Nummer 127
Montag, den 3. Juni 1918
11. Jahrgang.
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Der Dordteil von ChatsaA-Schierry genommen. — Franrösijche Gegensätze gemorfen. — KranzSstsch- amerikanische Lager von gemaltiger Ausdehnung in unserer Hand. — Seit 2!. März über 175000
Gefangene und über 2000 Geschütze. — 20 000 Tonnen versenkt.
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Der deutsche Generalstak
meldet: -—— g
W. T. K. Großes Konpiquarliev, den
1. Juni. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz. " J 7
Heeresgruppe Kronprinz Rupprechi.
Vielfach auslebender Artilleriekampf. Oertliche Angriffe Kes Feindes südlich Apern scheiterten.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südlich der Oise südwestlich von Chauny warfen dre Gruppen der Generale Hoffmann und v. Francois den Feind Mrs starken Stellungen bei Cuts und südlich von Bleran- court. Auf dem Nordufer der Aisne stießen wir in heftigen Teilkämpfen bis Noiwron-Fontenoy vor.
Verzweifelte Gegenangriffe führte der Franzose mit frischen, auf Bahn und Kraftwagen heran gebrachten Divisionen gegen unsere über die Straße Soissons-Hartennes dordringenden Truppen. Am Abend waren die erbitterten Kämpfe zu unseren Gunsten entschieden. Dem weichenden Feinde stießen wir bis auf die Höhen östlich von Chaudun- Bierzy-Blanzy nach.
Beiderseits des Ourcq-Flusses haben wir dre Straße Soissons-Chateau-Thierry überschritten imb erreichten, immer wieder aufs neue feindlichen Widerstand brechend die Höhen von Neuilly nördlich von Chateau-Thierry.
Zwischen Chateau-Thierry und östlich von Dormans stehen wir an der Marne.
Von der Marne bis westlich von Reims gewannen wir lm Angriff die Linie Werneuil—Olizy—Sarcy—Champigny
Die gestrigen Kämpfe brachten von neuem mehrere Tausend Gefangene und reiche Beute ein.
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Fn den beiden letzten Tagen schossen wrr 36 feindliche Flugzeuge *6. Leutnant Menkoff errang seinen 28., Leutnant Pütter seinen 26. und Leutnant Kroll seinen 24. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Abrndkerlcht.
Berlin, 1. Ami, abends. (WTB. Amtlich^ Nn 8er Front von Noyon bis Chateau Thierry gsvannen wir kämpfend Boden.
W. T. Großes Hauptquartier» deu 2. Juni. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz RuppreHt.
Artilleriekämpfe an vielen Stellen der Front. Englische Teilangriffe südlich der Lys und nördlich von Albert scheiterten 'jrcter schweren Verlusten.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südöstlich von Noyon drängten wir den Feind trotz heftigen Widerstandes auf den Wald von Carlepont und von Montagen zurück. Wir nahmen die Hohen östlich von Moulin-sous-Touvent und stark verdrahtete feindliche Linien westlich von Nouvron.
Im Angriff beiderseits des Ourca-Flusses warfen wir den Feind über den Savieres-Abschnitt zurück und eroberten die Höhen von Passy und Couchamp.
An der Marne ist die Lage unverändert. Der auf dem Nordufer des Flusses gelegene Teil von Chateau-Thierry wurde vom Feinde gesäubert. Nordöstlich von Verneuil und beiderseits der Ardre heftige Gegenangriffe der Franzosen. Unter blutigen Verlusten wurde der Feind zurückgeschlagen. Oestlich von Reims drangen wir in örtlichem Vorstoß in französische Gräben bei St. Leonard ein und nahmen die Besatzung des vorübergehend von uns besetzten Forts Pompelle gefangen.
