11 Ja hrgang.
Umnmer 111Dienstag, »eit 14. Mai 1918
Di- T«gc»?eit«ng" erscheint jeden Wertt-g. RegelmWge Beilagen ..Der Kauer ans Hessen«. ..Ale Kpinnssnbe». Ke?»gspeeis: den Postanitalten »ierleliälnlich Mk 2«
hinzu «ritt noch dao Beitellge d: de. den elaenten monallich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grund,eile 2b Psg.. lolale MPjg. An,eigen von auswarls werden durch Postnachn'ahin t erhooen. ^rfullnng^orr ^riedberg. Hchriftleitnng und Nerlag ^riedberg (Hessen), ocmaueritraße 12. Fernsprecher 48. Postjcheck-Loitto Nr. 4859. Amt Frankfurt
a. M.
15 tuMk Wballsile imii 271 Flugreuge im April Ogejch
Keine we^uiliche» Kampfhandlungen an der Front. — 18 000 Tonnen oerjenkt. Die dritte Frjnng der preußische» Wahlrechtsoorlage.
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Der deutsche Generalstad s^== meldet: =^r- ■
W. T. D. Großes HarrpLrznarriev, de» IS. Woi. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Im Kemmel-Eebiet hielt die lebhafte Artillerietätigkeit in Verbindung mit örtlichen Infanteriegefechten an. Auch in den übrigen Kampfabschnitten lebte sie am Abend vielfach auf. Im Ancre-Tal südwestlich von Albert wurde ein -englischer Teilangriff abgewiesen. An vielen Stellen der Front setzte der Feind seine Erkundnngsvorstöße fort. Boi ihrer Abwehr machten wir mehrfach Gefangene.
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Im April beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreit- krafte an den deutschen Fronten 15 Fesselballone und 271 Flugzeuge, von denen 122 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestiirzt sind.
Wir haben im Kampf 123 Flugzeuge und 14 Fesselballone verloren.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Seneralquartiermeister: Lttvendsrff«
Abendberkcht.
Berlin, 13. Mat, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
!] Der österreichische Generalstab
h ===== meldet: = = = >
Wien, 13. Mai. Amtlich wird verlautbart:
An der italienischen Eebirgsfront ist die Kampftätigteit an, dauernd rege.
Der Chef des Generalstabes.
Der bulgarische Generalstab —— meldet: --
Sofia, 13. Mai. Generalstabsbericht vom 11. Mai.
Mazedonische Front: Bei Bitolia, im Cernabogen und östlich von Dobropolje war die Feuertätigkeit auf beiden Seiten zeitweilig heftiger. In der Gegend der Moglena zerstreuten wir stärkere serbische Patrouillen. Westlich des Wardar und bei Doiran verstärkte sich das feindliche Artilleriefeuer. Im Vorgelände östlich des Doiranfees und südwestlich von Serres zerstreuten wir englische und griechische Erkundungsabteilungen.
Die Sch'acht im Westen.
Verschärfte Kampftätigkeit.
Der „Züricher Tagesanzeiger" meldet: Das Gesamtbild der vorliegenden Kriegsnachrichten weist eine merkliche Verschärfung der Kampftätigkeit auf allen Fronten auf; besonders auf den Schlachtfeldern von Vpern und an der Somme hat die Kampf- tätigleit gewaltig zugenommen. Alle Militärkritiker der Entente schließen aus dieser Fortdauer des deutschen Druckes auf der ganzen Front von dpern bis zur Oise auf den nächsten deutschen Angriff, der abermals und mit verstärkten Kräften an den bisherigen Offensiostellen erfolgen werde.
Amiens verlassen.
Kopenhagen. 12. Mai. „Daily Mail" meldet ans Amiens: Vis jetzt fielen 7000 deutsche Granaten in die Stadt, 1200 Häuser wurden getroffen. In die Kathedrale schlugen neun Granaten ein. Das mächtige Christus-Standbild der Kirche liegt zerschossen am Boden. Da die Deutschen in letzter Zeit in großem -llmsang Gasgranaten benutzen, verließ die Bevölkerung die £tobt. Von 120 000 Einwohnern sind nur noch einige hundert iturückgeblieben.
Italienische Furcht vor der Offensive?
Lugano, 12. Mai. Barzlni meldet dein „Eorriere della tcera": Die neue Offensive scheine unmittelbar bevorzustehen, toch dürfe man über den Offensiven nicht die gleichzeitigen De- fenflvmaßnahmen des Feindes urrbeachtet lassen, die einer englisch-französischen Gegenoffensive stanidznbalten bestimmt seien.
Die Folge der deutschem Angriffe mit ihrem jedesmaligen Landgewinn fei eine unangenehme Verlängerung der Front
Mord an dentlchen Gefangenen?
