Ausgabe 
29.4.1918
 
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<«- LeL Mmra» üaä ofifes Mus Rumänien als ei» Lano, das rmS mckL rmr «ne nrdirettv. sofern auch eine sehr hohe direkte Kriegsentschädigung

zu zahlen fähig ist, ohne die Gefahr eines Bankerottes zu laufen, namentlich wenn man dein Besiegten mrch noch das außerordentlich wertvolle Beßarabien dazu schenkt! Freilich, etwas intensiver arbeiten und wirtschaften wurde mancher Rumäne dann vielleicht lernen müssen, aber diese ansgezwungene Lehre würde an der namentlich in ihren Oberschichten verschlemmten, sittenlosen Nation geradezu eine Kulturtat bedeuten. Und die ethischen Momente gehen ja unserer Regierung sonst so oft über die rein logischen!

Und an einer anderen Stelle:'

Gewiß mag der Friedensvertrag im Vergleich zu der absoluten Null der Verträge mit Rußland und der Ukraine einige, namentlich wirtschaftliche, Aktiva für uns bringen, aber die Frage ist die, ob das deutsche Volk nicht ganz andere, größere Ansprüche zu stellen berechtigt und in der Lage war. Die absolut objektive Prüfung dieser Frage sollte sich jedenfalls niemand durch die propa­gandistische Reklanre für die Leistungen unserer Unter­händler verwirren lassen, es könnten vielleicht einmal später unsere Nachfahren uns bitter zurufen:

Was Ihr der Minute ansgeschlagen, bringt uns keine Ewigkeit zurück!"

Kaiser Karl über Wchlljofen.

Wien, 26. April. (MTV.) Aus dem Kriegspressequartier wird berichtet: Seine k. u. k. apostolische Majestät gedachte des gefallenen Rittmeisters Freiherrn von Nicht Hofen in fol» -eitdem Telegramm an den deutschen Kaiser:

Ein erstklassiger deiner Opferen, ein Held, vom Feinde gefürchtet, aber geachtet, von Freunden bewundert und hoch- geschätzt, Rittmeister Freiherr von Nichthofen, blieb in barten! -Kampfe aus dem Felde der Ehre! Deine Armee traf ein schwerer Verlust, doch was Nichthofen als Vorbild gezeigt und gelehrt hat, wird fortlcben in deiner wackeren Flieger­truppe. Mit mir trauert meine Wehrmacht um diesen ganzen Mann. In treuer Freundschaft Karl.

Der deutsche Kaiser und König von Preußen antwortete:

Don Herzen danke ich dir für die warmen Worte, die du anläßlich des Heldentodes oes Rittmeisters Freiherrn von Richthofen an mich gerichtet hast. Der Geist dieses ausgezeich­neten Mannes wird in meiner Fliegertruppe fortleben und ihm nachzueifern, wird das BHtreben aller Flreger des deut­schen Heeres sein.

Mit herzlichen Grüßen Wilhelm.

Nichlhofens letzter Flug.

