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wendungszett lm vergangenen Winter fn Algier. Sie wor­den dort zur Aushebung von Ambern verwendet, und da» geschah auf folgende Weise: Sie umzingelten die Zelte der schlafenden Araber, überfielen sie und lieferten sie an die Franzosen ab. die sie in ihre Depots fortschafften. So ge­winnt man Kämpfer für die Kultur! Der Sinn deS Krie­ges wird von diesen Farbigen nicht verstanden. Sie können Deutsche, Franzosen undEngländer kaum nach dem Aussehen unterscheiden, geschweige denn begrifflich. Das, was sie wissen, ist, daß sie selbst mit Gewalt unter Anwendung von Gandschellen ausgehoben worden sind.

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Neue Kumpfe bei Morrjdidler und au der Mlms.

Karlsruhe, 31. Mai. TerZürcher Anzeiger" meldet: Nach französischen Meldungen leben die Kämpfe bei Mont­didier, an der Maas und in Lothringen merklich auf. Dies müsse ebenso im Augen behalten werden, wie die seltsame Sülle in der benachbarten Champagne, da gerade diese zu einem überraschend großen Durchbruch, wie er jetzt an der Aisne erfolgte, günsüge Vorbedingungen bietet.

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Da tJolihotmitcne MiwMnIirlich der feindlichen Uerteidignng.

Oberst Cgly schreibt in benBasler Nachrichten" über den deutschen Sieg:

Die . Schnelligkeit, mit der die deutschen Angriffs­truppen die Höhen überrannten, grenze ans Wunderbare. Die deutschen Sturmtruppen seien sozusagen mit den weichenden Franzosen und Engländern an der Aisne ange- langt und hätten das Hindernis in wenigen Stunden über­wunden, was ein sicheres Zeichen für den vollkommenen Zu­sammenbruch der Verteidigung sei. Das deutsche Vor­dringen stelle eine Leistung dar, wie sie in diesem Kriege noch nicht, auch nicht bei der italienischen Niederlage am Isonzo, erreicht worden sei. Die heutige Lage lasse sich von den Alliierten nickt mit kleinen Mitteln verbessern: Dazu brauche es den einheitlichen Einsatz starker Kräfte, was ohne neuen Aufmarsch nickt zu macken sei. Jetzt räche sich die durch die geringe Widerstandskraft der Engländer verur­sachte Verzettelung der Reservearmee Fochs.

Crnenter Luftangriff auf Paris.

Paris, 30. Mai. (WB. Amtlich.) Havas. Am Mitt­woch abend zeigte der Feind eine große Lufttätigkeit und warf Bomben auf verschiedene Ortschaften hinter der Front ab. Einige Flieger wurden nach Paris fliegend gemeldet. Der Alarm wurde um 11 Uhr gegeben und durch die in Tätigkeit gesetzten Verteidigungsmittel hat kein feindliches Flugzeug das heftige Artilleriesperrfeuer überflogen. Das Innere von Paris ist nicht überftogen worden. Einige Bomben wurden auf die Bannmeile geworfen. Ein feind­licher ^ Flieger, der von den Schüssen der Verteidigungs­batterien ereicht wurde, wurde brennend abgeschossen. Um 12 Uhr 34 war der Alarm beendet.

Fliegerangriff auf Karlsruhe.

Karlsruhe, 31. Mai. Amttich wird gemeldet: Heute vormittag um 9 Uhr griffen etwa zehn feindliche Flugzeuge die offene Stadt Karlsruhe an. Sie warfen dabei mehrere Bomben, wodurch 4 Personen getötet und 6 nicht unerheblich verletzt wurden. Außerdem erlitt noch eine Anzahl von Pei> sonen ganz leichte Verletzungen. Auch wurde einiger Häuser- und Materialschaden angerichtet. Zwei feindliche Flieger wurden abgeschossen.

Summarisches Verfahren".

