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Me „Nene Tan-s?eituns" er.chemt reden Werttag. Regelmäßige Beilagen ..Dev Kaner ans Hesse»". „9* Spinnssnbr". K-zugspr.is: Be, den Poitanitaiten vlerleliährtlch M! 2 40 $,n 3 U tntt noch das Bestellgeld: i-er oen Lunten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grund,eUe 2b Psg„ ,olale 20 oig^ Ln,e,gen von auswarrs werden durch Po.lnachnahm. _ erhoben. griuUuTlqscri Friedberg. hchriflleituny und Verlag <riedverg.(Weisen), ^anauerckraße 12. Fern'pceyer 18. Bo t, heck-Los»ro Rr. 1859. cknt <eankjurt a. M.
FeKtzafte ^.«LgKeit auf der ganzen Front im Westen. — 19 000 Tonnen
Marghiloman rumänischer Ministerpräsident.
versenkt.
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Der deutsche Grneralstak — - meldet: __
W. T. K. Grotzes Harrprq««rtiev, den
19. Marx. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
CLurmtruppen preußischer, bayerischer und sächsischer Divisionen führten in Flandern erfolgreiche Erkundungen aus und nahmen dabei mehr als 300 Belgier gefangen. Von der Küste Lis zum La Dassee-Kanal war der Feuerkampf am Abend gesteigert An der° übrigen Front blieb er in mäßigen Grenzen.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und E a ll w i tz.
Bei Iuvincourt holten Brandenburger Stoßtrupps nach hartem Kampfe zwanzig Gefangene aus den feindlichen Graben. Das Artillertefeuer lebte beiderseits von Reims und in der Champagne zeitweilig auf. An der Nordfront von Verdun »ahm es an Stärke zu. Wir setzten unsere Erkundungen fort. Sächsische Abteilungen brachten aus dem Ostufer der Maas 56 Gefangene ein.
Heeresgruppe Herzog Albrechl.
An vielen Stellen der lothringischen Front, in den Vogesen und im Sundgau rege Tätigkeit der Franzosen.
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Wir schossen gestern im Luftkampf und von der Erde aus W feindliche Flugzeuge und zwei Fesselballone ab.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
'*4 Der Erste EeneralqUartiermeister: Ludendorff.
AbendlrerZcht.
Berlin, 19. März, abends. (WTB. Amtlich.) Regen schränkte NN der Westfront die Gefechtstätigkeit ein. An der Nordfront von Verdun und im Paroiswalde blieb das Artilleriefeuer lebhaft. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Wien, 19. März. (WTB.) Amtlich wird oerlautbart: Keine Ereignisse von Belang.
Der Chef de, Leuereilstabe»«
10000 Tonnen versenkt.
f Berlin. 18. März. (WTB) Im Sperrgebiet um England vernichteten unsere Unterseeboote 19 000 Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschiffsraums.
Der Chef der Admiralftabs der »
Berlin, 18. März. (WTB.) Kürzlich wurden von einem 1 «nfercr U-Boote im Kanal zwei englische Segler versenkt, die von Frankreich nach englischen Häfen bestimmt waren. Beide waren mit Lebensmitteln nur sehr knapp ausgerüstet. Das Vorgefundene französische Kriegsbrot sah grau aus und hatte eine bröckelige Form. Es hatte einen bitteren unangenehmen Geschmack. Der an Bord Vorgefundene Kaffee-Ersatz bestand vach Aussage des. einen Kapitäns aus Kastanien. Zucker war picht vorhanden. Dafür bildete Syrup das Ersatzmittel. Von Fetten wurde unter den Prooiantbeständen nur Margarine fest- gestellt. Sie war in geringer Menge vorhanden und hatte einen sehr schlechten Geschmack. Die ganz mangelhafte Lebensmittel- Ausrüstung der beiden Schiffe ließ einen guten Schluß auf die Ernährungsschwierigkeiten in Frankreich zu. Daß auf beiden Seglern zwei 12jährige Jungen angemustert waren, ist ein neuer
Beweis für die Mannschaftsnot der feindlichen Handelsflotte Rotterdam» 18. März. (WTB.) Der englische Dampfer „Amulet", 1018 Brutto-Registertonnen groß, ist auf dem Wege von Rotterdam auch England gesunken.
Genf, 19. März. Die Pariser Blätter melden, daß der Mili- tärgouverneur von Paris und der Präfekt des Semedeparte- msnts eine Bekanntmachung erlassen haben, daß stch die Bevölkerung zur Aufnahme von Ausgesiedelrm au? Sen Gebieten hinter der Front und in der Etappe vcrbereiren soll.
