Ausgabe 
26.3.1918
 
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LkrhanölunMi mit Oeskerreich-Ungarn einer scharfen Kritik -unterzog. Eine Verschlechterung unserer landwirtschaftlichen Zölle dürfe auch gegeniiber Oesterreich-Ungarn nicht ein- treten. Der Redner hob hervor, daß auch die Vermehrung der Reiöbstagsmandate um 44 Sitze das flache Land benache terliye. Ein engerer Zusammenschluß der Landwirtschaft sei für die Zukunft noch nötiger als früher. Für den Bund der Landwirte, Abteilung Bayern, ergriff der Reichstagsabge- erbncte Oekonomierat Weilnböck das Wort. Er ging von dem zufälligen Zusammentreffen aus. daß genau am gleiä-en Tage vor 20 tzahren in demselben Regensburger Saal der Vorsitzende des B. d. L. Abgeordnete Dr. Roesicke und er selbst in gleicher Sack>e gesprochen haben, um der deutschen Landwirtschaft den so nötigen Schutz zu erkämpfen. Dm- Bund der Landwirte trete unverändert für ausreichenden Schutz der gesamten Landwirtschaft ein. in allen ihren Zwei­gen und in allen Teilen des deutschen Landes Tür unsere Diebbestände brauchen wir auch wirksamen S ^-bengrenz- fch-utz. Redner streifte auch die Frage, ob wir,,in der Ver­gangenheit unsere Viehzucht nicht viel zu setz n aus­ländischen Futtermitteln abhängig gemacht haben. 'chloß mit dem Hinweis, daß der starke deutsche Sieg : Ollen ks war. der uns dort auch wirtschaftliche Sicherungen ermög­lichte. So werde es auch im Westen zur endgültigen Ent­scheidung durch das Schwert kommen müssen. Die Ver­treter des bayerischen Müllerbundes und des bauenhÄen Mälzereiverbandes, die sich schon vor der Münchener Ver­sammlung dieser landwirtschaftlichen Abwekii^ewegimg an­geschlossen haben, betonten in kurzen Zustimmenden Er- klornnqen, daß ibre Gewerbe auf Gedeih und Verderb mit der heimischen Landwirtschaft verknüpft seien und deshalb auch in diesem Kampfe mit ihr zusammenstehen wollten.

Hrrabichliia hx Brotration tiir ZMvwsrm

Berlin. 22. März. (MTB.) Der Bundesrat setzte durch eine Verordnung vom 21. März Reichsgesetzblatt S. 131 die Mengen Sllltgetreide. die die Selbstverürger zur Ernährung verwenden dürfen. für den Kopf auf Kilogramm fest Während sie bis­her SK- Kilogramm betrugen, entsprechen sie nunmehr der der übrigen Bevölkerung für den Kopf zustehenden Menge. Die zu. ständigen Stellen waren sich bei dem Erlaß der Maßnahme be­wußt. daß sie der landwirtschaftlichen Bevölkerung ein schweres Opfer auferlegt. sie war aber unbedingt notwendig, um die Reichsgetreidestette in den Besitz genügender Getreidemengen zu bringen, um die Gesamtbevölkerung aus den Vorräten der alten Ernte bis zum Eingang genügender Zufuhren aus den besetzten Gebieten und aus der Ukraine sowie bis zum Einsetzen des Früh- druschs zu versorgen. Die Maßnahme wird als eine vorüber­gehende gedacht. Erfüllen sich die Hoffnungen auf genügende Zufuhren, so wird die Wiederherstellung der bisher geltenden Selbstversorgungsration von 8J4 Kilogramm erfolgen. Damit eine derartige Wiederherstellung, wenn die Vorräte es gestatten, unverzüglich vorgenommen werden kann, wurde die Maßnahme vom Reichskanzler dem Staatssekretär des Kriegsernährungs­amtes zur selbständigen Anordnung überlasten. Um zu vermei« den. daß die schwerarbettenden Landwirte gegenüber den städti­schen Schwerarbeitern durch Herabsetzung der Selbstversorger­ratton zurückgesetzt werden, traf die Reichsgetreidestelle die Vor­sorge. daß der schwerarbcitenden Landbevölkerung während der Bestellzeit und während der Ernte Zulagen gewährt werden kön­nen. Hrrvorgehobrn sei. daß diejenige Menge, die die Landwirte auf Grund der neuen Verordnung abliefern, ihnen zu den vor dem 1. März 1918 geltenden vollem Höchstpreise bezahlt wird, da sie insoweit selbstverständlich kein Verschulden wegen der verspä. teten Ablieferung trifft.

