Ausgabe 
5.4.1918
 
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Graue Gefahren.

Vornan aus der Gegenwart von M. Gvnlard - Schuck.

68j Nachdruck verboten-

Sind Sie nicht zu ungerecht Herr Baron? Sind Ihre Ansichten nicht übertrieben? Aber gesetzt den Fall, es wäre etwas davon wahr, hat es nicht seine Berechtigung? Sie müssen doch zugeben, daß England das erste Volk der Welt ist."

Wer sagt das? Die Engländer natürlich! Das erste Volk? Es bat in der Weltgeschichte schon mehrere Völker ge­geben. Nicht zu deren Vorteil. Nur eins gestehe ich unum­wunden zu: Tie Engländer waren immer sehr klug, viel klüger als wir. Ter Engländer ist auch ein viel besserer Rechner als der Deutschs. Er rechnete stets auf die Dumm­heit anderer Völker und ist dabei auch stets auf seine kosten gekommen.

Bismarck war der erste Deutsche, der die Engländer bis ailf die Knochen durchschaut hat. Und dafür haben üe ihn auch weidlich gehaßt."

D. Herr Baron, Sie irren! Fürst Bismarck wird von uns sehr geschätzt."

Seit er tot ist! Das glaub ich! Aber wen^ dem so llt wenn der Alte drüben wirklich geschätzt wird, *o würde mein Urteil über die Engländer nur bestätigen. Ich habe schon immer gesagt, sie können es nun mal nicht ver­tragen. wenn man sie mit Samthandschuhen anfaßt I"

Der alte Herr hatte sich warm gesprochen. Er vergaß ganz, daß sein Gast ein Engländer war. Oder vergaß er es nicht?

Der iunae Engländer blickte sehr nachdenklich vor sich hin. Derlehlten die Wahrheiten, die der alte Herr ihm zu kosten gab, doch nicht ganz ihren Eindruck? Fast schien es so.

Nur daß England der Urheber des großen Weltenbran-

fein sollte, das wollte ihm nicht in den Sinn.

England bat nur eingegriffen, weil es nicht mit an- sehen konnte, daß das kleine Belgien von dem mächtigen Deutschland über den Haufen geworfen wurde."

Herr Douglas," der alte Herr lächelte spöttisch,wozu wollen Sie mir denn durchaus Märchen erzählen? Tann doch lieber Räubergeschichten. England hat den Krieg ge­wellt schon seit Jahren. Wir sind nämlich, trotz unserer be­kannten Dummheit, doch auch ganz gut unterrichtet. Ich kann Ihnen sogar Tag und Stunde der verschiedenen Ab­machungen sagen. Natürlich wenn England im Juli be­kannt gewesen wäre, was es jetzt weiß, es hätte seine lieben Freunde im letzten Augenblick noch sitzen lassen und Belgiens mißhandlte Neutralität hatte den Herren in Downingsireet keine Nachtruhe geraubt. Es hätte sich mit der Ausrede be­holfen. daß der Zeitpunkt für sein Eingreifen noch nicht ge­kommen hu.

Ich kenne doch meine Leute. Ich bin ja lange genug drüben gewesen. Und wenn inzwischen auch die Personen gewechselt baden, das Verfahren ist dasselbe geblieben."

Werkheim schwieg und sah vor sich hin. Daß man doch nie davon los kam, von diesem furchtbaren Kriege. Wenn man sich auch wirklich einmal vornahm. überhaupt nicht daran zu denken. Es war unmöglich. Mit Allgewalt kehr­ten die Gedanken wieder dahin zi-ück. Es war etwas zu Großes, zu Furchtbares!

Aber obgleich ich die Herren aus Towningstreet kenne, und obgleich ich von den Abmachungen wußte, habe ich doch rmmer gehofft, man würde im letzten Augenblick vor der Furchtbarkeit der Verantwortung znrückschrecken. Die ein- zige Friedensgewähr lag für mich eben in der Furchtbarkeit eines jetzigen Krieges. Der kommende Krieg mußte ein Spiel um Sein und Nichtsein werden. Jeder Staatsmann hat das gewußt.

Und dieser Krieg ist geworden, was er zu werden ver­sprach.

Ein Kampf um Sein und Nichtsein. Und die Verant-, Wortung hierfür trägt England."

Sie legen viel auf unsere Schultern, Herr Barons sagte Archibald ernst.Ich widerspreche Ihnen nickt, es würde ja dock) nichts nützen. Sie werden aber auch begreifen daß ich es nicht zu glauben vermag."

Ihr Standpunkt ist durchaus verständlich. Ich will Sie auch nicht weiter zu überzeugen versuchen. Aber einiae Fragen müssen Sir mir doch noch beantworten."

Da bin ich doch begierig. Aber bitte!"

Glauben Sie, daß uns Frankreich allein den Krieg erklärt hätte, ohne Englands Versprechen, ihm zu helfen?"

Nein, natürlich nicht!"

Gut! Und wie ist es mit Rußland? Hätte uns Ruß­land allein angegriffen, ohne Englands Zusage?"

Doch, das ist schon eher möglich. Rußland ist uner­schöpflich. Außerdem hätte Rußland hoffen fönuen daß "uch ohne Abmachung Frankreich Deutschland in den Rücken siele."

Da muß ich Ihnen widersprechen. Keiner dieser beiden Staaten hätte Deutschland ohne Englands bindende Zusage angegriffen. Das spricht ja auch unzweideutig aus dem ganzen Verhalten des Dreiverbandes. Tenn obgleich sie schon zu dritt über uns hergesallen sind, suckln sie ununter­brochen nach neuer Hilfe. Denken Sie an Japan, an Italien die Balkanstaaten, die skandinavischen Länder. Was gibt England sich für Mühe, uns noch alles auf den Hals zu hetzen.

Wenn ich es recht betrachte, so haben nns England und Genossen richtiger eingeschätzt als selbst ich. Denn daß der Styrm so mit Urgewalt losbrausen würde, das habe tch wirk­lich nicht gedacht.

Im Dreiverband haben sie aber so etwas befürchtet. Aber sie dachten: Diele Hunde sind des Hasen Tod.

Ja, ja, Herr Douglas, die Wahrheit ist bitter, aber '<$ muß Sie Ihnen doch mal sagen. Keiner hätte sich allein an uns gewagt, nicht einmal das allgewaltige Rußland. Aber drei zugleich! Hei! Wie hatten sie da Mut!"

Fortsetzung sylat.

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Friedberg. den 4. April 1918.

Der stellvertretende Bürgermeister.

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Der stellvertretende Bürgermeister.

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An demselben Tage beginnt auch ein neuer Kursus für weibliche Angestelte und junge Mädchen, die in kausm. Geschäften oder auf Büros beschäitigt sind, An­meldungen hierzu sind schriftlich an den Leiter der Anstalt. Herrn Rea'lehrer Glitsch, zu richten.

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Das Fichtennutzholz aus Birngärtchen, Entenpfuhl und Sau­tranke rouo nicht vor e zeigt, es wiro im Anschluß an die Verstei­gerung im großen Köpvler ausgeboten. Auch das im Eichelberq ausgearbelleie Hol,, dessen Nummern nicht blau unterstrichen sind e'-J 1 ? eid if ne Scheller, 418 rm eichene Reiser und 10 rm eichene öiorfc) wolle man sich vorher an ehen. da es im Anschluß an die Berstergerung m Fanderichsbuche, die um etwa UV* llhr beginnt dort versteigert wird. 0

Bingenheim, den 3. April 1918.

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