Ausgabe 
8.6.1918
 
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:'iC üsutsche Industrie, die deutsche Volkswirtschaft würden unermeßlichen Schaden erleiden."

Wir meinen allerdings, daß mit dem Abbau der Zwangswirffckaft bereits während der Kriegszeit begonnen werden muß: je eher, um so besser.

Schädigung der Viehzüchter und der Pottrsernährnng.

Schon wiederholt haben wir darauf hingewiesen, daß eine Verminderung der Schlachtviehabforderung not­wendig erscheint, wenn nicht unser Nindviehbestand in einer die künftige Versorgung des Volkes mit Milch, Butter und Fleisch in Frage stellenden Weise angegriffen werden JofL Wenn zur Aufrechterhaltung der festgesetzten Fleisch­ration während des ganzen Winters und Frühjahrs auch magere Milchkühe abgeschlachtet würden, so be­raubten wir uns einmal der Möglichkeit, diese Kühe durch gute Sommerweide auf das doppelte Fleisch- aewicht zu bringen, zum andern müßte die Milch- und Vutterablieferung eine weitere starke Schmälerung er­fahren. Diese dauernde Nutzung der Milchkühe aber sei für unsere Volksernährung viel bedeutsamer als die einmalige Fleischlieserung von einer geschlachteten mageren Kuh. Alle diese Vorstellungen, das in schlechtem Futterzustande befindliche Vieh zu schonen und zu diesem Zweck die Fleischration beizeiten herabzusetzen, sind nur zu lange erfolglos geblieben. Wie scharf die Eingriffe in unseren Viehbestand bis in das Frühjahr hinein geblieben sind, dafür zeugt u. a. folgende Be­schwerde eines Vertrauensmannes aus dem Königreich Sachsen.

Diesem wurde Ende Dezember von der Vieh- Abforderungskommission gesagt, er brauche nur noch ein Schlachttier abliesern, dann habe er seiner Pflicht ge­nügt. Diesem Verlangen wurde entsprochen. Äm 9. April aber erschienen zwei Mitglieder der Kom- misfion und stellten eine ganz andere Rechnung auf. Es müßlen im ganzen 55 Prozent des Viehbestandes vom 1. Dezember 1916 als Schlachtvieh abgeliefert werden, das wären hier in dem Falle unseres Ver­trauensmannes 80 Zentner. Abgeliefert hätte er aber nur 44 Zentner, und er wäre also mit 36 Zentner im Rückstand. Gezwungenermaßen mußte zunächst der Zuchtbulle (der bei einem Bestände von 12 Kühen und Kalben und 5 Jungtieren bis zu 15 Monat doch eigentlich auch gebraucht wird) und eine gute Milchkuh, die im Iayuar gekalbt hatte und doch noch 12 Liter Milch gab, zur Schlachtung abgeliefert werden, Die anderen Kühe und Kalben waren ganz neumelkend oder hochtragend. Mit Recht sagt unser Vertrauens­mann:Nützen nun wohl die etwa 150180 Kilo­gramm Fleisch, die bei der Schlachtung der Milchkuh einmal gewonnen werden, unserer Volksernährung ebenso viel, wie die tägliche Lieferung von 12 Kilo­gramm Milch?"

Hätte man die Kuh auch nur noch drei Monate am Leben gelassen, so hätte sie in dieser Zeit bei guter Erünfutterernährung mindestens noch 1000 Kilogramm Milch und trotzdem dann bei der späteren Schlachtung wesentlich mehr und besseres Fleisch für die Volks­ernährung geliefert, als es jetzt der Fall war.

Ganz unzulänglich ist auch, wie wir ebenfalls schon öfter heroorgehoben haben, die Bezahlung der abge­forderten Schlachttiere, besonders wenn sie eigentlich Nutztüre sind. Diese 12 Liter täglich liefernde Kuh wird als Schlachttier höchstens mit 440 Mk. bewertet, beim Verkauf oder weiterer Benutzung als Milchkuh hätte sie einen um das Zwei- bis Dreifache höheren Wert gehabt. So wird der Viehzüchter ebenso schwer durch Abforrerung gut milchgebender Kühe zu Schlacht­zwecken geschädigt, wie die Volksernährung.

Zur Futtern ot.

Eine Weg, die Futternot zu lindern, zeigt der Kriegs­ausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette in seinem heutigen Inserat.

Die Vorteile des Oelsaatenanbaues für die Betriebs, technik sind bekannt. Der Winterölfruchtanbau war vor Einführung des Zuckerrübenbaues dre höchste Jntensitäts- stuse der Ackernutzung. Soweit der Rübenbau aus Mangel an Arbeits- nd Gespannkräften, sowie an käuflichen Dünge- Mitteln eingeschränkt werden sollte, empfiehlt es sich zunächst wieder zum Oelfruchtanbau zurückzukehren. Durch die Oelfrüchte werden nur Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauer­stoff, die durch die Pflanzen der Atmosphäre entnommen werden, der Wirtschaft entführt, während ihnen durch die Oelkuchen die mineralischen und stickstoffhaltigen Nähr­stoffe wieder zurückgegeben 'werden. Tie Oelsaaten für den Anbau kommen jetzt zunächst Winterraps und Winter- rübsen in Betracht sind vorzügliche Vorfrüchte für Win­tergetreide. Die frühe Räumung der Felder ermöglicht eine rechtzeitige Merbestellung für die darauf folgenden Halm­früchte. Frühe Aussaat und frühe Ernte führen eine über­aus günstige Arbeitsverteilung für landwirtschaftliche Be­triebe herbei, die gerade unter den Wirtschaftsschwierig­keiten der Kriegszeit sehr beachtenswert ist.

