Grane Gefahren.
Roman üu£ der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. '67) Nachdruck verboten-
Außerdem urat er Gefangener, also Besiegter. Und es stand dem Sieger wohl an, dem Besiegten gegenüber höflich und großmütig zu sein. Wenn er auch sehr gut wußte, daß gerade die Engländer dieses Verfahren nicht verdienten.
Er war ein Edelmann^ und Tannenberg dereinst auch Helens Eigentum.
Als Archibalds Bauchwunde sich gebessert hatte, Netz Helen euren bequemen Fahrstuhl kommen, so datz der Bruder auch bei den gemeinsamen Mahlzeiten und des Abends zu einem Plauderstündchen unten sein konnte. Und nicht lange währte es, datz der alte Herr merkte, wie ihm etwas fehlte, wenn er sich mal einen Abend nicht mit denr Engländer herumzanken konnte.
Douglas war klug und widersprach seinem Gastgeber nicht zu sehr. Und es kam die Zeit, wo Herr von Werkheim es nicht für möglich hielt, datz ein Engländer so vernünftig sein könnte.
Helen verhielt sich meist schweigsam bei den abendlichen Unterhaltungen. Sie freute sich, datz der Papa anscheinend doch Gefallen an dem Bruder fand.
O, sie hatte es wohl gefühlt, wie ungern er ihn aufnahm und daß er es schließlich nur ihr zu liebe getan hatte.
Mit um so größerer Freude sah sie nun, wie zwischen den beiden ihr lieben Menschen allabendlich die Unterhaltung — die sich natürlich fast ausschließlich um den Krieg drehte — herüber und hinüber ging.
Archibald Douglas war ein echter Engländer. England würde und mutzte siegen! Etwas anderes gab es für ihn nicht. Aber dann würde alles wieder gut sein. Es war wie beim Boxkampf. Hat einer dem anderen die Nase zerschlagen, gut! Man ist besiegt! Aber dann gibt man sich die Hände und ist wieder gut Freund. Genau so würde es nach diesem Kriege
„Wir wollen siegen und wir werden siegen! Es ist undenkbar, datz England unterliegt. Wenn es aber dann vorbei ist, wenn wir siegreich den Frieden geschlossen haben, na, dann ist alles wie es gewesen. Wir werden die besten Freunde, genau wie früher, möglicherweise sogar noch besser."
Ein feines Lächeln spielte um die Lippe des alten Herrn. „Das wollen wir nicht hoffen, Herr Douglas, daß es wieder wird, wie es gewesen."
„Und warum nicht, Herr Baron?"
„Vor allen Dingen wird eins anders sein: Unsere Liebedienerei England gegenüber wird ein für allemal aufgehört haben. Die Zeiten, in denen man ln Berlin angstvoll auf das Stirnrunzelu des englischen Vetters schaute und seinen Wünschen ein immer williges Ohr lieh, müssen für immer vorbei sein."
„Aber es liegt doch in der Natur der Sache, datz England die Führerrolle in allen größeren Wellfragen zustehen mutz. Wir haben die größte Flotte, den größten Kolonialbesitz. Es ist gar nicht anders möglich?"
„Die Zukunft wird Sie überzeugen, daß es auch anders geht. Ich gestehe unumwunden zu, datz England vor einigen zwanzig Jahren unser Lehrm-nste: war. Nun hat der Lehrling den Meister überflügelt. — Das kommt oft vor. Denn England — ja, warum soll ich es nicht sagen? — England hat nichts dazu gelernt in den letzten Jahren. Es war zu sehr mit sich selbst zu- , frieden. Sie werden's mir natürlich nicht glauben, aber es ist l doch so. Wir haben hier in Deutschland ein schönes altes Sprichwort' Stehende Gewässer werden muffig. Das kann auch in etwas anderer Form auf England angewendet werden."
Archibald Douglas schwieg einige Augenblicke, dann sagte er: „Da muß ich entschieden widersprechen, Herr
Baron. England steht nie still, ist nie zufrieden. Es sucht stets seinen Besitz zu.mehren."
Werkheim lachte^ „Darin kann ich Ihnen wirklich recht geben. Da haben Sie die Wahrheit gesagt. Besitz mehren!
Danksagung.
<^ür die uns bei dem schweren Verluste in so überaus reichem Matze erwiesene Teilnahme sprechen wir auf diesem Wege unseren
herzlichen Dank aus.
Ilbenstadt, den 3. April 1918.
Familie Reh Schuch.
Ja,, gibt es denn gar keine anderen Werte, die ein Volk pflegen kann? Müssen es denn immer nur Eroberungen fein? Man soll das Eroberungsgelüst nicht zu stark werden lassen. Der Besitz eines Menschen darf nie so groß lein, daß er ihn nicht übersehen kann. Genau so ist es mit einem Volk, mit einem Staatswesen. Denken Sie an Napoleon. Hütte der sich zur rechten Zeit beschieden, es wäre besser für ihn gewesen. —
Deutschland steht jetzt im Krieg. Es hat ihn nicht gewollt, Gott weiß es! Wir wollten keine Eroberungen. Wir halten andere Ziele. Aber nun wir einmal hineingetrieöen worden sind, muß auch der Preis des Opfers wert sein. Auf unsere Großmut braucht der Feind diesmal nicht zu hoffen."
„Sie .sagen, Herr Baron, England habe nie andere Werte gepflegt. Sie meinen damit doch wohl Kunst und Wissenschaft? Aber England steht darin nicht hinter anderen Völkern zurück."
