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Ligen, bevor die Friedellsbedingungen in Bcest-Litowsk ' unter­zeichnet worden feien.

Haparanda. 28. Febr. Nach Meldungen aus Helfürgfors herrscht dort wegen der Einnahme Revals große Bestürzung un­ter den russischen Truppen. Bei Sweaborg machen die russischen Matrosen große Anstrengungen, um die eingefrorenen Schiffe flotte zu bringen, besonders die neuen Schlachtschiffe. Von Pe. tersburg ist Befehl eingetroffen, daß aus Kronstadt eine Entsatz­truppe abgehen soll.

Lugano, 27. Febr. Nach einem Petersburger Telegramm desCorriere della Sera" steht die maximalistische Regierung unmittelbar vor ihrem Fall. Die Sitzungen des Sowjets und der Ausschüsse werden mit den heftigsten und nutzlosesten Strei­tereien ausgefüllt. Im zentralen vollziehenden Ausschuß kündigte der Kriegskommiffar Krylenko das Verrücken der Deutschen in einer Rede an, die tiefen Eindruck machte. Von allen Seiten, so sagte er treffen Meldungen über den Rückzug unserer Truppen ein. Diese leisten nicht nur keinen Widerstand, sondern machen auch nicht den geringsten Ver'uch, das reiche Eisenbahnmaterial zu retten. Noch schlimmere Meldungen treffen von der Marine ein. Die Matrosen fliehen von den Schiffen und überlassen diese ihrem Schicksal. Auch die schweren Schiffsbatterien sind ver­loren. Radek warf darauf den Maximalisten vor, alle Forderun­gen der deutschen Imperialisten angenommen zu haben. Jetzt würden die Deutschen in der einen oder anderen Weise der rus­sischen Revolution ein Ende machen. Auch in der Sitzung des Petersburger Sowjet warfen sich die Maximalisten und sozialrevolutionäre Sozialisten in den heftigsten Ausdrücken gegenseitig vor. den Ruin Rußlands verschuldet zu haben und nannten sich Verräter Heuchler und Fälscher. Ein Maximalist mußte den Bankerott der maximalistllchen Regierung zugestehen: Die deutschen Friedensbedingungen feien vernichtend, aber Ruß­land werde nicht mehr die Kraft haben, sich den deutschen Impe­rialisten entgegenzustellen. Er hätte noch auf ein Wunder ge­hofft, aber weder unter den Soldaten, noch unter den Arbeitern habe er irgendwelche Begeisterung gesundem Das Ansehen der Sowjets habe einen tödlichen Schlag bekommen und beginne zu wanken. Ein Sozialrevolutionär der Linken warf den Maxima­listen vor. das Heer und den ganzen Staatsbau zerstört und Ruß­land ausgeliefert zu haben.

Trotz alledem werden noch einige verzweifelte Versuche zur Verteidigung Petersburgs gemacht. Eine allgemeine Aushebung der dem Arbeiterrat nahestehenden Arbeiter ist ausgeschrieben worden. Tag und Nacht vergeht in fieberhafter Spannung' Sirenen und Glocken rufen die Arbeiter zusammen. Durch die Straßen eilen Patrouillen der Noten Garde, Lastkraftwagen, die mit Bewaffneten besetzt sind, rollen nach den Bahnhöfen, je­doch sollen sich nur wenig Soldaten dem neuen Heer zur Der. fügung stellen: vielmehr besteht das neue Heer meist aus mili­tärisch ganz ungeübten Arbeitern. Vier Ausschüsse mit außer­ordentlichen Vollmachten sind für die Operationen dieses Heeres sowie für den Nachschub und die Verpflegung gebildet worden.

Das Volk lebt in Verzweiflung. Der große Sinnai-Markt ist geschlossen und 'man sieht auf den Straßen Frauen vor Hun­ger verzweifeln. Agents provocateure verbreiten die unheil­vollsten und widersprechendsten Gerückte. Am Mittag des 25. Februar begann es an mehreren Punkten der Stadt zu schießen. Es hieß sofort, daß das von den ersten Zusammenstößen mit den Deutschen käme. Andere Agenten verbreiteten, daß die Deut­schen bald in Petersburg seren und genügend Brot verteilen wür­den. Auf den Straßen werden Versammlungen abgeh"lt-n. Sol­daten und Arbeiter schreien und beschimpfen sich. Petersburg hat feine Ruhe verloren.