Ko!?ands Erniedrigung.
Niedergeschlagene Stimmung.
Berlin, 19. März. Wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet, wurde gestern nachmittag an der Rotterdamer Börse allmählich bekannt, daß die holländische Regierung das Uebereinkommen mit England und Amerika angenommen habe. Es herrscht in Reederkreisen Verstimmung über den Regierungsbeschluß, der allgemein als eine tiefe Erniedrigung empfunden wird. Man kann den Beschluß nicht verstehen. Schließlich ist man in Reederkreisen auch besorgt über das Schicksal der Schisfs- besatzungen in Amerika, die sich weigern werden, weiter mit den holländischen Schissen zu fahren. Auf den Straßen und kn den Kaffeehäusern in Rotterdam herrscht eine niedergeschlagene Stimmung. Es ist, als ob eine große nationale Katastrophe Holland betroffen hätte. Allgemein befürchtet man. daß die Entente gelegentlich noch schärfere Forderungen stellen wird, und man ist schmerzlich dadurch berührt, daß die Ehre der Nation tn so wenig stolzer Weise verloren gegangen rst.
Nur teilweise Ueberweisung.
Amsterdam. 18. März. (MTV.) Wie wir aus dem Haag erfahren, sind sich die leitenden Kreise des Parlaments im Un. klaren darüber, ob Loudon in seiner Rede die ganze holländische Tonnage den Alliierten zur Verfügung stellte oder nur den in Amerika befindlichen Teil. Der Schlußsatz der Rede, in dem Loudon darauf hinweift, daß durch die Antwort Holland sich einen großen Teil seiner Flotte sichert, läßt auf eine nur teilweise Uebt-rweisung ick eßen. Die gesamte Abendpresse, insbesondere der „Nlkrlv Courant" greift die Regierung lebhaft an. Saoormin Loh: ,nn will Loudon morgen in der Kammer entsprechend zur Rede stellen.
Haag, 18. März. (WTB.) Das Korrespondenzbureau teilt noch mit: Nach der Erklärung vom Minister Loudon,schlug der Vorsitzende vor. die Diskussion bis nach dem Empfang der Antwort zu verschieben. Der Abgeordnete Lohmann wollte nur Aufschub bis zum nächsten Tage, da, wenn das niederländische Volk anders denke als die Regierung, es von Wichtigkeit sein könne, daß die alliierten Regierungen das erfahren. Nolons war derselben Meinung. Er protestierte heute bereits tir einigen Worten gegen die Handlungsweise der sogenannten Beschützer der kleinen Nationen. Es wurde beschlossen, die Diskussion bis zum nächsten Tage nach der Pause zu verschieben.
Der W.verstand im Parlament.
Gens. 19. März. Westschweizerische Blätter melden aus Rotterdam: Man rechnet in der Zweiten Holländischen Kammer mit einer nicht geringen Gegnerschaft gegen die Haltung Hollands gegenüber dem Ultimatum des Verbandes.
Schwedische Kilfe für Gnesiaud.
Hamburg, 17. März. Das „Hamburger Fremdenblatt" ver. öffentlicht einen Bericht über eine Besprechung zwischen der schwedischen Regierung und den schwedischen Reedern, in der die Regierung den Reedern zwei Abkommen über Abtretung schwedischen Schiffsraumes an England und seine Verbündeten zur Unterzeichnung vorlegt. In dem einen Abkommen werden England 100 000 Ladegewichtstonnen (oder Brutto-Register-Tonnen) überlassen; unter diesen sind etwa 20 000 bis 25 000 Brutto-
Registertonnen solchen Schiffsraumes, der bisher dem Zugriff unserer Gegner entzogen war. Das zweite Abkommen behandelt die Abtretung von 400 000 Ladegewichtsionnen (nach anderen Nachrichten Bruttoregsstertonnen), von denen die Hälft« im Sperrgebiet, die Hälfte außerhalb fahren sollen. Die Regierung stellt ihre Forderungen durch das Seefahnskomitee. in dem ein Teil der Reeder vertreten ist. Nur eine geringe Minderheit oer versammelten Reeder stimmte den Vorschlägen der Regierung zu. bei weitem der größte Teil lehnte sie ab. Vesonoer» das zweite erweiterte Abkommen erregte stürmische Entrüstung. Die Regierung ließ durchblickcn, daß sie Mittel und Wege ftn. den werde, die Reeder zur Annahme der Vorschläge zu zwingen. Sie ließ vorläufig eine Frist bis 15. April, da die Versammirmz ergebnislos verlief.
