Ausgabe 
5.4.1918
 
Einzelbild herunterladen

ra,chu,lg zuzuschreiden. G* war den Engländer« wohl MfeKafcT daß an dieser Stelle eine Offensive stattfinden sollte, aber Wer den Zeitpunkt der Offensive waren sie nicht tm klaren. Sie er­warteten wohl den Angriff zwischen dem 13. und IS. März mrd da die Offensive in diesen Tagen nicht begann, nahmen dir Engländer an, daß sie auf den April verschoben worden wäre. Gerade der heftige Angriff noch einer Artillerievorbereitung von nur wenigen Stunden hat die Engländer so überrascht, da sie nach ihrer eigenen Gewohnheit wohl auf ein lange anhalten­des Trommelfeuer als Einleitung gewartet hatten. Wir hatten eine gewaltige Artillerie auf einem verhältnismäßig kleinen Raum zusammengezogen, die ein vernichtendes Feuer über das ganze Gebiet legte.

Die Keschietznnft von Paris.

Paris, 3. April. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Das Bombardement auf die Gegend von Paris aus*den weittragen­den Geschützen hat heute aufs neue begonnen.

*

(5tnf, 4. April. Flüchtlinge aus Amiens und Umgebung berichten, daß öffentliche und private Gedäuoe.Lort durch die deutschen Geschosie sehr schwer gelitten haben. Zahlreiche aus Compiegne in Rouen eingettoffene Familien erzählen, daß Compiegne infolge der unausgesetzten deutschen Fliegerangriffe schwer heimgesucht wird.

Die Leichen der Pariser Familien Mendelsohn sowie des Grafen Mosien wurden unter den Trümmern des linken Schif­fes der Kirche Gervais, das fast völlig zertrümmett ist. hervor- gezogen. Die Orgel und die Glasfenster wurden vernichtet: der Altar ist unbeschädigt.

Die Furcht vor de» Ferngeschli^

Aus Kopenhagen meldet derBerliner Lokalanzeiger": Wie »in Londoner Telegramm meldet, beschäftigen sich die englischen Blätter mit der Gefahr einer Beschießung der englischen Küste durch die weittragenden deutschen Geschütze. Sie fordern die Sachverständigen auf. ähnliche Geschütze herzustellen. Die Blät. ter führen bei dieser Gelegenheit ein Telegramm aus Washing­ton an. wonach der amerikanische Marinesekretär den Sachver­ständigen den Befehl (?) erteilt hat. Geschütze herzustellen, die Geschosse 105 englische Meilen weit schleudern tonnen.

*

Gin neuer Fliegerangriff.

Paris. 4. April. (WTB.) Meldung der Agence Havas. In der Rocht überfbigen zwei Gruppen deutscher Flugzeuge un­sere Linien und schlugen die Richtung auf Parts ein. Sre wur­den durch unsere Kriegsposten gemeldet. Das Alarmsignal wurde um 3.03 Uhr gegeben. Unsere Abwehrbatterien eröff- «eten ein heftiges Feuer gegen die Feinde, die Kehrt machen mutzten. Einige Bomben fielen in der Bannmeile nieder. Men­schenleben find nicht zu beklagen. Der Sachschaden ist von wenig Bedeutung. Alarm-Ähluß wurde um 4.20 Uhr gegeben.

P*ris. 4. April. (WTB.) Amtlich.) Außer den über der Bannmeile gemeldeten Flugzeugen gelang es einem deutschen Flugzeuge Paris zu überfliegen und Bomben abzuwerfen, die jedoch keine Verluste heroorriefen.

« '

Luftangriffe auf Calais.

Bern. 3. April.Mattn" meldet aus Calais: Seit Mitte letzter Woche wird Calais täglich von deutschen Fliegern über- flogen. Auf die Stadt und das Weichbild wurden sehr viele Bomben abgeworfen. Dank der in der letzten Zeit errichteten Unterstände find Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen. Die deutschen Flugzeuge haben ttotz schärfster Abwehr die Stadt in den meisten Fällen erreicht.

D'an tr^nt ^indenbnrg nicht.