Petersburg unter Belagerungszustand.

Amsterdam. 27 Febr. (MTV.) Die ..Times" melden aus Petersburg: Der Velagerungszuftaird ist verhängt, Straßen- kundgebungen sind verboten worden. Journalisten werden im Smolnp-Jnstitut nicht mehr zugelassen. Alle bürgerlichen Vlät. ter wurden völlig unterdrückt. Trotzdem werden ihre Eigen­tümer gezwungen, dos gesamte Setzer- und Druckerpersonal wei­terhin zu entlohnen, bis sie nähere Anweisung bekommen haben. In einer Verfügung der Bolschewisten heißt es ausdrücklich: Die Stimmen der Flugschristenschreiber und verräterischen Sckritt- steller müsien unbedingt während dieser geschichtlichen Zeit unter­drück^ werden.

Bern. 27. Febr. fWTV) Der ..Corriere^della Sera" mel­det aus Petersburg: 350 Italiener haben Petersburg zusammen mit den englischen und stanzösischen Untertanen verlassen. D'e Kolonien der Alliierten werden möglichst schnell abgeschoben. Die Votsck-' er der Alliierten, die alle Tage gemeinsame Beratun­gen abhalten, sind stündlich zur Abfahrt bereit.

Jovnn » rkiäi russisches Gebiet.

Japanische Blätter berichten, die Negierung habe im Parlament angeknndigt. daß Japan sich zur Besetzung rus­sischen Gebietes in Ostasien entschlossen habe. Bekanntlich sind inzwischen bereits russische Gebietsteile vou javanischen Truppen besetzt worden. In Wladiwostok gingen 5 Kreuzer japanischer, englischer und französischer Nationalität vor Anker. Diese Wendung der japanischen Politik bedeutet ^ür uns keine Ueberraichung, sondern ist die natürliche Folge >er deutschen Politik in Rußland und ihrer Konsequenzen im russischen Reich selbst. Japan hatte, wie schon oft er­wähnt, das lebhafteste Interesse daran, Rußland stark und gicht mit Deutschland verbündet zu sehen. Die Schwächung und Zerstückelung Rußlands zwingt nun Japan, selbstver- stündlich einen Ausgleich mit anderen Mächten zu suchen ds sah sich im fernen Osten dazu gezwungen, eine ähnliche Politik zu treiben wie diejenige, die wir unsererseits an der Westgrenze Rußlands begonnen haben.

Finnlands weiße Garde.

® a f°' 27* Febr. (WB.) Das Hcurptquartier teilt mit, oaß der Kampf nördlich von Björneborg für die Weiße Garde einen günstigen Verlauf nahm, und nennt drei Dörfer, die

erobert wurden, ferner sei eine Kvmone erbeutet worden. An der Front von Tavasttand hatten die Angriffe des Feim des nach fünftätiger Dauer aufgehört. An der Front von Karelen greife der Feind heftig an.

Stockholm, 27. Febr. (WB.) DasStockholms Dagblad" meldet aus Eckeroe: Die am Sonntag abend in Aaland angekommene Militarexpedition wurde beim Ein­laufen von drei russischen Batterien auf Hannacudda be­schossen. Die Granaten erreichten zwar die schwedischen Schiffe nicht. aber der ganze Vorgang bedeutet nach den bis­her mit den Russen getroffenen Uebereinkommen ein Auf­sehen erregende Rechtsverletzung, auch zwei der schwedischen Posten auf Aaland wurden von den Roten Gardisten be- kästigt. Die neue Ankunft Roter Gardisten aus Finnland verseht die Aaländer in große Schrecken, da man von dieser Seite Unruhen befürchtet.