Genf. 13. Mai. Der Aufklärung bedarf eine vom 4. Mai vom Kemmelg-elände datierte Meldung des „Temps", die besagt: Um einen angeblichen Akt der Illoyalität seitens Gefangener dreier deutscher Maschinengewehrabteilungen zu sühnen, wurden diese in eine strohgedeckte Scheune gesteckt. Alle kamen infolge Brandlegung um. Der Bericht ist unterzeichnet von dem ständigen Kriegsberichterstatter des „Temps", der diese Untat Erena-' dieren einer französischen Division zufchreibt.
18 000 Tonnen versenkt.
Berlin, 12. Mai. (MTV. Amtlich.) Eines unserer Uboots aus Flandern, Kommandant Oberleutnant z. S. Schmitz (Walter), hat im östlichen Teil des Aermelkanals die bewaff. neten englischen Dampfer „Hunerford" (5811 Vrt.), „Vroderick" (4321 Brt.) und einen anderen ca. 5000 Tonnen großen bewaffneten Dampfer, zusammen 15 000 Bruttotonnen versenkt. Die schönen Erfolge des Bootes, das nach dem Blockierungsversuch wohlbehalten in Zeebrügge eingelaufen ist, zeigen bester als Worte, daß sich der Feind falschen Hoffnungen hingibt, wenn er immer wieder die Meldung ausstreut, daß ihm die Blockierung unserer flandrischen Stützpunkte und die Lahmlegung unserer dort stationierten U-Boote geglückt ist. Im ganzen find nach neuen eingegangenen Meldungen unserer U-Boote versenkt worden 18 000 Bruttoregistertonnen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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London, 12. Mai. (WTB.) Die Admiralität meldet: Der englische Minensucher „Stepp" ist am 6. Mai von einem deutschen U-Boot torpediert worden und gesunken. Zwei Offiziere und dreizehn D^ann werden vermißt.
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Berlin, 12. Mai. (WTB.) In ausländischen Blättern, vereinzelt auch im Inlande, findet sich unter Hinweis auf die reiche Beute an Lebensmitteln und Kriegsgerät, die unseren Truppen nach ihrer letzten siegreichen Offensive im Westen zufiel, der unzutreffende Einwand, daß der U-Bootkrieg auf die feindliche Volkswirtschaft nicht ganz die erwünschte Wirkung ausüben könne, da andernfalls unsere Beute geringer hätte ausfallen müsten. Dieser Ansicht ist entgegenzuhalten, daß die Folgen unserer Unterseekriegführung selbstverständlich in erster Linie nicht an der Front und auch nicht in der Etappe bemerkbar, sondern landeinwärts im Heimatgebiet der feindlichen Länder. Hinter der Front stapelt jede Heerführung ihre Vorräte auf, um sie im Bedarfsfälle rasch zur Hand zu haben. So verfügten die Italiener am Isonzo über vollgefüllte Speicher, bis der deuffche Vormarsch sie in unsere Hand brachte. So würde auch ein feindlicher Sieg im Westen auf volle deutsche Proviantämter stoßen, wenn dieser Sieg eben nicht dauernd ein frommer Wunsch Englands bliebe.
Die deutsche» Unterseelrreiyer.
Wien. 12. Mai. Anläßlich der Versenkung von Dampfern im Sperrgebiet um die Azoren durch einen Unterseekreuzer unter Kommando des Korvettenkapitäns Eckelmann schreibt die „Neue Freie Presse" unter Hinweis darauf, daß zum ersten Mal in dsuifchen Berichten offiziell von einem Unterfecbootkreuzer gesprochen wird:
Nicht unwahrscheinlich ist es, daß die stolze Bezeichnung in den deutschen Berichten von nun ab häufiger zu lesen sein wird, und da wird es auch wohl große Beuteziffern setzen. Noch wissen wir nichts Näheres über die deutschen Kreuzer, aber sie werden wohl bald mehr von sich reden machen, dann wird man klarer sehen, vielleicht von einer neuen Aera des Tauchbootkrieges sprechen können
Zum Sperrangrill auf Ostende.
Berlin, 13. Mai. Die Untersuchung des bei dem Angriff auf Ostende vor der Hafeneinfahrt versenkten britischen Kreuzers „Vindictive" hat ergeben, daß das Schiff nicht mit Zement beladen war, so dgß der Kreuzer nicht von der eigenen Besatzung versenkt worden sein kann, sondern durch die Wirkung unseres Geschützfeuers untergegangen ist. Damit wird die englische Darstellung des angeblichen ErfMes Lügen gestraft.
