Ausgabe 
8.4.1918
 
Einzelbild herunterladen

Graue Gefahren.

Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck.

R/ Nachdruck verboten.

.Aber der Amerikaner ist Geschäftsmann. Und wenn er in seinen geschäftlichen Vorteilen geschädigt wird, dann"

Dann wird er bösartig, meinen Sie? Es wird nicht so schlimm tzoerden. Wir wissen auch ganz p 'm, wer hinter dem Vorhang fitzt und die Marionetten lencc.

Aber sie mögen sich hüten! Leicht kann ein Brand im eigenen Hause entstehen, und dann werden sie zu schwach sein, ihn zu löschen. In den Deutschen Amerikas ist endlich das deutsche Gewissen erwacht. Auch etwas, was dieser Krieg - uns gebracht. Wofür wir diesem Kriege zu danken haben und wahrlich nichts Geringes."

Ich bin Ihnen nicht gewachsen, Baron!" sagte Archibald Tonglas.Ich glaube, ich geb's auf, mich mit Ionen zu streiten."

Nachdenklich sah er auf die Figuren n Brett.

Waren wir nicht schließlich alle solche Fig- « n Schick­sal hin und her geschoben? Gab nicht' am ier Krieg wieder ein glänzendes Beispiel dafür, daß der .iensch doch nur ein willenloses Werkzeug in der Hand des Schicksals ist? -

Wie so ganz anders hatte man sich den Verlauf dieses Krieges gedacht.Ja, wer hätte das geahnt/' sagte er halb wiefür sich,diese Unterseeboote! Den ganzen Seekrieg

stellen sie auf Kopf. Aver trotz alledem!" ries er plötz- ltch lebhaft,England mit Unterseebooten bezwingen! Un­möglich! Das Angriffsfeld ist zu groß!"

Hm! Wer weiß, was wir in diesem Kriege noch für Ueberraschungen erleben," sagte Wervheim bedeutungsvoll. Gerade im Unte.cseebootkrieg wird es wahrscheinlich noch manche Ueberraschnng geben. Die englische Regierung fit der irischen Bevölkerung trotz der Gewaltpolitik noch nie so recht sicher gewesen. Jetzt weniger denn je. Wir würden in Irland stets offene Arme finden."

Irland ist machtlos. Es hat weder Geld, noch Or­ganisation, noch Waffen. Wenn England nichts weiter zu fürchten hätte"

"So sorglos, wie Sie zu glauben scheinen, ist Ihre Re­gierung nicht. Der Dorn im Fleische Englands fängt wieder einmal an zu drückeu. Wenn man von Irland nichts fürch­tete, würde man sich nicht solche Mühe geben, Sir Roger Casement unschädlich zu machen. Ja, ja, es ist manches anders gekommen."

Zugegeben, daß vieles anders gekommen ist. als un­sere Regierung gedacht hat. Besiegt niedergezwungeu, wie die Deutschen sagen wird England nie. Vor diesem Schicksal schlitzt uns.erstens unsere Lage und zweitens die guten Gründe unserer Kriegführung. Schutz den Schwachen ist unsere Losung!"

Herr von Werkheim lachte herzlich.Ganz recht, Herr Douglas! Schutz den Schwachen! England bestätigt das immer auf ganz besonders anschauliche Weise, indem es stets

den zur Zeit Mächtigsten zu vernwMr sucht. Lassen l : e un§ mal sehen: Da war zuerst Spanien mit seiner Flotte, e§ wurde unbequem es hätte ja möglicherweise einmal einem der kleinen Staateii etivas tun können. - Ein Jahr- wwdert später kamen die Holländer dran. Wie koiinten sich drese Leute auch erlauben, eine Flotte haben zu wollen! unerhört! Da mußte mau Vorbeugen, nicht wahr? Daun kam Frankreich, der heutige Busenfreund. Erst das Frank­reich der Ludwige und dann das Frankreich Napoleons. Me diese Staaten hatten, die frevelhafte Absickt, groß werden, eine Flotte besitzen zu wollen! Das mußte man verhindern! Wie leicht konnten sie mal einem flehten Staat etwas tun. Und wie war es mit Dänemark? Na - - und nun sind wir dran, nicht wahr? Wie können sich diese Dertt- ,chen auch einbilden, eine Flotte haben zu wollen! Sitzen nicht mal am Atlantischen 5)zean! Das kann man doch nicht zugeben! Vielleicht könnten sie mal etwas zu sagen haben wollen^! Und England muß die Schwächet! schützen."