«

Stockholm, 26. Febr. (WTV.) NochDagens Nyheter" er­ließ General Mannerheim eine Proklamation, in der er schwört, das Schwert nicht eher in die Scheide zu stecken, bis die gesetz­liche Ordnung im Lande wieder hergestellt ist. alle Festungen ge­nommen und die letzten Krieger Lenins sowohl aus Finnland, wie aus Russisch-Karelien vertrieben sind.

Arierlrenmnisi Fiini'nn-§ diiriii Spuren.

Madrid, 25. Febr. (WB.) Die Unabhängigkeit Finn­lands ist von der spanischen Regierung anerkannt worden.

Inf Island.

Stockholm, 27 Febr. (WB.) Amtliche schwedische Mel­dung: Ter finnische EisbrecherMustaja" und der Damp­fer ..Baltik", die früber bei Aaland lagen, sind in der Bucht Lumparffaerden auf Aaland mit roten Gardisten und Rüsten eingelanfen- ans einer eingegangenen Mitteilung geht jedoch bervor daß keine Verwicklungen bevorzuftehen scheinen, «on- 5rn die getroffenen Uebereinkünffe durckgeffihrt werden.

Stockholm, 27. Febr. (MTV)Stockholms Dagblad" mel­det aus Eckeroe: Die am Sonntag Abend in Aaland angekom­mene Milirärexpeditnon wurde beim Einlaufen von den russi­schen Batterien auf Hannacudda beschossen. Die Granaten er- reichten'zwar die schwedischen Schiffe nicht, aber der ganze Vor­gang bedeutet nach dem brsher mit den Russen getroffenen Ueber­einkommen eine aufsehenerregende Rechtsverletzung, auch zwei der schwedischen Posten auf Aaland wurden von den Roten Gar­disten belästigt. Die neue Ankunft Roter Gardisten aus Finn­land versetzt die Aaländer in großen Schrecken, da man von die­ser Seite Unruhen befürchtet.

W\t Mk!l!iriin!rlkn Herren du OWee.

Ba^el, 27. Febr.Times" melden vor der Einnahme Re­vals: Ein Verlust Revals würde die letzten Hoffnungen, nicht nur Rußlands, sondern auch der Entente zerstöre,r. Mit seiner Besetzung wären die Deutschen unbeschränkte Herren der Ostsee. In Reval laKrn vermutlich ungeheure Mengen von Lebensmit­teln und Kriegsmaterial, sowie Eisenbahnmaterial für das rus­sische Eisenbahnnetz. Keine Hand der zerrütteten russischen Ar­mee rührt sick, um diese von der Entente gelieferten und noch unbezahlten Werte aus Reval fortzufchaffen.

Pte Enaländer im Eismeer.

Basel, 28. Febr. DerExchange Telegraph" meldet, daß die englische Schiffe im russischen Eismeer Befehl er­hielten. binnen 21 Stunden die russischen Gewässer -u oer- lassen. Ein Fnnksprnch der englischen Admiralität verbietet den englischen Schiffen das Anlaufen von Archangelsk.

Attsschi^r ni, der Knndesbrüder.

Zürich, 28. Febr. DerCorriere della Sera" me'det ans Petersburg: den militärischen Angehörigen der

Entente in Petersburg wurde eine Frist von 5 Tagen ge­stellt, um Petersburg und Rußland zu verlassen.

prrtsrMrHif'f ^nbitfdt in Holrn.

Warschau. 26. Febr (WTV.) Ter Regenlschaftsrat hat nach Warschauer Blättern vom 26. Februar nachstehendes provisori­sches Kabinett bestätigt: Ponikowstt: Stoatsleitung, Volksauf­klärung und politische Abteilung (deren Leiter Doktor Wlocis« law Wcoblewski ist) Manowski: Justiz, Dziewulski: innere An­gelegenheiten, Asteniawskt. Finanzen. Handel und Industrie. Patek: Arbeits- und soziale Fürsorge, Janicki: Ackerbau und Le­bensmittelversorgung.

Weder NnniKne noch Hoßenzaller.

