Ausgabe 
19.3.1918
 
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rücksichtsloser, weil er genau weiß, daß er Holland in «er Weise vor deutschen, notwendig werdenden Gegenmaßnah­men zu schützen vermag. Es wäre anzunehmen, daß- nun ei» Schrei der Entrüstung durch die neutrale Welt hallte. Doch die Erfahrung in ähnlichen Fällen berechtigt nicht zu großen Hoff, nungen. Was dem Vorgang für Deutschland den Stempel auf­drückt. ist. daß der neueste englische Gewaltakt der verzweifelten Notwehr gegen die deutschen U-Boote entspringt. Diese allen sorgebrachten idealen Phrasen Lloyd Georges und Wilsons ins Gesicht schlagende Erpressungspolitik ist der beste Beweis dafür, !Y; j *' x Rutsche U-Vootskrieg England die Kehle zuschnürt'

- Berauschungen und Lügen englischer Minister können ange- su'sts dicher Tatsache nicht e:nhr darüber himvegtäuschen.

C'?:'<ud in Grw»rrtung.

^W-en, 15. März. DieWiener MttLagszeitung" meldet aus Rotterdam: Am letzten Mittwoch erklärten, englische Staats- rnünner im Unterhaufe. daß die scheidenden militärischen Operationen an allen Fronten offenbar in den allernächsten ^ageu e insetzen würden. Die rnMIÜrißchc Erschöpfung müsse längsten? im Herbst eintrelen.

Cin jrlbftändrger

Kopcnhagcu, 17. März. ('7,8.) DieB-rNngSkr

Trdcnde ,neidet aus Wasa:, Wrc 7i- fsnnischen Blätter me,, den trugt s,a, d-e Bevölkerung der Slalaudsinsel» mit dem anken, die .Inselgruppe siir unabhängig zzr erklären. Die «nlertenden Verhandlungen für die Wabl einer eigenen N-'- Lrerung haben bereits begonnen.

Die Kampfe in Finnland.

Offoosive der weißen Garden.

>*r l s - März. General Mamrerheims grosse

Offensive hat begonnen. Nach einem Telegramnr an die * w '\f nmikmbiKte Gesandtschaft schreitet die Bewegung gunfttg vorwärts an der ganzen Front. Das Kiräjdorf an der südlichsten Stelle der mittleren Front un- Mittelbar nördlich der Bahnstrecke nach Wiöorg wurde ge- «ommen, und hierbei wurden ungefähr 3000 Rote Gardrst-m Gefangen genommell. '

Serkchiigungem $tm Teil so» Beffarav^e». ferner aus fthms. len Grenzstreife» der Moldau und der beiden Walacheien aedtl. det werden solle«. Wie verlautet, wird der Bezirk Chat in in Rordbessarabien mit der Bukowina vereint werden. Sodann sollen alle strategisch wichtigen Höhen, die die Bergübergänge nach Rumänien beherrschen, soweit sie bisher ans rumänischem Gebiet lagen, künftighin sich diesseits der Grcnzpfähle Oester- retch-Ungarns befinden. Die Grenze hinter Predeal zum Bei- spiel, wo die Eisenbahn von Kronstadt über den Predeal-Paß htnunter nach Stnaja und Bukarest führt, wird bet Buschteija gezogen werden. Der an Oesterreich-Ungarn fallende Grenz- strerfen wird nirgends eine größere Breite als 20 Kilometer haben und zumeist nur sehr dünn bevölkertes, bewaldetes Gebiet umschließen. Eine größere Grcnzberichtigung wird nur auf der strecke vom Roten Turm-Paß bis zur Donau gefordert. Wie verlauteL. wird zur Sicherung der dort liegenden wichtigen Passe, des Roten Turm-Passes, des Bulca-Passes. der Porta Orientale und des Eisernen Tores, der westliche Teil der kleinen Walachei mit der Stadt Turn-Scverin beansprucht werden. Dies geschieht zur Sicherung der freien Schiffahrt auf der Donau, die von Rumänien noch während der Zeit seiner Neutralität in groollcher und herausfordernder Weise verletzt worden ist Oesterreich-Ungarn wird dadurch künftig Uferstaat der unteren Donau werden, wodurch die Machtstellung der Monarchie an der unteren Donau eine völkerrechtlich unanfechtbare Grundlage er. halt Hand in Hand damit sei eine Neuregelung der Donau- murrdungsfrage in der Weise erforderlich, daß die bisherige in­ternationale Donau müirdungskommission. die sogen. Europäische Douaumündungskommission, durch eine Kommission der Donau­userstaaten ersetzt wird. Die Kommission uird nicht blaß über die Sulina- und Kiliamündnng. sondern auch über die eine ^onaumündung, über welche bisher die Russen nach freiem Be­l-eben schalteten, zu wachen haben. Diese, die Osczakow-Mün- oung, wird aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem russischen Besitz in den rumänischere übergehen.