Darüber schreibt der Kriegsberichterstatter W. Scheuer- Mann. Richthosen war am Sonntag vormittag mit vier an­deren Flugzeugen seiner Staffel zu einem Feindfluge gestartet. Loa diesen waren zwei mit bewährten Kampffliegern besetzt, dem Leutnant Wolff und dem Vizefeldwebel Schultz. Zn den beiden anderen flogen Oberleutnant Karjus, der begonnen hatte, nachdem er trotz der schweren Verwundung, die ihm 1914 die rechte Hand weggerissen hat, sich jahrelang als hervorragen­der Beobachter ausgezeichnet hat, zur Kampffliegerei überzu- gchen, und Leutnant von Richthofen, ein junger Vetter des Rittmeisters. Zn drr Gegend Hamel wurde Leutnant Molff und Oberleutnant Karjus in einen Kamps gegen sieben englische Sopwilh-Camels verwickelt. Diesen eilten sieben weitere Sop- with-Cainels zu Hilfe, während gleichzeitig eine deutsche Al­batros-Staffel aus der Hohe von Saillv-le-Sec herbeistieß. Ein Teil der Engländer wich den Albatrossen aus, von diesen ver­folgt. Wolfs und Karjus blieben in ein Nahgefecht mit drei Ibis vier Sopwith-Camels verwickelt, als ganz plötzlich Richt- hofens rote Maschine vorbeistrich und einen der Feinde in stei­lem Ctuczfluge zur Erde drückte. Inzwischen schoß Leutnant Wolfs einen der übrigen Gegner, seinen neunten, brennend ab. Als er ihm nachschaute, beobachtete er noch, wie Nichthofen sei­nen Gegner ganz tieffliegent> noch Westen, bet Somme zu. ver­folgte. Im nächsten Augenblick war Leutnant Wolfs in einen Zweikampf mit einem sehr gewandten Gegner verwickelt. Nach mehrfachem Kugelwechscl hatte dieser wohl eine Ladehemmung, auch eine Anzahl Treffer im Apparat, so daß er sich zuriickzog. Dann stellte Wolfs mit Beruhigung fest, daß Richthofens Appa­rat in der Gegend von Hamelet verschwunden war. Auf dem Heimwege war er nebst den anderen deutschen Fliegern genö­tigt, ein ihnen begegnendes englisches Geschwader zu verfolgen. Als sie dann im Heimathafen eintrafen, waren schon eine Anzahl von übereinstimmenden Beobachtungen aus Flugzeugen und von Artillericbeobachtern gemeldet, welche ergaben, daß Richthofen feinen Gegner, den er bei scharfem Ostwinde gegen seine sonstige Gewohnheit etwa 8 Kilometer wert hinter die feindliche Linie verfolgt halte, zur Strecke gebracht und dann versucht hatte, seinen Apparat wieder in die Höhe zu bringen. Doch hatte die­ser sich alsbald wieder geneigt, infolge einer ' Verletzung des SteiKts oder eines Motordefcktes, und Richthofen hotte den Apparat auf feindlichem Boden in glattem, wenn auch steilem G-leitfluge unversehrt aufgesetzt. Man nahm daher allgemein Sn, daß der Siegfried der Luft unverwundet in englische Gefan­genschaft gefallen sei: denn ein Verwundeter halte den schweren Dreidecker nicht so sicher landen können. Erst der feindliche Funk­spruch brachte die allenthalben an der Front mit großer Erre­gung aufgenommenö und zuerst nicht geglaubte Mitteilung vom Tode des Helden. Inzwischen hat sich das Gerücht verbreitet, welches hier allenthalben umläuft, ohne daß ich die Quelle kenne, daß die Australier, ln deren Divistonsabschnitt das Flug­zeug niedergegangen ist, Richthofen nach Verlaßen seines Appa­rates erschlagen hätten. Die Stelle, wo sein ruhmgekröntes Hetzen dar Ende gefunden hat. befindet sich nördlich von Eorbie auf einem flachen Hügel in der Gegend, wo dis Anere in die Somme mündet. Nicktboken hatte, wie stets sn feine« Flügen.

fco« Pap.vre Abzeichen mitgeiromn^n. diesmal trug er

gegen feine Gewohnheit auch nicht den Orden Pour le merkte,

den et sonst stets unter seinen Pelz zu knüpfen pflegte. Aber

der Feind kannte seinen Dreidecker, den er seit Beginn der gro­ßen Schlacht wieder wie früher ganz rot angestrichen hatte, und dessen Erscheinen, bei unserer Infanterie und unseren Kolonnen stets hellen Jubel auslöste, wie es den Feind mit Schrecken er­füllte. Zn würdiger Fassung hat der alte Vater des Helden die Nachricht ausgenommen und aus Flandern, wo er eine Orts­kommandantur bekleidet, dem Jagdgeschwader, welches den Na­men Richthofen weiter führt, gedrahtet, daß er wünsche, der Geist seines Sohnes möge in seinen überlebenden Mitkämpfern lebendig bleiben. Die durch den Tod ihres Führers tief in Trauer versetzten Flieger des Geschwaders schwören beim An- denken an den gefallenen Holde», daß sie ihn rächen werden.