Diese Kunde wird von den Selbstversorgern schmerzlich aus­genommen werden, ist doch schon die seitherige Menge für Leute, die täglich 12, 11 und noch mehr Stunden im Freien arbeiten müssen. unzureichend gewesen. Indessen: Not kennt kein Gebot! und die Landwirte weiden sich in die bittere Notwendigkeit schicken müsten. Der Krieg hat schon große Opfer verlangt und auch dieses wird ertragen werden müsten. Nur eines möchten wir hervorheben: Am 25. Februar hat des Reiches Vizekanzler, Herr von Poyer, im Reichstag feierlich erklärt, daß eine Kürzung der Brotration zur Zeit nicht beab­sichtigt lei. Mit lauttm Beifall hat der Reichstag diese Er. klärung begrüßt. Es ist noch kein Monat vergangen, da verkürzt man einem großen Teil der deutschen Bevölkerung seine Brot­ration. und zwar gerade dem Teil, der selbst die Brotftucht baut und das ganze deutsche Volk mit Brot versorgt. Es ist eben so, wie auf der Friedbergcr Versammlung gesagt wurde: Für Herrn vvn Payer, Aufstchtsratsmitglied der ..Frankfurter Zeit mg", scheinen die Landwirte, die Bauern nicht zu bestehen, er sieht sie nicht als Menschen an. die man eigens zu erwähnen braucht. Die Hauptsache ist. daß den Fabrikarbeitern die Ration nicht ge­kürzt wird! Traurig aber wahr!

Znlrnnftsstnat.

Die sozialdemokratische Zeitung in Gießen hält der Neuen Ta 'eszeftunq vor, daß ihre Ansicht, wonach die gegenwärtige Wirtschaftsordnung nicht mehr weit vom sozialdemokralis Yen Zukunftsstand entfernt fei, ganz ver­kehrt wäre. Ist die jetzige Verteilerei der Waren, so fragen wir das Blatt, nicht sozialdemokratisch. Wird nicht jeder zur Zeit zur Arbeit gezwungen, ist also das sogenannte Hilssdienstgesetz mit seinen Widersinnigkeiten nicht sozialdemokratisch? Ist die jetzige ganze Zwangs­wirtschaft nicht sozialdemokratisch? Und all die Folgen? Daß jeder nehmen muß, was ihm zugeteilt wird, einer- Lei, ob er es haben will, oder nicht, daß jeder schaffen muß. was kommandiert wird, einerlei ob er dazu taugt, oder nicht, daß jeder über die Zustände empört, daß die Unehrlichkeit und alle schlechten Eigenschaften so ent­setzlich um sich greisen im sozialdemokratischen Staate soll doch gerade das Gegenteil eintreten sind das

nicht die Folgen der'föAäldemokmttkchen Wirtschaft? Warum sind jetzt die Sozialdemokraten aller Orten so still über ihren Progammpunkt, daß das Land Eigen­tum des Staats und nicht der Bauern fei und von staarswegen kommunistisch bebaut werden solle? Will uns über das alles die sozialdemokratische Zeitung nicht ein bischen aufklären?