Trohki braucht keine Hilfe.

Bern, 18, Marz DieNeue Korrespondenz" meldet aur «»sh-ngton: Dem Botschafter der Vereinigten Staaten in Ruß, landgeg°nuL-r erklärte Tr-tzki. eine Besetzung Sibirien- durch i*r E^nteumchte lei nicht mehr nötig, da er selbst fest ent. schlossen sei. eine Armee zu organisieren. di«, gestgtzj auf die rus- gjjj ^ 8lCIUi18 ' ** D°«ischen überall Widerstand zu leisten

Unmänien.

Marghiloman berufen

4. 1S * WSr * ber offiziöseLokal-Anzeiger" mel-

Det, hat König Ferdinand von Rumänien dem in Bukarest wei- kenoen rumänischen Politiker Marghiloman die Bildung des neuen rumänischen Ministeriums übertragen. Der Rücktritt des Ministerpräsidenten General Averescu ist erfolgt, weil Averescu nrÄt au. die Annahme seines Friedensoertrages im Parlament rechnen konnte. Die Entente hat in Bukarest den Widerstand Der Krtegspartei neu belebt und dadurch Averescu zum Rücktritt gezwungen.

M *£*** 17 - "*+ /WTB,, Der König -on Rumänien U.tz Marghi^mnn noch ^essy kommen und ersucht« ihn ein neues Ministerium zu bilden. Marghiloman erbat stch Bedenk.

W W«,?, "1? Sur-i-gekehit. um mit den Vertretern

d» Mittelmächte FuSlung zu nehmen. Es haben eingebcnde V«!pr-chungen stattgesunden. Heut« abend wird Marghiloman wieder nach Iaffy reisen und nach nochmaligem Vortrao Hirn ferne Entscheidung treffen,

Die rumänische Herrscherfrage.

Dresden. 17^März. Für den Thron von Rumänien sollte

T 1 Me ** Meldung.!m

Zf ' ^^- Abdankung des Königs Ferdinand der Fürst Wil-

"N?l-ch-r Bewerber in Frage kommen, EkN'iichtigunz von zuständiger Siel!«

LZ-Jnii: T m in bct La«e «rftchern zu tSnne«. Zf. 13 ' ®" 1,d!t elnc wirkliche Erfindung ist und der

ÄS, e ,t;6tnie,' en CHttM b-ntt. die albanisch. Sache

wc

Gebirtsfragcn in Snkorrst.

'i^b^nnt.i^ ^ Berhanölmigei! mit Rumänien stellen ^U-Hrt, daher läßt sichjcht fest.

t'ctunJn l fam Desterreick^Ungarn Gebietsab- ZfT/ c fr, 0erlnn 9t h°l und wie das lebt-re

ihS° m ° mUen und weitere russische Be.

jetzt mitte!ien Ä foIt : r m * können aber schon

die »si!: ' ?? Meldunaen verichiedcirer Zeitungen über

^^Errtung der westliä>.n Walachei mit Turn.Eeverin std« Kiemen Walacher) an Oesterreich-Nngarn und russischer Lebrcche >.nseits des Bruch an Rumänien nicht rfchtig sind

ki' F«chrr»kr, Orkmeich «« Kmiiilr«,

vung^m. 1«. März. In Uebereinsiimumnz mit frühere» Mel.