Des Mus rauft iui die Deichs da«

Berlin, 28. April. (WTB.) Der Kaiser hat an den Reichs­kanzler Dr. Grafen v. Hcrtling folgendes Telegramm gerichtet:

Der Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1917, den mir der Staatssekretär des Reichswirtschaftsamles mit eingehendem Bericht vorgelegt hat, gibt mir ein Bild von der glänzenden Verfassung unsere Geldmarktes und von der Widerstandskraft unseres Wirtschaftslebens, das mich mit stolzer Freuds erfüllt und für das ich allen Beteiligten meine warme Anerkennung aussprechen möchte. Gewiß danken wir diesen einzigartigen Erfolg in erste: Linie den Siegen, die Gottes Gnade unfern Führern und Kämpfern in Heer und Flotte geschenkt hat. Sie begründen das starke Vertrauen auf die unüberwindliche Kraft und Zrckunft Vaterlandes, das, wie der großartige Erfolg der achten Kriegsanleihe beweist, alle Glieder des Volkes erfüllt. Daneben ist es aber die her­vorragende Politik unserer Reichsbank, die im Verein mit der Leistungsfähigkeit und vaterländischen Gesinnung der beteilig­ten Kreise zur Aufbringung der Kriegskosten den unerschütter­lichen Rückhalt gegeben hat. Es ist mir eme Freude, dies grade vom Schlachtfeld und unter dem Eindruck des unauf­haltsamen Vordringens zum Ausdruck zu bringen. Wir siegen militärisch und wirtschaftlich und gehen einer gewiß nicht leichten,, aber starken Zukunft emgegen."

Dem geliebten Daterlnude.

Berlin, 27. April. (WTB.) Von Generalfeldmarschall v. Hindenburg ist dem Präsidenten des Preußischen Abgeordneten­hauses Graf v. Schwerin-Löwitz folgende Drahtung zugegangen:

Dem Preußischen Abgeordnetenhause beehre ich mich für die freundlichen Glückwünsche besten Dank zu sagen. Die Er­stürmung des Kemmelbsrges ist ein neuer Beweis der unge­brochenen Augriffskraft und des Siegeswtllens unserer un­vergleichlichen Truppen. Die Anerkennung der Heimat für das Geleistete wird der Truppe ein Ansporn sein, dem gelieb­ten Vaterlande einen baldigen siegreicher: Frieden zu er­kämpfen."

Vom Felde

der Ehre.

Echzell. Grenadier Heinrich B i n d i n g, Sohn des Landwirts und Wagnermeisters Binding, bei einem Sturm- Bataillon im Westen, wucke wegen tapferem Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Herzlichen Glückwunsch!

Niedcr-Erleubach. Der Gefreite Karl Dreh, Sohn des hiesigen Pächters Dietz. bei einem Feld-Artillerie-Negie- ment, wurde zum UnteroffM? befördert nachdem er sich in den letzten schweren Kämpfen rühmlichst ausgezeichnet hatte. Er ist bereits im Besitz des Eisernen Kreuzt erster und zweiter Klasse. Herzlichen Glückwunsch!

Ans der Heimat.

Moderner Liederabend. Wir machen an dieser Stelle eben­falls auf den morgen Dienstag, den 30. April, zu Bad-Nauheim (Theatersaal) stattfindendenModernen Lieder-Abend" auf­merksam. Die Vortragende. Frl. Mary G r a s e n l cf, wurde zu Bad-Nauheim geboren; erst wollte sie sich zur Pianistin ausbil­den, bis ihre auffallend helle und selten schöne Sopranstimme entdeckt wurde und sie bestimmte, sich dem Gesang zuzuwenden. Der Ruf einer Künstlerin mit lieblich feinem Vortrag geht ihr voraus, ebenso vorteilhaft ist der Meister Mraezek, der die Klavierbegleitung übernommen hat, als hervorragender Künst. ler bekannt.