Berlin. 27. Febr. Aus Bukarest wird gemeldet Nach der offenen scharfen Aufforderung Earvs an den König Ferdinand, zurückzutreten, nimmt jetzt der frühere rumänische Gesandte in Berlin, Beldiman, in der Bukarester ZeitungLumina" das Wort und schreibt:

Durch die bisherige fatale Politik wurde das ganze Ge­bäude unseres Staatswesens in seinen Grundpfeilern vernichtet. Nach der unglücklichen, vernichtenden Rolle, die sowohl König Ferdinand als auch die Königin Marie in der rumänischen Tra-- gödie gespielt haben, ist ee da noch möglich, daß sie oder ihre Nachfolger in diesem Lande mit moralischer Autorität und mit politischem Prestige, Eigenschaften, die absolut notwendig sind, um unser Vaterland auf neuer und gesunder Grundlage wieder aufzucichten. weiter regieren sollen? Herr Earp, der sein ganzes Leben lang die Ordnung im Staate befürwortete, hat kategorisch gesagt:Es ist unmöglich, weil König Ferdinand sich zu einem Werkzeug feines Premierministers erniedrigt hat und leichtsinnig das Werk König Karls zerstören ließ, ein Werk, das auf den Grundlagen derjenigen Staatsmänner, die die Union der r>ma­

nischen Fürstentümer v^lzogM. errichtet wurde. Um vor der be^ trogenen und geopferten Nation die Tat des Königs Ferdi­nand. dessen geschichtliche Verantwortung noch größer ist. als wir heute sehen können, zu rechtfertigen, wird von denjenigen, die ihn in den Abgrund stießen, insinuiert, daß der König, um sei,re Pflicht als Rumäne zu tun, die Stimme seines Hohenzollern- herzens unterdrücken mußte. Im Namen der ganzen politischen Tradition unseres Landes müsien wir gegen diese unerhörte Verstellung der Wirklichkeit protestieren. Indem König Ferdi­nand zum Mitschuldigen seiner Minister wurde, hat er eine Tat begangen, die weder eines Rumänen noch eines Hohenzollern würdig ist. Als Rumäne war er verpflichtet, aus unserer natio­nalen Vergangenheit die geschichtliche Mission der rumänischen Nation zu kennen, die zwischen den Karpathen und den Donau­mündungen ^in natürliches Hindernis inmitten des Slawentums bedeutet. Deshalb war es ihm nicht gebattet, die Politik feines großen Vorgängers zu verlassen und das Sckicksal des Landes mit demjenigen Rußlands zu verbinden. Wenn er als Hohen- zoller die Tradition seines Hauses befolgt bätte. so wäre er nicht auf dem falschen Wege gegangen und hätte keine den Lebens­und Zukunftsbedingungen des Kör.iasreichs entgegengesetzte Richtung genommen. Zwischen der Vslicht als Rumäne und der Pflicht als Hohenzoller bestand also nicht und konnte auch nicht bestehen: ein Gewissenskonflikt, im Gegenteil, feine Eigen­schaft als Hohenzoller war eine Sicherheit für die Erfüllung seiner Pflicht als König von Rumänien. >

Dieser König hat de facto an dem Tage auf seinen Thron verzichtet, als er seinen Schwur gebrochen hat. und als er zu­ließ. daß der rumänische Staat an der Seite Rußlands einer sickeren Niederlage, Erniedrigung und Vernichtung entgegen- geführt werde, war er weder Rumäne noch Hohenzoller. König Ferdinand und sein Haus haben weder in Rumänien noch in Deutschland mehr Platz: sie werden ruhelos in fremde Länder wandern, um ihre Sünden zu sühnen."

Salsonr geaktt ;>ertlina.