Französisch-amerikanische Lager von gewaltiger Ausdehnung fielen bei Före-en-Pardenois m unsere Hand. Weit über eine halbe Million Schack Artillerie, unermeßliche
Bestände an Pionier- und Fernsprechgerät, mehr als 1000 Fahrzeuge wurden hier erbeutet.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin, 2. Juni, abends. (WB. Amtlich.) An der Angriffsfront neue Fortschritte.
Der österreichische Generalstav — meldet: -
Wien, 1. Juni. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Keine besnderen Ereignisse.
Der Chef des Generalstabes.
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Wien, 2. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der Gebirgsfront lebte der Artilleriekampf an vielen Stellen wieder auf. Im Mündungsgebiet der Piave wurde heute um Mitternacht ein italienischer Vorstoß durch Feuer ab gewiesen.
f J i Der Chef des GeneralstabeS.
Der bulgarische Gencralstak fe= = meldet: -— -
Sofia, 30. Mai. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: In der Moglena-Gegend und
östlich davon bis zum Dojransee war die Kampftätigkeit besonders rege. Nördlich des Dobropolje versuchten nach Artillerievorbereitung feindliche Jnfanterieabteilungen in unsere Stellungen einzudringen, wurden jedoch durch Gegen- angrisfe nd im Kampfe Mann gegen Mann zum Teil auf- gerieben, zum Teil versprengt. Im Abschnitte südlich der Stadt Hirma bis zum Wardar griffen nach heftiger Artillerievorbereitung von 10 Tagen, die am letzten Tage besondere Heftigkeit erreichte, mehrere Divisionen, verstärkt durch eine grieckiische Division der königlichen Armee und durch ine französische Division, unter dem Schutze der Nacht und nebligen Wetters unsere Stellungen an. Ihr Hauptstoß fand südlich von Huma statt, wobei es ihnen gelang, in einzelne Abschnitte unserer Gräben einzudringen. Während des ganzen Tages dauerte der Kampf mit unverminderter Heftigkeit fort. Auf dem Ostufer des Wardar und 'üdlich von Dojran beiderseits verstärkte feindliche Artillerietätigkeit. Westlich des Wardar wurde ein feindliches Flugzeug im Kampfe abgeschossen.
20000 Tonnen versenkt.
Berlin, 31. Mai. (WTB. Amtlich.) Neue Erfolge unserer U-Boote im Mittelmeer: 6 Dampfer und 9 Segler
von zusammen rund
20,000 Bruttoregistertonnen.
Ein voll besetzter Truppentransporter von etwa 6000 Brutto registertonnen wurde aus einem gesicherten Geleitzug herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Ein amerikanischer Truppeniransport- dampfer versenkt.
Haag, 1. Juni. Reuter meldet aus Washington: Ad- miral Sims teilt mit, daß das Lruppentransportschiff „Präsident Lincoln" auf seiner Rückkehr nach den Vereinigten Staaten torpediert wurde und sank. Nähere Einzelheiten sind nicht bekannt.
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Kopenhagen, 2. Juni. (WB.) DoS Ministerium des Auswärtigen meldet: Die dänische Bark „Souvenir" ist in der Nordsee versenkt worden. Die Besatzung wurde in Queenstown gelandet. DaS dänische Motorschiff „Dronning
Margarete" ist in der Nordsee versenkt, die Besamung tt* Leith gelandet worden.
Bern, 2. Juni. (WB.) „Le Journal" meldet ans Melilla: Der spanische Dampfer „Mariapie" wurde in der Nacht zum 26. Mai von einem deutschen U-Boot 14 Meilen von der Insel Chaffarinas angegriffen. Das U-Boot gad zwei Schüsse ab und als der Dampfer nicht stoppte, einen dritten, wodurch der Kapitän und ein Heizer getötet wurden. Eine Frau wurde verwundet. Unter den 190 an Bord befindlichen Mauren sei eine Panik ausgebrochen. Sie wollten sich vor den 24 spanischen Passagieren retten. Das Rettungsboot sei umgefchlagen. Das U-Boot sei an der Unglücksstelle eingetroffen, habe bei den Rettungsarbeiten geholfen und nach Melilla wegen Hilfe telegraphiert. Drei Personen werden vermißt.
