Ausgabe 
29.4.1918
 
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Nummer 99

Montag» den 39. April £918

11. Jahrgang.

Die ..;-ei:e T aoev?eitnng" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige BeilagenDer Sauer aus Hessen".Die Spinnstube". Serugsprers: Bei den Postamtaiten vwrieliährlich Mk. 2.4g hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei ven Aocnten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anreigen: GrundzeUe Pfg.» lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswarrs veroen durch Postnachnahms erhoben. Eriüllungsori Friedberg. KchEleitnng und Verlag ^riedberg (Hessen), ^anauerstraße 12. Fermprecher 48. Postj heck-Lonto Nr. 4859. int Fran iurt a. M.

Immer naher an Upern.

Feindliche Angriffe verlustreich ;nsammengedrocheu. Das Dorf Kolrer genommen. Taoajiehus in Finnland besetzt. Die Festung Kars von den Türken besetzt» grotze heute.

49 000 Tonnen versenkt.

Der deutsche GeneraUtab .. meidet: ... .

W. T. K. Großes Aanptqnartirv, den

I-'. Apnr. Amtlich.

Westlicher Kriegefchanpletz.

Nördlich von Wytschaete stießen wir bis an den Südrand Von Boormezeele vcr. Französische und englische Divisionen ver­suchten vergeblich uns den Kemmel wieder zu entreißen. Ihre am Bormirtag auf der Front von Dikkebusch bis Loker, in den M-endstunden aus der Gegend von Loker bis westlich von Dra- noeter angesetzten Angriffe brachen in unserem Feuer verlust­reich zusammen. Wo der Feind unsere Linien erreichte, unter­lag er im Nahkampf.

Nordwestlich Mervtlle, auf dem Südufer der Lys und bei Givenchy scheiterten feindliche Vorstöße. Zwischen Scarpe und Somme Erkundnngsgfechte.

Nordwestlich Merville, auf dem Süduser der Lys und bei Givenchy scheiterten feindliche Vorstöße. Zwischen Scarpe und Somme Erkundungsgefechte.

Südlich von der Somme verblutete sich der Franzose in mehrfachem Ansturm bei und südlich von Villers Vretonneux. Nach dem Scheitern starker Frühangriffe am und nördlich vom Walde von Hangard faßte der Feind am Nachmittag seine Kräfte vornehmlich Marokkaner zu erneuten Vorstößen Kegen den Hangard-Wald und nördlich vom Lucce-Bach zusam­men. Die mehrfach wiederholten, durch stärkstes Artilleriefeuer eingeleiletsn Versuche, unsere Linien zu durchstoßen, schlugen fehl. Aus eigenem Entschluß schritten Infanterie-Abteilungen beiderseits des Lucebaches zum Angriff, säuberten mehrere Ma- fchinengewehrnester und nahmen hierbei Franzosen gefangen.

An der übrigen Front nichts von Bedeutung.

Oste«.

Finnland.

Versuchs des Feindes, unsere Linie bei Lahti nach Osten zu Durchbrechen, scheiterten.

Der Erste Ceneralquartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 27. April, abends. (WTB. Amtlich.) Der Eng­länder hat weitere Teile flandrischen Bodens überlassen. Wir stehen in der Linie südwestlich LangemarckVerlorenhoek HoogeZillebeke.

*

W. T. B. Großes Kauplssirartier, den 28. April. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem flandrischen Kampfeld wich der Feind in rückwär­tige Linien aus. Südlich von Langemarck ging er über den Steenbach, östlich von Supern in feine Stellun en vom Herbst 1914, bei Zillebeke über diese hinaus zurück. In scharfem Nach, drängen zwangen wir den Feind vielfach zum Kampf. Hierbei »ahmen wir Belgier und mehrere Hundert Engländer gefangen. Wir erreichten die Linie: Südwestlich von LangemarckWestufer des Steenbaches Verlorenhoek Hcoge ZillebekeVoorme- zeele. Die in vergangenen Jahren schwer umkämpfte Doppel­höhe 65 ist ir» unserem Besitz.

Starke Artillerietätigkeit im Abschnitt des Kemmel. Nach Abwehr der französischen am Abend des 26. April gegen den Westhang des Berges geführten Gegenangriffe stieß unsere In­fanterie aus eigenem Entschluß dem zurückgeschlagenen Feinde nach und erstürmte den Ort Loker.