Baftl. 4. April. DieZürch. Morgztg." schreibt: Bis zur Stunde ist noch kein Anzeichen für eine französisch-amerikanische Ablenkungsi.ffenstve vorhanden Man traut offenbar Hinden- turg nicht, weder an der Aisne. noch in der Champagne, noch an der Maas- und Moselfront

Haag. 4. April. Die ..Daily News" schreibt: So seltsam es auch klingt, die Deutschen haknn ein gewisses Interesse an der baldigen Konzent^t.on der R.s * n Fachs. Es bedeutet einen Vorteil für sie. wenn sie bei ihren Bemühungen. Amiens zu er­reichen. d,e Gewißheit haben, daß die ganze Maste der Reserven der Verbündeten an jenem Punkte eingesetzt worden ist. Denn jetzt gehört eine zweite Offensive an einer anderen Frontstelle, so eine Art Flankenai^rift auf die Reserven Fachs, zu den Wahr.' schelnlichteiten Inzwischen werden die Deu'scken den Versuch, Amiens auf direktem Wege zu erreichen, doch nicht einstellen.

Kopenhagen. 4. Avril. DieTimes" warnen in einem Leitartikel die englische Bevölkerung davor, sich übertriebenen Hoffnungen hinzugeben und zu glauben, daß die schwerste Ge­fahr an ver Front in Frankreich nun überstanden wäre. Man habe vielmehr allen Grund zu der Annahme, daß der schwere

Kampf jm Westen das Anfangsstadium noch nicht überschritten

habe.

(Hm (Offfnfitjf arm Kr'krftlilan- ?

* l rf), 2. Apul. Zu der Aeußerung des bulgarischen Gene­ralissimus Schekow in derWiener Reuen Presse", daß Bulga­rien bereit sei, Griechenland eine gewaltige militärische Lektion zu erteilen, äußert sich aus eine Anfrage die bulgarische Gesandt­schaft. es sei nicht ausgeschlosten. daß die Aktion gegen Erle, chenland bevcrstehe. Die gegenwärtige Konstellation des Krie­ges laste alle Möglichkeiten zu. Wir sind jederzeit bereit. Ein tn Gens weilender ftuherer griechischer Staatsmann erwartet ledoch nicht ein unmittelbares Eingreifen. Schekows Worte be- -weckten vielmehr, die gegenwärtig« griechische Regierung vor d« Fortsetzung der bisherige» Politik zu warnen.

Der Schiffsra«» der Entente.

Nmsteevs«, & Mptit (WTB ) Rach eine» Telegramm

dex Niederländisch-indischen Presseagentur beschlagnahmten die britischen Behörden in Singapore acht holländische Schiffe nnd hißten auf ihnen die englische Flagge.

Haag, 4. April. (WTB.) Das holländische Korresponden^- bureau meldet aus Handelskreisen, daß die Besitzer der Ladun­gen der holländischen Schiffe, die in Amerika beschlagnahmt wur­den, davon benachrichtigt worden sind, daß die Ladungen tu Amerika für Rechnung der Besitzer eingelagert werden sollen.

Wenn Amerika Schiffe Kant.

Bern, 4. April. Infolge der unaufhörlichen Ver­zögerungen im amerikanischen Schiffsbau hat sich das Schiffbauamt der Vereinigten Staaten veranlaßt gesehen, Verträge über 28 Sänfte mit einem Gesamtraumgehalt von 22 000 Tonnen, die 36 Millionen Dollar kosten sollen, rück­gängig zu machen. Ebenso wurde eine große Anzah' von Holzlieferungsverträgen für die Holzschliffe aufgeiöst. da die eingegangenen Verpflichtungen nicht eingehalten wurden.

Unruhen in UnebeK.

Amsterdam. 3. April. DieTimes" melden: Am 2. April waren die Unruhen in Ouebek ernstlicher, als erwartet wurde. Die Soldaten waren genötigt, von Maschinengewehren Ge­brauch zu machen. Elf Soldaten wurden verwundet und ver­schiedene Bürger getötet, 34 verwundet und 65 Personen ver­haftet.

Finnland.