Berlin, 29. Mai. (WB.) Wehrmann Conrad Heinze von der 4 Komp., Res.-Jnf.-Regt. 91 sagte am 14. April 1918 unter Eid aus: In der Nacht zum 25. März 1918 geriet ich etwa 6 Km. von Courcelles südlich von Arras bei einem Sturm auf die englischen Gräben mit einern Kameraden meiner Kompagnie nnverwundet in englische Gefangen- schaft. Wir wurden gleick hinter den zurückflutenden Eng­ländern abgeschnitten. Man nahm uns mit zurück bis zur, werten Linie, wo mich ein englischer Offizier in gebrochenem Deutsch nach der Stärke unserer Infanterie, der Zahl der eingesetzten Divisionen und unseren Artilleriestellungen Misfragte. Ich antwortete, ich sei erst vor kurzem in diesen ^tellungsabschnitt gekominen und könne die Fragen daher nicht beantworten. Man nahm uns hierauf die Mützen ab und entfernte die Schulterklappen durch Abschneiden, und der Offizier richtete, während wir an der Erde lagen, ein Maschinengewehr auf uns. Er gab den englischen Mann- schäften Befehle, die ich nicht verstand. Aus seinen Be­wegungen jedoch ersah ich, daß die Leute an das Maschinen­gewehr herantreten sollten. Sie schienen sich jedoch zu weigern. Darauf ging der englische Offizier selbst an das Maschinengewehr und erschoß zuerst durch zwei Kopfschüsse memen Kameraden, dann gab er drei Schüsse auf mich ab. ^ch erhielt einen Streifschuß in den Nacken und einen Durchschuß durch die linke und einen Schuß durch die rechte JSange, worauf ich mich tot stellte. Nach einiger Zeit ent­fernten sich die Engländer und ließen mich liegen. Unge­fähr eine Stunde spater kam eine englische Sanitäts- Patrouille, die den Tod meines Kameraden feststellte mit den Worten :Kamerad kaputt", mich selbst aber mit meinem eigenen Verbandspäckchen verband und auf einer Trage nach Courcelles in einen Schuppen brachte. Nach einund- klnhalü Tagen wurde ich bei einem deutschen Angriff auS

der Gefangenschaft befreit. Seiber ist diese furchtbare Tak tieffter Verrohung kein Einzelfall, sie ist ganz im Geiste nicht in der Aufregung deS Kampfes, sondern mit kühler Ruhe und Ueberlegung geschriebener englischer Befehle. So fand sich in einem erbeuteten Angriffsbefehl gegen den Aveluy-Wald vom Oberstleutnant W. Parkinson. Komman­deur der 15. Welcher Bngade, 38. Division, dattert vom 8. 6. 18 folgender bezeichnender Satz:Mit den Gefangenen die Papiere oder Karten wegzuwerfen oder zu vernichten suchen, ist summarisch zu Verfahren." Was unter diesem summarischen Verfahren" zu verstehen ist, zeigt die obige Aussage mit schrecklicher Deutlichkeit.

Der Gefangene,r-Anstanlch.

Berlin, 28. Mai. (WB. Amtlich.) Die durch das neueste deutsch-französische Abkommen vereinbarte teilweise Räu­mung der Schweiz von den zurzeit dort Internierten sollte am 22. ds. Mts. beginnen und wird bis etwa Mitte Juni dauern. Unmittelbar daran anschließend soll die In- ternierung der Offiziere in der Schweiz und der Austausch der unter das Abkommen fallenden Unteroffiziere und Mannschaften beginnen. Bei den bestehenden Transport- schwierigkeiten die in Deutschland wie auch in der Schweiz und in Frankreich vorliegen, muß damit gerechnet werden, daß die Durchführung des großen Austausches längere Zeit in Anspruch nehmen wird.

Haag, 29. Mai. (WB.) Korrespondenz-Bureau. So­wohl die englische wie die deutsche Regierung haben gegen­über der holländischen Regierung sich bereit erklärt, in kurzem Vertreter zur Besprechung der Kriegsgefangenen- angelegenheiten nach dem Haag zu schicken. Die zu be- sprechenden Punkte werden noch zwischen dem Haag und den beiden Negierungen erwogen.

Gin Munitionslager explodiert.

Bukarest, 31. Mai, (WTB. Nichtamtlich.) Ein von den russischen Truppen bei Nicolna in der Nähe von Jassy ein- gerichtetes Munitionslager ist in die Luft geflogen. Die Explosion war so furchtbar, daß in Jassy die Fensterscheiben zersprangen und die Leute glaubten, daß es sich um ein Erdbeben handle. Tie Explosion wurde durch Zersetzung des Pulvers, das von schlechter Beschaffenheit war, verursacht. Die Zahl der Toten bettägt 49, der Verwundeten 68. Generalfeldmarschall v. Mackensen sandte an den Minister- Präsidenten Marghiloman, der zurzeit in Jassy weilte, ein Beileidstelegramm.

Das bayrische Königgpaar in Wien.

Wieu, 31. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der König und die Königin von Bayern sind heute vormittag in Schloß Laxenburg eingetroffen, um dem Kaiser Karl und der Kaiserin Zita einen Gegenbesuch abzustatten. Sie wurden im Bahnhof vom Kaiserpaar empfangen.

Spanien.

Eine rätselhafte Epidemie.