Auf dem Nordufer der Lys scheiterten feindliche Vorstöße. Hierbei nahmen wir ebenso wie bei einer erfolgreichen Unter­nehmung nordwestlich von Festubert Engländer gefangen. Bei Givenchy wurden starke englische Angriffe abgewiesen.

Auf dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme blieb die Gefechtstätigkeit auf Erkundungen und zeitweilig aufleben- denArtilleriekampf beschränkt. Am Hangard-Wald brach ein feindlicher Teilangriff zusammen.

Finnland.

General Graf v. d. Goltz hat Tavestus nach Kampf ge- j «ommen. Bei dem Einzuge in die Stadt wurden unsere Trup- I ven von der Bevölkerung begeistert begrüßt.

Der Erste Genernlquartiermeitter: Ludendorsk.

Abendbericht.

Berlin. 28. April, abends. (WTB. Amtlich.) Don den Schlachtfeldern nichts Neues.

|j Der österreichische Generaistab meidet:

Wien, 27. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Im Südwesten schränkte schlechtes Wetter die Kampftätig- keit ein.

Der Chef des Ccneralstabes.

*

Wien. 28. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

An der italienischen Front keine größeren Kampfhand­lungen.

Der Chef des Generalstabes.

Der bulgarische Generalstab ___ i meldet: =z^ = v=

Sofia, 25. April. (MTB) Generalstabsbericht.

Mazedonische Front. «Vestlich des Ochrida-Sees auf der Front von Tfcherwena Smna bis Dratindol und nördlich von Bitolia war das Artillerrefeuer auf beiden Seiten zeitweilig lebhafter. In der Moglena-EegSAd war die Erkundertätigkeit beiderseits gesteigert. Oestlich dev Wardax verstärkte sich bas feindliche Feuer. Bei einem Luftkampf schosien deutsche Flieger e.in feindliches Flugzeug ab, das in den Prespa-See stürzte «nd setzten einen französischen Fesielballon südöstlich von Ditoli« in Brand.

Dobrudschafront: Waffenstillstand.

Sofia. 27. April. (WTB.) Eeneralstabsbericht.

Mazedonische Front: An »er Cervena Stena versuchte« nach längerer Artillerievorbereitung starke französische Sturmtnippen in unsere Gräben einzudringen, sie wurden aber durch Vrtille- riefeuer zurückgetrieben. Wir verjagten durch Bombevwerfen eine Infanterieabteilung. Südlich von Huma und östlich vom Wardar verstärkte sich die beiderseitige Artillerietätigkeit zeit- weise. Oestlich der Cerna wurde ein französisches FluMjeug von unserer Artillerie getroffen und gezwungen, jenseits der feind­lichen Linien niederzugehen.

Dobrudschafront: Waffenstillstand.

türkische Hauptquartier

meldet:

Konstantinopel, 27. April. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht.

Palästinafront: Stellenweise Patrouillengefechte. Ein

feindliches Flugzeug wurde bei Nabku abgeschossen. Der Beobach­ter wurde verwundet gefangen genommen.

Kaukasusfcont: Unsere Kämpfe um Kars führten zum Falle der Festung. 860 Geschütze verschiedenen Ka­libers sind erbeutet worden. Auf den übrigen Fronten nichts Besonderes.

*

Konftantlnopel, 27. April. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht.

Palästinafront: An der Straße JerusalemNablus brachen unsere erkundenden Stoßtruppen öies in die feindlichen Stellun­gen ein. Ihr Stoß führte sie bis in den Ort Chabu Felch. Gegen Abend nahmen wir unsere Truppen zurück. Der Feind erlitt schwere Verluste. Allein bei Chabu Felch ließ er 50 Tote. In der Gegend von Mäan wurden erneute Angriffe der Rebellen abgewiesen.

Kaukasusfront: In Kar» »rbeuteten wir außer den 860 brauchbaren Geschützen viel Munition, Kriegsmaterial und an­dere Vorräte.

Mesopotamien: In den letzten Tagen fühlten englische Kräfte gegen unsere Stellungen am Schutt el Adem und bei Djialla vor. Sonst nicht» Neue».

49 000 Tonnen versenkt.

Berlin, 26. April. (WTB. Amtlich.) Neue Erfolge unsere« Mittelmeer-U-Boole schädigten den Feind um 5 Dampfer mit zusammen etwa 24 000 Vcuttoregistertonnen.

