Ausgabe 
14.3.1918
 
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des Prernierrmnsters LlovS George wieder."" So tfl bemT Lloyd George der behauptete, mit der erstaunlichen Anhang, lichkeit der Eingeborenen in Deutsch-Oftasrika sei eS nicht weit her, in der Tat sei nur eine kleine besondere kriegerische Kaste auf Seiten der Deutschen, von einem Mitkämpfer und Landeßkenner im eigenen Hause Lügen gestraft worden^

Dentlchev Reichstag. . H !

Sitzung vom 13. März 1918.

Auf der Tagesordnung steht die Interpellation des Zen» trums über die wirtschaftlichen Verhältnisse des selbständigen Mittelstandes in Handwerk. Kaufmannstand und Kleindustrie.

Staatssekretär Frhr. v. Stein erklärt sich zur sofortigen Beanttrwrtung der Interpellation bereit.

Abg. Irl (Ztr): Insbesondere das Handwerk zeigte in de» letzten Jahren Zeichen eines neuen Aufchwungs. Da kam der Krreg dazwischen und brachte viel Elend über diese Kreise. Die Erhaltung des Handwerks ist für Stadt und Land eine Lebens- Notwendigkeit. In den Großbetrieben werden keine Handwerker erzogen, wo jahraus, jahrein Teilgegenstände hergestellt und die Menschen zu Maschine herabgedrückt wurden.Leben und leben lassen" muh der Grundsatz bleiben. Ja kleinen Werkstätten muß der vorwärtsstrebende Handwerker ausgebildet werden. Das amerikanische Wirtschaftssystem, wie es auch Walther Nathenau vertritt, wäre für Deutschland ein Unglück. Durch die Kriegs­gesellschaften ist dem Handwerk unendlicher Schaden zugefügt worden. Was jetzt vom Kriegsamt durch Stillegung der Be­triebe verdorben wird, wird vom Reichswirtschaftsamt kaum wieder gut gemacht werden können.

Staatssekretär des Reichswirtschaftsamtes Freiherr von Stein: Mit dem Fragesteller erkenne ich die Notwendig an. der weiteren Verschärfung der schwierigen Lage des gewerblichen Mittelstandes entgegenzuwirken und die entstandenen Schäden, soweit es geht, auszualeicken Ich kann jetzt schon sagen, daß eine Stillegung tn größerem Umfange, wenigstens soweit Handwerks- mäßige Betriebe in Betracht kommen, nicht in Aussicht genom­men wird. Wo aber die Verhältnisse dazu zwingen, ist das eine selbstverständliche Notwendigkeit, daß die davon betroffenen' Kreise selbst mit Hand anlegen. um Schädigungen über das not- »endige Maß hinaus zu vermeiden. Bei Rohstoffen, bei denen »tr auf das Ausland angewiesen sind, werden wir in abseh­barer Zeit nach dem Kriege noch mit einer großen Knappheit zu rechnen haben. Eine freie Selbstverwaltung wird meiner Ansicht yach die amtliche Verleilungsmaschine unterstützen und bann ersetzen können. Die Behörden werden im Interesse des Ganzen darauf bedacht sein müssen, dem Handwerk die Selbst- ftünd'"kett zu ermöglrchen.

Abg. Brüh ne (Soz.). Nach Beendigung des Krieges wer­de« die etngezogene« Handwerker sich in Massen der Sozial­demokratie anschließen.

Abg Doerman« (Vpt.): Die Parteien sind sich einig darüber, daß dem Mittelstand geholfen werden muß, uneinig nur über die Mittel.

Abg. Lützel (Rail.): Dem Handwerk gegenüber genügt die finanzielle Hil^e des Reiches nicht. Es muß für Rohstoffe ge­sorgt werden, für deren Beschaffung in den Frtedensverträgen besondere Bestimmungen zn treffen sind. (Beifall bet den Natl.)

Dar ruf wird die Weiterberatung auf Donnerstag 2 Uhr ver­tagt. Schluß %7 Uhr.

Parlamentarisches ans Hessen.

Zweite Kammer der Stände.