»K Tüa'icke »" S <2° Ci>d btI Glaubwürdigkeit »lachen, licht sich ** Rundschau aus Wien melden: ^

oon Rumänien zur Sicherung fttner Y-enze -an Ezernowch bi- zum Eisernen T-r Erem,

Kit Zzißehkökre hkrzsßclei brr fätfrniriirfilf.

Fesiftellvzig eines dänischen Sozialistenblattes znm Frieden von Drcst-Litowsk.

Kopenhagen, 11. März. (MTB.) Die ZeitungSocial- oenco.rate.r schreibt anläßlich des Jahrestages der russischen Revolutw; .Es ist eine ungeheure Heuchelei, wenn die En- tentepresse in diesen Tagen über den entsetzlichen Machtfrieden von Brest-L-towsk jammert. Dies ist ein m i l d e r F r i e d e n im Vergleich zu dem Frieden, den die Entente nach ihrer eige­nen Antrvort an den Präsidenten Wilson vom 11. Januar des Vorjahres Deutschland und namentlich Oesterreich-Ungarn und der Türkei diktiert haben würde, wenn diese besiegt worden waren. Was jetzt vom ruMschen Reiche abgetrennt worden ist ist kein elgentlkches russisches Land. Peter der Große eroberte die Ostseeprovinzen von Sthweden. Katharina II. nahm Russisch. Polen, Finnland wuroe den Schweden entrissen, die Ukraine wurde nach der Schlacht von Poltawa erobert. Bessarabien Ru- MLnten fortgenommen und Russisch-Armenien der Türkei. Im Mittelalter wurden die Ostseeprovinzen durch Deutsche kultiviert - es waren umstrittene Erenzländer im Osten, wie es Buraund und die Niederlande im Westen waren."

Wir haben diese Meldung des Wolffschen Bureaus eifrig in derFrankfurter Zeitung" gesucht, haben sie zu unserem Be- dauern aber nicht gefunden. Was mag die genannte Zeitung wohl für einen Grund gehabt haben, diese Ansicht eirres neutra­len Blattes zu verzweigen.

Deutscher Reichstag.

Im Reichstag standen am Freitag zunächst zehn kleine 2ln- frogen aus der Tagesordnung., von denen nicht weniger als neun von den sozialoemokratischen Fraktionen gestellt waren! Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Müller-Meiningen (F. Bp.) über die Lage der Kriegsgefangenen kn Rußland erklärte General Fried, rlch. datz zurzeit infolge der Dcsorganifation der Kriegsverhält, nisst: kein Postverkchr mit den deutschen Kriegsgefangenen^ in Rußland möglich sei. Sobald die Verhältnisse es zulassen, werde dre Heeresverwaltung eine Zentralpoststelle für die Kriegsgefan­genen m Rußland einsetzes. Namentlich die Lage der Kriegs­gefangenen in Ostsibirien gibt Veranlassung zu ernsten Befürch­tungen. Ueber eine Räumung der sibirischen Lager liegt keine Meldung vor. Ein Teil der dort festgehaltenen Deutschen sei w * < / au ^ eiscue Faust ln die Heimat zurückgekehrt. Nach Natrfttation des Frledensvertrages wer'oen stch deutsche Kom- Mlsironen nach Rußland und Sibirien begeben, um die möglichst schleunige Rücksendung der Gefangenen durchzuführen und ihnen tyr Log nach Möglichkeit zu erleichtern. Abg. Baudert (Soz.) klagte über die schwere Belästigung des Publikums durch die ^orrchriften über die Easelnschrankung und den erhöhten Gas- prels oon 56 Pfg. für den Kubikmeter bei Ueberschreitung der zulässigen Menge Direktor tm Reichswtrtschaftsamt Müller er- ll.rderte, daß die Vorschriften nicht engherzig ausgelegt würden.