Die Schlacht im Westen.
Berlin, 1. Juni. (WB.) Am 31. Mai griff der Feind nach kurzer Artillerievorbereitung um 6 Uhr morgens dis deutschen Stellungen südlich Vierstraat dreimal hinter», einander an und wurde jedesmal unter schwersten Verlustei« restlos geworfen. Gefangene blieben in deutscher Hand, in gleichzeitig weiter nördlich einsetzender feindlicher Angriff kam im deutschen Vernichtungsfeuer nicht zur Entwicklung. Auch weiter südlich vom Nieppewalde bis Lens hielt tagsüber kräftiges feindliches Feuer an. Desgleichen sckiwoll das Feuer in der Gegend von Arras und Albert vorübergehend zu großer Heftigkeit an.
Die deutschen Bombenflieger setzten bei Eteples ein großes Lager in Brand. In Cassel wurden drei Brände und weiter südlich eine ungeheure Feuersbrunst beobachtet.
Die Kämpfe am 31. Mai.
Berlin, 1. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Auch dee 31. Mai. der fünfte Tag der großen Schlacht an der Aisnh. brachte den deutschen angreifenden Truppen neue Erfolge. Südlich der Oise sind sie im weiteren Vordringen, einzelne feindliche Gegenangriffe wurden blutig abgewiesen. Desgleichen hatte der Gegner, der aus seinen Stellungen bei Cuts und südlich Bloracourt geworfen wurde, schwere Ver* lüste. Bei Solens sind in den vorhergehenden Kämpfen wiederum drei schwere Geschütze erbeutet.
Südlich Soissons warf der Feind mehrere Divisionen mit Unterstützung von zahlreichen Tanks zu einem starken Gegenangriff vor. Er wurde äußerst blutig abgewiesem Unsere Angriffe wurden sofort weiter vorgetragen. Bei dieser Gelegenheit machten wir über 2000 Gefangene. Auch die Versuche, die der Feind weiter südlich machte, um den deutschen Vormarsch aufzuhalten, hatten keinen Erfolg, obwohl der Gegner hier mehrere Tankgeschwader und Schlacht- staffeln den Deutschen entgegenwarf. Eine große Anzahl der Tanks wurden vernichtet
Besonders ist wichtig die Eroberung der Höhe von Neuilly St. Front.
Der Bahnhof Compiögne lag unter wirksamem beut* scheu Feuer.
Planmäßige Beschießung von Soissons.
Berlin, 1. Juni. (WB.) Soissons wird seit dem 30 nachmittags von den Franzosen planmäßig beschossen. Ge« waltige Brände lodern allseits in der Stadt auf. Nicht dir Vorstädte oder Ausgänge beschießt der Feind, er legt viel- mehr sein Feuer in das Zentrum der Stadt. Die Zivilbevölkerung ist bis auf wenige alte Leute fortgeschaffl. Der Widerstand des Feindes war zwei Tage lang besonders hartnäckig, weil er sich hier in den alten Stellungen bei Soissons nachdrücklich verteidigen konnte. Seit gestern hat er eilig Artillerie herangeschafft.- Die Stadt wird nicht nur durch Artillerie zerstört, sondern starke Bombengeschwader werfen den ganzen Tag über aus beträchtlicher Höhe Vom* ben auf Soillons. Heute hat der Angriff nach Westei« Boden gewonnen. In den Vorstädten und in den umliegenden Fermen sind die Einwohner verblieben, sie verkaufen ihre Vorräte an die deutschen Truppen. Es wird nicht lange dauern und Soissons wird dasselbe Schicksal erleiden wir seine Schwesterstädte Ouentin, Noyon und die unzähligen anderen.


