Ausgabe 
30.5.1918
 
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Wem nie durch We Leid geschah.

Roman von Court Hs.Mahler.

2>) Nachdruck verboten.

Als Christa so weit gekommen war, nahm ihr Herr von Birkenheim die Feder aus der Hand und schrieb unter den Brief:Tein getreuer Heinz."

Christa hatte diesen Brief in einer leichten Verlegenheit

endet. Das Blut war ihr in die Mangen geschossen. Lächelnd sah der alte Herr auf sie herab.

Ter Brief ist Ihnen wohl sauer geworden?" scherzte er.

Sie schlug die Augen lächelnd zu ihm auf.

Ich habe hier nur ein Amt und keine Meinung, Herr von Birkenheim."

Sie müssen schon entschuldigen, daß ich Sie zum Gegenstand dieses Schreibens machte."

Fräulein Hellmut sagte zu Herrn von Birkenheim:'

Ta ist nichts zu entschuldigen. Ich freue mich doch, zu wissen, daß ich Ihnen sympathisch bin und daß Sie wünschen ich möchte recht lange in Ihrem Hause bleiben."

Wünschen Sie das auch?"

Offen und klar ruhten ihre Augen in den seinen.

Ich wünsche, daß es mir gelingt. Sie immer zufrieden zu stellen." erwiderte sie ernst.

, Er sclDüeg eine Weile und sah mit Wohlgefallen in ihr »chönes Geücht. Tann nahm er seine Wanderung durch das Zimmer wieder auf.

Christa faltete den Brief zusammen, um ihn in einen Ilmschlag zu stecken und zu adressieren. Dabei fiel ihr Blick auf den Namen Frankenau. Dieser Name war ihr schon aufgefallen, als sie ihn niederschrieb. Sie dachte an ihren Reisegefährten, der sich ihr alsFrankenau" vorgestellt batte. Sein aristokratisches Aeußere ließ sehr wohl die Deutung zu. daß er ein Herr von Frankenau sei. Sicher 'bte er in dieser Gegend. Ob die Frau von Frankenau, von -er die Rede war, seine Gattin war oder seine Mutter?

Vielleicht doch seine Mutter, denn sie wurde als Freun- Nn des Grafen Steinau und des Herrn von Birkenheim bezeichnet. Von der jungen Gattin des Herrn von Frankenau hätte Herr von Birkenheim wohl nicht so gesprochen.

Während Christa auf ein neues Diktat wartete, fiogen ihre Gedanken eigenwillig davon zu Hans Ullrich von Frankenau. Sie sah im Geiste seine bezwingende, sieghafte Persönlichkeit vor sich, die ihr einen so starken Eindruck ge- macht hvitte, daß er für ihre Herzensruhe gefährlich ge­worden war. Sie zwang sich aber, voll Mißbilligung an ihn

Bekanntmachung

Hierdurch bringe ich nochmals die unter Ziffer 4 der Bekannt­machung des Großh. Kreisamtes Friedberg vom 27. August 1917 an^eordiielen Verdunkelungsmaß- nalmen regen Fliegerangriffe, denen auch trotz wiederholter Auf­forderung durch die Schutzmann- chasl noch nicht überall eniprochen worden ist, mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kennt­nis, daß nunmehr fernere Ver­seilungen hiergegen zur Bestrafung angezeigt werden.

Die Fenster der Räume sämt­licher Gebäude des Stadtgebiets in denen Licht brennt, sind nach Einbruch der Dunkelheit ohne Ausnahme durch Rolläden, dunkle Vorhänge oder dergleichen zu verdunkeln.

Fried berg, den 30. Mai 1918.

Der Bürgermeister

2. V: Dam m.

zu denken. Wenn er eine Braut oder eine Frau hatte, durfte er nicht andere Frauen mit so eroberungslusügen Augen ansehen, wie er sie angesehen hatte.

Aergerlich scbob sie den Gedanken an ihn von sich.

Aber als sie jetzt ihren Blick zum Fenster hinaus schweifen ließ, sah sie gerade, wie ein Reiter auf dem breiten Kiesweg auf das Herrenhaus zuritt.

Ihr Herzschlag stockte einen Augenblick. Sie erkannte in dem Reiter sofort ihren Reisegefährten von gestern.

Da Herr von Birkenheim jetzt begann, einen neuen Brief zu diktteren. hatte sie keine Zeit mehr, auf den Reiter zu achten oder darüber nachzudenken, was ihn wohl hierher geführt hatte.

Sie schrieb, was Herr von Birkenheim ihr diktterte. Aber als gleich darauf die Türe geöffnet wurde, zuckte sie leise zusammen.

Ein Diener erschien.

Freiherr von Frankenau wünscht den gnädigen Herr­schaften seine Aufwartung zu machen," meldete er.

Herr von Birkenheim unterbrach sein Diktat.

Ich lasse bitten," sagte er.

Geicb darauf ttat Hans Ullrich von Frankenau ein. Seine Augen blitzten auf, als er Christa am Sck)reibtisch sitzen sah. Er erkannte sie sofort wieder, und auf seinem Antlitz malte sich ein befremdliches Staunen.

Der Hausherr streckte ihm freudig lächelnd die Hand entgegen.

Willkommen in der Heimat, mein lieber Hans Ullrich. Ich freue mich, Sie gesund und wohl wiederzusehem Ent­schuldigen Sie mich einen Augenblick, gleich stehe ich zu Ihrer Verfügung."

Hans Ullrich erwiderte die Begrüßung herzlich. Herr von Birkenheim wandte sich an Christa, die ihn erwartungs­voll ansah und nicht wußte, ob sie gehen oder bleiben sollte.