^L ttgchLnde Ausnahmen werden gemacht Dp wirklich ein wirt- schattl-ches Bedürfnis vorltege. Strafgelder werden nur bei oerschwendertfchem oder gar böswilligem Mehrverbrauch er­hoben. Cs folgt die Vorlage über die Kriegsabgabe der Reichs- vam. Sie wurde nach kurzer Aussprache tn zweiter und dritter ^y.2 r fr 0mmen Die Vorlage über das Dienstgebäude für die Rerchsschuldenverwaltung wurde nach kurzer Beratung einem Ausschuß überwiesen, ebenso die Vorlage über die Zuschläge zu koket- die 1. Lesung de- Kmegesetze», «foff (3ti.) wies darauf hin. datz in den Zeiiungen ebensoviel .^odeeanzeigen wie Kinoanzeigen sensationeller Art ® ie müffen energisch bekämpft werden, soll

ftf, r, b » « 5 T,c tt f CT ^^lljchastskreise gefährdet sein. Abg. Silvlz.Erfurt (©05.) bedauerte, daß von der Polizei JSilfc und Rettung kommen solle und stellte sich der Vorlage ohne Sympa-

Erörterung wurde der Entwurf e,nem An-sch'ch üb-rw-rsen, Moni«,- Saucha« de. Auswärtigen

Sitzung vom 18. März.

*? äT t Nichtamtlich.) Am Bundescats.'

- Ne ich Kanzler Dr. Graf von Hertling. v. Payer. Dr. Mal, raff, Frelherr von dein. Busfche, Dr. Solf. Graf Rödern.

20 mSS** "öffnet die Sitzung um 2 Uhr

Rerchskanzler Dr. Graf von Hertling! Meine Herrenk s ich zum ersten Male an dieser Stelle sprach, am 29. Novem. der vorigen Wahres, konnte ich dem Reichstage die Mitteilung ^ daß dre russische Regierung an sämtliche kriegführende Machte den ^orschlag habe gelangen lassen, in Verhandlungen