RMK. Tarmstadt, 13. März.

In der Generaldebatte ergreift zunächt Abg. Dc. Osann das Wort, um sich über die finanzielle Lage Hessens zu Verbreiter;. Er geht dann auf die Beamtenfrage näher ein. fordert schärfere Prüfung und Pensionierung unge­eigneter Beamten. Im ganzen Lande sei wegen der scharfen Bestimmungen besonders auf dem Lande große Beunruhig­ung eingetreten. In Preußen werden diese Verordnungen lange nickt so scharf gehandhabt. Das erzeugt allgemein Un­willen. besonders wenn man aus Gründen der Kohlenerspar­nis Oelmüblen schließe, die mit Wasser getrieben werden, die Bäckereien zusammenlege, die nur Holzfeuerung be- nötiaen. Die vielfach widersprechenden Bestimmungen über die Obst- und Eierablieferung haben mancherlei Kopfschüt­teln erregt. Es herrsche allgemeine Unzufriedenheit im Lande. Redner fordert dann, daß in dem jetzt geschaffenen gtoßen Finanzbeirat gegenüber dem Handel und Groß­kapital das Handwerk, wie überhaupt der Mittelstand besser vertreten sei. Die Umgestaltung des Preußischen Wahlrechts werde zur Folge haben, daß man auch in Hessen das Mehr­st immen reckt beseitigen müsse. Die Verhältniswahl unter- stütze er. Er fordert aber mit seinen Freunden baldige Be­seitigung der Gemeinwirtschaft und des Staatssozialismus nach dem Kriegs, denn durch die Arbeit des Einzelnen ist erst Deutschland groß und mächtig geworden.

Abg. Dr. Weber (Bbd.) kann die Ausführungen des Vorredners im allgemeinen nur bestätigen. Redner geht dann auf die böse Stimmung ein, die wegen der vielfach bei kehrten Verordnungen auf dem Lande herrscht. Tie Ur- tar!)e besteht meist darin, daß den Lokal- und Kommunal- lerwaltnngen zu viel Recht gelassen werde, die Regierung Hobe sie nicht mehr in der Hand. Hoffentlich werde dies bald anders. Ein großer Fehler sei das Schweinemorden in dem jetzigen Umfang gewesen, ebenso bedenklich sei der jetzige Rindermord. der unabsehbare Folgen durch den damit un­vermeidlichen Milchinangel und den anschließenden Kinder­mord habe. Auch er ist der Ansicht, daß die Abgeordneten tu wichtigen Negierungsfragen mehr als seither heran- gczogen würden, dabei sei aber nötig, daß in den einzelnen Fraktionen der Parteihader mehr zurückgeftellt tverde. Man toll gegenseitige Verständigung suchen. Redner bespricht die Gründe, welche sein« Freunde für das Mehrstimmen recht elntreten ließen und geht dann auf den von ibm zum £* 91 ?

anscUag^efteVe»^S^GE^UrdWMna"«ne- Forsts triebsstockes. der hoffentlich im nächsten Jahre errichtet wer­den könne. Ein sehr unsicherer Faktor in unseren hessischen Verhältnissen seien die Eisenbahnen, in welchen der Staat 400 Millionen Betriebskapital stecken habe, die Einnahme- Schwankungen waren bisher ziemlich groß, dazu komme, daß nach dem Kriege für Ergänzungen des Materials der Mini­ster Breitenbach etiva 12 Millionen benötigte, was für Hessen eine rmgeheure Last bedeute und ebenso, wie in Preußen beunruhige, wie diese Gefahr zu beseitigen sei, kann man heute schwer beurteilen. Nur die Hoffnung auf eine ent­sprechende Kriegsentfckxidigung könne uns entlasten, da sonst die Steuerlasten aller Orts kaum erschwinglich werden. Hof­fentlich bringe ein guter Frieden uns die notwendige Be­ruhigung. (Beifall.)

