Ausgabe 
6.5.1918
 
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Nummer 105

11. Jahrgang.

Montag, dru 6. Mat 19t8

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Mehr a!s 300 Franxolen gefangen. Gin englischer Angriff westlich von Kailleul nicht mv Gntwrckinng gekommen. Unser Sieg in Finnland. 20000 Gefangene. 50 Geschütze.

200 Maschinengewehre, tausende von Pferden und Fahrzeugen. Der Wirtschaftsvertrag mit

Rumänien paraphiert. 37 000 Tonnen versenkt.

» 1 " *

Der deutsche Genrralstab . - meldet: -

M. T. S. Großes Ha«ptq«arirev, derr 4 . Mai. &mUldu

Westlicher Kriegsschauplatz

Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.

An den Echlachtfronten ist die Lage unverändert. Die Ar- tMerietättgleit war in vielen Abschnitten, namentlich auch wäh­rend der Nacht lebhaft. Im Kemmcl-Gebiet und zu beiden Seiten der Avre steigerte sie sich heu^e morgen zu größerer Stärke. Ein englischer Teilangriff südwestlich von Arras wurde abgeschlagen.

Heeresgruppe Eallwitz.

Dor Verdun lebte die Artillerietätigkeit auf.

Heeresgruppe Herzog Albrechk.

Nach erfolglosen Erkundungsvorstößen des Feindes an der kothringischen Front blieb die Eefechtstittigkett am Vormittag gering. Am Parroy-Walde und westlich von Blamont am Nachmittag von neuem auflebender Fe »erkämpf ließ mit Ein­bruch der Dunkelheit nach.

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Wir schoflen gestern 25 feindliche Flugzeuge und zwei Fes. selballone ab. Leutnant Vuckler errang seinen 33., Leutnant Puetter seinen 22. Luftficg.

DfteE rr r

Finnland.

büdwest-Ftnnland ist vom Feinde befreit

Deutsche Truppen im Verein mit finnländischen Batail­lonen griffen den Feind zwischen Lahti und Tavastehus um- faflend an und haben ihn in fünftägiger Schlacht trotz erbitter­ter Gegenwehr und verzweifelten Durchbruchsvcrsuchen, vernich­tend geschlagen. Finnländische Kräfte verlegten ihm den Rück­zug nach Norden.

Von allen Seiten umstellt, stteckte der Feind nach schwersten blutigen Verlusten die Waffen. Wir machten 20 000 Gefangene, 50 Geschütze, 200 Maschinengewehre, tausende von Pferden und Fahrzeugen wurden erbeutet.

Der Erste Generalguartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 4. Mai, abeicks. (WTB. Amtlich.) Gegenangriffe der Franzosen gegen den Kemmel und gegen Bailleul sind un­ter schweren Verlusten gescheitert.

W. T. S. Großes HlM-Lqttarrier, derr 5. Mai. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nach stärkster Feuervorbereitung griffen französische Divi­sionen rmsere Stellungen am Kemmel und bei Bailleul vergeb­lich an. Sie wurden unter schweren Verlusten abgewiesen und ließen mehr als dreihundert Gefangene in unserer Hand. Der beabsichtigte Angriff einer englischen Division westlich von Bailleul kam unter unserem Feuer nicht zur Entwicklung.

Südlich von Hebuterne scheiterten starke englische Vorstöße. An den Kampffronten beiderseits der Somme lebte die Artil- lcrietätigkeit am Abend auf. Sie war namentlich bei Villers- Vretonneux und auf dem Mestufer der Avre gesteigert.

Von der übrigen Front nichts von Bedeutung.

*

Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 5. Mai, abcnds. (WTB. Amtlich.) Von den Kciegs- sihauplätzen nichts Neues.

3?< 00 Tonnen verftnkt.

ftetUn, 3. Mai. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unter­seeboote, Kommandant Kapitänleutnant Neureuter, arbei­tete in der Frischen Soe und deren Zufahrtstraßen mit gutem

Erfolge gegen den Handelsverkehr unserer Feinde. Fünf be­waffnete, zumeist ttef beladene Dampfer und ein Segler fielen den Angriffen des Bootes zum Opfer. Die Ladungen der Damp­fer bestanden vorwiegend aus Kohle, ein Dampfer hatte Muni­tion geladen und einer wurde aus einem stark gesicherten Ge- lcttzug herausgefchoffen.

