Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck.
Nachdruck verboten.
Helen sprang auf. Sie preßte die Finger in die Ohren und rief: „Sei still, Archie! Sei still! Ich kann das nicht Heren! Ich kann doch nicht! Ich kann doch nicht!"
„So werde ich es ohne Deine Hilfe versuchen. Aber —" ' „Ja, aber warum willst Du denn durchaus fort? Etz find so viele englische Offiziere hier in Deuffchiand. Es geht ihnen ganz gut. Und wenn Du wieder nach London kommst, mußt Tu noch einmal wieder in den schrecklichen Krieg."
. Mlrß? Ich will! Aber dafür hast Du natürlich kein
-urdnis. Dir fehlt eben jedes Gesühl für unsere Lage. ?- bi '* überhaupt keine Engländerin mehr. Ich habe das legen lange gesuhlt."
„Sag das nicht. Archie! Was soll ich denn als schwache Frau tun? Ich will überhaupt mit dem allen nichts zu Wktvbabn. Ich Bin Alfreds Frau, das ist für mich zenua f§ ift für mich Lebenszweck."
. "Dumm bist Du!" rief der Bruder wütend. „Hast Unien andgrn Gedanken als Deinen Fred, diesen anfge- b osenen LaUen, der uns die schönsten Schiffe wegschnappt! Na, warte! Wir rechnen ab!"
„Nim sei aber endlich still. Bruder! Ich will Deine gottlofen Beden nicht länger hören. Kein Wort auf Alfteb! Du ärgerst Dich ja nur. daß drüben keiner ist, der eS ibm nachmacht. Und weshalb schiltst Du mich aus? Soll ich Dir Svlonendienste leisten, oder, wie Du mir jetzt zumutest, den Deckmantel für Dein Entkommen abgeben? Ich denke ja nicht dran! In welche Lage käme ich? Was würde niein Schwiegewater sagen? Mein Verhältnis zu ihm wäre mit einem Schlage zerstört."
„Ach was! Was will er denn machen, wenn ich fort bin? Er kann Dich doch nicht anzeigen! Der alte Streitkopf. Ein kleiner Dämpfer wär' ibm schon recht Er hat mir unangenehme Dinge genug gesagt in diesen Monaten. Aus Klugheit schwieg ich was sollte ich auch sonst tun?"
„Ich Hab euch gern zngehört. Archie." sagte Helen in dem Bestreben, den Bruder auf andere Gedanken zu bringen »Du m ußt doch selbst einsehen, in manchen Teilen hatte der
dlt'e Herr so unrecht nicht. Hat er mH seiner Behauptung nicht ganz recht, daß keiner den: andern was zu sagen hat, wenn er fich Schiffe bauen will? Das ist doch ganz natürlich!"
Archibald warf der Schwester einen wütenden Blick zu. „Der Vergleich mit den Automobilen hat wohl Eindruck gemacht? Blödsinn! Wir wollen's ihnen zeigen, wen sie zu
fragen haben!"
. „Wäre doch nur dieser unselige Krieg erst zu Ende!" rief Helen leidenschaftlich „Nichts als Jammer und Elend bringt er in die Menschheit. Warum mußte das sein? Und zu denken, daß Papa —"
„Papa? Was ist's mit dem Papa?" Archibald fraate es kurz und scharf.
"Hier in Deutschland sagen sie doch alle, daß Papa die Hauptschuld an dem Kriege trage. Du hast's ja selbst in der Zeitung gelesen."
„Unsinn! Der Papa vertritt die Vorteile seines Landes wie es seine Pflicht ist. 'Wenn diese Vorteile denen Deutschlands zuwider laufen, kann er nichts daran ändern! Soll er etwa, weil sein Schwiegersohn ein Deutscher ist, seine Politik danach einrichten? Du weißt gut genug, daß Papa nur gezwungen in Deine Heirat willigte. Er hat voraus- gesehen. wie os kam."
. „Was geht mich eure Politik an. Ich bin glücklich in meiner Liebe. Am allerliebsten hörte ich von allem anderen nichts!"
„Das Vergnügen kannst Du haben, sobald ich fort bin. Denn mit Dir wird sich der Herr Baron wohl nicht vom Kriege unterhalten! Er hat ja nun auch alles, was er auf England und die Engländer zu sagen hatte, auf mein Haupt abgeladen."
„Er meint es nicht so schlimm. Uebrrgens bist Du ja auch nicht still gewesen. Du mußt aber eins zngeben, er hat Dich sehr gut ausgenommen. Du bist großartig verpflegt worden, und jetzt willst Du ihm so seine Gastfreundschaft vergelten?"