König Luwig im Großen KnupliMM-
München, 12. Mai. Die Korrespondenz Hoffmann melde- amtlich' Der König ist heute abend ins Große Hauptquartier und an die Front abgereist. In seiner Begleitung befindet sich der Staatsminister des königlichen Hauses und des Aeußern »on Dandl.
Kailer Knr! im Großen Kanpignorüer. *
Berlin. 13. Mai. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn hat am 12. Mai im Großen Haupt- quartier einen Besuch abgestattet. In der Begleitung Kaiser Karls befanden sich außer dem persönlichen Gefolge der Minister des Aeußern Graf Burian. der Chef des Generalstabes Freiherr von Arz und der Botschafter in Berlin Prinz zu Hohenlohe. Deutscherseits nahmen an der Begegnung teil Reichskanzler Graf von Hertling, Eeneralfeldmarfchall von Hindenburg, General der Infanterie mH Erster GeneralquartierMeister Ludendorff, Staatssekretär von Kühlmann und der Kaiserliche Botschafter in Wien Graf Wedel.
Zwischen den hohen Verbündeten und ihren Ratgebern fand» eine herzliche Aussprache und eine eingehende Erörterung aller grundlegenden politischen, wirtfchaftlichen und militärischen Fragen statt, die das gegenwärtige und zukünftige Verhältnis zwischen den beiden Monarchien berühren. Hierbei ergab sich ein volles Einvernehmen in allen diesen Fragen und der Entschluß, das bestehende Bundesverhältnis auszubauen und zu vertiefen. Die Richtlinien der in Aussicht genommenen vertragsmäßigen Abmachungen stehen bereits grundsätzlich fest. Im Gange der Besprechungen trat erfreulicherweise zu Tage, wie hoch von Seiden Seiten das nunmehr auch im Verteidigungskriege so glorreich erprobte langjährige enge Bündnis zwischen Oefterreich-Ungarn und dem Deutschen Reiche bewertet wird.
Der angebliche Meile $mf Kailer Karls.
Rotterdam, 11. Mai. (WB.) Der Pariser Berichier- statter des „Manchester Guardian" meldet: Der zweite Brief Kaiser Karls ist anscheinend wichtiger als der erste. Der Kaiser erklärte im zweiten Briefe, er sei überzeugt, daß er Deutschland bewegen könne, Frieden unter der Bedingung zu schließen, daß die Verbündeten ihre Gebiets- forderungen auf Elsaß-Lothringen beschränkten. Die be» setzten' Gebiete sollten selbstredend geräumt und die Unabhängigkeit und Staatshoheit Belgiens wiederhergestellt werden. Der Kaiser sagte, er habe sich bereits der Zustimmung Bulgariens versichert. Der Kaiser ersuchte, dis private Form des Briefes durchaus zu achten. Die französische Regierung erklärte übrigens aus Ehrenwort, ihn nicht verraten zu wollen. Poincar6 schlug während der Verhandlungen vor, daß die Monarchie im Tausche gegen Schlesien Triest und das Trentino an Italien abtreten sollte, aber Kaiser Karl antwortete, daß ein sehr wichtiges Bedenken dagegen bestehe, daß nämlich die Monarchie das Trentino besetzt halte, daß aber Frankreich Schlesien nicht besetzt habe. Ribot antwortete aus die ihm durch den Ausschluß für aus" ivärtige Angelegenheiten vorgelegten Fragen, daß ei zwischen einer Ablehnung des Vorschlages der Monarchie und einem Bruche mit Italien zu wählen habe. Ribot ha gestanden, daß George erst nach langem Zögern der voK Sonnino gewünschten ablehnenden Antwort beistimmte. George hat also angeblich mehrere Male die Wichtigkeit der österreichischen Vorschläge hervorgehoben und den Wunsch befürwortet, die so schöne Gelegenheit, Frieden zu schließen., nicht vorübergchen zu lassen. Poincar6 machte jedoch grund» sätzliche Einwendungen gegen alle Fricdensverhandlungeu und behauptete, daß der Krieg nur durch einen völligen militärischen Sieg des Verbandes beendet werden könnte.
Der Beriüsierstatter des „Manchester Guardian" teilt weiterhin mit, daß im vorigen Sommer abernrals Vor* schläge gemacht worden sind, und zlvar an Brrand. Der Berichterstatter wiederholt die frühere Mitteilung, derzu- folge Ribot alle Verbündeten über die Briese Kaiser Karls zu Rate gezogen habe, die russische mrd amerikanische Rogier, nrg aber feien erst unterrichtet worden, nachdem die Vorschläge abgelehnt worden lmren.
Wie das Wiener k. u. k. Bureau von zuständiger Stelle erfährt, besteht der in der vorstehenden Meldung wiedergegebene angebliche Brief Kaiser Karls nicht, und dieser muß als neuerliches Machwerk bezeichnet werden.