Namentlich festgestellt wurde der bewaffnete englische DampferBrakondale", 2093 Bruttoregistertonnen. Im ganzen wurden nach neüeingegangenen Meldungen der Unterseeboote 20 000 Bruttoregistertonnen versenkt.

Der Chef des Admiralstabs der Mari»«.

*

Berlin, 4. Mai. (WTB.) Amtlich.) An der Wefttüste von England wurden von einem unter dem Kommando des Kapitäw- leutnants Freiherrn von Loe stehenden Unterseeboot zwei besonders wertvolle Dampfer, nämlich der englische Dampfer Laka Michigan" (9288 Bruttoregistertonnen) und ein anderer 8000 Bruttoregistertonnen großer Dampfer aus demselben stark gesicherten Geleitzuge herausgeschoflen. Zusammen waren es 17 000 Bruttoregistertonnen.

Der Chef -es Admiralstabs -er Marin«.

Kuftkampf an Flanderns Küste.

Berliu. 5. Mai. (WTB. Amtlich.) Drei deutsche Seeflug­zeuge schoflen am 4. Mai vor der flandrischen Küste vier feind­liche Ceeflugzeuge ab. Zwei feindliche Flieger wurden schwer verwundet auf dem Luftwege geborgen.

Der Chef des Admiralstabs -er Marine.

Der österreichische Generalstak .. meldet: -

Wien, 4. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Im Südwesten anhaltend rege Gefechtstättgkeit.

Der Chef des GeneralstaVes.

Wien, 5. Mai. (WTB.) Amtlich wird ver lautbar tt.

Die Artilleriekämpfe an der Südweftftont dauern fort.

An der unteren Piave wurden italienische Erkundungs-

Unternehmungen vereitelt.

Der Chef des Generalstabes.

Der bulgarische Generalstak

meldet:

Sofia, 2. Mai. (WTB.) Generalstabsbericht.

Mazedonische Front: Nördlich von Bitolia war die Arttl- lerietätigkeit auf der feindlichen Seite zeitweise ziemlich leb­haft. Oestlich der Cerna bei Tarnowa und in der Gegend der Moglena verjagten unsere vorgeschobenen Einheiten serbische Sturmabteilungen. Südlich von Doiran verstärkte sich das Ar- tilleriefeur zeitweilig auf beiden Seiten. Inj Strumatal und im Wardartal lebhafte Tätigkeit in der Luf^

Dobrudschafront: Waffenstillstand.

Das türkische Hauptquartier meldet: -

Krmstantinopel. 4. Mai. (WTB. Amtlicher Tadesbericht.)

Palästinafront: Die erbitterteil Kämpfe im Ostjordan­

lande halten ununterbrochen an. Mit besonderer Heftigkeit richtete der Feind seine Angriffe gegen unsere Stellungen nörd­lich der Sttaße JerichoEs Salt. Alle Anstrengungen brach­ten ihn dem Ziele nicht näher. Seine Verluste steigern sich zu­sehends. Die Zahl der erbeuteten Geschütze erhöhte sich auf zehn.

Mesopotamien: Starke englische Kräfte machten einen Vor­stoß gegen unsere südlich von Kerkus stehenden Truppen. Den von uns zurückgenommenen Abteilungen folgte der Engländer nicht. Hauptmann Schütz schoß ein feindliches Flugzeug ab und errang damit seinen 8. Luftsieg im Irak.

Iln den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.

Deutsche Truppen besetzten am 1. Mai Sebafloyol. Sie fanden dort den größten Teil der russischen Schwarzen Meer, flotte: Linienschiffe, Zerstörer, U-Boote und Handelsschiffe. Sultan Favus Selim",Hanridie" und einige unserer Torpedo­boote sind nach beschwerlicher, aber glücklich durchgeführte» Fahrt durch das Minengebiet am 2. Mai abends in Sebastopok elngelaufen.

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Konstantinopel, 4. Mat. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht.