Nicdererlenbach. Man sollte nicht glauben, daß finsterer Aberglaube im 20. Jahrhundert noch manche Leute befangen hält. Kam da ein fremdes Weib aus fahrendem Volk hierher, jedenfalls war Hamstern ihr Zweck und sie kam bei dieser Ge­legenheit mit einer hiesigen Frau ins Gespräch. Die Frau klagte der Fremden ihre Not, von der ja heutzutage kein Mensch ver­schont ist. Das Weib versprach ihr die Zukunft zu deuten und Befreiung von aller Nor, wenn ihren Weisungen genau Folge gegeben würde. Die hiesige Frau ließ sich beschwätzen, die Wun­dertäterin hieß sie einen namhaften Geldbetrag in eine Schüssel legen, dann begaben sich beide in eine Kammer, von da wurde die Frau in den Kuhstall geschickt, wo sie allerlei Hokuspokus verichten sollte. Als unsere Frau wieder in die Kammer kam, war die Schüssel verdeckt und die Fremde verließ nun auch den Raum, schloß ab und befahl der Frau, nicht eher zu öffnen, bt» sie zurückkäme. Wer aber nicht Duriickkam, war die Landstreiche­rin,' als die Frau nach ein paar Tagen öffnete, war wohl die Schüssel vorhanden, ihr Geld aber war sie losgeworden. Also geschehen eine Stunde vor den Toren von Frankfurt am Main im Jahre 1918, im vierten Jahr des Weltkrieges!

Oberrrtenbach. Auch in hiesiger Gemeinde geht man mit derguten alten Zeit" und bekümmert sich nicht um die Berlirrer Bestimmungen. Die sogen. Sommerzeit paßt nicht für unsere Verhält uisse. A h in den meisten benachbarten Gemeine»

verftkyrt man so. Ueber die Einführung der Sommerzeit lese« wlr in derDarmsiädter Zeitung": Die Nichtanerkennung der neuen Sommerzeit macht gegenwärtig in zahlreichen weiteren Landgemeinden Rheinhessens, sowie auch in anderen Teile» Hessens weitere Fortschritte. Wie im Kreise Worms, so ist man auch in anderen Kreisen vielerorts zur alten Zeit, als der dem Landleben weit besser angepaßten, Zurückgekehrt. Die Uhren gehen nach der alten Zeit und die Kirchenglocken läuten wi« früher früh morgens und nachmittags um 1 Uhr zum Begum der Feldarbeiten und am Abend zu deren Beendigung. Dis Kinder gehen nach der alten Zeit um 7 Uhr morgens und um 1 Uhr mittags zur Schule, so daß damit der Forderung der Schulbehörde, den Unterricht nicht vor 8 Uhr (nach der neuen Zeit) zu beginnen, doch entsprochen ist. So wickelt sich alles Le­ben auf den Landorten ohne besondere Störung nach der alten Zeiteinteilung ab, nur die Uhren der öffentlichen Anstalten, wie der Post und der Bahn, stehen mit der Dorfuhr nicht im Einklang und gar manchem spielte dieser Umstand schon einen unliebsamen Streich.

Ans dem Vogelsberg, 24. April Allgemein hegte man die Befürchtung, die kalten Rächte der seitherigen Lage hätten das Frühobst vernichtet. Dem lst aber nicht so. das Frühobst ist er­halten gebliebe.n. Das Thermometer stand zwar in 'der Nähe von Rull. Doch nicht darunter. Wohl haben die kalten Tage das Wachstum etwas gehemmt, sie haben aber auch das Ungeziefer nicht aufkommcn lassen, Gerade dem Wintersamen drohten die schwarzen Erdflöhe, jetzt vermag er bei wärmerem Wetter zu b.ühen. Die Wintersaat zeigt einen Stand, wie er seit Beginn des Weltkrieges noch nicht dagewesen, und die Frühjahrsbestel- lung geht bei so günstigen Bodenverhältnissen vor sich, wie sie der Landmann nur wünscht. Die Kartoffeln lassen sich bei dem lockeren Boden nach Wunsch setzen. Die ursächliche Bedingung zu einer guten Ernte, die allerdings noch von anderen Umstan­den abhängt, wäre gegeben.

Frankfurt a. Main, 24. April. Durch die Kriminalpolizei wurde in der Wohnung des 26jährigen Kellners Albert Sturz, Grcße Gallusftraße 3, ein großes Spielernest ausgehoben. Als die Beamten in die Wohnung einorangen, fanden sie nicht weni­ger als 25 Personen vor, die in nachmitternächtltcher Stuirde tempelten. Die Umsätze bewegten sich in erheblicher Höhe, Ein­sätze von 100 Mark waren keine Seltenheiten. Mehrere Per­sonen, darunter einige fahnenflüchtige Soldaten und lang­gesuchte Verbrecher wurden festgenommen, die übrigen Spieler nach Feststellung ihrer Personalien freigelassen.