MLrMfuÄ

sterblichen blö'bt es erspart, er mutz durch dis grotzs Prüfung des Lebens gehen. Oft härter aber prüft die Vorsehung ein ganzes Volk und wenn es zu leicht befunden wird, hört Lchmach und Elend nimmer auf. Vom deutichenVolke hat ferne Tüchtigkett, fein Fleiß und fein durch Generationen gesund erhaltener Kern solch schlimmes Geschickt fern- gehalten. Es hat schwerste PrüsungszeiL in Ehren bestanden, es hat darum aber auch nicht nur Anrecht ans unbestrittene Geltung im Aats der Völker» sondern es wird schließlich auch als has beste befunden werden. Das ist ja auch der eigentliche Lmn der Prüfung, das muerfte wahre Wesen ans Licht zu bringen, seinen wirk­lichen Wert. Erkennen wir aber selbst unfern Wert und lassen wir es nicht geschehen» daß er gemindert werde, Aoch ist drePrüsungL- zeit nicht vorbei; der letzte» höchste Preis ist za erringen» dsrEndsisg. Wir wollen biszu- lstztauch der schwersten Prüfung stand- ! halten. Bringen wir bei der neuen Kriegs- Anleihe den unwiderleglichen Beweis dasiir^

Hkssijche Kaudtagewahlen.

Heute finden in einer Anzahl Wahlkreise Ersatzwahlen zum Hessischen Landtag statt. Mtt Ausnahme des Wahlkreijes Butz- bach-Bad-Nruheim vollziehen sie sich im Zeichen des Burgfrie­dens. Von unserer Seite find aufgestellt im Wahlkreis Gerns­heim-Pfungstadt' Landwirt Dr. D e h l i n g e r - Weiler Hof, im Wahlkreis Grünberg: Reichstagsabg. Dr. Werner-Butzbach, und im Wahlkreis Butzbach - Bad - Nauheim Bürgermeister D i e h ! - Hochweijel. In diesem Wahlkreis stehen sich fünf Kan- didalen gegenüber und die Wahlbewegung ist in den letzten Wochen in lebhaften Fluß gekommen. Wir hielten Versamm­lungen ab in Fauerbach v. d. H.. Hochweijel, Schwalheim. Röd­gen, Griedel, Bingenheim, Münster, Ostheim, Niederweifel und Steinfurth, in denen außer dem Kandidaten Bürgermeister Diehl die Herren Landtasabgeordneten v. Helmolt, Brauer. Dr. Weber und Dorsch. Hirschcl-Friedberg und Dr. Pieper-Frankfurt sprachen. Auch die Gegner entfalteten eine lebhafte Tätigkeit. Die Nationalltberalen treten unter dem NamenLiberale Par­tei" auf und es verdient bemerkt zu werden, daß sie auf einmal zur Sparsamkeit ausfordern, sie verlangen Verringerung der Zivilltste, Herabsetzung der Pferdebestände im Großh. Marstall. einen Minister in Hesien usw. Es nimmt nur Wunder, daß ihr Kandidat, der langjähriges Mitglied des Hessischen Landtags war und der nationalliberalen Partei angehörte, als diese noch uneingeschränkt im Landtag die Herrschaft ausgeübt hat. nicht damals schon für diese Bedingungen eingetreten ist. Im übri­gen waren unsere Versammlungen allenthalben sehr gut besucht und die Stimmung ausgezeichnet, so daß wir mit Zuversicht dem Ausgang der Wahl entgegenjehen.

Zur Mahl.

Vilbel. Hier zanken sich die Bolschewicker und Wicker um das Landtagsmandat, die wilden und zahmen Sozialisten. Da­soll uns recht sein. Einer wird, weil sogenannter Burgftleden herrscht, gewählt, welcher, das kann den anderen Parteien ganz einerlei sein. Dem ist aber nicht so. Die Freisinnigen und Ra- tionallibcralen juctts in allen Gliedern, daß sie nicht agitieren, sondern still mitzusehen sollen. Deshalb haben die Parteileitun­gen beschlosten für den Wicker ernzutreten, damit der Bolsche­wicker nicht siegt. Als ob im Endziel der beiden auch nur der geringste Unterschied wäre. Die Bolschewicker wollen gleich rauben und teilen, die Wicker wollen das allmählich besorgen. Deshalb ist der Beschluß der beiden bürgerlichen Parteien über- flüssig.

Ans der Heimat.

All, die Ihr daheimgeblieben,

Fern vonPulverdampf und Hieben*',

Stets im weichen Bett könnt schlafen.