Abg. S o h e r r (Ztr.) kann die finanzielle Lage Hessens ebenso wie fein Vorredner auch als befriedigend bezeichnen; die Weingüter haben außerordentliche Erträge gebracht, den Winzern war allerdings nach den häufigen Fehlscklägen eine gute Erholung zu gönnen. Die zu erwartende Reichs- wcinsteuer werde hoffentlich in geeigneten Grenzen bleiben, zudem der Wein ein ungeeignetes Steuerobjekt sei.

Abg. Henrich (Freist) bespricht in gleicher Weise die fi­nanziellen Verhältnisse und die großen Aufgaben, welche dem Reich, wie auch den Bundesstaaten hauptsächlich nach dem Kriege auf sozialem Gebiete erwachsen.

Abg. Ulrich (Soz.) bringt zunächst Beschwerde über die späte Einführung des Voranschlages durch die Regierung vor Der Voranschlag sei nickt so günstig, wie es den Anschein habe. Er bespricht den Schleichhandel, die bedeutenden Hinterziehun­gen und Preistreibereien der Großindustrie und tritt mit Ent­schiedenheit für eine bedeutende direkte Reichssteuer besonders der Kriegsgewinne ein. Wir sollen zum Frieden bereit sein, aber wenn unsere Gegner nicht wollen, entschiedener Kampf bis aufs Messer. Vielleicht läßt sich doch noch ein Weg zu einem rascheren Frieden finden.

(Fortsetzung Donnerstag 9 Uhr.)

An'rim im liflHidim fonMag.

RMK. Darmstadt. Die Fraktion des Bauernbundes hat in der Zweiten Kammer folgende Anträge gestellt: 1. Wir beantragen Er Regierung möge veranlassen, daß die bereits er­lassene Verordnung über die Eicrabgabe zurückgezogen und durch eine solche ersetzt werde, die mit den Bestimmungen über die Eierabgabe in den aiigrenzenden außerhessischen Gebieten im Einklang steht. 2. Wir beantragen: daß die Gr Regierung so. bald wie möglich in der Zusammensetzung der Landeskartoffel- stelle. Landesobsisielle. Landesnnlch- und Fettstelle. Landeseier­stelle usw. Aeiiderungen dahingehend eintreren laßt, daß die Erzeuger in der gleichen Starke und mit den gleichen Rech­ten vertreten sind wie die Verbraucher.

Uitr fünf Kandidaten.

FC. Butzbach, 13. März. Beigeordneter Hader mann erklärt, daß er seine Kandidatur für den hessischen Landtag alsWilder ablehne. Ebenso erklärt Fabrikant Oppen­heimer dahier, dasselbe als unabhängiger Sozialist, um keine Stlnnnenzersplitterung in der sozialdemokratischen Partei herbei zu führen.

Cs il rrreicht!

Auf der Landwirte-Versammlung am letzten Samstag hat der Landtagsabg. Dr. v. H e l m o l t als Zeichen der Zeit einen Brief verlesen, in dem ein freisinniger Selfenfabrikant aus Offenbach a. Main namens des Oberbürgermeisters von Offen­bach a. Main Landwirten der Wetterau die Hausschlachtung verbieten will. In derselben Versammlung wurde erwähnt, daß der Sozialdemokrat Ulrich in einer der letzten Vorstandssitzun­gen der Landes-Milch- und Fettstelle verlangt habe, man müsse die Landwirte zwingen, mehr Milchkühe einzustellen, damit mehr Milch erzeugt würde. Rascher, als man denken tonnte, ist dem Verlangen Ulrichs Folge geleistet worden. Vor uns liegt ein Brief mit dem Kopfdruck: Der Oberbürgermeister der Stadt Offenbach a. Main und dem Stadtwappen. Das Schreiben lautet:

Anbei übersenden Ihnen Auflage zur Mtlchablieferung. Wir bemerken dazu ergebenst, daß Ihr Viehstand im Ver­gleich zu Ihrer Landwirtschaft viel zu gering ist. Bet 160 Morgen Land sind Sie im Stande. 1215 Kühe zu halten. Nach eingezogenen Erkundungen sind Sie auch stnanziell tn der Lage, Vieh einzukausen. Sie werden deshalb ergebenst ersucht, durch Einkauf von Vieh Ihre Wirtschaft so zu gestal­ten. daß Sie besser als seither Ihre im vaterländischen In­teresse geforderte Pflicht zur Milchablieferung Nachkommen.

