Als Sprecher der Abordnung verlas Baron Nehden den Beschluß:
Nachdem bereits die allgemeine Landesversammlung vom 21. September 1917 den schütz und Schirm Seiner Majestät des Deutschen Kaisers und des mächtigen Deutschen Reiches erbeten bat. ist nunmehr in Gemäßheit des Artikels III des am 3. März d. I. zwischen Deutschland und Rußland abgeschlossenen Frie- densvertrages Kurland endgültig der Staatshoheit Rußlands entzogen und die Bestimmungen des künftigen Schicksals Kurlands in die Hand Deutschlands im Benehmen mit der Bevölkerung Kurlands gelegt worden. Freudig bewegt von dieser glücklichen Wendung und voll tiefer Dankbarkeit für die großen Opfer, welche von dem deutschen Volk zur Befreiuung der baltischen Lande gebracht morden sind, hat der Landesrat auf das ihm durch kaiserliche Gnade gewährte Recht, an der Beratung der staatsrechtlichen Neugestaltung Kurlands teilnehmen zu dürfen, beschlossen, die nachstehenden Wünsche als die Willensmeinung des Landes der Staatsregierung zu unterbreiten und hierfür die allerhöchste Genehmigung zu erbitten:
1. Die sicherste Gewähr für die Wohlfahrt. Ruhe und friedliche Fortentwicklung des Landes in ? inonarchischen, konstitutionellen Staatswesen unter dem -pter Seiner Majestät des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen erblickend, wagt es der Landesrat. die alleruntertänigste P }• auszu- frrecften. Seine Majestät der Kaiser und König wollen aller, gnädigst geruhen, für sich und seine Nachfolger die Herzoaskrone Kurlands geneigtest anzunehmen.
2. Es entspricht ferner unseren Anschauungen und Wünschen dasl rm Wege des Abschlusses von Konventionen betreffend das -> rlltar-. Zoll-, Verkehrs-. Maß- und Gewichtswesen, sowie durch anderweitige Verträge eine möglichst enge Verbindung Kurlands mit dem Deutsche Reiche in militärischer und wirt- schaftlrcher Beziehung angestrebt und verfassungsmäßig sichergestellt wrrd.
3. Unsere sehnlichen Hoffnungen sind darauf gerichtet daß das durch se.ne vielhundertjährige Geschichte und durch so manche harte ^chlcksalsschlaqe zusammengeschweißte Baltenland nicht an der Schwelle einer glückverheißenden Zukunft auseinanderqeris- sen. vielmehr zu einer staatlichen Einheit in einer einheitlichen Berwaltungs- und Verlasiungsform zusammengefaßt, dem deutschen Reiche dauernd angegliedert werden möge.
Dw Begründung des Beschlußes sagt' Seit Jahrhunderten an die monarchische Staatsform gewöhnt und ihr stets aufrichtig ergeben, vermögen sich die staatstreuen Bewohner Kurlands reme andere staatliche Gestaltung vorzustellen. die gleich der erb- lchen Monarchie, unabhängig von vorübergehenden Zeitströ. mungen und Wendungen und erhaben über alle eigensüchtigen Interessengegensätze Mit fester und geschickter Hand das Staats- s euer zu fuhren und jedem das Seine zu gewähren imstande wäre. Nur unter einer monarchischen Leitung und kraftvollen Regierung rm engsten Anschluß an bas Deutsche Reich dürfen wir Kurlander eine Heilung der durch den Weltkrieg unserer Heimat geschlagenen Wunden und ein erneutes Aufblühen aller chrer Lebensoerhältn.sse erhoffen. Das uns vor Augen stehende Beispiel der bis zur wahnsinnigen Anarchie ausgearteten rufsi- schen Demokratie kann uns in unserer schon vorhandenen monarchischen Gesinnung nur noch befestigen und kräftigen. Die von uns erl^tene Personalunion mit dem ruhmreichen Hause Hohenzollern gibt uns die beste und glücklichste Gewähr für Sicherheit. Wohlfahrt und inneren Frieden unseres Landes und für einen dauernden Anschluß an das Deutsche Reich. Mit Liv- land und Eschiand verbinden uns nicht nur di« bisherigen Schick,ale die,er Lande und die gemeinsamen Leiden und Erlebnisse von Jahrhunderten, sondern auch die Gemeinsamkeit unseres re, loio,cn Bekenntnisses und der wertvollsten Güter einer im Grunde gleichartigen Kulturentwicklung, Auch das gesamt« durch dw völkerverbindende Ostsee bedingte und gesardcrte W-rtschaflsleben lieh die Interessen der drei Ostseeländer so in. einander verflochten sein, daß ein Zerreißen dieser Fäden nicht ohn« tiefen -»merz und empfindlich« Einbuße ersolgen konnte Geograph,,» and geschichtlich gehören Liv-, Esth- und Kurland zusammen, und iS erscheint dem Landesrat erwünscht, wenn won möglichst bald eine Einheitlichkeit in Vermal,ung und ■ »eifauum, geschaffen würde, wobei gleichzeitig der Wunsch noch *
2 f nnun 8 fces n°u-n Baltenlandes von Litauen -am Ausdruck gebracht wird.