London. 27. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Im Unterhause wurde durch den Liberalen Holl die Erörterung über Graf H-ertltngs Rede herbeigeführt. Balfour sagte, die Diplomatie sei, was die Verhandlungen unter den Kriegführenden betrifft, ausgeschaltet, bis sich ein solches Matz nwglicher Uebereinstimmung zwischen den Kriegführenden gebil­det habe, daß man von diplomatischen Unterredungen gure Er­gebnisse erwarten könne. Er spreche es mit tiefem Bedauern aus, daß nach allen Anzeichen dieses erfreuliche Stadium noch nicht erreicht sei. Wie könnten Besprechungen jetzt stattfinden, wenn Hertlings Rede das Höchstmaß denkbarer Zugeständnisse darstellen würde. Balfour spottete über Hertlings angebliche Annahme der Grundprinzipien Wilsons und sagte, er werde an der Sache des Friedens das größte Unrecht tun. wenn er zu der Hoffnung ermutigen würde, daß es irgend einen Zweck hätte, mit mündlichen Unterredungen zu beginnen, ehe etwas wie eine allgemeine Uebereinstimmung in der Ferne sichtbar sei.

London, 27. Febr. (WTB) Das Reutersche Bureau ver­öffentlicht eine Reihe von Vlätterstimmen über die Rede des Reichskanzlers, die sich alle ablehnend äußern.

New Dorf, 27. Febr. (WB.) Reutermeldung. Die Moraenblätter sagen iiber Hertling: Seine Rede läßt die Lage unverändert. Wie es nach dem russischen Zusammen« bruch zu erwarten war, nimmt Deuffchland die Maske der Versöhnung an. Tie Zeitungen halten es für eine unnütze Bemühung, Zwischen England und Amerika einen Keil zu treiben.New Bork Herald" sagt: Hertlings Ge'chlvätze

(Camonpolage) ist unwirksam. Seine Absicht ist so hand­greiflich daß sie zu Falle komntt. Das Blatt regt sich über die Annahme der vier Wilsonschen Grundsätze auf und net 3 lucht die Unaufrichtigkeit der Erklärung zu beweisen. Wenn man die Rede so übersetzt, daß alle Amerikaner sie verstehen können, so spricht Hertling wie ein Mann, der alles Geld vor sich auf dem Tische hat und nur eine glückliche Ge­legenheit sucht, das Spiel m beenden.

Pie httüWMminlwi de§ Herrn non Payer.

In einem Berliner Blatte wird Herr von Paper auf Grund seiner Rede dem Kanzler, der für die Einigkeit im deutschen Volke zu wirken sucht, als Minister für Uneinigkeit oegenübergestellt. Damit ist Ziel und Wirkung der Paperschen Rede sehr treffend gekennzeichnet. Gewiß mag es zunächst ganz unverständlich erscheinen, daß der Vize­kanzler die Absicht gehabt haben sollte, durch Provokationen Uneinigkeit im deutschen Volke hervorzurufen. und man könnte deshalb vielleicht an eine Entgleisung denken. Da­gegen spricht aber nickt nur die Aeußerlichkeit, daß die Rede in allen Einzelheiten wörtlich vorbereitet war und daß der Redner sich augenscheinlich sorgsam an das Manuskript hielt, Herr v. Payer weiß auch, gleichviel, wie man sonst iiber seine Fähigkeiten denken mag, nach einer parlamentarischen Uebung von länger als 30 Jahren die Wirkung par« lamentarffcber Reden viel zu gut zu berechnen, als daß eine bloße Entgleisung angenommen werden könnte; der Vize­kanzler hat also mit vollem Vorbedacht seine Irreführungen und Provokationen vorgebrcrcht. Diese Provokattouen rich­teten sich in ihrem letzten und bösarttgsten Teil äußerlich vielleicht in erster Linie gegen die Vaterlandspartei, da sie hier von der Kriegszielfrage ausgingen; aber es kann nach dem ganzen Aufbau der Rede, namentlich aber nach der Wirkung, die sie im Parlament unmittelbar haben und die wiederum von Herrn v. Payer berechnet sein mußte, nicht zweifelhaft sein, daß sie wenigstens zugleich auch die Konier« vattven treffen sollte. Im übrigen ging ihre Wirkung noch weiter: Men, die in Deutschland den deutschen Sieg und allen, die eine starke Monarchie wollen, hat Herr v. Payer gestern in brüskester Form den Fehdehandschuh hingeworken. Wenn Herr v. Payer es als seine Aufgabe be­trachtet hat, als Vertrauensmann der Fortschrittler im£)