Jrn Grunde ist es auch nicht gerechtfertigt, daß Deutsch­land eine große Flotte besitzt. Wozu?"

Das ist ja unsere Sache! Wenn wir das Geld dazu haben, wen geht's was an? Wenn ich mir sechs Automobile kaufe, statt des ejnen, wen kümmert's? Muß ich erst meinen Nachbar fragen? Daß ich nicht lache! Wenn wir es *Ür nötig halten, uns eine große Flotte zu bauen, so ist das unsere Sache! Haben wir etwa Englands Erlaubnis dazu nöfig? Hat England uns gefragt?"

_ Fortsetzung folgt.

Todes-Anzeige.

Heute Mittag entschlief sanft meine geliebte Frau, unsere gute Mutter

Kätchen Kaz

im Alter von 44 Jahren.

Okarben, den 6. April 1918.

geb. Leonhardt

Um stille Teilnahme bitten:

Fritz Kaz und Kinder

Die Beerdigung findet Montag den 8. April, 2 Uhr nachmittags statt. Von Kranzspenden und Kondolenzbesuchen wolle man absehen.

Ä'ch- H!ii> BmichchmftchttlW Holzversteigerung

Montag, den 15. April, von 10 Uhr vormittags ab

werden aus den Domanialwalddistritten Eteinswiesenkops, 3,6 und 7 und Alteöerg 11 der Forstwartei Ulfa versteigert:

a) Nutzholz.

Stammet Elsbeere IV. Kl. 1 St. - 0,32 fm, Lärche IV. Kl. 1 6t. = 0,79 fm. Nuhreifig rm: 35 Fichte, hierunter 25 rm Bohnenstangen aus Distrikt Dörrenberg 4.

b) Brennholz.

Scheiter rm: 400 Buche I. Kl.. 15 Buche II. Kl.. 2 Hain­buche. 3 Eiche. Knüppel rm: 270 Buche, 3 Eiche, 113 Eiche, 2 Buke, 19 Kirschbaum, 2 Erle, 22 Aspe. 11 Kiefer, 7 Fichte. Reisig rm: 676 Buche, 1118 Eiche. Stöcke rm: 89 Buche, 16 Eiche. '

f^..^M,^Nteigerung findet im Saale des Gastwirts Döll zu Ulfa Dlau unterstrichene Nummern werden nicht verkauft. Kauf- e «rwerden erjuchr, das Holz vor der Versteigerung anzusehen. Nähere Auskunft erteilt der Gr. Förster Zimmer zu Ulfa Eichelsdorf, 5. April 1918.

Erohh. Oberförsterei Eichelsdorf.

Wa lter. _ '

in allen Formaten

liefert schnell uno billig lltilk,Fagesni»nng Ä.-G.

Rechnungen

4m Licher Stadtwawe, Donnerstag, den 11. April 1918, nach Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf dem Burkhardsfelderweg an der Niederbefjingerfchneife in den Distrikten Kreppelwald und Lange-Buchen:

Scheiter: Buchen 120 rm, Eichen 7 rm; Knüppel: Buchen 115 rm, Eichen 140 rm.' Stöcke: Buchen 70 rm, Fichten 150 rm; Neisig-MeNen: Buchen 1200 Stück. Eichen 1600 Stück, Fichten 1200 Stück. Nutzholz: Eichen 2 rm, Fjchten- nutzrersig. 16 rm.

Lich, den 5. April 1918.

Crotzh. Bürgermeisterei Lich

D ö r m e r.

Sauberer, junger Bur-che all

Hliilsdursche

zunr Brotaustragen, sowie ein kräftiger Junge als

Lehrling

unter günstiger Bedingung gesucht.

Bäckerei Wilh. Müller.

Bestellungen nimmt entgegen

Fr. Schmitt,

--- , Schellnhos,

Bad-Nanheim. Schnurstraße 18. | Post Schotten, Fernsprecher 216

Lagterbsk« u. Lallthaftt

ausverkaust l

Vorrätig sind noch:

SnatmidcB, SimMcM)«» uni Lochnße

gegen Abgabe der Caatkarten. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir nur an Landwirte im Regierungs- Bezirk -Kassel und in den hessischen Kreisen Friedberg» Offenbach und Büdingen liefern dürfen.

LLOrnIisALS Hanau

Telefon 9tr. 245, 246 und 247.

Lehrling

für sofort oder später gesucht.

G. Milk, Nlekirimkchamtttnnllk'.

Friedberg.

Eine frischmelkende

zu verkaufen bei

Wtth.Arog. Petri, Dom-Asse