Eine grippeartige Epidemie in Spanien entwickelt sich, wie aus Madrid gemeldet wird, mit unglaublicher Schnellig- keit weiter und hat sogar auf die kanarischen Inseln über- gegriffen. In Madrid verzeichnet man über 120 000 Fälle. Die meisten Familien zählen ein bis zwei Kranke. Mehrere Personen sind bereits gestorben. Der König hütet noch das Bett, auch der Ministerpräsident Maura und die Minister Dato und Aldo sind noch erkrankt. Die Kammerdebatte über die revolutionären Ereignisse im August 1917 muß des­halb wahrscheinlich verschoben werden. Die Krankheit hat selbst auf die Tiere übergegrissen. So sind in dem Bürger- garderegiment von Madrid alle Pferde davon bettoffen worden. In Cartagena sind mehrere Matrosen sowie zwei Leute von der Mannsck)aft des dort internierten deutschen U-Bootes"0 39" erkrankt. Die Aerzte erklären, daß die Krankheit durch einen Bazillus katarrhalischen Typs hervor­gebracht werde. Die Erkrankungen sind so zahlreich daß die Apotheker gezwungen worden sind, den Preis der Heilmittel zu erhöhen. Nur des Scherzes halber sei erwähnt, daß die ttanzösi scheu Blätter es fertig bringen, sogar diese Epidemie den bösen Deutschen zur Last zu legen: ^Sie melden, man glaube, daß die Krankheit von Mikroben komme, die durch die deutschen U-Boote hereingeschleppt worden seien!

8 Million"n Menschen erkrankt.

Berlin, 31. Mai. DieV.. am Montag meldet aus o Ä d?6ch einer Havasmeldung sind bisher etwa 8 Millionen Menschen in Spanien an der Epidemie erkrankt. Der König ist noch bettlägerig.

Gefrcht pldjfn TJ--|rfii|fr und Msbrieigichiff

Wie in dem Bericht des Admiralstabes vom 8. Mai ge­meldet wurde, hat ein aus dem Sperrgebiet um die Azoren zurückgekehrter U-Kreuzer unter dem Befehl des Korvetten- kapitäns E ck e l m a n n 9 wertvolle Dampfer und 7 Segler, ferner das italienische HilfskriegsschiftSterope" von 9500 Tonnen versenkt und 45 Tonnen Messing, sowie 2 erbeutete Geschütze mit in die Heimat gebrack-t. Unter den versenkten Schiffen war die italienische Flagge mit vier beladenen Dampfern und dem genannten Hilfskriegsschift vertreten. Die Schifte des einstigen Bundesgenossen setzten sich gegen den U-Kreuzer kräfüg zur Wehr. Besonders zähe war die Gegenwirkung des HilfskriegsschiffesSterope", dessen Ge- schütze an Zahl der Bewaffnung de» Untersee-Kreuzers nicht unbeträchtlich überlege» waren.

Der Dampfer war am Morgen des 7. April außerhalb de» Azoren-Sperrgebietes gesichtet worden. Da er einen harmlosen Eindruck machte und keine Bewaffnung bei ihm auszumachen war, feuerte der U-Kreuzer auf 3000 Meter Entfernung zwer WarnungssckMe ab. Sofort drehte der Parallelkurs und eröftnete aus 4 Geschützen das Arttllenegefecht. das von dem U-Kreuzer durch Schnell­feuer erwidert wurde. Die Wirkung des ruhigen, gutge- zielten deuftchen Geschützfeuers machte sich bald auf dem Italiener bemerkbar. Er suchte unter unregelmäßigen Schlangenkursen zu entkommen und führte ein Rückzugs- gefE wobei er seine Maschine zu höchster Leistung an- spannte und dadurch vorübergehend eine Geschwindigkeit erzielte, die der des U-Kreuzers überlegen war. Nachdem ^>s Gefecht beinahe eine Stunde gedauert hatte und eine Neihe von Treffern ans dem Italiener beobachtet war, mutzte dieser stoppen. Die Entfernung, die sich inzwischen chon auf über 10 000 Meter vergrößert hatte, nahm nun schnell ab. 10 Minuten spater stellte der Dampfer sein Jener ein und hißte weiß« Flaggen alz Zeichen seinem Willens zur Uebergabe. Die Besatzung verließ in 13 Booten das beschädigte Schiff, und der U-Kreuzer ging zwecks näherer Feststellungen an sie heran. Das nieder­gekämpfte Schiff wurde als der italienische Transport- kreuzerSterope" festgestellt, mit vier 7,5-Zentimeter- Sckncllodegeschützen und einer 3,7-Zentimeter-Maschinen- ranone bewaffnet war. . Der Kommandant, ein Fregatten-- kapitän, und zwei Offiziere waren nebst einigen Leuten ge­fallen,^ ungefähr ein Dutzend Mann verwundet. Da die Leute ihr Schiff nach Setzung der weißen Flagge in größt-r Hast verlassen hatten, waren sie teilweise nur sehr spärlich bekleidet. Ebenso waren die Boote nur mangelhaft mit Zrovrant ausgerüstet. Deshalb wurde den Schiffbrüchigen Gelegenheit gegeben, sich mit Zeug und Proviant zu ver- sehen, worauf die Boote entlassen wurden. Von den Ge- schützen wurden zwei geborgen und an Bord des U°Kreuzers gesckxrfft, das Hilfskriegsscksift später versenkt.

