Ausgabe 
1.5.1918
 
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Kummet? 101

Mtttm-ch, den 1. Mai ir-18

11. Jahrgang.

DieNeue Taaesr-ttung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige BeilagenDer Kauer aus Hellen", ..Die Spiunstube". Ke?ugspreis: Bei den Poitamtalten vlerlelsährlich \ ] )ll 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Agenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägeriohn. Anzeige«: Grundwile 2b Pfg., lokale 20 Anzeigen von auswärts werden durch Boimachna! me erhoben. Eciüllungsori Friedberg. Hchriflleitung und Derlag Fttedberq lHessenj. nanauerittatze 12. Ferniprecher 43. Boitj Heck-Lanto Nr. 1859. 'Hit vratujuct a. M.

lillkryslb 5 Wcheil 4100 GiMstkilmktn sckdlilhk« Füiidcs belktzt.

Heftige Infanteriekämpfe in Flandern. Myborg bejetzt. 23000 Tonnen versenkt.

Der Streit um die preußische Wahlrechtsvorlage.

Der deutsche Generalstab .. meldet:

M. T. K. Großes AasrpIqnarUer, den 30. April. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Schlachtfeld in Flandern entwickelten sich in ein­zelnen Abschnitten heftige Jnfanteriekämpfe. Nördlich von Boormezeele und Eroole Vierstraat nahmen wir mehrere eng­lische Gräben. Be! Loker in die feindlichen Linien eingcdrun- genen Sturmabteilunge stieben mit starken französischen, Gegenangriffen zusammen. Im Verlaufe dieser Kämpfe konnte sich der Feind in Loker festsetzen. Seine Versuche, über den Ort hinaus vorzudringen. scheiterten. Die tagsüber starke Artille­rietätigkeit dehnte sich auf das ganze Gebiet des Kemmel aus und hielt bis zur Dunkelheit an.

An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit auf Er­kundungen und zeitweilig auslebendes Artilleriefeuer beschränkt.

Mazedonische Front

Zwischen Wardar und Doiran-See brach ein nach mehrtägi. ger Artillerievorbereilung erfolgter feindlicher Vorstoß vor un­seren Linien zusammen.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 30. April, abends. (WTB. Amtlich.) Bon beit Kriegsschauplätzen nichts Neues.

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Der österreichische Generalstab .- meldet:

Wien, 30. April. (WTV.) Amtlich wird verlautbart:

Die Gefechtstätigkeit an der Südwestfront nahm wieder beträchtlich zu. An der Piave wurden mehrere Vorstöße des

Leindes abgewicfeu.

Der Chef des Geueralstabes.

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Der bulgarische Generalstab | L== meldet: s

Sofia, 28. April. (WTB.) Generalftabsbericht.

Mazedonische Front: An mehreren Stellen der Front nörd­lich von Bitolia, im Ternabogen und östlich vom Dobropolje war die beiderseitige Feuertätigkeit zeitweilig lebhafter. Oeft- lich des Wardar hält das heftige Feuer der feindlichen Artille­rie gegen unsere Stellungen im Wardar- und Strumatal und die Fliegertätigkeit auf Seiten des Feindes an.

Dobrudschafront: Waffenstillstand.

Das türkische Hauptquartier

meldet: ====

Konstantmepcl, 29. April. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht.

Prlästinafront: Auflebcndes Geschützfeuer an verschiedenen Stellen der Front. Erkundungsabteilungen des Gegners wur­den abgewiesen. Ein feindlicher Fesielballon wurde von unsern Jagdfliegern brennend zum Absturz gebracht.

Kaukafusfront: Unsere Truppen nahmen von dem Gebiete östlich von Kars bis zur Grenze,Besitz. Auf ^en übrigen Fron­ten keine Ereignisse von Bedeutung.

23 000 Tonnen versenkt.

Berlin, 29. April. (WTB. Amtlich.) Deutsche und öster­reichisch-ungarische N Boote versenkten im Sperrgebiet im Mit­telmeer 5 Dampfer und 2 Segler von zusammen rund 2:' 000 Brutto-Negistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der französische bewaffnete DampferLiberia" (194,2 Brutto- Registertonnen), ein großer bewaffneter Transporter mit zwei Schornsteinen sowie ein italienischer Segler mit 709 Tonnen Eisen für Genua.

Der Lhef de» Admiralstabs der Marine.

