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fei öteiem rein geschäftsordnungsmätzigcn Anträge nicht um eine Kritik des rechtskräftig gewordenen Urteils handeln Bronne. Dem wiedersprachen in erregter Weise die Abgg. Herzfeld (U. Soz.). Haase (U. Soz.) und Ebert (So;.), während die Abgg. Groeber (Ztr.) und Dr. I u n ck (NLl.) die Auffassung des Präsidenten teilten, nach der dann schließlich die Geschäftsordnung geführt wurde Abg. Ledebour (U. Soz.) erhielt für erregte Zwischen­rufe einen Ordnungsruf. Abg. Herzfeld (U. Soz.) bc* gründete den Antrag, wobei er nochmals den Versuch macht, das Urteil zu kritisieren. Staatssekretär des tznnern Wallraf schilderte die Vorgänge, die zur Verhaftung des ;Abg. Dittmann geführt haben. Abg. Groeber (Ztr) Zehnte den Antrag ab. da es sich um ein schweres Verbrechen handle, mögen die Motive noch so ehrenhaft sein. Abg. t Veit (kons.) erklärte sich ebenfalls gegen den Antrag, die Arbeiter seien gar nicht von selbst ans den Gedanken des Streikes gekommen, sondern durch Rädelsführer de? In- und Auslandes verführt worden. Das müsse einmal betont werden. Schließlich wurde der Antrag abgelebnt und das .Haus wandte sich der Einzelberatung des Ukroinevei träges zu. Abg. Mayer- Kaufbeuren (Ztr.) begrüßte den Ver­trag. der nicht nur eine Frucht der militärischen E: folge, sondern auch der Iriedensbereitschaft der Reichstagsmehrl^it fei. Abg. Graf Gärtner (kons.) betonte, daß mir zu einem neuen Vertrage mit der Ukraine kommen müssen. Da die dortigen Preise höher sein werden wie die hiesigen, so müsse der Unterschied vom Reiche getragen werden, damit unser deutsches Brot nickst teurer werde. Nach weiterer kurzer Erörterung wurde der Vertrag in 2. und 3. Lesung genehmigt. Sonnabend: Militärische Fragen.

Am Sonnabend erledigte das Haus in schneller Folge eine Reibe von Nechnungssachen und verschob dann die Beratung der Aenderung des Krieqssteuerqesetzes vom 21. Juni 1916 bis zur Erörterung über den Reichshaushallsplon. Bei der Fortsetzung der Beratung des Berichts des Ausschusses für militärische An­gelegenheiten begründete Abg. Stückle n (Soz.) einen von den Fortschrittlern. Nationalliberalen und Zentrum gestellten An­trag. die Jahrgänge 1869 und 1870 sobald als möglich zu entlas­sen und die Jahrgänge 1869 bis 1872 jedenfalls dauernd aus der vordersten Linie zurückzuziehrn: ferner sollen die Mannschaften des Landsturms, die seit Kriegsbeginn im Felde stehen, zu den Ersatzlruppteileii in der Heimat versetzt werden. Ein sozial­demokratischer Antrag forderte die Vorlage einer Denkschrift über die Ergebnisse der Strafrechtspflege in Heer und Marine. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fortschr.) trat gleichfalls für den Antrag ein. General von Wrisberg bemerkte, daß die Entlastung der älteren Jahrgänge lediglich von der militärischen Lage abhängen könne. Ebenso sei es mit dem Verlangen der dauernden Zurückziehung Es müste immer mit Zuständen ge­rechnet werden, die die Dauer unterbrechen. Es fei das Stre­ben der Heeresverwaltung, alle Leute bis herab zum Alter von 42 Jahren zurückzuzieben. Urlaubsentziehung als Strafmittel sei nicht zu billigen, das habe die Heeresverwaltung oft genug ausgesprochen. Im allgemeinen sollten 11 Tage Urlaub gege­ben und die Fahrzeit nickt anaerechnet werden. General von Langermann bat. den sozialdemokratischen Antrag betr. Dnksckrift abzulehnen, da er eine überflüfstge Arbeit verursache. Der strenae Arrest könne nickt ganz abgeschafft werden, dock solle geprüft werden, ob an Stelle des strengen Arrestes mckdere Strafen vebrüngt werden konnten. Ein solcher Gesetzentwurf solle baldigst vorgelegt werden. Abg. v. G r a e s e (kons.) er­klärte sein Einverständnis mit dem Antrag auf Entlastung der alteren Jahrgänge, bemerkte aber, daß es von hier aus schwer zu beurteilen wäre, ob diese Maßregel durckzuführen sei. Zu bil. ligen sei es in der Tat nicht, daß in den Bureaus der Kriegs- gefellfchaflen sich viele junae Leute mit doppelten Brillanttingen an den Fingern berumdrückten. Solchem Unwesen müste ge­steuert werden. Die Behauptung, daß die Landwirte in der Ur- lavbserteiiung bevorzugt würden, stimme nicht Im Gegenteil scheine neuerdings die Nückstcht aui die Landwirte, die im In­tereste der Bolksernäbrung notwendig sei. nicht geübt zu wer­den. Auch der Abg Werner- Gießen wünschte, daß man das Augenmerk auf dre Kriegsgefellschaften richten soll, wo man noch viel? Kriegstaugliche finden kenne. Auf längere Ausführungen des Abg. Ryffel (U. S.) erwiderte General Scheuch, daß niemand wegen seiner politischen Betätigung eingezogen werde, sondern nur dann, wenn er hetzerisch tätig sei. Abg. F r o m - (kons.) legte Verwahrung ein gegen die sozialdemokrati­schen Versuche, die Disziplin zu untergraben. Die Herren sollten sich einmal selbst im Schützengraben überzeugen, daß die Dinge ganz anders liegen General von Wrisberg wandte sich im weiteren Verlaufe der Erörterung in erregter Weife gegen die Ausführungen des Abg. Rystel. d-r einzelne Vorkommnists verallgemeinert habe. Don einer Verbitterung der Feldgrauen könne keine Rede sein Offiziere und Mannschaften stehen für­einander und seien erhaben über alle Anwürfe. Schließlich wur­den die Entschließungen und der Antrag angenommen, der An­trag betr. di? Denkschrift obgelehnt.