Was bei diesem Gefecht besonders in die Augen fällt rst die Tatsache, daß hier ein artilleristisch nicht unbeträcht­lich überlegener, nur mit Kriegsmaunschaften besetzter ita- ttemscher Gegner die weiße Flagge setzte und sich damit dem U-Kreuzer ubergab. Der geschickten Führung des U- Kreuzers und der Zähigkeit der Besatzung ist ein schöner Erfolg beschieden gewesen.

Wie lange noch?

Während unser Volk in Waffen im Felde draußen die hehrsten Heldentaten vollbringt, die unauslöschlick in der Geschichte prangen werden, gestalten sich unsere Verhältnisse rm Innern immer ttüber. Verweht ist die Begeisterung, mrt der einst 1914 alle Schichten des Volkes durchdrungen waren und zurückgeblieben ist die schnödeste Selbstsucht, der Dienst des Mammons und Enrichez vons! Bereichert eiirf)! ist die Parole weiter Kreise geworden, denen die Er- eignisie an der Front allmählich nur noch Mittel zum Zwecke geworden sind.

Viel Schuld daran trägt unsere Negierung, die es nicht verstanden hat, die Begeisterung wachzuhalten, die vielmehr m der Heranzüchtung von Millionären und dem Zurück­weichen vor den Forderungen des Proletariats das Heil in Deutschland zu erblicken glaubt und die immer mehr die Zügel am Boden schleifen läßt. Wenn in parlamentarisch regierten. Staaten Abgeordnete der Regierungspartei irgend eine amtliche Handlung unternehmen, so hat das noch einen Sinn. 6ei uns aber grenzt es an Wahnsinn, wenn wir sehen müssen, wie sich dieser oder jener parlamentarische Gernegroß Handlungen anmaht, die ihn ganz und gar nichts angehen. In dieses traurige Kapitel gehört vor aller Dingen die bekannte Tättgkeit Erzbergers, der in neutralen Ländern rnit feindlichen Staatsmännern verhandelt hat, in Frankreich steht darauf die Todesstrafe der im Auf­träge allerhöchster Personen zu handeln vorgibt und den Hans Dampf in allen Gassen spielt. Es gehört dazu der Empfang der östlichen GesandtsäMen durch die Naumann und Genossen; ein politischer Wirrkopf dieser Art darf unter anscheinender Genehmigung der Neichöregierung den Staatsmann spielen, der das Schicksal der östlichen Rand- Völker in den Händen hält. Ein Scheidemann geht nach Stockholm, mit der Geste, als ob er den Frieden in der Lasche trüge!

Neuerdings hören war, daß der Vizepräsident des deut­schen Reichstages der Abg. Dr. Paasche nebst Gemahlin in Sofia große Reden hält, sich dort feiern und mit Orden behängen läßt.

Graf Westarp hat in Sachen der Auslandsreisen Erz­bergers im Reichstag die bekannte kleine Anfrage an den Reichskanzler eingebracht. -In diesem Zusammenhänge würde es angebracht sein, bei Wiederzusammenttitt des Reichstags zunächst auch noch die nachstehende Auskunft zu erbitten:

Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß sich der Reichstagsabgeordnete Dr. Paasche zurzeit in Sofia auf­hält, dort auf seine Eigenschaft als Vizepräsident des deutschen Reichstages hin als dessen Vertreter gefeiert wird, politische Reden hält und politische Kundgebungen, die an seine Adresse gerichtet werden, entgegennimmt? Wenn ja, erfolgt die politische Tätigkeit des Herrn Abg. Paasche im Einvernehmen mit dem Herrn Reichskanzler und werden demgemäß die Kosten der Reise des Ge­nannten unmittelbar oder mittelbar aus Reichsmftteln be­stritten? Wenn nein, was gedenkt der Herr Reichskanzler gegen derartige irreführende Einmischung in die Führung der Auslandsgeschäfte des Reichs zu tun?"

Zur Begründung unseres Vorschlag» sei bemerkt, W $etx Dr. Paascke es sich gefalle« lassen mub. seit sei ner .