Dazu bemerkt das „Hamburger Fremdenblatt":
Seidem tn Schweden das neue Ministerium am Ruder ist» dem früher der ausgesprochene Freund der Entente, Branting, angehörte, ist in der schwedischen Politik eine Annäherung an den Standpunkt unserer Gegner unverkennbar. Die Ausschiffung Brantings aus dem Kabinett hat zwar die unmittelbar, Gefahr eines völligen Ueberfchwentens auf die Seite unserer Feinde vermieden. Gleichwohl scheint sein Geist noch immer nachzuwirken. Die Auslieferung von Schiffsraum würde ein« Unterstützung unserer Feinde bedeuten, die den Zeitpunkt de» Erfolges unserer U-Vootkrieges beeinflussen muß. und daher unsere Kriegführung empfindlich schädigt. Besonders gilt das natürlich für solche Schiffe, die bisher im schwedischen Verkehr mH Norwegen, Dänemark und Holland, sowie an der Oslee führe«, »nd solche, die in schwedischen Häsen aufgelegt waren. Ihr» Ausliefrunq kann nicht geduldet werden.
Die Schiffsraumnot unserer Gegner muß aufs Höchste gestiegen sein, wie das auch andere Nachrichten zweifelsfrei erkerv neu lassen. England wird in abfebbarer Zeit erkennen müssen, daß es das U-Boot nicht besiegt hat und nicht besiegen wird.
Fichnowsky's Tätigkeit.
Berlin, 19. März. (MTV) Am 16. März fand im Haupt-» ausschuß des Reichstages eine Sitzung statt, die stch mit zwei 1« letzter Zeit auffällig in Deutschland verbreiteten SchriftstückeNj in erster Linie mit der Denkschrift des Fürsten Lichnowsky vopy 14. August 1916, befaßte, die gegen die Politik der Regierung kurz vor dem Ausbruch des Krieges gerichtet find. Bei Eröffnung der Diskussion führte der Stellvertreter des Reichskanzler» v. Payer aus. über die Entstehung und die Veröffentttck.unH der Denkschrift habe Fürst Llchnowsky sich selbst am 15. d. Mts. dem Herrn Reichskanzler gegenüber u. a. folgendermaßen ge^ äußert:
„Euerer Erzellenz ist bekannt, daß rein private AufzeiH- nungen. die ich im Sommer 1916 niederschrieb, durch einen uw erhörten Vertrouensbruch den Weg in weite Kreise gesunde» haben. Es handelt fick, im wesentlichey um subjektive Betrach« lungen über unsere gesamte Auslandspolitik seit dem Berliner Kongresse. Ich erblickte in der seitherigen Abwehr von Rußland und in der Ausdehnung der Bündnispolitik auf orientalische Fragen die eigentlichen Wurzeln des Weltkrieges. Daran anschließend unterzog ich auch unsere Marokkopolitik einer kurzes Beleuchtung. Meine Londoner Mission konnte hierbei naturgemäß umso weniger unberücksichtigt bleiben, als ich das Be« dürfnis empfand, der Zukunft gegenüber und zu meiner eigene» Rechtfertigung die Einzelheiten meiner dortigen Erlebnisse und Eindrücke zn notieren, ehe sie meiner Erinnerung entschwände«. Diese gewissermaßen nur für das Familienarchi« bestimmte» Aufzeichnungen, die ich ohne Attenmaterial oder Notizen au» der Zeit meiner amtlichen Tätigkeit aus dem Gedächtnisse nie« derschrieb, glaubte ich einigen ganz wenigen politischen Freunden. zu deren Urteil ich das gleich Vertrauen besaß wie zu ihre» Zuverlässigkeit, gegen die Zusicherung unbedingter Verschwiegenheit zeigen zu können." Fürst Lichnowsky schilderte sodann i« seinem Schreiben, wie die Denkschrift durch Indiskretion ©ei* tere Verbreitung gefunden habe und drücke zum Schlüsse sei« lebhaftes Bedauern über den höchst ärgerlichen Vorfall «s&i
>
Es braust ein Ruf wie Donnerha«
durch alle deutschen Lande! Von heute an gibt es nur einen Willen, eine Pflicht:
Kriegsanleihe zeichnen!