Berlin, 29. April. (WTB.)Daily Mail" vom 18. April enthält folgende bemerkenswerte Aeußerung zu den Verlusten durch den U-BooLkrieg: Es wird vorgeschlagen, Tausende von Arbeitern für die Werften und die Schisfsbauindustrie zurück­zubehalten. Es ist klar, daß nur junge und kräftige Leute hier­für in Frage kommen, denn alte Leute können die durch die U-Vootstätigkeit verursachten bedenklichen schweren Verluste nicht wieder gut machen. Man kann aber nicht zugleich ein gro­ßes Schiffsbauprogramm durchführen und eine große neue Ar- mee aufstellen. Hierzu kommt noch, daß die englischen Trup- I pen in der ganzen Welt von Archangelsk bis Hongkong verstreut stehen und überall mit Nachschüben und Proviant versehen wer­den müssen. So werde Englands nationale Kraft auf das äu. ßerste angespannt. Sie gleicht einem Licht, das von beiden Sei­ten angezündet, doch bei der drohenden Niederlage der gegen­wärtigen Gewalthaber ist jedes Mittel recht. Doch wird die stunde kommen, daß ein zweiter Lord Chatham, der 1778 im Uitterhaufe die Unmöglichkeit Amerika zu besiegen bewies, den jetzigen Beherrschern Englands sagen wird: Man kann Deutsch­land nicht besiegen.

Gin englisches Torpedoboot gesunken.

D-rn. rg. April. (WTB.) DerMatin" meldci aus Al- geciras über Madrid: Ein englisches Torpedoboot wurde auf einer Patrouillenfahrt auf der Höhe von Algeciras vom Sturm überrascht und sank. 12 Matrosen ertranken.

Ein kanadischer Ozeandampfer torpediert.

Holyhaed. 30. Avril. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Der kanadische Ozeandampfer .^Oronsa" (8075 Ton­nen) wurde torpediert und sank. 110 Passagiere find gerettet. Drei Mann der Besatzung werden vermißt.

Stockhlom, 30. Arpil. (WTB.) LautStockholms Dagbladet" ist der schwedische LloyddampserSole", 1350 Brutto-Register- tonnen groß, vor Flamborough Head torpediert worden.

Die Schlacht im Westen.

Der Gcländrgewiun der Deutschen. Eine englische Täuschung.

Berlin, 30. April. (MTB.) Innerhalb fünf Wochen er­oberten die Deutschen währen^ der großen Westoffenfioe über 4100 Quadratkilometer. Die Entente konnte in der neunfachen Zeit, d h. in 44 Wochen während ihrer RiefenoffenAve 1916 und 1917 an der Somme, bei Arras und in Flandern im ganzen 561 Quadratkilometer buchen. Die Deutschen erzielten also in einer viel kürzeren Zeit das 7)^fache des Gesamtgeländegewin­nes der Entente.

Nach dem englischen Bericht vom 19. April soll die 7. deutsche Division vollständig aufgerieben worden sein. Das Bemühen der Entente, durch das Vortäuschen großer deutscher Verluste die gedrückte Stimmung der eigenen Länder zu heben, ist selbstvec- ständlich. Es sei jedoch zur Beleuchtung der Zuverlässigkeit sol­cher englischer übertriebenen Verlustberichte festgestellt, daß die angeblich am 19. April aufgeriebene 7. deutsche Division am 25. April St. Eloi genommen hat.

*

Berlin, 29. April. (WTB.) Nach dem Verlust der wich­tigen Kanalstellung sucht die Entente die Aufmerksamkeit von dieser schweren Niederlage in Flandern dadurch abzuwenden, daß sie in jedem Bericht betont, die Deutschen hätten in Rich­tung aus Amiens keinen neuen Vodengewlnn zu verzeichnen. Gleichzeitig wird englischerfeits die Wichtigkeit von Amiens gegenüber dem Kemmelmassiv hervorgehoben. Von welcher Bedeutung der Kemmel für die Engländer war, erhellt daraus, daß sie den Generalissimus Fach nötigte, starke Kräfte nach Flan­dern zu werfen, um die Verteidigung dieser wichtigen Höhen­stellung ins Werk zu setzen. Die Massenangriffe, die nach der Einbuße der Kemmelstellnng Engländer und Franzosen zu einer Wiedereroberung einsetzten, sowie die fortgesetzte Preisgabe des Ppernbogens sind ein Beweis für die Größe des jüngsten deut- fchcn Sieges in Flandern.

Englische Massenverlustc.

Berlin, 29. April. (WTB.) Die ungeheuren Verluste der Engländer lassen sich immer deutlicher in ihren Einzelheiten übersehen. So mußte eine vollständige Armee durch eine an­dere ersetzt werden, weil sie vollständig außer stände war," den Kampf weiter fortzusetzen. Einzelne Divisionen, erlitten unge-, heure Verluste, so die 19. und 11. Division, die 199 Offiziere und 4079 Mann, die 18., die 78 Offiziere und 4000 Mann und die 36. Artilleriedivision, die 34 Offiziere und 3222 Manu und die

