Ausgabe 
1.5.1918
 
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Um «if doch Me M liklchah.

Roman von Court Hs -Mahler.

^ Nachdruck verboten.

Jetzt, da die junge Dame die Augen gesenkt hielt, lagen die dunklen Wimpern mit den aufwärts gebogenen goldbraun schimmernden Spitzen wie kleine Halbmonde auf dem zarten Oval der Wangen. Die fein gezeichneten dunk­len Brauen ließen die Stirn noch weißer erscheinen als fte war.

Aber das Schönste in diesem jungen Gesicht war doch . "Aund. Er war wundervoll gezeichnet und verlief in c,ner entzückend weichen Linie in dem rosigen Oval der Wangen.. Diesen Mund mußte Hans Ullrich von Frankenau immer wieder betrachten. Er fesselte ihn, weil er so seltsam mi.drucksvoll und beseelt erschien, und obgleich gerade dieser Mund ihn wre ein Erinnern berührte, meinte er doch noch me einen so schönen und lieblichen Frauenmund gesehen zu haben. Hauptsächlich der weichverlaufende Mundwinkel hatte es ihm angetan. Und dieser kindlich junge Mund W-derspruch zu den ernsten Augen und dem -ergisch stolzen Ausdruck des schönen Gesichts. Von Mmute zu Minute wurde er mehr gefesselt, und seine Leitung verfehlte thren Zweck vollständig. Er benutzte sie nur noch als Vorwand und als Bollwrk. Uber welches hinaus 'eine Blicke ungehindert zu ihr hinüber schlveifeii konnten.

r , er eine vornehme junge.Dame vor sich hatte, stand r » k SI,re «anze Art war vornehni und zurück-

haltend. Die feinen, schlanken Hände und die schmalen Zierlichen Fuße, waren Merkzeichen einer edlen Abstanimung

Umsomehr wunderte er sich, daß die junge Dame ohne jede Begleitung zu reisen schien.

Freilich, in imserer modernen Zeit, in der die Frauen- frage eine so wichtige und brennende geworden ist werden auch d,e Töchter aiis vornehmer Familie selbständiger und freier erzogen. Das sagte sich auch Hans Ullrich von Frankenau. Er war jedoch im Griind ein Gegner dieser Freiheiten. Nicht, weil er den Frauen das Recht absprach sondern weil es seiner Natur zuwider lief. Eine Frau an der ez Es S beschützen und z hüten gnb. war ihm kein vollkommenes Wesen. Sein ritterlicher Sinn verlangte dm nach, die Frauen ans seinen Kreisen zu beschützennd'zu vielleicht, weil er selbst zur Genüge erfahren hatte. » schutzlose Frauen oft als leichte Beute bewachtet werden.

Kekanntmachurrg.

darauf aufmerk,am gemacht, dag der dem Teiche d-r Brauerei Steinhäuser nächst gelegene, und zu ^

Werdezweck^ von der Stadt Friedberg gepachtete Teil der Seewiese nicht betreten werden darf.

werden durch einen Beobachkungsposten un- o?yJhfnl %n UT ,6e!^acht. Zwei mit deutlicher Aufschrift

erkennen ^*""" 6 Slafeln lassen die Grenzen des Weideplatzes

_ Ersatz-Bataillon Res.-Jirf.-Regt. 116.

Holzversteigerung.

SamStag, den 4. Mai, vormittags 9Uhr omanaenb ßeiung* im 6oÖe el Gemeindewald nachstehendes Holz zur Berstei-

^uchen'tämme l5.30 lm 2nh. s 6 Kiefernstämme 3,19 km Jnb ^ ^chen tämme 1^11 lm Inh. 403 Stück Fichten-Derbstanqen * 21 Fichten,lamme 8,5ö fm In!) 1379 Stück Fichten-Reis,langen.