und cineir allgemeinen Frieden ein. zutreten. Wrr haben mit unseren Verbündeten den Dorschlaa angenommen und alsbald Delegierte nach Brest-Litowsk ge andt. die brs dahin mit Rußland verbündeten Mächte blieben fern. Der Verlauf der Verhandlungen ist den Herren bekannt. Sie erinnern sich der endlosen Reden, welche nicht so sehr für die dort versammelten Delegierten als für die breiteste OeffeutUcb- kett bestimmt waren, und das anzustrebende Ziel einer Verstau- d gung immer werter in die Ferne rückten, an die wiederholten Unterbrechungen, den Abbruch und die Wiederaufnahme der Ver. Handlungen. Man war an einen Punkt gelangt, wo das Ent- weder ober gesprochen werden mußte. Am 3. März errolate der Frredensschluß mit Rußland in Brest-Litowsk. Am 16. März er von der zuständigen Versammlung in Moskau rarifiziert worden. Es ist nicht mein« Absicht, auf die Beurteilung ei^.zu. 6 °»-n. welche bet Stieben mit Rußland bei den feindlichen Machen gefunden hat, wo die Heuchelei zur zweiten Natur ge- worden ist und die llnwahrhafirgleit sich bis zur Brutalität gesteigert hat. wo man im selben Augenblick, da man die druaende Hand auf ein neutrales Land zu legen im Begriffe ist von der vollkommenen Seibstlosigkcii der befolgten Poliiik zu reden wagt. Da mutz jeder Versuch einer ruhigen Aussprache, ^de sachliche Erwägung scheitern. Und wenn eine Depesche aus Atachington geglaubt hat. dem in Moskau versammeitsn Kon- greß die Sympathie der Bereinigten Staaetn in dem Augenblick aussprechen zu lassen, wo. wie es darin heißt, die deutsche Macht sich angestrengt bat, den Kampf um die Freiheit um seinen Er­folg zu bringen, so lege ich auch das ruhig zum Ucbnaen. Mir haben keinen Augenblick daran gedacht und denken nicht daran, den berechtigten Wünschen und Bestrebungen des vom Zarismus bereiten Rußland entgegenzutreten. Wir wünschen, wie ich schon am 29. November vorigen Jahres gesagt b-abe. dem schwer geprüften Lande die Rückkehr ruhiger und geordneter Verhält- msse und beklagen es schmerzlich, wenn diese noch in weiter Ferne zu liegen scheinen und vielerorts entsetzliche Zustände ein. getreten sind. Ich wende mich nunmehr dem Vertrage selbst zu me Sie, meine Herren, sofort ersehen haben, enthält ders^bL keinerlei für Rußland erniedrigende Bedingungen, nichts von drückenden Kriegskosten, Entschädigungen, keine gewaltsame An« eignung russischer Gebiete . Wenn eine Reihe ven Randstaatcn aus dem russischen Staatsverbande ausscheiden, so entspricht dies dem eigenen von Rußland selbst anerkann^n Willen dieser Lander. Diesen gegenüber stehen wir auf dem Standpunkte, daß sie sich unter dem mächtigen Schutze des Deutschen Reiches die staatliche Gestaltung geben mögen, welche ihren Verhältnissen und der Richtung ihrer Kultur entspricht, selbstverständlich unter der Wahrung unserer Interessen. In Kurland ist die Entwick­lung am weitesten vorangeschritten. Wie bekannt, ist vor weni­gen Tagen eine von dem Kurländer Landesrat als der al- zu- standrg anerkannten Körperschaft entsandte Deputation hier er. chienen. Sie hat die Lostosung des Landes aus den bisherigen staatlichen Verbindungen erklärt und den Wunsch nach einer wirtschaftlichen, militärischen und politischen Verbindung mit Deutschland ausgesprochen. (Beifall.) In der Antwort, mlt welcher mich Seine Majestät der Kaiser als den völkerrechtlichen Vertreter des Reiches beauftragt hatte, habe ick die Selbständig, reit Kurlands anerkannt und von der angestrebten engen Per- bim ung an das Deutsche Reich, welche ja den alten auf Jahr- hunderte zurückgehenden kulturellen Veziehungen entspricht, mit Dank und Freude Kenntnis genommen, die letzte Entscheidung über die politische Ausgestaltung aber Vorbehalten, bis sich die dortigen Verhältnisse weiter konsolidiert rmd die rerfassungs- mäßig zuständigen Faktoren allerseits Stellung genommen haben werden Was Litauen betrifft, so ist ein Beschluß, welcher den engen Anschluß an das Deutsche Reich in wirtschaftlicher und milttarischer Verbindung mit ihm vorsah. schon im vorigen Jahre gefaßt worden. Ich erwarte in den nächsten Tagen ein« Deputation des dortigen Landesrats. die diesen Beschluß neuert dings bekaimtgeben soll, worauf daun ebenso die Anerkennung Litauens als ein unabhängigek staatliches Gebilde erfolgen würde. Die weitere E-rtmicklung der politischen Ausgestaltunk warten wir kn Ruhe ab. Etwas anders liegen die Dinge in Liv. land und Esthiand. Diese beiden befinden sich östlich der im Friedensvertrag vereinbarten Grenzlinie, werden aber, wie Art 6 des Vertrages mit Rußland besagt, von einer deutschen Polt- zeii.-acht besetzt, bis dort die Sicherheit durch eigene Landesein- rtchtnngen gewährleistet ist. Alsdann wird auch für diese Län, der der Augenblick für ihre politische Neuorientierung gelom. men sein. Wir hoffen und wünschen, daß auch sie sich in ein neues, freundschaftliches Verhältnis zum Deutschen Reiche stellen werden, das aber die freundschaftlichen und ftiedlichen Beziehun- gen zu Rußland nicht ausschließt. Nun noch ein kurzes Wort über Polen, das freilich im Friedensvertrag nicht ausdrücklich genannt ist. Bekanntlich ist es die Proklamation der beiden Kaiser vom 25. November 1916 gewesen, welche die Selbständig­keit des Landes vor aller Welt verkündet hat. Daraus folgt, daß die nähere Ausgestaltung des neuen Staatswesens nur auf Grund gemeinsamer Verhandlungen zwischen Deutschland und der Donaumonarchie einerseits und Polen andererseits erfolgen kann. Neuerdings stnd aus politischen Kreisen Polens Anre. gungen zur Gestaltung unseres zukünftigen Verhältnisses an die Regierung und die Mitglieder des Reichstages gelangt. Wi, werden gern prüfen ob und wie weit sie sich mit den von beiden Regrerungen verfolgten Zielen werden vereinbaren lassen, den Zielen mit dem neu erstandenen Staate, unter Sicherstellung unserer Interessen dauernd in guten nachbarlichen Beziehungen -u leben. Alles weitere wird UnterftaatssetretLr Erseüem; Bus.