Berlin. 4. April. (WTB.) Das gute Gelingen der Ueber- ftihrung der Truppentransporte nach der Südwestküste Finn­lands durch die minenverseuch:cn Gewäster der nördlichen Ostsee und besonders des finnischen Meerbusens ist in erster Linie der geschickten und unermüdlichen Tätigkeit der Minensuchoerbände zu verdanken. Sie haben trotz vielfach schweren Wetters. Nebels und starker Eisbehinderung wie bei der Oeselunternehmung wieder Vorzügliches geleistet. Die geschickte Führung in Zu­sammenarbeit mit den Sperrbrechern hat das navigatorisch sehr schwierige Ansteuern von Hangö erleichtert. Die Stadt und die ihr vorgelagerte stark besesttgte Insel Rustarö waren noch tm Besitz der Roten Garde und es mußte den vorliegenden Meldun­gen zufolge Widerstand gegen das Einlaufen erwartet werden. Rach einer Fliegermeldung lagen im Hafen zwei im Betriebe befindliche Unterseeboote. Kor-treadmiral Meurer ließ daher am frühen Morgen des 3 April die an der Unternehmung be­teiligten Linienschife in gefechtsbereitem Zustand an die Be­festigung heranfahren. Der vorausgesandte Parlamentär konnte aber bald durch Fernst» nale melden, daß die Inselbefestigungen nicht besetzt seien und die noch cut der Insel befindliche Besatzung der Roten Garde sich bedingungslos ergeben hätte. Unter Füh- rung vorausfahrender Sperrbrecher erreichten mit Eisbrecher- Hilfe dann die ersten auf Torpedobooten emgeschifften Sroß- ttuppen vre Stadt Hangö Stach Auskundschaftung des Hafens auf Minenfreiheit konnte mit dem Einlaufen der Transport­dampfer begonnen werden. Auf dcr Insel Rustarö wurden als Hauptarmierung 6 lange, mooerne amerikanische 23.4 Zenti­meter-Geschütze. verfertigt im Jahre 1914 und au.gestellt in den Jahren 1916/17 festgcftellt werden.

Der Sin.ipf tn Tammcrsors.

Wasa, Z. April. (WB.) Das Hauptquartier nelder: Bei Tammerfors begann heute Morgen von 2y 2 bis 3 Uhr heftiges Artilleriefeuer und ein Angrift. Dann rückten weiße Sturmkolonnen von Süden und Südosten an. Der Feind leistete verzweifelten Wlöer-strmd in befestigten Stel­lungen, Häusern und Fabriken. Die weißen Truppen nah­men den ganzen Ostteil der Stadt bis zum Fluß. Ter Feind verschanzte sich im Ostteile. Beute: eine Loko.uoüve, mehrere hundert Waggons Vorräte und an tausend Ge­fangene. Heftige Versuche von Süden her wurden abgc- wiesen, wobei eine feindliche Trainkolonne genommen wurde

Die KuKarester Verhandlungen.

Wien, 4. April. (WB ) Meldung des Wiener u. f. telegr. Korrespondenz-Bureaus: Der Minister des Aenßeren Graf Czernin begibt sich am 6. Aprrl zur Fortsetzung der Friedensverhandlungen nach Bukarest.

Die Uede des Grafen Crernin.

Aus der Rede des Grafen Czernin ist noch folgendes nachzu­tragen: Der Graf verbreitete sich über die Vorteile des Frie- dens im Osten. Wir haben, so fuhr er fort, mit der ukrainischen Regierung vereinbart, daß die den Zentralmächten zur Ver­fügung stehende Getreidemenge mindestens eine Million Tonnen betragen wird, und wir hoffen, daß die einzurichtende Organi­sation für Ausbringung und Abschub es gestatten wird, diese Menge innerhalb einer angemestenen Frist abzutransportieren. Im Augenblick sind die Zuschübe aus der Ukraine naturgemäß nur gering, wie es die bis jetzt möglichen Improvisationen eben gestalten. Bis zur Stunde sind allerdings erst deißig Waggons Getreide und Hülsenfrüchte aus der Ukraine nach Oesterreich ge­langt. Weitere Transporte sind im Abrollen. 600 Waggons diverser Lebensmittel stehen tn der Ukraine zum Abtransport für unser Hinterland bereit: und diese Transporte werden fort- gesetzt werden, bis die Zuschübe organisiert sind und regelmäßig in größerem Umfange beginnen können. Die Möglichkeit zu diesen gröberen Transporten ist durch den Abschluß des Frie­dens mit Rumänien gegeben, der uns den Donauweg öffnet und der die Schiffahrt von Odessa aus nach den Donauhäfen ermög­licht. Aus Rumänien erhallen wir au» der vorjährigen Ernte zwch über 70 000 Tonne» Mais und die kommende Ernte, dere»