der Abordnung übereichte nunmehr den Beschluß des Lanürates dem Reichskanzler Tr. Grasen v
l" 0 '.®“ \ e ™ Antwort durch den Unterstaatssekretär v. Naoowltz verlesen ließ.
,m ,?‘ e , Botschaft des Kaisers lautet: Seine Maie,tat der Kaiser und König haben bereits durch seine Antwort auf das Huldigungsteiegramm des kurländischen fe T ^'S^ublten herzlichen Freude über den Beschluß vom 8, Marz Ausdruck gegeben und geruht mich nunmehr zu beauftragen. Ihnen, den heute hier erschienenen ^er.i eiern des kurlandischen Landesrats, seinen wärmsten
£* fur ÖQä r in de" Beschlüsse zum Ausdruck gebrachte Vertrauen zu übermitteln. ]
MajE ^eude und Mhruug haben Seir
-kchenat von der an ihn gerrchteten Bitte Kenntnis ae- nommen, die Herzogskrone Kurlands anzunchinen. Seine Maiestat c, blickt hierin ein besonderes Zeichen des uner-
rf" .® ntrauenS «u seiner Person und dem Hause ^ DEchen Reich und Preußen. Die
i »höchste Ontscheidung wird nach Anhörung der zur Mit-
^^"ugbcrufenen Stellen getroffen und dem Landesrat mrrgeterlt werben.
Maiestät s^bhaster Freude und Genugtuung haben Seine 5 “ J etn l. r 7!eh°n. daß der Wunsch des Landesrates m -A m Verbindung des Herzogtums mit dein Deut- scheu Reiche gerichtet ist.
Nacktem der kurländische Landesrat iin September vori- lem durch den jetzigen Beschluß erneut bcn Wil-
, nV, U rf ^ erru!:t “ 9 Herzogtums Kurland aussprach b ‘ C bl * f, * ri8C staatliche Verbindung Kurlands ge^st worden ist. steht der Ausführung dieses
Wunsches nichts mehr im Wege. Seine Majestät der Kaiser baden allerhöchst mich beauftragt, im Namen des Deutschen Reiches das wiederer richtete Herzogtum Kurland als freies und unabhängiges Herzogtum anzuerkennen, ihm den Schub undBeistand des DeutschenReiches bei der Einrichtung seines Staatswesens und beim Airsbau seiner Verfassung, die auch eine Landesvertretung auf breiter Grndlage vorsehen muß. zuzusilbern und wegen der Festlegung und Formulierung der vom Landesrat beschlossenen engen Verbindung mit dem Deutschen Reicks das Weitere zu veranlassen. Eine formell? Urkunde über die Anerkennung Kurlands wird dem Landes- rat noch zngehen.
Seine Majestät haben mich beauftragt, den Landesrat darauf hrnzuweisen, daß die Anteilnahme Seiner Majestät ''""es Deutschen Reiches an dem Schicksal der übrigen baltischen Gebiete bereits in dem kürzlich abgeschlossenen deutsch-russischen Friedensvertrage zum Ausdruck gekommen LandeSrat zu versichern, daß die Gestaltung der ^.>e> haltnisie >n d,csen Gebieten auch weiterhin von der gan- zen Anteilnahme Seiner Majestät des Kaisers und Königs getragen sein wird."