Zusammenkunft i't vormittags 9 Uhr auf der Straße Södel- Oppershofen am Eingang des Waldes. "

Södel, den 23. April 1918.

Erotzh. Bürgermeisterei.

ümiiie miwFi framun s.iwiisW If.

©eirfiaitsitelle Franksun a. M., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) Fernruf Kiimer 420». «urostuiiden Lionmo, Dienslao, Donners,oo, ssreiiag, nachmittag- C E-jchastsanz-lgen in diesem Raum nur für »nsere Diitgueder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei Auf- gabe der Anzeige aur die Mitgliedschaft hingewiesen werden.

Bputeiep

aus meiner langjährigen anerfamt- len Reinwch des rebhuhnf. ital. Adolf Bausch, Suhnes hat abzugeben Nieder-Wöllstadt. SurgermeiSer Fauerbach, Okarben.

bat abzugeben

GkmWck Kikilberg.

Der Unterricht der Gewerblichen Fortbildunas- schu.e (Handwerkerzeichenschule) beginnt für die Lehr­linge, die im ersten Lehrjahre stehen, am '

Montag, d.n 6. Mai, 1 Uhr nachmittags

und der für die Lehrlinge im 2. und 3. Lehrjahre am

Tonnrrstag, den 2. Mai, 1,ihr nachmittags.

Die Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete Schul- I 9 Uhr ° n Tagen des Unterrichtsbeginns von 1 bis' a9ä entgegen. Bei der Aufnahme ist das Schulabgm'gszeugnw und der Lehrvertrag vorzmeaen

die zweitoberste Krasse eurer Volksschule durchlausen haben, können auf Aufnahme

Schuljahr. * «luterrichtsgeid beträgt 12 Mark für das

Friedberg, den 18. April 1918.

Die Schulleitung:

gez.. v a a g, (vr. Baurat. ^.

Dipl.-Ing. Schnei dt, Er. Hauptlehrer.

' And wächrenv tt nm Wfa MneS Gegenüber immer eingehender betrachtete, hatte er ein Gefühl, als müsse er wünschen, daß die junge Dame noch niemals m ihrem X.eben für irgend einen Mann eine Rolle gespielt hätte. Es war ein unbesttmmtes Verlangen in ihm, dieser Dame gegenüber nur ritterliche Gefühle zu betätigen. Gerade letzt hatte Hans Ullrich von Frankenau ein Lebenskapttel hinter sich, in dem einmal keine Frau eine Rolle gespielt hatte. Er war zwei Jahre ununterbrochen auf Reisen ge­wesen, hatte aller Herren Länder durchstreift und hatte viel interessante Eindrücke in sich ausgenommen. Auch in manche unzivilrsierte Gegend war er dabei gekommen und hatte alles Sck)öne und Interessante mit offenen Sinnen in sich aus­genommen. Voll wertvoller Eindrücke war er nun auf der Heimreise, und in all der Zeit hatte er weder Lust noch Ge­legenheit gehabt, sich durch irgend einenbesonderen Fall" ablenken zu lassen.

. Seine junge Reisegefährtin war nach all der Zeit wieder das erste lveibliche Wesen, das einen tteseren Ein- ornck ans ihn machte, und fast war es ein ähnliches frisches und erregendes Geftihl für ihn, wie er es bei seiner ersten sck-üchternen Jünglingsschwärmerei empfunden hatte, was jetzt von ihm Besitz ergriff. Er hätte beim Anblick des schönen Mädchens schwärmen köiinen wie ein Primaner.

. Hans Ullrich von Frankenau war im Begriff, in seine Heimat zurückznkehren. Frankenau war ein reicher, alter Edelsitz und war auch Majorat. Seit einigen Jahren war er Majoratsherr, und seine Mutter venvaltete einstweilen seine Güter. Sie war eine kluge energische und umsichtige Frau, rüstig und tatkräftig, und tats gern.