„Seine Gastfreundschaft? Ich zweifle, daß es die seine war. Baron von Werkheim würde mich sckgverlich eingeladen haben, wenn Tu ihn nicht so dringend darum gebeten hättest. Darüber ist mir in der ersten Zeit kein Zweifel ge- blieben. Und im übrigen ist es ja auch Dein Haus. Tie
Gattin des einzigen Sohnes und künftigen Besitzers hat bocÄ 1^01)1 das Recht, sich ihren Bruder einzuladen?"
"Du willst also wirklich fort? Warum nur? Deine Flucht ändert doch an der ganzen Knegslage nichts. Ob Du hier bist oder dort, das ist doch einerlei." ^
m f Du nicht. Du hast ja überhaupt kein Verständnis für die großen Fragen der Zeit, hast keine Vaterlandsliebe. Aber ich! Ich! Verstehst Du denn nibt, was es für mich bedeutet, hier sitzen zu müssen und untätig zuzusehen wenn die ganze Welt in Flammen steht! Und man braucht mich! Ich weiß, daß man mich braucht! Eng- land braucht jeden Mann! Unsere Offiziere sind sehr knapp.
Fliegerkorps haben wir starke Verluste gehabt. Und ich sollte hier sitzen, wo sich mir günstige Gelegenheit bietet?"
„Du sollst aber nicht fort! Ich will es nicht! Ter Baron hat sich für Dich verbürgt. Vergißt Du das? Du machst ihn zum Wortbrüchigen."
„Er hätte es nicht tun sollen. Kein Mensch kann sich für einen airderen verbürgen, noch dazu für einen, den man nubt kennt."
cm’ "^ er konnte Dich und ich habe ihn dazu beredet. Wie sehr bat ich ihn. Natürlich wußte ich nicht, daß mein Bruder wie ein Schuft handeln würde."
„Ned' keinen Unsinn, Helen! Mit der Ehrenhafti'gkeit kommt man im Kriege nicht weit. Jetzt gellen andere Regeln.^ Je rücksichtsloser und grausamer man vorgehr, desto rascher ist er zu Ende. Und das ist jetzt das Nötigste. Tu hast ja gehört, daß die Deuffchen sich einbilden, uns mit ihren llnterseeboten abznschneiden! So ein Größenwahn. Dein Herr Gemahl ist ja der schlimmste dazwischen!"
„Und wenn es ihnen gelingt?"
„Niemals! An dem Gedanken, uns wirksam bekzu» kommen, haben sich schon andere und größere Geister dis Sck)ädel eingerannt als sie Deutschland jetzt hat. Aber »ras reden wir noch lange. Ich bin nicht gekommen, um mit Dir über Politik zu sprechen. Also, Helen, Du hilfst wir?"
„Nein, nein, nein! Ich kann nicht! Laß mich in Ruhe mit Deiner Geschichte. Ich kann einfach nicht!"
„So werde ich es ohne Dich tun. Und wenn sie mich fassen und ich werde erschossen, so kommt mein Blut auf Dein Haupt. Durch Deine Hilfe könntest Du verhindern, daß man meine-Flucht zu früh entdeckt." (Fortsetzung folgt.)
Todes-Anzeiqe.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen unvergeßlichen Mann unseren lieben Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwier nd Onkel
Georg Heilst!
Km» mwij ^luiu i.
iiTi Alter von 66 Fahren in die Ewigkeit abzurufen.
Schwalheim, Frankfurt a. M., Bingenheim, 8. April 1918
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. April, nachmittags 3 Uhr statt.
Wff
Kelramttmachmrg
über den Bezug bestellter Nähnnitiel.
^ Die au' unsere Bekanntmachung vom 25. März bs ^5. bet den Kleinhandelsaeschüsten bestellten Mengen
Cuppkil, £ap, ClMM ßiiii leipomt
können von den Bestellern vom 11. ds. Mts. ab bezogen werden. Der Bezug kann nur bei dein Geschäft ersolgen, bei dem die Bestellung au>gegeben wurde. Dabei ist die Nährmittelkarte mit vorzulegen. Nahr- mittelkarlen ohne die betreffenden Macken berechtigen nicht zum Bezugs einzeln aügetcennte Qmttungs- und Bezugsmarken sind wertlos.
Es entfallen auf:
Nährmittelkarle B (rot) Marke 38
„„„ 1 Suppenwürfel zn 10 Pfg. und
100 Gramm Kartoffelwalzinehl zu 8 Pfq. Nahrmittelkarte B (rot) Marle 39 8
, 125 Gramm Saas zu 30 Pf«.
Nahrmittelkarte C (blau) Marke 44 8
. , 125 Gramm Graupen zu 9 Pfq.