Der Reichskanzler zog hierauf die Mitglieder der Ab- o^nnng in ein Gespräch, in dessen Verlauf er seiner Freude über die Einmütigkeit der deutschen und l ttischen Elemente anssprach die in dem eben verlesenen Dokument einen so .chonen Wrllensousdruck gefunden habe.
Mit Worten des Dankes verabschiedete sich sodann die Abordnung.
Mai 1918, 2. dir Angehörige des Geburtsjahrganges 1868 mit
ZI 1 "!! i: 2uni und dem Endtermin am 15. September 1918, 3. die Angehörigen des Geburtsjahrganges 1869 mit Be-
1918. ° m 16 ‘ ^tember und dem Endtermin am 31. Dezember
jittnmun ittt^ dir Mittelmächte.
. er ^ It von einer zuständigen diplo- manschen Personlichkest aus dem Wiener Ballhansplatz fol grnüe Mitteilung: Der Gedanke eines österreichisch, ungarisch-rumänisch,n Bündnisses wird in verschiedenen Formen ausgestre.,t, Wird der endgültige Frieden abge- chossen. so ist es sehr wahrscheinlich, daß dieses Bündnis zustande kommen kann, Rumänien wird nämlich genötigt £>». ferne bisherige Politik völlig aufzugeben und zum -nitzen seiner Zukunft sich auf uns zu stützen. Wir aber haben unter den entsprechenden Bedingungen keine Ursache, das Bündnis zurnckzuweisen.
Fortsvbung der Friedensvcrhandlimg.
Aus Bukarest wird gemeldet: Herr Argentoianu. der Führer der riimanischen Friedensabordnung, ist aus ^astn wieder ,n Bukarest eingetroffen. Heute nachmittag hat be^ reiks eine Litzung mit den Vertretern der Mächte stattge- sunden. Ueber ihr Ergebnis verlautet vorläufig nichts.
Cin Ministerium Marghiloman?
Di« Wiener „Neue Freie Presse" meldet unter dem aestri. gen Datum aus Bukarest: Heute stattete Marghiloman dem
Minister des Aeußein Grafen Gzernin einen Besuch ab, welcher in Bukarest viel besprochen wurde. Man glaubt hier auf Grund v°r,»irdener aus Jaff, eingeirosfener Meldungen schließen zu tonnen dag das Ministerium Marghiloman im Anzug sei. Da Graf Czernrn bekanntlich bestrebt ist, nach Abschluß des Frie- dens m.t Rumänien möglichst rasch ein sreundnechbarLch-z Verhältnis zu diesem Land- herzustellen, würde ein Ministerium Marghiloman zweifellos bedeuten, daß Rumänien schon jetzt eine Annäherung an die Mittelmächte vollziehen will. Der rumänische Unterhändler Argentojanu ist von Jassy nach Buka- reest zuruckoekehrt. Die Besprechungen haben Nachmittag wie der begonnen.
Sl-nndzil im iißmächÜilM AbMrdntkknlWg.
Nach Schluß der Abgeordnetenhaussitzung am Mittwoch kam es zu wüsten Rauf- und Dumuliszenen, wie sie schon seit Jahren nicht mehr vorkamen. Der Log, Soukup besprach die Lebensm,tteloerhaltnisse in Prag und Tagte, daß cs dort bereits keine Kartoffeln mehr gebe, Vizepräsident Simionovici ersuchte den Redner, zur Cache zu sprechen sStürmischer Widerspruch b-, den Tschechen, die laut riesen: „Cr spricht ja zur Cache, Cie stnd ein ungeschickter Vorsitzender!", Vizepräsident Simionovici gab das Glockenzeichen, Abg, Soukup: Diese Zustände müssen hier osten dargelegt werden, lSiürmischcr Beifall,, Auch die Pserdemetzger haben in Prag geschlossen. Abg. Bechyne: .Es ist ia die Absicht der Regierung, eine Revolution anzuzettel'n!" Abg. Soukup- „Man bekommt keinen Tropfen Milch “für die
£r Ue l U , n c Ö ,5 inber in 2ro: „Bei uns auch nicht."