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Die ..Deutsche Zeitung" hatte jüngst behauptet, der Vize­kanzler von Payer sei Vorsitzender des Aufsichtsrates der ..Frankfurter Zeitung". Die ..Frankfurter Zeitung" stellt fest, daß dies nickt der Fall fei. sondern er sei bloß Mitglied des Allssichtsrates gewesen. Das genügt auch!

Auch ei»r Gratulant.

Unter den zahlreichen Gratulanten, die sich zu dem fünfund- zwanzigjährigen Jubiläum des Bundes der Landwirte einge­funden hatten, ist auch einer, der seinen Glückwunsch so treuherzig, so lieb und so sinnig vorgebracht hat. daß wir nicht umhin können seiner mit einrgen Worten zu gedenken. Dieser Gratlllant ist die »Frankfurter Zeitung".

Zwei und einhalb Spalten widmet das Weltblatt ln der Eschenheimer Gaste dem Bunde anläßlich seines 2b jährigen Be-

steheils. Wer da we tfc datz genannte Zeitung, die Dreimal täglich ihr Gift auf das arme deutsche Volk ausspritzt, ganze Setten der Demokratisierung. Parlamentarcsierung und anderen »ierungen" widmet, der wird uns nachfühlen, welches Opfer sie gebracht hat. zwei und einhalb Spatten für eine» solchen Zweck übrig zu haben.

Wir können gewiß nicht verlangen, daß dieses Organ der goldenen Internationale dem Bund der Landwirte Lob spendet. Lob von dieser Seite würde den Bund der Landwirte verdächtig machen und ihm übel anstehen. Aber man sollte doch denken, daß ein anständiger Gegner auch dem Feinde Gerechtigkeit wider­fahren läßt. Haben doch selbst die homerischen Helden, bevor sie den todbringenden Speer auf ihren Gegner warfen, besten Tugenden in den höchsten Tönen gepriesen. Aber nichts davon ist bei derFrankurter Zeitung" zu finden. Teuflische Wut und unversöhnlicher Haß. der in seiner Tiefe so gänzlich fremdartig und undeutsch anmutet, sind die Grundzüge, mit denen dieser Aufsatz geschrieben ist.