Palästtnafront: Auch gestern scheiterten auf dem Ost-For- danufer alle Angriffe der Engländer gegen unsere Stellung«« unter schweren Verlusten. Der Rückzugsstraßen beraubt, stieße« die nördlich des Hauptkampffeldes geschlagenen und verspreng­ten feindlichen Kavallerieregimenter in dem schwierigen Ge­lände überall auf unsere angriffsfteudigen Truppen. Eine An­zahl Gefangener, einige Maschinengewehre und ein Panzerkraft, wagen fielen rn unsere Hand. Sonst nichts von Bedeutung.

Die Schlacht im Westen.

Blutopfer der Entente.

Berlin, 5 . Mai. (WTB.) Das 10. Ches.-Regt. erlitt an der südlichen Hauptkampffront ungeheure Verluste. Die Division, der es angehört«, wurde vom deutschen Angriff derartig über­rumpelt, daß sie in vollkommen aufgelöstem Verbände aus der Front zurückgezogen und neu geordnet und aufgefullt werden mußte. Ein Bataillon verlor das erstemal 350 Mann, das zweitemal 400 Mann und den ganzen Stab. Der Ersatz bestand hauptsächlich aus Arbeitern, Trainformationen und ganz jtm- gen Rekruten.

Unter den erbeuteten englischen Schriftstücken aus den Kämpfen der letzten Tage fand sich eine Generalstabskarte mit der UeberschriftVerttaulich". Cie stellt Belgien und einen Teil Nordfrankreichs dar und wurde vom britischen Kriegsamt bereits 1913 gedruckt, ein neuer Beweis, daß man englischeres mit einem Aufmarsch an der Seite Frankreichs in Belgien ge­rechnet hatte. Die Nachrichten über die englischen Verluste häu­fen sich immer mehr. Die 8. Division hatte in dem früheren Abschnitt DemuinMoreui derartig geblutet, daß die Kompag­nien nur noch 2030 Mann stark waren. Das 2. Midd.-Regt. wrrrde fast ganz aufgerieben und kehrte mit dem überlebenden Rest des Regiments von nur 30 Köpfen aus den Gefechten zu­rück. Als Ersatz erhielt dieses Regiment 1150 Mann und zwar den gesamten Bestand seines in England befindlichen Rekruten depots.

Nur noch eine Frage de» Zeit.

Bafel, 4. Mai. Pariser Meldungen besagen: In Flandern ist die Lage ungünstiger als an der Somme. Wenn es den Deutschen gelingt, die Berbandstruppen über die Bahnlinie PoperingheHazebrouk zu werfen, so könnte die flandrisch« Schlacht eine gefährliche Wendung nehmen.

Der Militärkrltiker derJtalia" schreibt zur Lage in Flan­dern: Der Besitz von Ppern ist nur noch eine Frage der Zeit. Wie es scheint, find die englischen Truppen aus der meist gefähr­deten Frontstelle ganz oder doch zum größten Teile heraugezog«« und durch Franzosen ersetzt worden. Von einer Aufgabe Pperm» sprechen die englischen Offiziere, während die Belgier und Fran­zosen Ppern als Deckfeld ihrer Stellungen bezeichnen.

Jiun englischen Mlenangriff auf ZeebrSgge.

Berlin, 4. Mai. (WTB.) Anläßlich der glänzend durch- geführten Abwehr des englischen Sperr- und Landungsoersuch« gegen Zeebrügge und Ostende hat der Kaiser dem kommandier renden Admiral des Marinekorps Admiral v. Schröder dit Schwerter zum Roten Adlerorden erster Klafle mit Eichenlaub, dem Chef des Generalstabs beim Marinekorps Generalmajor Beriet den Roten Adlerorden zweiter Klafle mit Schwertern, dem Kommandeur der Molenbattette von Zeebrügge. Kapitän­leutnant der Reserve Schütte das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Dt« weiter ausgezeichneten Offiziere und Mannschaften gehören den verschiedenen Verteidigungsabteilungen von Ostende und Zee- bvügge an.

Nach Meldungen der britischen Admtralttät beträgt der Gesamtverlust der Engländer bei diesem Unternehmen 588 Offi­ziere und Mannschaften. Demgegenüber beziffert sich unser Ver­lust auf 8 Tote und 16 Verwundete.