Seid den Brüdern was. den braven;

Treulich halten sie die Wacht,

Drauß in Kälte Sturm und Nacht.

Heute seid Ihr an der Reih:

Zeichnet feste Kriegsanleihe"

Gewerbeschule. Im Anschluß an den am 27. Marz erfol­genden Schluß des Unterrichtes der Gewerbeschule findet ln dem Saal Ne. 25 der Gewerbeschule eine Ausstellung der Schiller­arbeiten statt, zu deren Besuch der Aufsichtsrat der Schule so­wie die Schulleitung Behörden. Eltern der Schüler, sowie Gön­ner und Förderer der Anstalt höflichst eiuladet. (Näheres siehe im Inseratenteil der heutige» Nummer dieser Zeitung.) Trotz der für die Schule ungünstige« Zettverhaltnisie zeigen die aus­gestellten Zeichnungen. Modelle und die aufliegenden Unter- rtchtshefte überraschende Erfolge und lege» lualcift Zeugnis ad '

von dem außerordentlichen und hingebenden Fleiß der Schüler,' ebenso von der tüchtigen und bewährten Anleitung und Führung der sie unterrichtenden Lehrer. Insbesondere dürfte hervor- gehobe« werden, da sämtliche Gewerbelehrer der Schule im Felde stehen, daß alle zeichnerischen Ergebniste der technischen Unter­richtsfächer in den einzelnen Fachgruppen unter Anleitung des Schulleiters, Herrn Großh. Hauptlehrer Dipl.-Ing. S ch n e i d t, entstanden sind. Die Ausstellung bietet für jedermann Sehens, wertes und Belehrendes, und dürfte sie insbesondere den Elkürn und Vormündern von Nutzen sein, die ihre Söhne bezw. Pfleg­linge einem gewerblichen oder technischen Berufe zuführe» wollen

Warauf es in diesem Kriege ankommi. Die große Prüfung für unser Volk ist dieser Krieg, es geht um nichts mehr und um nichts weniger als darum, ob wir fürderhin unseren Platz an der Sonne, auf den wir uns durch rastlose Tätigkeit auf kulturellem und geistigem Gebiet ein Anreckst erworben haben, behaupten sollen, oder ob wir dieses Anrecht verwirkt haben, weil wir bei der großen Prüfung, die wir jetzt zu bestehen haben, zu leicht befunden worden sind. Ueöec jedes Volk bricht einmal eine solche Prüfung herein, die für es die Schicksalstunde ist. Bestehen wir die Prüfung, dann offnen sich nns die Tore zu neuem Ausstieg, zu neuem Glück- bestehen wir die Prüfung nicht, fallen wir zurück in Not und Elend, haben wir die Zukunft unseres Volkes, das Glück unserer Nackchommen vernichtet. Wahrlich nicht leicht ist die uns auferlegte Prüfung und nicht kurz. Aber haben wir bisher alles glücklich Überstunden, so werden wir aub das Letzte noch überwinden. Schon winkt uns das Ziel. Daher noch einmal alles getan und nochmals Kriegsanleihe ge­zeichnet.

FC. Frankfurt am Mai«, 24. März. Die Personalien des im Eisenbahnwagen ermordeten Begleitmannes eines Militär, transpoctes wurde inzwischen festg-estelll. Begleiter des Wagens war der Kraftwagenführer Adolf Füll aus Niederseelbach, zuletzt wohnhaft in Frank. urt am Main. Der Ermordete war unter Automoöilreifen im Wagen versteckt und hatte Schußwunden am Kopf und am rechten Unterarm. Zur Ermittelung des Täters ist eine Belohnung von 1000 Mark üusgesetzt. Der Leiche fehlen die Wertgegenstände sowie die Schuhe. Die Tat ist zwei bis drei Tage vor der Auffindung ausgeführt worden.