Sie können sich jetzt zurückziehen, Fräulein Hellmut. Vor Tisch bedarf ich Ihrer nicht mehr. Gestatten Sie £>err von Frankenau Fräulein Hellmut, meine Sek­retärin."

Damit stellte er die beiden jungen Menschen einander

vor.

Hans Ullrich verneigte sich stumm zu Christa. Er wußte nicht, ob er davon sprechen sollte, daß sie zusammen die Reise von Berlin hierher zurückgelegt hatten. Christa sah ihn so kühl und fremd an und neigte, leicht, so formell das Haupt, als sei sie ihm nie vorher begegnet.

Daraus entnahm er, daß sie nicht wünschte, daß er von f ihrem Zusammentreffen sprach. Außerdem war er noch so !

ganz fassungslos vor Staunen, daß seine stolze, vornehme Reisegefährttn in der Stellung einer Untergebenen in Birkenheim weilte, daß er keine Worte fand.

Christa hatte sich erhoben, verneigte sich leicht vor Len beiden Herren und verließ das Zimmer.

Hans Ullrich sah ihr betreten nach^

Als die beiden Herren allein waren, nötigte der Hans- Herr seinen Gast, Platz zu -nehmen und bot ihm ein Ranch- zeug an.

Wir wollen erst ein Weilchen allein plaudern, ehe ich Sie zu den Damen hinüberführe, Hans Ullrich," sagte von Birkenheim.

Ter junge Freiherr dankte. Er wußte, daß Zigarren« rauch den Augen des alten Herrn schädlich war und vermied es stets, in seiner Gegenwart zu rauchen. Sie plauderten nun eine Weile sehr angeregt miteinander. Hans Ullrich gab seiner Freude Ausdruck, Herrn von Birkenheim frischer, und wohler zu finden, als vor seiner Abreise.

Der alte Herr lächelte. Hans Ullrich war ihm als Lohn seines verstorbenen Freundes lieb und vertraut, und sein Wesen war ihm sehr sympathisch.

,.Ja, ja. Hans Ullrich, ich fühle mich selbst froher und frischer, als lange Zeit. Aber ich glaube, das ist erst seit gestern der Fall, wenigstens ist es mir erst so lange bewußt geworden. Ich bin so froh, daß ich meiner Kusine, der Baronin Haßbach, und meiner Nickte jetzt nicht mehr so lästige Pflichten anferlegen muß. Wie Sie eben sahen, habe ich mir eine junge Dame engagiert, die mir vorlesen, meine Briefe schreiben und mir Gesellschaft leisten soll."

Ich hörte bereits von Mama und Ursula, daß Sie die Absicht hatten, zu diesem Zweck eine Dame zu nehmen und sehe nun, daß es schon gesehen ist." erwiderte Hans Ullrich seine Fassung wiedergewinnend.

-vZa, Fräulein Hellmut hat ihren Posten gestern ange­treten, und ich bin sehr froh, daß sie eine so sympathische Persönlichkeit ist. Graf Steinau hat sie für mich gesucht. Sie glauben nicht, Hans Ullrich, wie ich mich vor diesem Wechsel gefürchtet habe. Jeder neue Mensch in meiner Um­gebung ist mir in der Regel eine Qual. Aber hier war es ganz anders. Die junge Dame löst ein angenehm fried­liches Gefühl in mir aus, und sie ist mir gleich so vertrant, als weilte sie schon seit Jahren in meiner Nähe. Wer auf die Hilfe fremder Personen angewiesen ist. wie ich, und außerdem ein so grilliger, reizbarer Geselle ist, der muß ftoh sein, wenn er eine so sympathische Persönlichkeit in seiner Nähe hat."

Fortsetzung folgt.

Bett. Die Fleischveriorgung für die Stadt Friedberg.

Lelranntmachnng

Hierdurch bringe ich zur öffent­lichen Kenntnis. daß der Verkauf non Rind- und Kalbfleisch sowie Wurst sür diese Woche am Frei- tag. den 31. Mai 1918. nachmit- ta s von 16 Uhr in den sämt­lichen hiesigen Metzgerläden statt- findet.

Schweinefleisch gelangt nicht zur Ai s abe.

Die Verkaufszeit ist genau ein- zuhaUen.

ixriebüerg, den 30. Mai 1918.

Der Bürgermeister.

2. V.: Damm.

Es starben den Heldentod fürs Vaterland auf Frankreichs blutgetränkter Erde un,ere treuen Mitglieder

Hornist

August Lind

Musketier

Heinrich Meß

Der Verein wird ihnen stets ein ehrendes An­denken bewahren.

Ter Vorstailii D. TiirMminlic Mchshmn

Meue Yageszeifüng

Bekanntmachung.

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Bett.: Erhöhung der Preise für Steinkohlenzas und elekttischen Strom.

Gemäß Beschluß der Stadtverordmten-Bersammlung in der Atzung vom 11. April 1'18 wurden siix die Abgabe von Steinkohlen­aas und elektrilchem Strom aus den städtsichen Lichtwerken mit Witkung vom

1. April 1918

nachstehende Preise festgesetzt:

1. Eln cbm Stein.ohlengas für Leucht- und Koch'wecke --25 Pfg.

2. Ein cbm Steinkohlengas für Krasizw.'cke 16 Pfg.

3. Ein cbmSleinkohlengas be;og. d rch Mün-gasmesser -^22 Pfg

4. Eine KW-SiÖ. eiektr. Strom für Leuchtzwecke -- 48 Psg. Friedberq, den 29. Mai 1918.

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