Aeberfchuß zwischen uns und Deutschland zu gleiche« TeiLn au« getellt wird, dürfte der Monarchie Zuschüsse von rund 400 00$ Xonrt« Getreide, Hülsenfrüchte und Futtermittel bringen, die gleichfalls auf dem Donauwege heiHeigeschaffr werden. Außee diesem gibt uns Rumänien wenigstens 300 000 Schafe urch 100 000 Schweine, die eine Verbesserung unserer Fleischversor, gung herbeiführen werden.

Wie wir ersehen, ist alles getan, und es wttd alles geschehen;, um uns durch den Friedensschluß im Osten die uns eröffnet«» Exploitattonsgebiete Rußlands zu erhalten. Die Schwierigkei- ten in der Aufbringung in der Ukraine find nattirlich keine ge- ringen, wie es in einem Staate nach einem dreijährigen Krieg« auch nicht anders möglich fein kann. Den guten Willen de, ukrainischen Regierung vorausgesetzt, an dem wir nicht zweifeln, ihre Verttagsverpflichtungen zu erfüllen, wird es mit Hilfe un- ferer eigenen Organisation gelingen, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Hierbei muß ich ergänzend bemerken, daß uns auch ein sofortiger oder baldiger allgemeiner Frieden keine anderen als die eben erwähnen Vorteile bringen kann. Ganz Europa leidet unter dem Mangel an Lebensmitteln, der Welrnahrungs. Mangel ist die Folge des Krieges. Rach dem allgemeinen Frie. den werden etc übrigen gegen uns im Kriege befindlichen Staa. ten endlich sehen müssen, ihre Nahrungsmittelverjorgung zu verbessern. Die Kornkammern der Ukraine und Rumänien blei­ben als die wichtigsten Versorgungsgebiete Europas übrig und ste sind für unsere Mächtegruppe für die nächste Zeit allein ge­sichert Was uns der Frieden auch immer bringen kann, ist so- mit für uns durch den Friedensschluß im Osten bereits erreicht.

Interessant war noch, was er über die KriegsverlängereR und über die Feinde im eigenen Lands sagte:

Die Kriegsverlängerer teilen sich in verschiedene Gruppen, ihren Motiven und ihrer Taktik nach. Das sind ersten; die­jenigen. die ununterbrochen um Frieden bitten. Sie sind ver­ächtlich und tö/icht. ste verlängern den Krieg. In Frankreich nennt man diese Sorte Defaitisten. Allerdings aber fpringt man dort weniger sanft mit ihnen um als bei uns. Das Streben nach Frieden um jeden Preis ist verächtlich, da es unmännlich ist, und töricht, weil es dem bereits ersterbenden feindlichen An­griffsgeist unausgesetzt neue Nahrung zuführt und daher künst­lich das Gegenteil dessen erreicht, was beabsichtigt ist. Der Frie­denswunsch der breiten Massen ist ebenjo natürlich, wie verständ­lich. Er ist auch keine österreichisch-ungarische Spezialität, son­dern eine Welterscheinung. Aber die Führer des Volkes müssen bedenken, daß gewisse Aenßerungen im feindlichen Auslands das Gegenteil dessen erreichen, was ste anstreben. Ich möchte diesen Männern das Beispiel unseres Monarchen vorführen, welcher gewiß den Frieden wrll, aber niemals einen anderen als einen ehrenvollen schließen riird. Ich möchte Sie an die Worte Goethes erinnern:Weibisches Zagen, ängstliches Kla- gen, wendet kein Elend, macht Dich nicht frei. Allen Gewalten zum Trutz Dich erhallen, niemals sich beugen, kräftig sich zeigen, rufet die HUfe der Götter herbei." Ich habe, fußend auf dem festen Vertrauen in unsere Kraft und die Gerechtigkeit unserer Sache, auf diesem Wege bisher drei maßvolle, aber ehrenvolle Frieden geschlossen. Auch unsere noch übrigen Feinde beginnen zu verstehen, daß wir nichts anderes wollen als eine gesicherte Zukunft der Monarchie und die der Bundesgenossen, daß wir aber diese Zukunft auch erzwingen wollen, erzwingen können und erzwingen werden. Ich werde auf diesem von mir einge­schlagenen Wege rücksichtslos fortschreiten und den Kampf mit jedem aufnehmen, der sich mir dabei in den Weg stellt.