Abg. Wolf, der bisher auf dem Lußerstf-r rechten Flügel der Schrittfuhrertribüne stand, ruft nun dazwischen: „Ihr Tschechen hattet eben abl:efern sollen. Ihr habt aber nichts geliefert. Ihr wollt uns aushungern. Ihr seid die Bundesgenosien der Eng. lander. Bei diesen Morten erhebt sich auf den tschechischen Banken e.n ungeheurer Tumult. Aktenbündel sausen durch die Z Ut l' . :Die _ T t J d)cd, ^ en Abgeordneten drängen gegen den Stand, platz des Abgeordneten Wolf, um ihn anzugreifen. Es fallen zwl.chenrufe wie z. V.: ..Kriegshetzer. Lump" und andere aus Gründen des öffentlichen Anstandes nicht wiederzugebende Be. fchlmpfungen Zn diesem Augenblick wirft der tschechische Ab- ?^blo ein Stück Zucker auf den Abgeordneten Wolf. Abg Wolf springt von seinem erhöhten Sitz herab und wirft sich auf den Abg. Ryblo. Abg. Masata reißt den Abgeordneten Wolf zuruck und wirst ihn zu Boden. Zn diesem Augenblick entsteht erne wüste Schlägerei. Der deutsche Abgeordnete Wcbra mit seiner Hünengestalt, ebenso wie der Abg, Dr. Michel, der ihm an Körperkraft nichts nachgibt, eilen dem Abg. Wolf zu Hilfe und befreien ihn aus dem tschechischen Knäuel. Der tschechische Abgeordnete Macura packt den Abg. Dr. Michel und will ihn zu Boden reißen. Das allgemeine Handgemenge dauert an. Vizepräsident Simionovici erhebt sich, unterbricht die Sitzung und verläßt den Saal, ebenso auch die anderen Abgeordneten. Trotzdem dauert der Lärm und die erregte Auseinandersetzung zwischen tschechischen und deutschen Abgeordneten an. Rach 20 Minuten konnte die Sitzung wieder eröffnet werden.
' r U feindliche» Knftm,griffe.
Berlin. 15. März, sWTB, Unsere Gegner unternahmen im Februar 23 Luftangriffe auf das deutsche Gebiet. Davon richteten sich 13 gegen das luxemburgisch-lothringische und das Saar- und Mosel-Industriegebiet. Sie riefen in keinem Falle eine Betriebsstörung hervor; meist kamen die feindlichen Flugzeuge dank der Abwehcmittel nicht an die Werke. Von den übrigen zehn Angriffen richteten sich drei gegen Trier, je ein Ananff gegen Saarbrücken. Offenburg i. V.. Wehlen an der Mosel. Ludwrgshafen. Zweibrücken. Mannheim und Pirmasens. Wahrend mklitärstcher Schaden hier nicht verursacht w-rden konnte war der Schaden an Häusern und Privateigentum mehr- 7."'^ unbeträchtlich. Im ganzen fielen den Angriffen 12 . ten.chenleben zum Opfer. Fünfzehn Personen wurden schwer und 21 leicht verletzt. Ein feindlicher Doppeldecker fiel in unsere Hand.
ftt Mttwmt f rifa*mmii?fr in ßfrliit.
cv - ® er österreilblsch-ungarische Kriegsminister General der
Uut'hlZ'l Ö ‘ Stöger-Steiner trifft morgen zum Be
suche oes preußischen Knegsmlnisters in Berlin ein.
lknüaftng Df? iillmkiGihtn iiltmn fandllnrms.
SBien, 15. März. (MTV, Nichtamtlich,) Der Kaiser hat nachstehendes Befehlsschreiben erlassen: Ich befehle, daß di- den Eeourtsjahrgängen 1867, 1868 und 1869 angehorenden. zum -andsturmdienste hsrangezogencn Personen und die 1867, 1868 und 1869 geborenen Angehörigen von landsturmpflichtigen Kör. perschaften, sowie jene Personen dieser Geburtsjahrgänge, die nn V>ege der freiwilligen Asientierung ln das Heer und die Knegsmarine oder in die Landwehren auf Kriegsdauer ein- getreten sind, sofern sie nicht selbst um Wciterbelassung in dem attwen Militärdienst bitten, mit Ausnahme der Eagisten des Ruhe,Landes und des Verhältnisses außer Dienst wie folgt zu beurlauben sind: 1. die vorbezeichneten Angehörigen des Ge. durtsjahrgange» 1867 »it BeziwL am 15. März und Endtermi»
5)ini>fnlinn, iüm den bfunrUfJirnk« lknjkchkidiin"s?!gn!pf.