Der sachlichste Teil des Aufsatzes ist leicht zu erledigen. Die..Frankfurter Zeitung" sagt, der Bund der Landwirte ließe durch seine Agitatoren das Landvolk dadurch verhetzen, daß er sage, die Caprivi'sche Zollpolitik sei allein Schuld gewesen an den schlechten Zelten, die über die Landwirtschaft in den neunziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts hereingebrochen fei. Das ist nicht eine Unwahrheit, disFrankfurter Zeitung" gibt selbst zu. daß die Lage der Landwirtschaft im jener Zeit sehr schwierig gewesen sei. Trotzdem aber hat man damals durch die Caprivi'fchen Handelsverträge auf Kosten der Landwirtschaft der Industrie und dem Handel Vorteile gewährt, mit anderen Wor­ten diesen schon an sich bevorzugten Berufsklassen Leder ge­geben, das man aus der Haut der Landwirtschifl geschnitten hat. Diese himmelschreiende Ungerechtigkeit mar die Ursache der Gründung des Bundes der Landwirte, und wenn das Frankfurter Demokraten-Vlatt meint, der Bund der Landwirte habe für die Landwirtschaft herzlich wenig geleistet, so verweisen wir nur auf den Glückwunsch des Deutschen Landwirtschaftsrats, der in diesen Tagen ausdrücklich die Verdienste des Bundes um die Landwirt­schaft zum Audruck gebracht hat. ' Diese Stimme ist gewichtiger als die des Organs der goldenen Internationale.

Geradezu lächerlich wirkt der Vorwurf, daß der Bund der Landwirte ein Vorkämpfer für den Materialismus sei. Wir wünschten einmal, die ständigen Leser und Freunde der Frankfurter Zeitung" versammelt zu sehen, die Kühe würden lachen müssen, wenn man von dieser Gesellschaft von Börsen­jobbern und Spekulanten behaupten wollten, daß sie Vorkämpfer für den Idealismus seien. Ebenso hinfällig ist es. daß der Bund die Kluft zwischen Stadt und Landin einem Maße ver­tieft habe, daß nicht einmal die große Not des Krieges sie zu Überdrücken vermochte", weiterder Bund der Landwirte habe den Kampf der Meinungen immer mehr durch den Kampf um den Futterplatz verdrängt." Wer waren denn die Leute, die den häßlichen AusdruckVrotwucher" erfunden haben, die von Schnapspolrtik" und dergl. geredet haben. Es waren die Frankfurter Zeitungsleute, und waren es nicht dieselben Leute, die den Landwirten alles und jedes mißgönnt haben. Wir er­innern nur an die Milchkriege, die sich in Frankfurt mit Unter­stützung der Frankfurter Zeitungspartei abgespielt haben.

Es lohnt sich wirklich nicht, auf weitere Einzelheiten einzu­gehen. Aber eines ist uns ausgefallen, der Hauptorgan der preis­lichen Mehrheit des Reichstags fängt an altersschwach zu werden, die Zähne fehlen in dem geifernden Maul, wohl strömen daraus Schimpfworte sonder Zahl, aber Urwüchsigkeit und Gedanken fehlen. So oft sich eine Geistesrichtung erkühnt. anderer Meinung zu sein wie die Frankfurter Zeitung und ihre Schützlinge von der Sozialdemokratie, so ist ihre Agitation wild. Diewilde Agitation" der Alldeutschen, der Vaterlandspartei widern natür­lich dte wohlerzogeneFrank'urter Zeitung" an:verhetzende Demagogie" treiben Alldeutsche und Vaterlandspartei und so nimmt es kein Wunder, daß dieFrankfurter Zeitung" sich auch über diewilde Agitation", über dieverhetzende Demogogie" und über dieBrutalität" des Bundes der Landwirte aufregt.

In dem Aufsatz wird dann noch die Behauptung ausge­sprochen. der deutsche Bauer gehöre zur Demokratie. Nun. dieFrankfurter Zeitung" kann lange warten, bis sich die deut­schen Bauern zu der Sorte von Demokraten bekennen, die in der Frankfurter Zeitung" ihr sichtbares Oberhaupt finden. Und kleinlaut muß auch das Eschenheimergaffenblatt zugeben, daß der sogen. Deutsche Bauernbund recht wenig Anklang bei den Bauern findet. De: Aufsatz schließt mit einem Indianergeheul gegen Alldeutsche und Vaterlandspartei, denn jeder Tag wäre für dieFrankfurter Zeitung" verloren, an dem sie nicht gegen diese Richtung ihrem Unmut Luft gemacht hätte.