Bad-Homburg. Bei der Suche nach gestohlenen Treibrie­men in Bad-Homburg stieß die Polizei gestern im Keller eines abseits gelegenen Hauses auf eine Geheimschlächterei. Etwa zwei Zentner Fleisch waren frisch ausgehauen. Die Haute von zwei Stück Großvieh, die noch da waren, lassen darauf schlie­ßen, daß auch noch mehr Fleisch vorhanden gewesen sein muß, das bereits den Weg des Schleichhandels gegangen ist. Eins gut geführte Kundenliste gibt Über die Käufer Auskunft, unter denen sich mehrere Homburger Wirte befinden. Des weiteren beschlagnahmte die Polizei an der hingen Gepäckannabme einen Keffer und einen Schließkorb. die aus dem Hessischen her- übergeschickt waren und zwei Zentner ftisches Fleisch enthielten.

FO. Königstern, 24. April. Aus der Villa Hardtberg dahier wurden nächtlicherweile von Dieben 28 Hühner und 1 Hahn gestohlen. Die Tiere wurden an Ort und Stelle

abgeslUachtet.

FC. Idstein, 25. April. Von einem Herzschlag betroffen wurde auf der Straße von Idstein nach Heftrich der Kanonier Greim vom Feldartillerie-Regiment 63. der zu seiner Ablösung nach einem dortigen Holzkommando wollte. Der Tod trat so­fort ein.

AuS Starkenburg.

Darmstadt. Die Darmstädter Stadtverwaltung gibt eins größere Partie Rübcnsnuerkraut. das ihr vom Kriegsernah» rungsamt zur Verfügung gestellt wird, an minderbemittelt» Bewohner der Stadt gegen Vorzeigung der Lebensmitlelkart» kostenlos ab Das Zeug will nämlich niemand für Geld haben.

FC. Aus dcm Kreise Heppenheim, 25. April. Die Früh» jahrskouferenzen der Lehrer des Kreises finden statt: in Hep­penheim am 29. April, in Viernheim am 3. Mai, in Birkenau am 7. Mai, in Fürth am 16. Mai, in Waldmichelbach am 24. Mat und in Hirschhorn am 28. Mai. Die Tagesordnung bringt: Der vaterländische Hilfsdienst und die Schule".

Zur Hinrichtung des Raubmörders Gebhardt.

Zwcibrückeu, 26. April. Nachdem Gebhardt Me Mit» teilung von seiner bevorstehenden Erschießung erhalte» hatte, gab er in der Gefängniszelle dem Anstaltsgeistliche» ein volles Geständnis seiner Schuld. Er stellte damit ein früheres Geständnis richtig und legte dar, daß die Tat sich als Nwhlgeplanter und überlegter Raubmord darstelle. Nachmittags diktierte er dann dem Geistlichen das Geständ­nis und ermächtigte ihn, es dem Ersten Staatsanwalt zn übergeben. Auf dem Richtplatz, dein in der Nähe Zwei- krnckens gelegenen Garnisonschießplatz wiederholte er wenige Augenblicke vor seiner Erschießung das Geständnis, erklärte, daß das Urteil gerecht und die Todesstrafe verdient sei und bat die menschliche Gesellschaft, an der er sich schwer versündigt habe, um Verzeihung. Das Versteck der gerank" ten 40000 Mark wisse er nicht, das kenne nur sein Vater. Obwohl das Geständnis Gebhardts die Tat in allen Einzelheiten glaubhaft schilderte, und namentlich muh Mit-, teilnngen über die mehr oder minder große Beteiligung seines Vaters an der Tat enthält, ist nach den bestehenden Bestimmungen über das standrechtliche Verfahren eine Mio- deransnahme der Verhandlung gegen den Vater, der knrzlichj seine 6jährige Zuchthausstrafe im Zuchthause zu Ebrach an-> getreten hat und bisher von der ganze» Mordtat nichts wissen wollte, ausgeschlossen.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: OttH Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r J Friedbera. Druck und Verlag der ^Ne»m LagÄtzeitrmgV «. QL Kriedbem fcjft'