Ä8In, 14. aKarj. Die „Kölnische Zeitung" schreibt: Der Knegsbnichterstatter der „Kölnischen Zeitung" auf dem west, lrchen Kriegsschauplatz berichtet aus Charleville vom 12 März daß die Kriegsberichterstatter der Westfront gestern Gelegenheit hatten, in kleinem Kreise mit Hindenburg und Ludendorff ermge Stunden zuzubringen. Wir heben daraus nur folgende Satze hervor: In Bezug auf die Dinge an der Westfront be- tonten Seide. Hindenburg und Ludendorff, den großen Ernst der Entscheidungen, vor denen wir ständen. Wir seien uns der Große und Schwere der hier vor uns liegenden Geschehnisse vollkommen bewußt, gehen ihnen aber mit unbedingter Zuver- sicht entgegen. Ludendorff betonte, wir haben im Jahre 1917 oft mit einer zahlenmäßigen Minderheit an der Westfront dennoch Stand gehalten. Es fei eine ungeheure Verantwortuua gewesen, für die Vorstöße im Osten und Süden so viele Kräfte abzuziehen, aber ohne das wäre es nicht gelungen, und die heutige günstige Lage nicht erreicht worden. Heute, wenn auch bet den Zuständen der Bahnverbindungen an einen Transport im Tempo der Mobilmachung nicht gedacht werden kann, feien doch fetzt schon zahlenmäßig an der Westfront ziberlegen. Di- Aufgabe, auch hier, wie im Osten, zum Frieden zu gelangen, sei jetzt lösbar. „Und." fügte Hindenburg hinzu, „zu einem guten, einem deutschen Frieden. Ein anderer nützt uns nichts."
Dns Grab der Uevalntian.
Der bekannte russische Sozialdemokrat Axelrod sprach, wie „Aftontidningen" vom 19. Februar berichtete, unlängst in der Stockholmer „Sozialdemokratischen Vereinigung". Er sprach über das Auftreten der Bolschewiki in den Revolutionsmo,iaten, über ihre Sabotage aller positiven revolutionären Organisationsarbeit. bis sie im letzten Augenblick die Macht an sich risi sen, um sich selbst für die Forderungen nach Frieden, Land und konstituierende Versammlung zum Ritter zu schlagen Wir sehen jetzt die Ergebnisse ihrer Politik. Der Friede war das wesentlichste, wo ist er? Wo ist das Land? Unter vollständiger Anarchie verteilt, bei der das Recht des Stärkeren triumphiert hat. Die wohlhabenden Bauern haben das Land unter sich verteilt. Die Armen haben nichts bekommen oder so gut wie nichts. Und wo ist die konstituierende Versammlung? Gesprengt durch die bolschewistischen Matrosen, nachdem sie sich trotz aller Gewalt bei Wahlen als nichtbolschewistisch erwiesen haben. Der Redner schloß damit, zu betonen, daß auch auf Europa eine schwere Schuld fällt, weil es sich vielfach zu Beifallsäußerungen angesichts der sozialen Zerstörungsarbeit hat hinreißen lassen, dir der Bolschewismus in Rußland anrichtet, indem er der russischen Revolution das Grab gräbt." Was der Maximalismus aus Rußland und im besonderen aus Petersburg gemacht hat. geht au den Eindrücken und Erlebnissen hervor, die ein Stockholmer aus dem Lande der Revolution in feine schwedische Heimat mitbrachte. Er erzählte: ..In Petersburg gibt es keine Schilhe mehr zu kaufev, nur die Soldaten haben noch welche auf „Lager". Man kann von ihnen alte Schuhe fü, 300 Rubel, ein Paar neue Schuhe nicht unter 600 Rubel Habens Selbst Leute, dis noch Schuhs besitzen. zieheU vor. in Wickels