Die Leitung des Milchgebletes Offenbach-Niederwöllftadt: gez. Kappus.

Höher geht's bald nimmer! Also wir sind so weit gekom. men. daß sich die von den Sozialdemokraten beherrschte Stadt Offenbach anmaßt, den Landwirten in der Wetterau vorzuschrei­ben, wie sie ihreWirtschaft zu gestalten haben". Man schnüf­felt nach ihren Bermögensverhältntssen und findet, daß sie im Stande sind. 1215 Kühe einzukaufen. Wir wollen diese Zu­mutung einmal näher beleuchten. 15 frischmelkende Kühe kosten heute das Stück im Durchschnitt 1700 Mark, rund 25 000 Mark. Nach neunmonatlichem Abmelken erhält der Landwirt hoch- gcrechnet im Durchschnitt 900 Mark, er verliert also am Stück 800 Mack oder bet 15 Kühen 9000 Mark, dazu kommen 5 Proz. Zinsen von 25 000 Mart für % Jahr rund 900 Mark, also Ver­lust 9900 Mark. Bei einem täglichen Durchschnittsertrag von 5 Liter liefert eine Kühe tn 9 Monaten 13 500 Liter Milch, die von der Molkerei zu 32 Pfg. für den Liter bezahlt werden, er­gibt 432 Mark Einnahme von einer Kuh oder 6480 Mart von 15 Kühen. Er erleidet also bei dieser ihm von Offenbach auf- gegebenen Umgestaltung seiner Wirtschaft Linen baren Ber- l u st von 3420 Mark in neun Monaten, leistet die eigene Ar­

beit dazu umsonst uiro mutz auch den Arbeitslohn »ns öar> ter obendrein geben. Heißt ein Geschäft! Wenn der Oberbür. germeister der Stadt Offenbach diese Zahlen bezweifelt, so möge er sich freundnachbarlich bei dem Lebenomittelamt Frankfurt er» kundigen: er wird dort gewahr werden, was die Elle kostet.

Trotzdem stehen wir auf dem Standpunkte, daß der Land- wirt kein Opfer scheuen soll, um die MUchversorgung aufrecht z« erhalten. Auch der in Frage kommende Landwirt wollte dies tun. Er hat bei der Landes-Milch- und Fettstelle beantragt, daß ihm die Erlaubnis gegeben werde. Einstellkühe der Stadt Frankfurt zu halten und die Milch nach dieser Stadt zu liefern. Es wurde ihm abgeschlagen und er hat jetzt nur noch drei Kühe, darunter zwei Fahrkühe und vier Rinder. Da ist nun das wei- tere Schreiben, das in dem Brief gelegen hat, auch interessant. Es lautet:

Auf Grund des § 10 der Bekanntmachung vom 18. 12. 17. über den Verkehr mit Butter wird Ihnen anfpegeben, an den für die Gemeinde bestellten Aufkänfer usw. vom Tage der Zustellung dieses Schreibens an folgende Milchmengeu abzu- liefern: im März 1918 1215 Liter täglich, im April 1918 15 Liter täglich, im Mai 1918 16- 18 Liter täglich usw. bis Ihnen ein neuer Festsetzungstermin zuqestellt wird.

Wie weisen Sie darauf hin. daß die Nicktbefolgung die­ser Aufforderung gemäß 8 37 der Bekanntmachung vom 8 12. 17. eine Bestrafung mttEefängnis bis zu einem Jahr und Geldstrafe bis 19000 Mart oder mit einer dieser Strafen zur Folge haben wird.

Auf die Verpflichtung, die Geburt und den Abgang eines jeden Kalbes sofort dem zuständigen Vertrauensmann Herrn .... anzumelden, wird besonders hingen iefen."

Unterschrift wie oben.