'ekebr mit Haatkartotfeln.

Der Verkauf von Saatkartoffeln aus der Ernte 1917 war laut Bundesratsverordnung vom 16. August 1917 nur bis zun» 15. November 1917 gestattet. Dieser wurde neuerdings wieder freigcgeben laut Bekanntmachung des Staatssekretärs des Kriegsernährungsamtes vom 3. Februar d. A Der Saatkar- toffelvsrkauf ist hiernach wieder gestattet worden, wenn dte Lie­ferung auf Grund eines in der Zeit vom 5. Febr. bis zum 15. März 1918 einschließlich abgeschloffenen und von dem Kommu­nalverband aus deffen Bezirk die Kartoffeln geliefert werden, genehmigten schriftlichen Vertrages erfolgt.

Der Antrag auf Genehmigung ist alsbald nach Abschluß des Vertrages spätestens bis zum 20. März, bei dem für den Ver­käufer zuständigen Kommunalverband zu stellen. Dem Antrag ist eine vom Komunalverband des Käufers ausgestellte Beschei­nigung beizufügen, woraus hervorgeht, daß die Lieferung zur Deckung des Saatbedarfs des Käufers erforderlich ist. Gleich­zeitig empfiehlt es sich, den Frachtbrief zwecks Genehmigung des Versandes dem Antrag beizufügen.

Da tm Jntereffe der Volksernährung mtt allen Mitteln danach gestrebt werden muß. den Kartoffelbau tm Jahre 1918 nach Möglichkeit auszudehnen, wird den Landwirten dringend emp­fohlen, soweit sie ihren>arf für den Anbau 1918 sich nicht schon gesichert haben, die notwendigen Saatkartoffelmenge» ts der Zeit bis zum IS. März anzukaufen.

Dom Frldr der Ehre.

Dorheim. Dem Musketier Adam Bausch mann^ Sohn des Steinmetzmeisters Bauschmann, wurde die Hes­sische Lapserkertsmedaille verliehen.

Äns der

FC. Eronberg, 22. Febr. Zwei schöne Schinken hättt einLandwirt zum trocknen aus dem Lack genommen und auf- gehängt. Nächtlicherweile drangen Diebe über ein Remisen« dach in die Kammer ein und hießen die beiden Hausmacher- schinken mitgehen.

FC. Laugenschwalbach, 22. Febr. Ein Lehrgang fikr Schuhmacher zum Auflegen von Holzsohlen wird hier kosten­los abgehalten.

FC. Aus dem Großherzogtum Hesse«. 21. Febr. Als allge­meine evangelische Kirchensteuer wird uir 1918 ein Zuschlag von 12 vom Hundert zur Staatssteuer erhoben.

FC. Aus Niederheffen, 21. Febr. Eine Landwirtsehefrau in Wipperode hatte einen Lehrer dadurch beleidigt, daß sie ihm auf der Straße nachrief:Frecher Kerl, schamloser Mensch! Der könnte auch Soldat spielen!" Sie wurde zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt.

Aus Rbeinhesson.

FC. MainzKastel, 22. Febr. Drei 11 jährige Knaben begaben sich auf die dünne Eisdecke ain sogen. Halbmond und brachen ein. ebenfalls ein vierter Knabe der Hilfe leisten wollte. Zwei Knaben ertranken, die beiden anderen wurden durch Soldaten gerettet.

FC. Worms, 21. Febr. Leutnant d. R. Richard Blanken- Horn, der mit seinem jüngeren Bruder Leutnant d. R. Eduard Blankenhorn in einem Reserve-Regiment im Osten stand, geriet im Juni 1916 ln den Kämpfen in Ostgalizien in demselben Ge- fecht. in dem sein Bruder verwundet wurde, in russische Gefangen­schaft und befand sich in einem Gefangenenlager bei Wladi. wostok. Nach einer abenteuerlichen Fahrt quer durch Sibirien ist er nun diesseits der deutschen Linien angelangt und befindet sich auf der Fahrt nach hier.

FC. Worms, 22. Febr. In seiner Heimat Osthofen ist dieser Tage der aus russttckicr Gefangenschaft glücklich entflohene Karl Beck wieder eingetroffen.