Zu diesen Vorteilen treten die Erleichterungen, die den Anbauern von Oelsaaten auf Antrag des Kriegsausschusses für Oele und Fette behördlicherseits gewährt werden: die Möglichkeit zur Herstellung oder zum Bezüge von Oel zur Versorgung der eigenen Hauswirtschaft, die Lieferung von Stickstoffdünger (Ammoniak) und, worauf unsere Landwirte besonders hingewiesen seien, der gesetzliche Anspruch auf Rückgabe von 40 Kg. Oelkuchen für je 100 Kg. abgelieferte Winterölsaaten. t

Es sollte sich daher jeder Landwirt die Frage vorlegen, ob er sich nicht diese Vorteile sickern und dadurch gleichzeitig zur Schaffung der für die Kriegsführung und die Volks­ernährung dringend notwendigen Oele und Fette beitraaen will.

Ans der Heimat.

Zum Vesten der Ludendorff-Spende findet am kom­menden Montag, den 10. d. Mts., abends 8 Uhr, im Saalbau dahier eine künstlerische Veranstaltung statt. Herr Direktor Breiholz, welcher laut uns vorliegenden Kritiken in Marburg Siegen, Fulda usw. anläßlich seiner Gasffpiele daselbst, in­folge trefflicher Leistungen, vollste Anerkennung fand, wird für diesen Tag sein Unternehmen in den Dienst der guten Sache stellen. Der Gesamtertrag wird der hiesigen Luden­dorff-Spende zufließen. Es Ware erfreulich wenn durch zahlreichen Besuch aus Stadt und Land ein recht gutes Er­gebnis erzielt würde.

Handwerkerberatungsstelle des Bezirksverbandcs der Gewerbevereine des Kreises Fricdberg. In der am 13. Mat ds. Js. stattgefundcnen Ausschußsitzung des Bezirksvec- bandes der Gewerbevereine des Kreises Friedberg, an der außer den Ausschußmitgliedern der Gewerbevereine die Der- treter sämtlicher Innungen und Vereinigungen des selb­ständigen Handwerks des Kreises Friedberg teilnahmen, wurde die Einrichtung einer Beratungsstelle endgültig be­schlossen. Zum Vertrauensmann wurde der Schulleiter der Gewerbeschule zu Friedberg, Großh. Hauptlehrer Dipl.- Ing. Schneidt einstimmig gewählt. Die Beratungsstelle, die den Mitgliedern der obengenannten Vereine kostenlos zirr Verffigung steht, will den selbständigen Gewerbe­treibenden, insbesondere den alleinstehenden Handwerker- ^srauen,- in allen Angelegenheiten des gewerblichen Lebens, wie z. B bei Umsatz-, Besitz- und Kriegssteuererklärungen,

bei der Zusamenstellung der Unterlagen für Steuerer» klärungen, bei Reklamationen, Kriegshinte, bliehenGw- Versorgung und sonstigen das Handwerk betreffenden Fragen unterstützend und beratend zur Seite stehen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil der heutigen Nummer die­ses Blattes zu ersehen.

sc. Langenselbold (Kreis Hanau), 7. Juni. Die Ver­pachtung der Gemeindewiesen hat rund 75 00Q Mark er­geben oder 2500 Mark mehr als im vorigen Jahre.

FC. Aus dem Untcrtaunus, 8. Juni. Dem hiesigen Kreise ist aufgegeben worden, nunmehr 79 Rinder, 70 Käl­ber, 10 Schafe und 25 Schweine aufzubringen. Diese Um­lage ist höher als die früheren und muß von den Landwirten unter allen Umständen, wenn nötig, zwangsweise, erfüllt werden. Die Höhe der Umlage bringt es auch mit sich, daß die Milchkühe nicht immer zu schonen sind.

& Evangelische Gemeinde.

2. Sonntag nach Trinitatis, 9. Juni 1918.

Gottesdien st in der Stadtkirche.

Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger,

Abends SV 4 Uhr: Herr Kandidat Petri.

Gottesdienst in der Burgkirche.

Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Ritter.

Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre für die weibliche Jugend. Herr Pfarrer Ritter.

Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach

2. Sonntag nach Trinitatis, 9. Juni 1918.

10 Uhr: Gottesdienst. Anschließend Katechismuslehre für die Mädchen.

»

Katholische Gemeinde.

Sonntag, den 9. Juni 1918. 3. Sonntag nack Pfingsten.

Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntag früh von 6 Uhr an.

%7 Uhr Frühmesse.

8 Uhr Militärgottesdienst (Singmesse mit Predigt)'. Gemeinsame hl. Kommunion der Jünglinge und Frauen.

%10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt und Weihe an das Herz-Jesu.

Nachmittags 2% Uhr Herz-Mariä-Bruderschafts-An- dacht mit Segen, danach Versammlung des Hl. Ordens.

Abends Uhr: Aloisius-Andacht.

Während der Woche um %7 und 7 Uhr hl. Messe.

Mittwochs um 7 Uhr hl. Messe in der St. Georgs­kapelle.

Freitag, abends 8 Uhr: Kriegs^Andacht.

Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Borromäus-Bücherei.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto- Hirsch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: P. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Mgeszeitung", A- G.. Friedberg i H

Wdgener&Schlötel

Frankfurt a.M., Goethestr. 9 u. 11

v Trau erkl ei düng .

Mantel, Jackenkleider, Blusen, Röcke

la Drösser Auswahl. Anfertigung nacb Maes.

Kelranntmachnng.

Am Montag, den 18. ds. Mts., gelangen die

Vezugslarten für Nähgarn

in folgender Weife zur Ausgabe:

Bezirk I.

Altes Postgebäude I. Stock.

Nr. 1-200 von 89 Uhr,

201400 910

401 B, 0 10-11

.. 601-750 11-12

751 u.höher 121

Bezirk HI.

Schule in Fauerbach.

Bezirk H.

Museumsgebäude, Haagstr. 16.

Nr. 1-200 von 89 Uhr,

. 201-350 910

.. 351-500 .. 10-11 ,.

501 u. höher 1112

Bezirk SI a.

Altes Postgebäude I. Stock.

Nr.

von

646800 801-950

9511100 1101-1250 1251 u. höher

8 9 Uhr,

9 10 .. 10-11 11 - 12 ,, - 12-1 ..

Nr. 1150 von 89 Uhr,

151 u. höher .. 910

An jede Haushaltung wird eine Karte abgegeben, auf die durch die l iesigcn Kurzwarenhändler eine Rolle Zwirn von 200 m zum Preiie von 33 Prg. verabfolgt wird. Euizelftehende Personen ohne eigener: Hausstand können nicht berücksichtigt werden. Um einen Aus leich zwischen kleineren unb größeren Haushaltungen zu schaffen, ist vorgesehen, bei» der nächsten Verteilung an kleine Haus­haltungen nichts abzugeben und die auf diese Wesse erzielte Er­sparnis den größeren Familien zukommen zu lassen.

Die Verarbeiter von Vaumwollckähfäden (Schneider, Schneide­rinnen usw.) erhalten die Karlen für das für ihr Gewerbe erforder­liche Garn am Dienstag, den 11. d. Mts, auf Zimmer Nr. 9 des Stadthauses. Dis Lebensmittelkarte ist als Ausweis vorzulegen.

Friedberg, den 3. Juni 1918.

Der Bürgermeister.

I. V.: Damm.

8 chn fflclill«|cit,

Euch als Hafeikasten zu benutzen, mit 4 Cefächern, sofort zu ver- rausen. Zu erfragen in der Ee- tchastsstclle derNeuen Tages- Heitung."

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(Cormick) unp ein Ticffchnitt« batten zu verkaufen.

Karl Bickel. Ilbenstadt.

Bekanntmachung.

Nächsten Dienstag, den 11. Juni, verteilen wirstnder alten Post

frische Land-Eier.

Zeiteinteilung wie bei der Vutterverteilung.

Es werden abgegeben:

Auf Eierkarte gelb, Marke 27, 1 Ei zu SO Pfg., auf abgestempelte rote Eierkarten. Marke 28. 1 El zu 30 Pfg. und gegen Vorlage der kreisamtlichen Bescheinigungen auf aogestempelte rote Eier­karten, Marke 30, 1 Ei zu 30 Pfg.

Die Eierkarten^ind mit vorzulegen. Nicht abgestempelte rote Eierkarlen sind ungültig. Eierka ten ohne die betreffenden Marken verechiigen nicht zum Bezug: einzeln abgetrenme Marken sind wertlos.

Friedberg, den 7. Juni 1913.

Der stellvertretende Bürgermeister. \

(Stadt. Lebensmittel-Ausschuß)

I. A: Langsdorf.

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nirgends besser, nirgends billiger wie bei

i v) d o IS I6e eil sie i h,

Am alt.Wam-. ffVieilberp i. II. Scholstr. 1s.

Telefon Nr. IAO.

Größtes Kager am Platze!

Kekanntmachnng

Am Montag, den 10. d. Mts. gelangen gleichzeitig mit den Zwirnkarten die Karten für die erste Rate des diesjährigen

Einmachzuckers

zur Ausgabe.

Fiedberg, den 3. Juni 1918. Der Bürgermeister.

2. D.: Damm.

Zu verkaufen:

1 Schlafzimmer und Eßzimmer,

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