Da haben w(r's. Wir vermissen in dem Sck"eiben ntu noch, daß mit Todesstrafe. Hängen und aufs Radfiechten ge. droht wird. Es ist fürwahr dte höchste Zeit, daß die Land , re gegen ein solches Treiben Front machen!

Dem Felde der Ehre.

Dorheim. Unteroffizier Philipp Schäfer, welcher seit Kriegsbeginn im Felde steht, wurde zum Sergeanten de- fördert. Herzlickien Glückwunsch!

Wohnbach. Friedrich Bischofs. Sohn des Bäckermeisters Fr. Bijchoff, wurde zum Sergeanten befördert.

Ans der Heimat.

Frledberg. Auszeichnung. Dem Seifen-Fabrikanien Josef Derfeldt wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Gros Herzog das Krtegsehrenzetchen verliehen. Herzlichen Glückwunsch!

Frankfurt a» Mal«. Der Fabrikant und Kaufmann Ehr. Adolf Benz hier hat 1916 als Zwischenhändler Geschäfte mit kohlen- und phosphorsaurem Kalt und saurem schwefelsaurem Natron gemacht, die als Weinstein, bezw. Kartofielersatzmehl Verwendung bei der Herstellung von Backpulver finden. Venz hat dabet nach den Gutachten von Sachverständigen Gewinne von etwa 100 Prozent gemacht, während ihm höchstens 10 Proz. zugebillizt werden könnten. D»e Strafkammer stellte auf Grund der Gutachten einen unzulässigen Mehrgewinn von 20 000 Mk. fest und ertanntr, da be* der Höhe des übermäßigen Gewinns von der Zubilligung mildernder Umstände keine Rede sein könne, auf eine Geldstrafe von 40 000 Mark, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle für je 15 Mark ein Tag Gefängnis tritt bis zur Höchstdauer von einem Jahr.

Aus Sirnkenburg.

« RMK. Darmstadt, 12. März. Eine neue Landtags- ersatzwahl steht in Aussicht, nachdem der Zentrumsabgeord- nete M o l t h a n heute in einem längeren Schreiben an die Zweite Kammer aus Gesundheitsrücksichten sein Mandat nieder, gelegt hat. in der Voraussetzung, daß bei den durch die Kriegs­lage geschaffenen Ersatzwahlen der Burgfriede gewahrt bleibe. Molthan vertrat den rheinhessischen Wahlkreis Gonsenheim- Niederolm und wurde am 28. April.1899 gewählt, gehörte also der Kammer nahezu 19 Jahre an. Er gehörte lange Jahre dem Finanz-Ausschuß an und war zuletzt dessen Stellvertretender Vorsitzender. Seit dem Jahre 1907 war er auch Mitglied der Mainzer Stadtverordnetenversammlung und hat sich auch sonst im politischen Leben, wie tn Handelskreisen, besonders auf dem Gebiete des Weinhandels und im Verkehrsleben vielfach be­tätigt.

RMK. Darmstabt. Die Strafkammer hatte sich gestern zu­nächst mit Berufungen wegen Höchstpreisüberschreitungen zu be­schäftigen. Die Ehefrau Wilh Ziegler in Nauheim bei Groß- Gerau hatte im Herbst 1918 etwa 200 Zentner Gelberüben zum Preis von 5.20 Mark den Zentner angekauft und an eine Rhein- gauer Gemeinde für 11 Mark den Zentner abgesetzt. In der Zwischenzeit kam aber die Beschlagnahme nebst Ausfuhrverbot und erhielt die Militärbehörde die Rüben zum festgesetzten Preis von 4 Mark. Sie war deshalb mit 500 Mark Geldstrafe vom Schöffengericht geahndet worden. Die Strafkammer be­stätigte diese Strafe.

FC. Ruhlkirchen. 10. März. Der hiesige Lehrer Johannes Erker, Leutnant d. R., wurde mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse dekortert.

Verantwortlich für den politischen und lokalen teil: Otto H i r iche l . Friedberg: für den Anzeigenteil: N. Seonet, F riedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeit«,,-*, A Frledberg \ H.

Die Abgabe getragener Kleidung erleich­tert den Erwerb eines Bezugsscheines.