NahrmittelkartL C (blau) Marke 45 125 Gramm Teigwaren (Auszugs»,.) zu 20 Pfg.
- .. ^ ^em 17. April verlieren die Marken ihre Eultia- kert. Wer die von ihm bestellten Waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht bezogen hat, vertiert den Anspruch darauf.
Die Kleinhandelsgeschäfte haben die betreffenden Qutttungs- und Bezugsmarken abzutrennen und getrennt nach Nummern und Farben bei uns, aus Bestellboqen ausgeklrbt, abzuliefern.
Bis zudem vorstehenden Zeitpunkt, also dem 17. April von den Bestellern nicht abgenommene Warenmengen
ÄJ 1 ™ *2 2? t5 : anzuzetgen. Nichtbeachtung
Mejet Vorschrift hat oen Ausschluß von dem Vertrieb der Nahrmtttel zur Folge.
Friedberg, den 9. April 1918.
Der stellvertretende Bürgermeister.
(Stadt. Lebensmittel-Ausschuß)
2. A ' L a n a s d o r f. i
__’S?-
&elz t : Tie Ein chrmckungde Verkaufszeiten in den offenen Verkaufsstellen der Sladt Friedberg.
?'ritzo!iski-VersrdNi!g.
Auf Grund der §§ 139 f und 142 der Gewerbeordnung für das Deut.che Reich, § 258 der Aus- führungsverordnung zur Gewerbeordnung, wird nach Anhörung der {pwltö- Handelskammer, sowie der Stadlvertretung Friedberg und mit Genehmigung Eroßherzog- lichen Kleisamts Friedberg für die Stadl Friedberg ein chließuch des Stadtteils Fauerbach folgendes bestimmt:
Die Verkaufszeiten in den sämtlichen offenen Verkaufsstellen, aucy in denjenigen der Buchhändler, werden bis auf weiteres auk die Stunden von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags festge.eLt. ^
Am Sonnabend und an 10 Tagen vor Pfingsten findet dagegen der Ladenschluß erst um 8 Uhr statt.
Der Ladenschluß für die Sonnend Festtage bleibt unverühn.
Diese Ortspolizei-Verordnung tritt mit dem 15. April 1918 in Kraft.
Friedberg. den 9. April 1918 Der Bürgermeister.
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Kleinverkauf
in Mengen bis zu 10 Pfund, Donnerstag vormittags von 9 -10 Ahr, Eingang von der alten Vahnhofstraße aus, ge^be Rüben, Preis pro Pfund 14 Pfg. Kohlraben, Preis pro Pfund 6 Pfg.
Letzter Grotzverkanf
in Mengen von 50 und 100 Pfund, Samstag Vormittag von 9—10 Uhr.
Kohlraben, Preis pro Pfund 5 Pfg. gelbe Rüben, Preis pro Pfund 12 Pfg.
Kartoffelverkauf
nur an Minderbemittelte, auf Kartoffelkarten, Damstaa Vormittag.
Preis pro Pfund 6 Pfennig.
Friedberg, den 9. April 1918.
Der stellvertretende Bürgermeister.
(Stadt. Lebensmittel-Ausschuß).
Bekanntmachung
Für Gartenbesitzer, die ihre» Bedarf nicht anderweitig decke» können, steht eine gewisse Meng»
Früh-Saatkartoffeln
zur Verfügung, die zum Preis» von 10 Pfg. das Pfund abzegebea werden. Die Ausgabe erfolgt i» dem Keller der Stadtschule nach vorheriger Bezahlung und Abholung einer Anweisung auf Zrmmer Nr. 14 des Stadthauses, was am besten im Laufe dieser Woche, vormittags geschieht. Zu beachten ist, daß 10 P und Saatkartoffeln eine Anbaufläche von 25 Quadratmetern eigenen muffen. Die Anbauflächen werden durch das Feldschutzpersonal nachgeprüft werden.
Friedberg den 3. April 1913.
Der Bürge rmeister.
2. V.: Dam m.
verlausen bei
Kerl Dorr, Reichelsheim i. W
O- n.. ^anqsoors.
Kelranntmachnng.
nr iSn/ ß' ^018'ist eine Bekanntmachung Nr. W.
IV. 900/4 18. K. N. A., betreffend „Befchlaqnahme, Be- standserbebung und Höchstpreise von Lumpen und neuen Stoffabfallen aller Art", erlassen worden.
Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amts- blättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
S tüii. (sknernlfommaiiiio 18. Arliittkorvs.
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Geschäftsstelle Frankfurt a. (Kronprinzenbau.) — ^
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