„Darüber ließe sich streiten. Wenigstens was die Gegen» wart betrifft. In der Vergangenheit — alles was -echt ist — hat England Glänzendes geleistet. Es kann auf eine stolze Geschickte zurückblicken. Aber gerade diese glänzende Vergangenheit steht der Zukunft im Wege. — Es ist schon so — damals waren die Engländer noch nicht so reich, noch nicht so iett und noch nicht so zufrieden. Jetzt ist jeder ein-" zelne Engländer so von seiner Vortrefflichkeit durchdrungen, er ist so überzeugt, daß er einst im Himmel einen bevorzugten Platz einnehmen wird, daß er es für eine Anmaßung hält, wenn andere Völker für sich dasselbe beaniorncken. Ja, ich glaube bestimmt, daß sie drüben der festen Meinung sind, daß unser Herrgott ein Engländer ist."
Helen lachte laut auf. „O. Papa! Aber da hörst Du es, Archie, wie sie in Deutschland über uns urteilen. Und der Papa macht gar Witze." (Fortsetzung folgt.)
Holzversteigerung.
Montag, den 8. April, vormittags 10 Uhr anfangend, kommet im Eemeindewald Burg Eräfenrode zur Versteigerung:
6 Stück Eichenstämme VI. Klasse 0,48 fm 12 Stück Buchenftämme III. Klasse 10,44 fm 27 Stück Buchenstämme IV. Klasse 14,08 im 5 Stück Buchenstämme V. Klasse 2,20 fm 1 Stück Lärchenstämme Hl. Klasse 1,45 fm 1 Stück Lärchemtämme V. Klasse 0,11 fm Zusammentunst im Distrikt Hochholz.
Burg-Bräsenrode, den 2. April 1018.
Erohh. Bürgermeisterei Burg-Gräsenrode
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ausverkaust !
Vorrätig sind noch:
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gegen Abgabe der Saatkarten. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir nur an Regierungs-Bezirk Kassel und in den Kreisen Friedberg, Offenbach und Büdingen liefern dürfen.
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Telefon Rr. 245, 246 und 247.
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die Bevölleiung der Stadl Frtedberg.
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Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kennlnis. datz der Verlauf von Nind-, und Kalbfleisch sowie Wurst für riese Woche om Freitag. den 5. April 1918, von nachin tta^s 1—6 Uhr in den sämtlich, n hiesigen Metzgelladen statt- findet.
Schweinefleisch gelangt diesmal Nickt zur Aes^abe.
Die vorstehende Verkaufszeit ist genau einzuhallen.
Friedberg, den 4. April 1918.
Der Bürgermeister. __ I. V.: Dam m.
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Für Gartenbesitzer, die ihren Bedarf nicht anoerweitig decken > können, steht eine gewisse Menge '
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.Zur Verfügung. Eine Familie kann vis zu 50 Pfund erhallen, die zum Preise von 10 Pfg. das Pfund abgegeben werden. Die Aus abe erfolgt vom kommenden 'Momaz ab in dem Keller der Stadtschule nach vorheriger Bezahlung und Aoholung einer Anweisung auf Zimmer Vir. 14 tee Siaothauses, was am besten noch im Lause dieser Woche, vormittags geschieht. Zu beachten ist, daß 30 P-und Saattarloffeln eine Anbaufläche von 25 Quadratmetern ergeben müssen. Die Anbauflächen werden durch das Feld- .lchutzpersonal nachgeprüft werden.
Friedberg. den 3. April 1918 Der Bürgermeister.
L. B.: Damm.
Keknnntmnchnug
betreffend: Metallbeschlagnahme.
3ch bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, datz eemätz der Bekanntmachung des stello. Generalkommandos XVill. Armeekorps vom 26 . März 1918
die Einrichtungsgegenftände
die aus Kup? t, Kup erle^ierungsn, Nickel Nickellegierungen. Aluminium und Zinn bestehen, nunmehr zu Zwecken der Landesvcr- teidigung beschlagnahmt und enteignet sind und zur Ablieferung gelangen
müssen.
Ich verweise auf den Inhalt der vorerwähnten im Amtsver- kündi^ungsblatt Nr. 58 vom 28. März d. Js. «bedruckten Bekanntmachung und besonders auch darauf, datz grundsätzlich alle Gegenstände, für die ein Er.atz nicht unbedingt erforderlich tst,
ohne Verzua,
und alle übrigen innerhall angemeffener Frist, nachdem der Erwerb der Er.atzstucke möglich gemacht ist,
abgeliefert werden
müssen.
Tahec ist in der Zeit vom 8. bis zum 18. April d. Js. an jedem Dienstag und Mittwoch, nachmickags von 3—6 Uhr
die Kriegsmetallsammelstelle,
Haagstratze 16
Zur Abnahnie der beschlagnahmten Gegenstände geöffnet.
Auch andere dieser Beichlagnahme nicht unterliegende Gegenstände, die aus den obengenannten Metallen bestehen, können dn- jelbst zur freiwilligen Ablieferung gelangen.
Der Preis der abgegebenen Gegenstände wird alsbald
bezahlt durch
die Stadtkasse Friedberg, die auf Wun ch der Ablieferer auch bereit rft, die Anlegung der entfallenden Beträge in
Kriegsanleihe
zu vermitteln.
Friedberg, den 30. März 1918.
Der Bürgermeister.
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erheben zu können glauben, wollen dies spätestens am 6. d. Akts, im Stadthaus, Zimmer Nr. 9 anmelden.
Friedberg. den 3. April 1918. Der Bürgermeister.
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