Oberleutnant z. C. D o e r i tz drang mit seinem U-Boot i« den durch Sperren geschützten und durch Flieger bewachte« Hafen von August (Sizilien) ein, griff dort den englische« DampferCyklops" (9033 Tonnen) an und lief trotz feindlicher Gegenmaßnahmen unbeschädigt wieder aus.Cyklops" kenterts und sank. In der Otrantostraße wurde unter besonders starker Gegenwehr ein größerer Dampfer mit Passagieraufbauten, am scheinend ein Truppentransportdampfer, versenkt.

Der Chef de» Admiralstabs der Marine.

Berlin, 27. April. (WTB. Amtlich.) Neue U-BooterfolgO an der Westküste Englands: 25 000 Bruttoregistertonnen. Ei« Dampfer von mindestens 12 000 Bruttoregistertonnen und ei« großer bewaffneter Dampfer von 6000 Vruttoregistertonnen uui» den aus stark gesicherten Eeleitzügen herausgeschosien.

Der Chef des Admiralstabs der Aarine.

Die Schiffsraurunot ist überwältigend.

Sir Josef Maclay, Leiter des Schiffahrtsamtes, richtete durch die Vermittlung des Londoner Vertreters derNew-Porß Times" folgenden packenden und vielsagenden Aufruf an di» Bevölkerung der Vereinigten Staaten:

Die Schiffraumnot ist überwältigend. Nur die Vereinig­ten Staaten können uns helfen. Unsere Lage wäre nicht: hoffnungslos, wenn Ihr Land feine Versprechungen hält. Sir muffen bedenken, daß der Reinverlust der Westmächte 1917 698 Schiffe betrug. Diese Flotte hätte genügt, um alle« Weizen zu importieren, den England braucht, d. h. 5075 Prozent der gesamten englischen Leöensmittelelnfnhr. Fer­ner versenkten die deutschen U-Boote erheblich mehr als dop­pelt so viel, wie die britischen Wersten bauen. Zwar wächst die Zahl der amerikanischen Truppen in Europa täglich, aber jeder angekommene Soldat steigert die Schiffsraumnot durch die notwendige'Zufuhr an Nahrung, Kleidung und Munition. Die Schiffsnot wurde erst jetzt so ernst. Unsere Leute sind kriegsmüde und ihre Nerven durch die Z^jährigen Entbeh­rungen überreizt und unbarmherzig erschöpft. Kein Wunder» daß ihre Arbeit darunter leidet. Amerika kann Helsen. Un­sere Lage ist kritisch, bes r.ic bis zur nächsten Ernte. Mif unseren Hilfsmitteln Ii wir fest, wir können nicht mehr zurück. Doch Ihr Anup!ai,er habt Menschen, Talente und Rohmaterial, um die Sache des Verbandes zu erlösen.

Die Schlacht im Westen.

Die geopferte Elitetruppe.

Berlin, 27. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die als Elite- truppe bekannte Division marocaine, die an Stelle der an. den beiden Vortagen stark erschütterten Engländer nördlich von: Hangardwalde eingesetzt werden mußte, hatte außer­ordentlich schwere und blutige Opfer bringen müssen, Turko- und ein Zuavenregiment der 1. Fremdendivision kamen dicht geschlossen nebeneinander angreifend in dichtein Nebel bis an die deutschen Linien heran. Sie wurden a«ff kürzeste Entfernung von den deiitschen Maschinen geweht niedergemäht. Nur schwache Reste des tapfer fechtenden Feindes erreichten südlich von Billers-Bretonneux die vor­derste Linie, wurden jedoch alsbald durch energischen Gegen­stoßstoß restlos zurückgetrieben. Weiter nördlich und auch weiter südlich war der Feind gezwungen, im Feuer kehrt zu machen, wodurch er schwere Verluste erlitt. Von allen aN greifenden Regimentern, die der französischen ElitedivisiM angehörten, blieben zahlreiche Gefangene in unserer HanL. Haufen von Toten liegen vor den deutschen Stellungen unter ihnen find mehrere Eingeborene von den Philippinen die zufällig bei Kriegsausbruch sich in Frankreich befände^ und ungefragt in die Armee eingereiht wurden.

Deutsche und feindliche Tanks.

Eine Episode aus den Tankkämpfen vom 24. April ver­dient besonderes Interesse. Südlich VillerS Bretonneux trat zum erstenmal der Fall ein, daß unsere Sturmpanzerwagen unmittelbar mit feindlichen Tanks zusammen stießen. Di«