind mit vorzulegen. Nicht abgestempelte rote Eierkarlen sind ungültig. Eierka ten ohne die betreffenden Marken verechiigen nicht zum Bezug: einzeln abgetrenme Marken sind wertlos.
Friedberg, den 7. Juni 1913.
Der stellvertretende Bürgermeister. \
(Stadt. Lebensmittel-Ausschuß)
I. A: Langsdorf.
frijlrn, Inrlifa, fmhf, Jlinffl,
nirgends besser, nirgends billiger wie bei
i v) d o IS I6e eil sie i h,
Am alt.Wam-. ffVieilberp i. II. Scholstr. 1s.
Telefon Nr. IAO.
Größtes Kager am Platze!
Kekanntmachnng
Am Montag, den 10. d. Mts. gelangen gleichzeitig mit den Zwirnkarten die Karten für die erste Rate des diesjährigen
Einmachzuckers
zur Ausgabe.
Fiedberg, den 3. Juni 1918. Der Bürgermeister.
2. D.: Damm.
Zu verkaufen:
1 Schlafzimmer und Eßzimmer,
fast neu. 1 Kaffenfchrank, 1 guterhaltenes Klavier, 1 guterhalt. Eisstzrank, verschiedene Betten u. Schränke. Zu erfrag, in Bad-Nauheim. Schnurstraße (Talysienhof).
Gebe eine Partie
Noggenstroh
ab.
A. Kaiser, Kloppenheim.
Gebrauchter Mmt
zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung."
Ein sehr scharfer, gejher
Boxer,
3 Jahre alt, geflügel- u. kinder- fromm u. sehr folgsam, zu oerk.
.Schmidt, KurL-Sräfrorode.
Simmentaler Bulle
(Herdbuchtier) gekört, 18 Monat, alt, zu verkaufen.
Rudolf Rieh, Heuchelheim, Kr. Büdingen.
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