FC. Frauenstein, 24. März. Mit der Parzellierung des vos der Gemeinde für 440 000 Mark angekauften Nürnberger Hofes wurde begonnen. 38 Morgen Ackerland und 3 Morgen Wein­berge wurden versteigert. Der Preis schwankte beim Ackerland zwischen 24 und 34 Mark die Nute, bei den Weinbergen zwischen 40 und 50 Mark die Nute. Es wurden insgesamt aus 41 Mor. gen 133 000 Mac? erlöst. Mit der bei Dotzheim gelegenen Herren- wiese (etwa 40 Morgen) soll demnächst begonnen werden. 60 Morgen Ackerland und 14 Morgen Weinberge sollen bei dem Gut verbleiben und mit diesem verkauft werden. Mit der Hauptparzellienmg kann erst nach der Ernte begonnen werden

ar. Hanau. 20. März. (100 000 Mark Entschadi - gungl Das Landgericht Hanau hatte sich mit einer Klage des früheren technischen Direktors der Aktien-Eefellschaft Dunlop Gummi-Kompagnie in Hanau, Rafael Müller, gegen den Aicksichtsrat dieser Gesellschaft zu besagen. Die Dunloy Gummi- Kompagnie befand sich vor dem Kriege in englischen Händen und wurde dann unter Zwangsverwaltung gestellt. Später gin­gen die Aktien im wesentlichen über an die Adter-Fahrradjperke vorm. Hch. Kleyer in Frankfurt und an die Opelwerke in Rüs- selsheim. Zwischen dem Anssichtsraie und dem technischen Di­rektor Rafael Müller entstanden Streitigkeiten, die dazu führten, daß dem Direktor Müller das Vertragsverhältnis gekündigt wurde. Müller, mit dem ein auf längere Jahre laufender Der« trag abgeschlossen worden war. klagte darauf gegen die Dunlop Eummi-Kompagnie. Vor dem Landgericht Hanau ist jetzt der Prozeß durch einen Vergleich beendigt worden. In diesem Ver- gleich bedauert die Dunlop Gummi-Kompagnie infolge von Irr- tümern den Bruch des Vertragsverhältniües mit dem Direktor Müller herbeigefühlt zu baben und zahlt ihm als Entschädigung einen Bettag von 100000 Mark unter Tragung 'der Gerichts- kosten.

Verkommene Weibsbilder.

Schiersteiu. Ein bitterböses Zeugnis wird in derSchier- stelner Ztg." unseren Schulbuben und der weiblichen Jugend ausgestellt. Als bayerische Einquartierung dieser Tage von dort abrückte, äußerte sich einer der Offiziere, es sei alles schön und gut gewesen, wir zwei Dinge seien zu beklagen: die Verwilde­rung der Schulbuben und die Aufdringlichkeit eines Teiles der Schi-rsteiner Mädchen gegenüber den Soldaten. Was den zwei­ten Teil dieses Vorwurfes betrifft, so bemerkt das Blatt hier­zu:-Man schämt sich, es zu sagen, so schamlos und auf-

dringlich haben sich erwachsene Mädchen den Soldaten gegenüber betragen. Den Höhepunkt aber erreichte dieses widerliche Trei- ben am Sonntag abend gegen 11 Uhr bei dem Wechsel der Wachs am Rathaufe. Etwa 30 weibliche Personen warteten auf di« abziehenden Wachmannschaften, um sie an ihre Posten zu be- gleiten!? Ein Pfui über solche Weibsbilder, vle in dieser furchtbar ernsten Zeit nicht einmal so viel Achtung vor sich haben, daß sie Soldaten ungestört ihre Pflicht erfüllen lasten: daß sie heute, wo ihre Väter und Brüder im härtesten Kampfe zum Schutze unserer Heimaterde sich befinden und die allergrößte« Opfer bringen müsten. nur an die Befriedigung ihrer sinnliche« Lust denken. Da möchte man einen eisernen Besen nehmen und solches Gelichter aus unserem Orte hinausfegen. Wir wollen hoffen, daß bei einer kommenden Einquartierung Militärbehörde und Ortspolizei einem ähnlichen Treiben wehren, damit nicht Schierstein nach außen hin ein Makel angehangt wird, den es so­bald nicht wieder tilgen kann." Das sind die Folgen der zu- nehmenden Industrialisierung, di« sich gerade i« Schiersteiu gen- besonders ausgebreitet hat.

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