76. Division, die 164 Offiziere und 3990 Mann liegen ließen Die 28. Brigade, die 51. Schützendivision und die 56. Division sinl fast ganz aufgerieben Besonders schwer wurde die 183. schot­tische Brigade und die 61. Division mitgenommen. Zu Beginr der Offensive wurden durch die blutigen Verluste die 6. und 24 Division aufgerieben. Die 2.» 17. und 58. wurden sehr geschwächt. Sehr blutige Verluste erlitten bei Moreuil die 20., bei Hamei: die 2. Division. Das 5. Tank-Bataillon hat bei Peronne sämt­liche Tanks eingebüßt. Die Mannschaften wurden sodann alt. Maschinengewehrschützen ohne' Tanks an die Front geschickt. Ari­der Somme hat die 151. Brigade außerordentlich schwere Ver­luste gehabt. Zwei vollzählige Kompagnien sind gefangen wor­den. Oberhalb von Estampes verlor eine Brigade ein Dritte! ihres Bestandes. Ihre Verluste waren so groß, daß die Ersatz transporte nicht annähernd ausreichteu, die Lücke« zu schließen Bei Doursies verloren die Eordon-Hkghlanders 160 Mann pw ; Kompagnie. Ausreichender Ersatz war nicht zu beschaffen. Vst erneutem Einsatz verloren die Kompagnien wieder 70 Mann ihres Bestandes. Fast vollzählig gefangen wurde das 4. Pork- Regiment westlich von Estampes. Von der 51. Division ginge» an der Somme 40 Prozent verloren. An der Lave erlitt diese Division nochmals eine schwere und blutige Niederlage. Vor den Kraftfahrern des 11. Korps sind bei Bethune allein 50 Pro^ zent ausgefallen. Die 1., 2. und 3. Division wurden an der Somme außerordentlich geschwächt. Von der 3. Division wurde die kanadische Kavalleriebrigade bei einer Attacke zwischen Mi> reuil und Demuin ganz zusammengeschessen. Schwer waren die Verluste au Geschützen und Mannschaften der 223. Artillerie­abteilung auf ihrem Rückzug. Die 36. Division verlor bei St. Quenttn ihre ganze Artillerie und büßte die Hälfte ihrer Iw» sanierte ein. Don der 27. Brigade gingen an der Somme 5ff Prozent verloren. Sie brauchte 400 Mann Ersatz pro Bataillon, von denen fie bei erneutem Einsatz einen Teil wieder verlor. Sehr schwer find die Verluste der 5. Rifles, der 41. Brigade der 5. Verkch und der 7. Suff.-Regnnenter. Die 5. Berkch wur. den aufgerieben. Ebenfalls außerordentlich hoch find die Ver­luste der 13. und 25. Bttgade. Das 1. kanadische Rifle-RegimenL C. hatte vor dem Beginn der Offensive schon 300 Mann durch Gas verloren. Zu den Regimentern, dis am schwersten gelitten haben, gehören das 1. Verkch- und das 23. Füsilier-Regiment.

Weitere Rückzugsvorbereitunge».

Genf, 29. April. Gleich der heutigen Havasnote betone« alle der Umgebung Fachs entstammenden Nachrichten, daß dir englischen Stellungen nächst Ppern nur als provisorisch gewählte zu bettachten feien, weil sie dem fortgesetzten furchtbaren deut­schen ArtiNcriefeuer ausgesetzt seien. Der englische General Plumer hat Vollmachten erhalten, alle zur Schonung der Truz» pen erforderlichen Anordnungen zu treffen

Die Kampfe in Finnland.

Kopenhagen, 30. April. Nach einer Meldung des finnläwr dijchen Hauptquartiers ist nun ganz Wiborg erobert. Der Feind hält sich noch im westlichen Teil von Sorval Dranhara. 6008 Revolutionäre versuchten sich einen Weg nach Frederiksham zv Lahnen. Der Versuch wurde jedoch mit schweren Verlusten ab­geschlagen. Durch diesen Sieg hat das sinnländische Heer di- letzte starke Wehr des Feindes gebrochen.

Mykorg erobert.

Berlin, 30. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das finnische Hauptquartier meldet: Wiborg ist erobert.

Stockholm. 30. April Die Weißen haben Wiborg erobert. Die Roten halten nur einen wesentlichen Teil von Nervallas und Tienbaras besetzt. 2000 Rote versuchten gegen Frederiks­ham durchzubrechen. Der Versuch mißglückte unter sehr große» Verlusten.

Weiterer Darmarlch in Rußland.

Petersburg, 29. April. (WB.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Der Aufmarsch der Deutschen und Ukrainer gegen Rostow am Don wird fortgesetzt. Es wird berichtet, daß bei Alexandrowski im Gouvernement Jekaterinoslam Kämpfe statigefunden haben. Die Stadt soll geräumt sein.

Gegcnrcvolutionäre Unruhen?

Rotterdam, 30. April. Der Exchange Telegraph meldet aus Kopenhagen, daß während der letzten Tage keine Tele­gramme aus Petersburg eiugetroffen seien. Nach Be« richten aus Finnland sind in Petersburg ernste Unruhe» ausgebrochen im Zusammenhang mit einer Gegenrevs^