Die zweitt Gruppe der Kriegsverlängerer sind die Annexto, nisten. Die Annexionisten find genau so Feinde des Frieden, wie die sogenannten Defaitisten Beide verlängern den Krieg. Es ist eine Verdrehung, zu behaupten, daß Deutschland im Osten Eroberungen machte. Die Leninsche Anarchie ttieb die Randvölter in die Arme Deutschlands und veranlaßte sie, in einer Anlehnung an das Deutsche Reich Zuflucht vor jenen ent­setzlichen Zuständen zu suchen, welche in ganz Rußland wüten. Soll Deutschland die freiwillige Anlehnung fremder Nachbar­staaten verweigern müssen? Die deutsche Regierung will eben­sowenig Vergewaltigungen begehen als wir. Ich bin fest über­zeugt, weder die Annexionisten, welche die Welt mit ihrem Er- oberungsgeschret erfüllen und ihr Furcht vor weltbeherrschen­den, die ganze Welt unterdrückenden Plänen einflößen, noch di« Schwächlinge, die unausgesetzt um Frieden bitten und dem Feinde beteuern, daß wir am Ende unserer Kraft seien, werden einen maßvollen, aber ehrenvollen Frieden dauernd verhindern können. Sie verzögern ihn. verhindern körnnm sie ihn nicht. Wir haben in den letzten Wochen ein gutes Stück Weg zum allgemei­nen Frieden zurückgelegt. Das letzte Kapitel des großen Melo­dramas brtcht an. Mir werden uns durchsetzen. Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo wir auf die letzten Jahre Zurück­blicken werden, wie auf einen langen, öden Traum. Die Defai­tisten wie die Annexionisten haben trotz ihrer entgegengesetzte» Takttk do^elbe Resultat aufzuweisen, daß sie unsere Feind« stets zu n. em Widerstand aufpeitschen. Aber ich bin gern be» reit, den beiden erwähnten Gruppen bona fides zuzugestehen. Beide glauben wahrscheinlich, ihre Taktik führe den erwünscht ten Frieden herbei.

Leider kann ich einer dritten Gruppe von Kriegsverlängern diesen guten W.llen nicht zubilligen. Sie besteht aus einzelnen politischen Führern Oesterreichs. Damit komme ich daraus zu­rück. was ich früher anläßlich der Pariser Anfrage streifte. Die Hoffnung unserer Feinde auf endgültigen Sieg gründet stch nicht mehr bloß auf militärische Erwartungen und die Blockade, st« wurde in Brest-Lirowsk gesprengt. Die den Krieg verlängern­den Hoffnungen unserer Gegner sind vielmehr zum großen Teil unsere innerpolitischen Verhältnisse und welch grausamer Hohn gewisse politische Führer, nicht zuletzt tm tschechischen Lager. Das wissen wir ganz genau aus zahlreichen überein­stimmenden Meldungen aus dem Attslande. Vor kurzem waren wir, wie schon erwähnt, nahe daran, in Verhandlungen mit de» Westinücht-en zu treten. Da schlug plötzlich der Wind, wie wir genau wissen, um. und so beschloß die Entente, es sei besser noch zu warten, denn die parlamentarischen und politischen Vor­gänge bei uns berechtigten zu der Hoffnung, daß die Monarchi« bald wehrlos lei. Welche furchtbare Ironie! Unter« Brüden.