, Als sein Vater starb, lebte er als Ul.-jutant am herzog­lichen Hof seiner Heimat. Ein inniges Freundschaftsver­hältnis verband ihn mit dem etwa gleichaltrigen Erbprinzen Deshalb rief ihn die Mutter noch nicht nach Hanse, sondern vertrat seine Stelle einstweilen und sorgte dafür, daß in Frankenau alles in Ordnung blieb.

Als dann der regierende Herzog starb und der Erb­prinz den Thron bestieg, sagte er dem Hofleben Valet. Im Grund paßte er nicht in dieses Leben. Das höfische Treiben war ihm lästig und verhaßt. Er hatte oft durch seine offene freimütige Art angestoßen, aber der Erbprinz hatte gerade seinen Freimut liebenswert gesunden nnd ihm deshalb seine Freundschaft geschenkt. Run war aber der Erbprinz re­gierender Herzog geworden und durfte sich nicht mehr nach Gefallen gehen lassen. Jetzt bestimmten seine Räte rmd

Ü£ ! - ter 'J** 8 er tun und lassen durfte, und er war eift unfreier Mann, wie alle Regierenden.

*? H°ns Ullrich, daß er den, Herzog, nicht

chr sern konnte, was er den, Erbprinzen gewesen war. ,<!> nahm deshalb fernen Abschied.

Es war immer sein Wunsch gewesen, eine Welkreist m matten, und als er mit seiner Mutter darüber sprach redete sie ihm zu sich diesen Wunsch zu erftillen. Sie versprach ihm inzwischen getreulich, wie bisher, seinen Besitz zu venvalte» rmd so. reifte er leichten Herzens ab und fühlte sich mft Wonne als ein freier, ungebundener Mann.

Zwei Jahre hatte er sich selbst Urlaub gegeben. Nach Abkaus dieser Frist wollte er heimkehren und Frankenau selbst verwalten. Jetzt war diese-Frist verstrichen, und heute noch wurde er in Frankenau erwartet. Seine Mutter hätte es schon vor seiner Abreise gern gesehen, daß er sich ver­heiratete. Und nun hatte sie ihn in ihrem letzten Schreiben energisch daran gemalmt, daß es für ihn hohe Zeit sei. sich' nacb einer passenden Lebensgefährtin umzittehem

Als Majoratsherr von Frankenau halte er die Pflicht, für einen Erben zu sorgen. Aber nicht jede beliebige Frau konnte er heimsühren. Da gab es ein ganz bestimmtes Hausgesetz; es war Majoratsbedmgung, daß er eine Frau hermfühlte. die auf eine gleiche Ahnenzahl zurückblicken konnte, als er selbst Und die Frankenaus konnten ihren Stammbaum bis zu den Krenzzügen verfolgen.

In ihrem Schreiben an ihren Sohn batte Frau von Frankenau ziemlich deutlich durchblickeu lassen, daß sie be­reits eine künftige Majoratsherrin von Frankenau in§ Auge gefaßt hatte.

Diese Aussicht ließ nun Hans Ullrich die Heimkehr nicht gerade sehr erfreulich erscheinen. Gerade, weil ihm in Be- zug auf die Wahl einer Gattin so enge Grenzen gezogen waren, hatte er immer mit Abneiguna an seine fünftige Ehe gedacht. Seine Natur war allem Zwang abbold. Aber er war auch vernünftig genug, sich zu sagend daß man Un­abänderliches mit Würde tragen müsse, und so hatte er sich mit dem Gedanken verttaut gemacht- den Wunsch der Mutter zu erfüllen.

Jetzt hatte er aber diesen Gedanken noch für ein Weil­chen aus seiner Seele verbannt. Seine Augen labten sich an seiner schönen Reisegefährtin und außerdem freute er sich ehrlich auf das Wiedersehen mit seiner Mutter und mit seiner jungen Schwester Ursula, die er beide herzlich liebte. Fortsetzung folgt.

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