Ans Knrßcsien

FC. Gaffel, 22. Febr. Im Aufträge feines Bürger- Meisters hatte ein Bauer von der Schwalm 80 Pfund sog Hindenburgspeck an dir hiesige Sammelstelle abzuliefein Der Bauer lernte eine Frau kennen die sich erbot für ihn den Speck abzuliefern damit er noch alle seine sonstigen Kommissionen erledigen könnte. Doch Speck und Frau ^ah der Schwölmer nicht mehr wieder.

FC. Aus dkm Regierungsbezirk Cassel, 22. Febr. Tie Strafkammer Marburg verurteilte die Landwirte Unkel. Theis und Bernhardt aus Biedenkopf bezw. Niederfchelten zu hohen Geldstrafen. Unkel und Theis erhielten ein halbes Jahr Gefängnis und je 3000 Mark Geldstrafe wegen Ueb?r- trteung der Kriegswirtschaftsgesetze, Bernhardt wegen des­selben Vergehens drei Monate Gefängnis und 100 Maok Geldstrafe. Das mysteriöse Versckpvinden einer Kinder* leiche erregt in Langenthal großes Aufsehen. Es wurde ver­mutet, das vor zirka 14 Tagen das Kind der Frau A. nach der Geburt keines natürlichen Todes gestorben sei. Zur Feststellung der Todesursache sollte die Leiche seziert werden. Nun ist nächtlicherweise die Kindesleiche mitsamt dem unteren Teil des Sarges verschwunden. Nur der Sargdeckel war znriickgelassen. Das Fenster zu dem Zimmer war non außen aickgedrückt. Die Frau A. deren Mann im Felde fleht kocht für ein Gefangenenkommando.

Ans Hkssrn-Rasiou.

FC. Aus dem Kreis St. Goarshausen, 19. Febr. Nach einer neuen Kreisverordnung dürfen Eier nicht mehr aus dem.Kreise eusgeführt w»den und findet bei den Hühnerhallern der Auf. kauf durch berufene Aufkäufer statt, dis an den Hühnerhalter 30 Pfg. pro Ei zu zahlen haben. Seit einigen Tagen finden bei den Landwirten durch verschiedene vom Kreise aus bestellte Kommissionen Revisionen statt. Die Revision nach überschüsst. gem Getreide hat große Erfolge gezeitigt, die nennenswerte Mengen vorgefunden haben. Viele Landwirte meinen, es wurde ihnen jetzt jeder Vorrat abgenommen. So hatte ein Landwirt einen schweren Sack Mehl, den er als Selbstversorger brauchte, ins Bett gesteckt.

FC. Nastätten, 19. Febr. Bei großem Andrange wurden i« Paffighofen 10 Parzellen, nahezu 13 Morgen Wiesen und Acker, land aus einem Nachlaß versteigert. Trotz der sehr vielen In­teressenten blieben die Preise in der Höhe wie in den Friedens­jahren. Die Landwirte waren sich darüber einig, daß die mär. chenhaften Preise fiir sip vom Hebel sind.

FC. Niederlahnstein, 22. Febr. Kommerzienrat Schmidt Inhaber der Drahtwerke C. S. Schmidt, der bereits 120 000 Mark für Kriegshilfe aller Art zur Verfügung gestellt hatte, stiftete abermals 100 000 Mark, die als Grundstock für eine UnterstützungS- später Pensions-Kasse gedacht ist.

FC. Herborn, 19. Febr. Bei der Eelreidebestandsaufnahme hatte der Landwirt Wilhelm Wurm in Oberroßbach 370 Pfund Roggen und 170 Pfund Hafer auf seinen Acker gebracht und ein- gegraben. Er wurde hierbei überrascht. Die Ehefrau des Wurm schüttete aus Aerger darüber eitlen Teil der Frucht auf di« Erde, um sie dadurch unbrauchbar zu machen. Infolge dieser nichts- würdigen und jeden vaterländischen Pflichtgefühl» baren Tat hat der Landrat von Dillenburg dem Landwirt Wurm das Recht der Selbstversorgung entzogen, ihn auf die Brotkarte gesetzt und angezeigt._

Verantwortlich für den politischen und lokalen »teil: Otto Hi rfchel. Friedberg: für den Anzeigenteil: N. Heyn er. griedberg. Druck und Verlag der »Neuen Tageszeitung" AS., Friedbera^L